
◆ STADT · LIGURIEN
Portofino ist kaum mehr als eine Handvoll ocker- und rosafarbener Häuser um eine winzige Hafenbucht – und doch das vielleicht berühmteste Fischerdorf der Welt. Auf der Piazzetta treffen sich Yachtcrews und Tagesgäste beim Aperitivo, oben wacht das Castello Brown über die Einfahrt, und hinter dem Leuchtturm an der Punta del Capo öffnet sich das Ligurische Meer. Wer den kurzen Aufstieg zur Chiesa di San Giorgio macht oder durch den Naturpark zur Abtei San Fruttuoso wandert, entdeckt hinter der Kulisse des Jetsets ein Stück Riviera, das seit Jahrhunderten von Fischern, Pinien und Oliventerrassen geprägt ist.

Der Name geht auf die Römer zurück: Portus Delphini, Delfinhafen, nannten sie die tief eingeschnittene Bucht an der Ostseite der Halbinsel. Über Jahrhunderte lebte das Dorf von Fischfang und Seehandel im Schutz der Republik Genua, deren Festungsarchitektur im Castello Brown bis heute über der Einfahrt wacht. Dass zwischen Fels und Wasser kaum Platz war, erwies sich als Glück: Portofino konnte nie wachsen, und so blieb das Ensemble aus schmalen, hohen Häusern mit gemalten Fassadendekorationen praktisch unverändert erhalten.
Im 20. Jahrhundert wurde aus dem Fischerdorf eine Bühne: Schriftsteller, Filmstars und Reeder ankerten in der Bucht, das Belmond Hotel Splendido in einem ehemaligen Kloster am Hang wurde zur ersten Adresse der Riviera und die Piazzetta zum Salon unter freiem Himmel. Bis heute funktioniert das Ritual: morgens Espresso an der Mole, mittags Trofie al Pesto unter den Arkaden, abends Aperitivo, wenn die Tagesboote abgelegt haben und das Dorf wieder den Bewohnern und Hausgästen gehört.
Die andere Hälfte der Wahrheit liegt hinter dem Ort: Der Monte di Portofino, einer der ältesten Naturparks Italiens, schiebt sich als grüner Rücken zwischen Camogli und Santa Margherita ins Meer. Auf seinen Saumpfaden wandert man durch Steineichenwälder und Oliventerrassen zur Abtei San Fruttuoso, die in einer nur vom Wasser oder zu Fuß erreichbaren Bucht liegt. travelperfect empfiehlt, mindestens eine Nacht zu bleiben: Der frühe Morgen und der Abend, wenn das Licht die Fassaden wärmt und die Bucht still wird, gehören zu den schönsten Momenten der ganzen Riviera.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Der klassische Rundgang
Der eine Weg, den jeder gehen sollte: von der Piazzetta die Serpentinen hinauf zur Chiesa di San Giorgio, weiter durch die Gärten des Castello Brown und am Ende durch Pinien und Macchia bis zum Leuchtturm an der Punta del Capo. Auf kaum zwei Kilometern wechseln sich Hafenpostkarte, Festungsgeschichte und offene See ab – zurück geht es denselben Weg, gern mit Aperitivo-Stopp am Faro.
Durch den Naturpark
Hinter dem Dorf beginnt der Naturpark: Über Oliventerrassen und den Pass Pietre Strette führt der Weg durch Steineichenwald hinunter in die Bucht von San Fruttuoso, wo die mittelalterliche Abtei direkt am Kies liegt. Baden, Focaccia, Klosterbesuch – und zurück per Fährboot entlang der Steilküste. Die schönste Halbtagestour der Riviera di Levante.
Badetag in der Smaragdbucht
Die Bucht von Paraggi ist der Badetag in seiner ligurischen Luxusvariante: smaragdgrünes, flach abfallendes Wasser, Beach Clubs mit Liegen und Küche, ein kleiner freier Abschnitt für Frühaufsteher. Hin und zurück nimmt man den alten Saumpfad über der Küstenstraße – gut 20 Minuten pro Richtung, mit den besten Fotoblicken auf die Bucht.
Vom Wasser aus
Portofino ist vom Wasser aus gedacht – und zeigt sich von dort am schönsten. Die Fährboote des Tigullio verbinden den Hafen mit Santa Margherita, Rapallo und der Bucht von San Fruttuoso; unterwegs zieht die Steilküste des Naturparks vorbei. Taucher und geübte Schnorchler besuchen den Cristo degli Abissi, die versunkene Christusstatue von 1954.
03 · Wann
Portofino liegt geschützt an der Südseite seiner Halbinsel und genießt ein mildes Mittelmeerklima – selbst im Winter bleibt es an der Küste meist frostfrei. Entscheidend für die Reiseplanung ist weniger das Wetter als der Rhythmus der Besucherströme: Im Hochsommer kommen die Tagesgäste in Wellen mit Booten und Bussen, im Frühling und Herbst gehören Gassen und Wanderwege wieder denen, die bleiben.
04 · Häufige Fragen
April bis Juni und September bis Oktober sind ideal: mildes Wetter zum Wandern und Baden, klares Licht und deutlich weniger Tagesgäste als im Hochsommer. Im Juli und August ist das Dorf tagsüber voll, abends jedoch wieder ruhig – und von November bis Februar machen viele Häuser Pause, dafür gehört die Halbinsel dann den Spaziergängern.
Besser nicht. Die Küstenstraße ab Santa Margherita ist schmal, und der Parkraum im Dorf ist knapp und teuer. Entspannter ist die Anreise per Zug bis Santa Margherita Ligure-Portofino und weiter mit Bus, Taxi oder – am schönsten – mit dem Fährboot. Sportliche gehen den Küstenweg über Paraggi zu Fuß.
Das Dorf selbst ist in einem halben Tag gesehen: Piazzetta, Aufstieg zum Castello Brown, Leuchtturmweg. Wer den Naturpark erwandern, in Paraggi baden und die Abtei San Fruttuoso besuchen will, bleibt besser zwei bis drei Nächte – und erlebt dazu die stillen Morgen- und Abendstunden, die Tagesgästen entgehen.
Nur zu Fuß oder übers Wasser: Die Wanderung ab Portofino über den Pass Pietre Strette dauert gut zwei Stunden pro Richtung; alternativ verkehren in der Saison Fährboote ab Portofino, Santa Margherita, Rapallo und Camogli. Beliebt ist die Kombination – hinwandern, zurück mit dem Boot.
An Hafen und Piazzetta: ja, das Preisniveau gehört zu den höchsten Italiens. Es gibt aber Ventile: Focaccia und Pasta aus den kleinen Läden in den Gassen, der frei zugängliche Abschnitt in Paraggi, die kostenlosen Wanderwege des Naturparks. Viele Reisende übernachten zudem im benachbarten Santa Margherita Ligure und kommen per Boot herüber.
Im Dorf selbst nur an kleinen Felszugängen – der eigentliche Strand ist die Bucht von Paraggi, rund 20 Gehminuten entfernt, mit Beach Clubs und einem freien Abschnitt. Glasklares Wasser findet sich außerdem in der Bucht von San Fruttuoso, die sich gut mit einem Klosterbesuch verbinden lässt.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Portofino, von der Piazzetta bis zur Bucht von San Fruttuoso.
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