Unter den Palazzi der Altstadt von Gallipoli liegt eine zweite, dunkle Stadt: in den Fels gehauene Ölmühlen, in denen bis ins 19. Jahrhundert Oliven zu Lampenöl gepresst wurden. Das Frantoio Ipogeo unter dem Palazzo Granafei in der Via Antonietta De Pace ist das bekannteste dieser unterirdischen Werke und für Besucher zugänglich – ein seltener Blick in den verborgenen Wirtschaftsmotor, der den Reichtum der Stadt begründete. Wer hinabsteigt, findet die Anlage erstaunlich vollständig erhalten: Mühlstein, Pressen und die Nischen, in denen Männer und Tiere monatelang im Halbdunkel arbeiteten. Die Frantoi wurden bewusst unter die Erde gelegt – die gleichmäßige Temperatur des Felsens hielt das Öl flüssig und schützte die Pressen vor Kälte. Was von oben wie ein Wohnpalast wirkt, ruht auf einer Fabrik im Untergrund. Die wirtschaftliche Bedeutung war enorm. Gallipolis Öl war kein Speiseöl, sondern Lampenöl, das einst bis nach Paris und London verschifft wurde, wo es die Straßenlaternen speiste. Der Hafen der Stadt war über Jahrhunderte ein Drehkreuz dieses Handels; der daraus erwachsene Wohlstand finanzierte die Barockkirchen, Palazzi und die Bildausstattung, die das Bild der Altstadt bis heute prägen. Das Frantoio ist damit der Schlüssel, um Gallipolis Glanz zu verstehen. Für den Besuch ist ein Ticket erforderlich. Der Abstieg in die kühle, halbdunkle Anlage ist auch an heißen Sommertagen ein willkommener Kontrast – und ein lohnender Halt auf jedem Altstadt-Rundgang, der mehr sehen will als Fassaden. Wer das Frantoio besucht, versteht danach die prächtige Oberfläche der Stadt mit anderen Augen.
Der Abstieg in eine in den Fels gehauene unterirdische Ölmühle, die erstaunlich vollständig erhalten ist: Mühlstein, Pressen und die Nischen, in denen einst Männer und Tiere monatelang im Halbdunkel arbeiteten. Die kühle, halbdunkle Anlage erzählt vom Lampenöl-Handel, der Gallipolis Reichtum begründete – ein Blick unter die prächtige Oberfläche der Stadt.
Bis ins 19. Jahrhundert wurden in den unterirdischen Frantoi Gallipolis Oliven zu Lampenöl gepresst. Die in den Fels gehauenen Werke nutzten die gleichmäßige Felstemperatur, die das Öl flüssig hielt. Gallipolis Lampenöl wurde bis nach Paris und London verschifft, wo es Straßenlaternen speiste; der Hafen war ein Drehkreuz dieses Handels. Der erwirtschaftete Wohlstand finanzierte die Barockkirchen und Palazzi der Stadt, darunter den Palazzo Granafei über dieser Mühle.
