Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Ligurien
Morgens um acht liegt der Hafen von Vernazza noch im Schatten des Doria-Turms, und die einzigen Geräusche sind Möwen und das Klappern der ersten Espressotassen.
Die Cinque Terre sind der Grund, warum die meisten zum ersten Mal nach Ligurien fahren: Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore – fünf Dörfer, die sich seit dem Mittelalter in die Falten der Steilküste klammern, seit 1997 UNESCO-Welterbe und als Nationalpark geschützt. Am eindrucksvollsten sind sie nicht vom Bahnsteig aus, sondern vom Wasser oder von den Wegen darüber: Die Silhouette von Vernazza mit Hafenbucht und Turm siehst du am besten vom Küstenweg Richtung Monterosso, Manarolas Häuserstapel vom kurzen Panoramaweg zur Punta Bonfiglio. Komm vor neun oder bleib nach siebzehn Uhr – dazwischen schieben sich die Tagesgäste durch die Gassen.
Genua wird chronisch unterschätzt, dabei steht hier eine der größten Altstädte Europas: ein Labyrinth aus caruggi, schluchtartigen Gassen, in denen Friggitorien, Barbiere und Kirchenportale dicht nebeneinander liegen. An der Via Garibaldi reihen sich die Rolli-Paläste, die Stadtresidenzen der genuesischen Kaufmannsdynastien, seit 2006 UNESCO-Welterbe – drei davon bilden heute die Musei di Strada Nuova mit Werken von Van Dyck und Caravaggio. Am Porto Antico hat Renzo Piano den alten Hafen zur Uferpromenade umgebaut, mit dem Aquarium als größtem Italiens und dem Panoramalift Bigo, der sich wie ein Ladekran über das Becken dreht.
Die Halbinsel von Portofino bündelt auf wenigen Kilometern, wofür andere Küsten fünfzig brauchen: das Hafenrund von Portofino mit Castello Brown darüber, die Abtei San Fruttuoso, die allein in einer Bucht zwischen Steilhängen liegt und nur per Boot oder zu Fuß erreichbar ist, und davor, in rund 17 Metern Tiefe, die Bronzestatue des Christus vom Abgrund, seit 1954 Ziel von Tauchern und Glasbodenbooten. Auf der anderen Seite des Bergrückens wartet Camogli mit hohen, bemalten Fassaden am Fischerhafen – ein Ort, der auch im August noch nach Alltag riecht.
Dahinter fängt die Liste erst an: Portovenere am Golfo dei Poeti, wo die Kirche San Pietro auf einem Felssporn über der Grotte von Lord Byron steht, gegenüber Lerici mit seiner Kastellbucht. Sestri Levante mit der Baia del Silenzio, einem Halbmond aus Sand zwischen zwei Häuserzeilen. Boccadasse, das pastellfarbene Fischerdorf am Stadtrand von Genua. Und ganz im Westen Sanremo mit Belle-Époque-Casino und der verwinkelten Altstadt La Pigna, dazu die Gärten der Villa Hanbury bei Ventimiglia, wo seit 1867 Pflanzen aus aller Welt über dem Meer wachsen.




























