Stadt · Italien

Portofino

Ocker- und rosafarbene Häuser stehen dicht gedrängt um ein schmales Hafenbecken, das du zu Fuß in wenigen Minuten umrundest, und dahinter steigt der Steineichenwald des Monte di Portofino sofort wieder senkrecht an.

4 Stadtviertel
Überblick

Portofino auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Juni und September–Oktober; im Hochsommer kommen die Tagesgäste in Wellen
Anreise
Flughafen Genua (GOA); Bahnhof Santa Margherita Ligure-Portofino an der Linie Genua–La Spezia, weiter per Bus, Taxi oder Fähre
Sprache & Zahlung
Italienisch; Euro, Kartenzahlung fast überall üblich
Lage
Riviera di Levante, an der Südostspitze der Halbinsel des Monte di Portofino, rund 35 km östlich von Genua
Mit dem Schiff
Fährboote des Golfs von Tigullio verbinden Portofino saisonal mit Santa Margherita, Rapallo und San Fruttuoso
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Über Portofino

Reisen nach Portofino

Portofino ist der kleinste große Name der italienischen Küste – ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern, dessen Hafenbucht als schmaler Einschnitt in die bewaldete Halbinsel zwischen dem Golfo del Tigullio und dem Golfo Paradiso liegt. Rund um die Piazzetta, die offiziell Piazza Martiri dell'Olivetta heißt, stehen die bemalten Fassaden der alten Seefahrerhäuser, an der Mole vertäuen Yachten neben Holzbooten, und über der Hafeneinfahrt sitzt das Castello Brown, eine genuesische Festungsanlage, die ein britischer Konsul im 19. Jahrhundert zur Wohnresidenz mit Gärten umbauen ließ. Von der Chiesa di San Giorgio auf dem Sattel des Felssporns führt ein gepflasterter Weg zwischen Pinien und Agaven hinaus zum Leuchtturm an der Punta del Capo, dem äußersten Punkt der Halbinsel. Hinter dem Ort beginnt der Parco Naturale Regionale di Portofino mit Oliventerrassen, Trockenmauern und markierten Pfaden, die über den Pass Pietre Strette zur Abtei San Fruttuoso hinunterführen – einem mittelalterlichen Klosterkomplex in einer Bucht ohne Straßenanschluss, erreichbar nur zu Fuß oder übers Wasser. Gebadet wird in Paraggi, einer kurzen Sandbucht mit grün schimmerndem Wasser gut einen Kilometer vor dem Ort, getaucht wird am Cristo degli Abissi, der seit 1954 vor San Fruttuoso auf dem Grund steht. Wer mehr sehen will als die Kulisse, kommt vor den Ausflugsbooten an oder bleibt über Nacht.

Reiseführer

Portofino von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb neun liegt der Hafen noch im Schatten des Bergs, an der Mole sortiert jemand Leinen, und auf der Piazzetta werden die ersten Stühle ausgestellt. Zwei Stunden später legen die Boote aus Santa Margherita, Rapallo und Camogli an, und für den Rest des Tages gehört Portofino den Ausflugsgästen. Wer bleibt, bekommt die andere Hälfte – den Aufstieg zum Castello Brown im Morgenlicht, das Bad in Paraggi vor dem Andrang und den Moment am Abend, wenn das letzte Boot ablegt und im Ort plötzlich nur noch Zikaden zu hören sind.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Portofino

Alles Sehenswerte liegt innerhalb von zwanzig Gehminuten um das Hafenbecken – der Rest des Tages gehört dem Wald und dem Wasser.

Der zentrale Platz heißt offiziell Piazza Martiri dell'Olivetta, aber niemand nennt ihn so. Die Piazzetta ist zum Hafenbecken hin offen, an den drei anderen Seiten stehen die schmalen, hohen Häuser der alten Seefahrerfamilien, und was aus der Ferne wie aufwendige Steinmetzarbeit wirkt, entpuppt sich beim Näherkommen als Malerei – Fensterrahmen, Gesimse, Konsolen, alles aufgetragen. Diese Fassadenmalerei war an der ganzen Riviera üblich, weil Stein teuer war und Farbe billig. Unter den Arkaden stehen die Tische der Cafés, und ein Espresso im Sitzen kostet hier ein Vielfaches dessen, was zwanzig Kilometer weiter verlangt wird. Der Platz gehört morgens den Lieferanten und Bootsleuten, mittags den Tagesgästen und ab dem frühen Abend wieder dem Ort.

Hinter der Häuserzeile am Hafen beginnt ein Gassengewirr, das die meisten Besucher nie betreten. Über schmale Treppen und Salite kommst du in wenigen Metern in einen Ort, in dem Wäsche hängt und Katzen auf den Stufen liegen. Die Chiesa del Divo Martino, die Pfarrkirche, geht auf romanische Ursprünge zurück und trägt die schwarz-weißen Steinlagen, an denen ligurische Sakralbauten zu erkennen sind; ihr Vorplatz liegt ein Stück über den Dächern und ist einer der wenigen Punkte im Zentrum, an denen auch im August niemand steht. Wer den Treppengassen weiter nach oben folgt, steht nach wenigen Minuten am oberen Ortsrand, wo die letzten Häuser aufhören und die Wege in die Oliventerrassen führen – Portofino hat zwei Ebenen, und die obere ist die ruhigere.

Der Aufstieg zum Castello Brown dauert vom Hafen aus etwa eine Viertelstunde über Stufen und einen ansteigenden Weg. Die Anlage geht auf eine genuesische Befestigung zurück, die einst die Hafeneinfahrt sicherte; ihren heutigen Namen und ihr Gesicht bekam sie im 19. Jahrhundert, als der britische Konsul in Genua, Montague Yeats Brown, sie erwarb und zur Wohnresidenz mit Terrassengärten umbauen ließ. Der Eintritt ist kostenpflichtig, und er lohnt weniger wegen der Innenräume als wegen der Terrasse unter den Zypressen, von der du fast senkrecht auf Bucht und Häuserzeile blickst. Auf halbem Weg dorthin steht die Chiesa di San Giorgio auf dem Sattel des Felssporns, dem Schutzpatron des Ortes geweiht, dessen Namenstag am 23. April im Dorf begangen wird.

Weiter draußen wird es still. Vom Sattel läuft ein gepflasterter Weg fast ohne Steigung nach Südosten durch Gärten, Pinien und Agaven hinaus zur Punta del Capo, wo der Faro di Portofino auf dem Fels steht und der Blick über den Golfo del Tigullio bis zu den Bergen hinter Sestri Levante reicht. Vom Hafen bis dorthin rechnest du mit einer knappen halben Stunde in gemächlichem Tempo. Die eigentliche Hauptattraktion der Halbinsel liegt allerdings auf der abgewandten Seite: Die Abbazia di San Fruttuoso steht in einer Bucht ohne Straßenanschluss und ist nur zu Fuß über den Naturpark oder mit dem Boot erreichbar. Dafür brauchst du einen halben bis ganzen Tag und einen eigenen Plan – dazu weiter unten mehr.

Sehenswürdigkeiten in Portofino

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Strände & Buchten

Strände und Badebuchten rund um Portofino

Im Ort selbst gibt es keinen Strand, aber eine Sandbucht in Gehweite, ein paar Felszugänge und eine Kiesbucht, die nur das Boot erreicht.

Spiaggia di Paraggi
Spiaggia di Paraggi

Der Strand von Portofino heißt Paraggi und liegt gut einen Kilometer vor dem Ort an der Küstenstraße nach Santa Margherita – zu Fuß rund zwanzig Minuten, mit dem Linienbus wenige Minuten. Es ist ein kurzer Sandhalbmond in einer tief eingeschnittenen Bucht, und das Wasser hat dort einen Grünton, den man an der Riviera selten sieht; er entsteht über den Seegraswiesen im flachen Teil der Bucht. Den größten Teil des Sandes belegen Strandbäder mit Liegenreihen und Schirmen, dazwischen bleibt ein frei zugänglicher Abschnitt, der an heißen Julitagen schon am Vormittag voll ist. Wer nur schwimmen will, kommt früh; wer den ganzen Tag bleibt, mietet – und sollte wissen, dass Paraggi zu den teureren Badeadressen der Küste gehört.

Im Dorf selbst bleibt dir das Wasser trotzdem nicht verschlossen. Unterhalb der Küstenstraße und entlang des Weges zur Punta gibt es Felsplatten und kleine Einstiege, an denen Einheimische ihr Handtuch ausbreiten, und einzelne Hotels am Ortseingang haben eigene Zugänge zu Felsbuchten. Der Untergrund ist überall Stein statt Sand, Badeschuhe gehören also ins Gepäck. Weil die Küste vor der Halbinsel als Meeresschutzgebiet ausgewiesen ist, gelten je nach Zone unterschiedliche Regeln für Ankern, Angeln und Tauchen; fürs Schnorcheln vom Ufer aus ändert das nichts, und der felsige Grund mit seinen Seegraswiesen ist dafür deutlich ergiebiger als jeder Sandstrand. Nimm eine Maske mit, sie wiegt nichts und rettet die heißesten Stunden.

Die dritte Badestelle erreichst du nur übers Wasser oder zu Fuß. Vor der Abtei San Fruttuoso liegt eine kleine Kiesbucht, eingeklemmt zwischen Steilhang und Klostermauern, mit einem freien Abschnitt und einem bewirtschafteten Teil. Weil keine Straße hinführt, muss alles, was dort verkauft wird, per Boot gebracht werden – das merkt man an den Preisen, und es lohnt sich, Wasser und etwas zu essen mitzunehmen. Das Wasser in der Bucht ist ausgesprochen klar; die Bronzestatue Cristo degli Abissi steht draußen vor der Bucht auf dem Grund, zu tief für einen Blick von der Oberfläche – dazu im nächsten Abschnitt mehr. Rechne damit, dass am Nachmittag mehrere Ausflugsboote gleichzeitig vor der Bucht liegen; die ruhigen Stunden sind die erste am Morgen und die letzte vor der Rückfahrt.

Zum Baden selbst noch zwei praktische Punkte. Erstens die Wassertemperatur: Vor Ligurien wird das Meer spät warm, im Juni liegt es meist um 21 bis 22 Grad, seinen Höchststand erreicht es im August, und im September ist es mit rund 23 Grad noch gut badewarm, ohne den Augustwert zu halten – der Monat, in dem Wasser und Luft am besten zusammenpassen und die Buchten schon wieder leerer sind. Zweitens die Erreichbarkeit: Bei kräftigem Seegang laufen die Boote nach San Fruttuoso teilweise nicht, weil das Anlanden in der offenen Bucht dann nicht funktioniert. Wer nur einen Badetag hat, legt ihn deshalb besser nach Paraggi und hält San Fruttuoso für einen Tag mit ruhiger See frei.

San Fruttuoso

Zur Abtei San Fruttuoso wandern oder mit dem Boot fahren

Keine Straße, kein Parkplatz, kein Bus – zur bekanntesten Bucht der Halbinsel kommst du nur zu Fuß über den Berg oder übers Wasser.

Die Abtei San Fruttuoso steht seit dem Mittelalter in einer engen, nach Südwesten zum offenen Meer geöffneten Bucht an der Seeflanke des Monte di Portofino, zwischen Punta Chiappa und der Spitze der Halbinsel. Der Bau, den du heute siehst, geht im Kern auf das 10. bis 13. Jahrhundert zurück; die Adelsfamilie Doria, über Jahrhunderte eine der mächtigsten Genuas, ließ ihn ausbauen und richtete in der unteren Kirche eine Grablege mit gestreiftem Mauerwerk ein. Über dem Komplex steht ein Wehrturm aus dem 16. Jahrhundert, errichtet in einer Zeit, in der Korsarenangriffe die ligurische Küste in Atem hielten. Seit den 1980er Jahren betreut der italienische Denkmalfonds FAI die Anlage; Innenhof, Kirche, Krypta und Turm sind gegen Eintritt zugänglich, außerhalb der Saison mit eingeschränkten Zeiten.

Der einfache Weg ist das Boot. In der Saison verkehren Linienboote von Portofino, Santa Margherita Ligure, Rapallo, Camogli und Recco in die Bucht, und die Überfahrt ab Portofino dauert nur eine gute Viertelstunde – man fährt dabei die Steilküste des Naturparks entlang, die man von Land aus nie am Stück zu sehen bekommt. Die Fahrpläne wechseln mit der Jahreszeit und dünnen im Winter stark aus. Wichtiger noch: Bei Seegang lässt sich in der Bucht nicht anlanden, und dann fällt der Kurs kurzfristig aus. Frag am Morgen am Ticketschalter nach dem aktuellen Stand, statt dich auf einen Aushang vom Vortag zu verlassen – das ist der häufigste geplatzte Programmpunkt eines Portofino-Tages.

Der andere Weg führt über den Berg. Ab dem oberen Ortsrand von Portofino steigst du durch Oliventerrassen und Steineichenwald zum Wegeknoten Pietre Strette hinauf und von dort in einer langen Treppenpassage zur Bucht hinunter; für eine Richtung solltest du gut zwei Stunden einplanen, dazu einige hundert Höhenmeter im Auf und Ab. Der Untergrund ist über weite Strecken unebener Naturstein, ausgetreten und nach Regen rutschig – Sandalen sind dafür ungeeignet, feste Schuhe mit Profil dagegen völlig ausreichend. Unterwegs gibt es weder Einkehr noch Wasser. Die beliebteste Variante ist die Kombination: hinüberwandern, in der Bucht baden und die Abtei ansehen, mit einem der Nachmittagsboote zurück.

Vor der Bucht liegt seit 1954 die Bronzestatue Cristo degli Abissi auf dem Grund, die Arme nach oben geöffnet, in gut fünfzehn Metern Tiefe. Sie zählt zu den bekanntesten Tauchplätzen des Mittelmeers, und Tauchbasen aus Camogli, Santa Margherita und Rapallo fahren sie im Rahmen geführter Tauchgänge an; ein Brevet ist dafür in der Regel Voraussetzung, für Einsteiger werden begleitete Schnuppergänge angeboten. Beim Schnorcheln siehst du selbst bei ruhiger, klarer See allenfalls Umrisse – die Statue steht zu tief, um sie von der Oberfläche wirklich zu erkennen. Wer nicht taucht, hat vom Klosterbesuch und von der Bucht selbst mehr als von der Suche nach einem Schatten unter Wasser.

Aktivitäten & Touren in Portofino

Naturpark & Wandern

Wandern im Parco di Portofino über Pietre Strette

Über dem Ort liegt ein Regionalpark, der die halbe Halbinsel bedeckt und in dem du nach zehn Minuten kaum noch jemandem begegnest.

Abbazia di San Fruttuoso
Abbazia di San Fruttuoso

Der Parco Naturale Regionale di Portofino umfasst die gesamte Landzunge zwischen Camogli, Santa Margherita und dem offenen Meer und ist von einem dichten Netz markierter Wege überzogen. Ligurische Wegzeichen funktionieren anders als in den Alpen: Statt Nummern findest du geometrische Symbole in Rot an Steinen, Mauern und Baumstämmen – volle und leere Kreise, Rauten, Quadrate, Dreiecke, jedes Zeichen für eine Route. Das ist gewöhnungsbedürftig, und an den Abzweigen hilft eine Wanderkarte oder eine offline geladene Karte auf dem Handy mehr als das Gefühl für die Richtung, weil der Wald über weite Strecken keinen Blick nach draußen zulässt und man die eigene Position leicht falsch schätzt.

Der zentrale Wegeknoten heißt Pietre Strette und liegt auf dem Kamm über der Bucht von San Fruttuoso; fast jede längere Tour berührt ihn. Von Portofino steigst du in etwa anderthalb Stunden hinauf, von San Rocco oberhalb von Camogli kommst du auf der anderen Seite an. Beliebte Kombinationen sind der Abstieg nach San Fruttuoso mit Rückfahrt per Boot, der Weg zum Aussichtspunkt Semaforo Nuovo hoch über der Steilküste und die Runde über die Höhen von Portofino Vetta. Deutlich anspruchsvoller ist die Küstenroute über die Batterie zur Punta Chiappa, die stellenweise mit Ketten gesichert ist und Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit voraussetzt.

Für alle Touren gilt dasselbe Kleingedruckte. Die Wege sind alte Verbindungspfade zwischen den Küstenorten, also gepflastert oder aus Natursteinstufen gebaut, und beides wird bei Nässe glatt – Schuhe mit Profil sind hier keine Übervorsicht, sondern Grundausstattung. Wasser gibt es unterwegs praktisch nirgends, Einkehrmöglichkeiten nur an den Endpunkten. Im Hochsommer startest du früh, weil der Aufstieg aus Portofino windgeschützt in der Sonne liegt und die Luft an der Küste feucht ist. Nach Unwettern oder bei hoher Waldbrandgefahr sperrt die Parkverwaltung einzelne Abschnitte; ein Blick auf den aktuellen Wegestatus vor dem Start erspart im Zweifel den langen Rückweg.

Landschaftlich ist die Halbinsel ein Sonderfall. Auf den sonnenzugewandten Hängen wachsen Ölbäume in aufgelassenen Terrassen, dazwischen Macchia mit Erdbeerbaum, Zistrose und Rosmarin; die kühlere, dem Landesinneren zugewandte Nordflanke trägt Steineichen- und Kiefernwald, in dem sich Arten halten, die man sonst weiter im Landesinneren und in größerer Höhe erwartet. Zum offenen Meer hin, zwischen Punta Chiappa und San Fruttuoso, fällt der Fels über weite Strecken fast senkrecht ins Wasser. Im Frühjahr blühen an den offenen Hängen Orchideen, über den Felswänden kreisen Greifvögel, an den Trockenmauern sonnen sich Eidechsen. Wer Ruhe sucht, geht unter der Woche und außerhalb der Mittagsstunden – an schönen Wochenenden im Mai ist der Hauptweg nach San Fruttuoso gut besucht, alles abseits davon dagegen kaum.

Rundgang & Tagesplan

Portofino an einem Tag – vom Hafen zum Leuchtturm

Der Ort selbst ist in zwei Stunden gesehen; ein guter Tag wird daraus erst, wenn du Berg oder Bucht dazunimmst.

Komm früh. Wenn du in Santa Margherita übernachtest, nimm den ersten Bus oder das erste Boot; wer sportlich ist, läuft den Küstenweg über Paraggi in rund einer Stunde und steht vor neun Uhr am Hafen. Der erste Programmpunkt ist keiner, sondern ein Kaffee an der Piazzetta, solange auf dem Platz noch Lieferwagen rangieren und an der Mole Fender abgenommen werden. Danach einmal die Hafenzeile entlang bis ans Ende der Kaimauer und zurück durch die Gassen dahinter, wo die Wäscheleinen hängen und die Stufen schmal werden – das sind die zwanzig Minuten, in denen Portofino noch ein Dorf ist und keine Kulisse.

Gegen zehn steigst du die Salita San Giorgio hinauf. Oben auf dem Sattel steht die Kirche mit ihrer Terrasse, von der du auf der einen Seite in die Bucht und auf der anderen aufs offene Meer siehst; danach folgt der Abzweig zum Castello Brown mit den Terrassengärten und dem Blick fast senkrecht hinunter. Wenn du anschließend dem gepflasterten Weg weiter nach draußen folgst, stehst du nach einer Viertelstunde am Faro di Portofino an der Punta del Capo, dem stillsten Punkt der ganzen Runde. Für Hin- und Rückweg samt Burgbesuch rechnest du mit rund zwei Stunden. Zurück im Ort ist es Mittag – und genau dann wird es unten am Hafen eng.

Jetzt teilt sich der Tag in drei Varianten. Die erste ist das Wasser: mit dem Mittagsboot nach San Fruttuoso, Abtei ansehen, in der Kiesbucht baden, am späten Nachmittag zurück. Die zweite ist der Strand: zu Fuß oder mit dem Bus nach Paraggi, den Nachmittag in der Bucht verbringen und zum Aperitivo zurückkommen. Die dritte ist der Berg: Aufstieg zum Wegeknoten Pietre Strette, Abstieg nach San Fruttuoso, Rückfahrt mit dem Boot – das füllt den kompletten Nachmittag und verlangt feste Schuhe. Gegessen wird vorher, entweder in einer Trattoria in den Gassen oder unterwegs mit Focaccia aus einer der kleinen Bäckereien.

Der beste Teil kommt zum Schluss. Am frühen Abend legen die letzten Ausflugsboote ab, und der Ort leert sich innerhalb einer halben Stunde spürbar. Dann sitzt du beim Aperitivo an der Piazzetta, hörst wieder Möwen statt Stimmen und siehst zu, wie das Licht die bemalten Fassaden warm werden lässt. Wer nur einen Tag hat, sollte den letzten Bus und das letzte Boot im Blick behalten, denn der Verkehr endet früher, als die meisten erwarten. Wer zwei Nächte bleibt, hängt am zweiten Tag die jeweils anderen beiden Varianten an und hat damit Ort, Berg und Bucht komplett gesehen, ohne einen einzigen Tag zu hetzen.

Wo was liegt

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Urlaub planen

Urlaub in Portofino – wie lange bleiben und wo wohnen

Ob Portofino ein Fotostopp bleibt oder ein Urlaub wird, entscheidet sich an zwei Fragen – wie viele Nächte und von wo aus.

Piazzetta di Portofino
Piazzetta di Portofino

Für den Ort selbst reicht ein halber Tag. Zum Urlaub wird Portofino erst mit der zweiten und dritten Nacht, weil dann neben Piazzetta und Leuchtturmweg auch ein Tag am Wasser und einer im Naturpark Platz haben – und dazu die Stunden, in denen keine Ausflugsboote im Hafen liegen. Wer länger bleibt, plant den Golfo del Tigullio mit ein: Santa Margherita, Camogli, Rapallo und die Bahn nach Osten füllen problemlos eine Woche. Und die Saison gehört zur Dauer dazu – zwischen November und Februar ist ein großer Teil des Ortes geschlossen, ein Urlaub im eigentlichen Sinn beginnt hier im Frühjahr.

Die erste mögliche Basis ist der Ort selbst, also Piazzetta und Hafenbecken. Dort liegt praktisch die gesamte Infrastruktur: die Anlegestellen der Linienboote, die Bushaltestelle, die Cafés unter den Arkaden, die wenigen Läden. Dahinter steigt der eigentliche Ort in Treppengassen an, und genau darin liegt der Haken – mit Koffer wird jede Adresse oberhalb der Kaikante zur Rechenaufgabe. Dafür bekommst du Morgen und Abend geschenkt, wenn der Ort denen gehört, die dort schlafen. Die Zahl der Betten ist winzig; zwischen Juni und September buchst du Monate im Voraus.

Die zweite Basis liegt gut einen Kilometer vor dem Ort an der Küstenstraße: Paraggi. Wer den Badetag zum Mittelpunkt macht, wohnt hier richtiger als am Hafen – der Strand liegt vor der Tür, der Linienbus hält an der Straße, und der Fußweg nach Portofino dauert rund zwanzig Minuten, auch abends nach dem Aperitivo. Der Preis dafür: Nach Einbruch der Dunkelheit ist die Bucht sehr still, Läden gibt es keine, und der Weg an der Straße entlang hat keinen durchgehenden Gehweg – für den Rückweg im Dunkeln gehört eine Lampe ins Gepäck.

Über dem Ort beginnt der Naturpark, und das verändert einen Aufenthalt hier mehr als jede Hotelkategorie: Zwischen Kaikante und Steineichenwald liegen zwanzig Gehminuten, unten Yachten, Aperitivo und Stimmengewirr, oben Zikaden, Harzgeruch und ein Weg, auf dem stundenlang niemand entgegenkommt. Ein Auto brauchst du für all das nicht – Bus und Boot decken die Küste ab, der Rest ist Treppe. Wer im Ort selbst keinen Platz mehr findet oder das Preisniveau scheut, weicht auf Santa Margherita Ligure, Rapallo oder Camogli aus; welche Häuser dafür infrage kommen, steht im nächsten Abschnitt.

Übernachten

Hotels in Portofino und die Alternativen an der Bucht

Der Ort hat nur eine Handvoll Häuser mit insgesamt sehr wenigen Zimmern, und genau das bestimmt Preis und Vorlauf.

Die bekannteste Adresse steht nicht am Hafen, sondern hoch darüber. Das Splendido, A Belmond Hotel, Portofino wurde aus einem ehemaligen Klostergebäude entwickelt und liegt in terrassierten Gärten über der Bucht, mit Panoramapool und einer Hausgeschichte, die weit über hundert Jahre zurückreicht. Zum Ort hinunter fährt ein Shuttle, zu Fuß sind es ein paar Minuten bergab und deutlich mehr bergauf. Am Platz selbst betreibt dieselbe Gruppe das Splendido Mare, ein kleines Haus im Stil der ligurischen Seefahrerhäuser, unmittelbar an der Piazzetta gelegen und mit entsprechend kurzen Wegen zu Booten, Cafés und dem Aufstieg zur Burg.

Darunter wird die Auswahl schnell überschaubar. Das Eight Hotel Portofino liegt in den ruhigen Gassen des Dorfkerns und hat einen Garten zum Frühstücken, das Hotel Piccolo Portofino steht am Ortseingang zwischen Pinien und verfügt über einen eigenen Zugang zu einer kleinen Felsbucht, das Albergo Nazionale sitzt mit rund einem Dutzend Zimmern und Suiten direkt an der Piazzetta, und das Hotel San Giorgio liegt im oberen Teil des Ortes hinter einem schattigen Garten abseits der Tagesgäste. Zusammengenommen ergibt das eine sehr kleine Zahl an Betten – wer zwischen Juni und September in Portofino selbst schlafen will, bucht Monate im Voraus.

Die meisten Reisenden übernachten deshalb woanders und kommen tagsüber herüber. Santa Margherita Ligure ist die naheliegende Basis, mit Bahnhof an der Strecke Genua–La Spezia, deutlich mehr Häusern in allen Kategorien, Bus- und Bootsverbindung nach Portofino und einer eigenen Uferpromenade mit Bädern. Rapallo ist größer und in der Regel günstiger, Camogli auf der Nordseite der Halbinsel ruhiger und für Wanderer die bessere Wahl, weil dort die Wege in den Naturpark direkt am Ort beginnen. Unmittelbar an der Sandbucht liegt außerdem das Eight Hotel Paraggi, mit dem Strand vor der Tür und dem Küstenweg nach Portofino im Rücken.

Drei Dinge machen den Aufenthalt planbarer. Erstens die Saison: Viele Häuser an dieser Küste öffnen erst im Frühjahr und schließen im Spätherbst, im Januar und Februar ist ein großer Teil des Ortes zu – prüfe die Öffnungszeiten, bevor du eine Winterreise buchst. Zweitens das Auto: Eigene Hotelparkplätze sind hier die Ausnahme, Stellplätze im Ort knapp und teuer; frag vor der Anreise, wie das Haus es handhabt, statt vor Ort zu improvisieren. Drittens das Gepäck: In den Gassen führen Treppen statt Straßen, und wer weiter oben wohnt, sollte klären, ob es einen Transfer gibt, bevor er den Koffer selbst hinaufträgt.

Hotels in Portofino

Alle 7 Hotels
Essen & Trinken

Restaurants in Portofino und was Ligurien auf den Teller bringt

Am Hafen zahlst du die Lage mit, in den Gassen dahinter ändert sich der Preis und selten die Küche.

Die Institution des Ortes ist das Ristorante Puny an der Piazzetta, ein kleines Haus mit klassischer ligurischer Küche, hausgemachter Pasta und Tischen mit Blick über Mole und Bucht; wer dort essen will, reserviert weit im Voraus, in der Hochsaison eher Wochen als Tage. Ein paar Schritte weiter, versteckt in einer Gasse hinter dem Hafen, liegt die Trattoria da ü Batti: wenige Tische, eine kurze Karte, die sich am Fang orientiert, und ein Ruf, der seit Jahrzehnten an den Scampi hängt. Direkt an der Mole serviert die Taverna del Marinaio das klassische Hafenprogramm mit frischem Fisch und dem besten Platz, um Booten beim Anlegen zuzusehen.

Eine Kategorie darüber kocht das DaV Mare, das Restaurant des Splendido Mare an der Flanierzeile – Belmond betreibt es zusammen mit der Familie Cerea, die hinter dem Da Vittorio steht; auf der Karte stehen ligurische Klassiker neben den Signature-Gerichten der Familie, und mittags funktioniert das Haus genauso wie abends. Wer den großen Abend will, steigt hinauf zur Terrazza im Belmond Hotel Splendido, wo der Blick über Dorf, Hafen und Bucht Teil des Menüs ist – abends bei Kerzenlicht und mit entsprechendem Anspruch an die Garderobe. In der Bucht von Paraggi betreibt die Mailänder Langosteria im Sommer einen Ableger direkt am Wasser, mit Krustentieren, rohem Fisch und angeschlossenem Beach Club; die Öffnung ist streng saisonal, außerhalb der Sommermonate steht das Haus leer.

Ligurien kocht grün und sparsam, und das schmeckt man. Der Pesto genovese aus kleinblättrigem Genueser Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Parmigiano und Pecorino sowie Olivenöl kommt hier nicht zu Spaghetti, sondern zu Trofie oder Trenette, häufig mit Kartoffeln und grünen Bohnen im selben Topf. Dazu Pansoti mit Walnusssauce, eingelegte Sardellen aus dem Golf, Farinata aus Kichererbsenmehl und natürlich Focaccia – im nahen Recco in jener dünnen Variante mit Käsefüllung, die als Focaccia di Recco col formaggio IGP geschützt ist. Getrunken wird weiß und trocken, meist Vermentino oder Pigato von der Riviera oder ein Wein der Herkunft Golfo del Tigullio-Portofino.

Beim Preisniveau muss man ehrlich sein: An Hafen und Piazzetta gehört Portofino zu den teuersten Adressen Italiens, und das gilt für den Aperitivo genauso wie für den Teller Pasta. Es gibt aber Ventile. In den Gassen hinter der Häuserzeile bekommst du Focaccia und belegte Stücke zum Mitnehmen, und wer abends in Santa Margherita, Camogli oder Rapallo isst, zahlt deutlich weniger bei mindestens gleicher Küche. Reserviert wird überall, spontan geht in der Hochsaison fast nichts, und die Küchen halten italienische Zeiten – mittags bis in den frühen Nachmittag, abends öffnen sie selten vor halb acht, und wer um acht am Tisch sitzt, ist früh dran.

Restaurants in Portofino

Anreise & vor Ort

Anreise nach Portofino mit Bahn, Bus und Fähre

Portofino hat keinen Bahnhof und keinen bequemen Parkplatz – die letzten Kilometer legst du mit Bus, Boot oder zu Fuß zurück.

Der Ankerpunkt jeder Anreise heißt Santa Margherita Ligure. Der Bahnhof dort trägt den Namen Santa Margherita Ligure-Portofino und liegt an der Küstenbahn zwischen Genua und La Spezia, die von Regional- und Fernzügen bedient wird; ab Genua bist du in gut einer halben Stunde da. Aus Deutschland führt der bequemste Weg über Mailand oder Genua, entweder mit Nachtzug und Anschluss oder per Flug – der Flughafen Genua Cristoforo Colombo liegt rund vierzig Kilometer westlich, Mailand und Pisa sind die größeren Alternativen mit längerer, aber unkomplizierter Bahnanbindung an die Küstenstrecke.

Von Santa Margherita führen drei Wege weiter. Der Linienbus fährt die Küstenstraße über Paraggi nach Portofino und braucht dafür etwa eine Viertelstunde; Tickets kaufst du vor dem Einsteigen an Kiosk oder Automat, im Bus wird es umständlich. Das Boot legt an der Uferpromenade ab, ist ähnlich schnell und die deutlich schönere Variante: Die Hafeneinfahrt von Portofino öffnet sich nach Nordwesten, also genau in Richtung Santa Margherita, und der Ort taucht erst im letzten Moment hinter dem Felssporn auf. Die Fahrpläne wechseln mit der Saison und dünnen im Winter stark aus. Und schließlich der Küstenweg zu Fuß, gut eine Stunde über Paraggi, allerdings streckenweise unmittelbar an der Straße und ohne durchgehenden Gehweg.

Mit dem Auto wird es umständlich. Die Küstenstraße ab Santa Margherita ist eng, kurvig und im Sommer zäh, in Portofino selbst gibt es im Wesentlichen einen kostenpflichtigen Parkplatz am Ortseingang, und die Zufahrt ist zeitweise beschränkt. Wer trotzdem mit dem Wagen anreist, stellt ihn besser in Santa Margherita oder Rapallo ab und steigt auf Bus oder Boot um – das spart Suchzeit, Nerven und Geld. Für die Region insgesamt ist ein Mietwagen ohnehin verzichtbar, weil die Küstenbahn alle relevanten Orte zwischen Genua und den Cinque Terre miteinander verbindet und häufiger fährt, als man auf dieser Strecke braucht.

Im Ort selbst brauchst du nichts außer Schuhen. Der Kern ist autofrei, vom Hafen bis zum Leuchtturm läufst du eine halbe Stunde, nach Paraggi zwanzig Minuten, und der Linienbus hält auf dem Weg dorthin. Am Hafen liegen außerdem Wassertaxis, die einzelne Buchten und Nachbarorte anfahren. Zwei Hinweise zum Schluss: Der letzte Bus und das letzte Boot zurück nach Santa Margherita gehen früher, als viele erwarten, gerade außerhalb der Hochsaison – notiere dir die Zeiten gleich am Morgen. Und rechne bei Anreise mit Gepäck damit, dass in den Gassen Treppen statt Straßen liegen.

Ausflüge am Tigullio

Ausflüge ab Portofino an den Golfo del Tigullio

Mit der Küstenbahn im Rücken liegt ein halbes Dutzend sehr unterschiedlicher Orte in weniger als einer Stunde Entfernung.

Der nächste Nachbar ist Santa Margherita Ligure, und der Ort ist mehr als der Parkplatz für Portofino: eine Uferpromenade unter Palmen, ein Fischereihafen, in dem morgens noch angelandet wird, bemalte Fassaden an der Piazza und Badeanstalten entlang der Küste. Wenige Kilometer weiter beginnt Rapallo, größer und bürgerlicher, mit einem Kastell auf einem Felsen im Wasser und einer Seilbahn, die von der Stadt hinauf zum Wallfahrtsort Montallegro fährt – von dort oben siehst du den ganzen Golfo del Tigullio auf einmal, samt der Halbinsel, auf der du gerade unterwegs warst.

Auf der Nordseite der Halbinsel liegt Camogli, der Gegenentwurf zu Portofino: hohe, schmale, kräftig bemalte Häuser über einem Kieselstrand, ein alter Seefahrerort ohne Yachtkulisse und mit deutlich mehr Alltag. Von dort startet die Küstenwanderung über San Rocco und die Batterie zur Punta Chiappa, einer flachen Felszunge im Wasser, an der man baden kann; die Route ist stellenweise ausgesetzt und mit Ketten gesichert, also nichts für schwindelige Tage. Eine Station weiter liegt Recco, bekannt für die Focaccia mit Käsefüllung: Unter dem Namen Focaccia di Recco col formaggio IGP darf sie nur backen, wer im Erzeugungsgebiet aus Recco, Avegno, Sori und Camogli sitzt und im Kontrollsystem eingetragen ist.

Weiter östlich beginnt die bekannteste Küste Italiens. Die Cinque Terre erreichst du ab Santa Margherita mit der Bahn, je nach Verbindung mit einem Umstieg, und du bist in gut einer Stunde in Monterosso al Mare. Plane das als eigenen Tag ein und nicht als Anhängsel, und fahre früh los – die Dörfer sind winzig und der Andrang ist erheblich. Auf dem Weg dorthin lohnt Sestri Levante mit der Baia del Silenzio, einer nach Süden geöffneten Sandbucht, an der die Häuser fast im Sand zu stehen scheinen. Portovenere am südlichen Ende der Küste ist eine Tagesreise für sich.

In die andere Richtung liegt Genua, nach einer guten halben Stunde Bahnfahrt eine völlig andere Welt. Die Altstadt gehört zu den größten zusammenhängenden Altstadtvierteln Europas, ein Labyrinth aus Gassen, die hier Carruggi heißen und in denen es auch mittags dämmert; die Palastzeile der Via Garibaldi mit den Rolli-Palästen steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Dazu das Aquarium am alten Hafen, das größte Italiens, und Boccadasse, das alte Fischerviertel am östlichen Stadtrand mit bemalten Häusern um einen Kieselstrand. Für Regentage ist Genua der beste Ersatzplan der ganzen Küste.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Portofino – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Portofino im Jahreslauf

Die Bucht liegt geschützt hinter dem Felssporn, während die Halbinsel selbst ins offene Meer ragt – das hält die Winter mild und macht den Hochsommer schwül. Die besten Wochen liegen davor und danach.

Portofino hat mediterranes Küstenklima mit milden Wintern um zehn bis zwölf Grad am Tag und Sommern, die selten deutlich über 30 Grad steigen, dafür aber schwül sind und in den windgeschützten Gassen kaum abkühlen. Der meiste Regen fällt im Herbst, häufig als kurzes, kräftiges Gewitter statt als Landregen. Wichtiger als das Thermometer ist der Kalender der Ausflugsboote: Zwischen Ostern und Ende Oktober ist der Ort tagsüber voll, im Winter schließt ein großer Teil der Hotels und Restaurants und der Bootsverkehr ruht weitgehend. Die Werte unten sind Richtwerte für die Küste am Golfo del Tigullio.

Das Wetterjahr

Die beste Reisezeit für Portofino sind Mai, Juni und September. Im Mai steht der Naturpark in vollem Grün, es ist warm genug für lange Touren und noch zu kühl für den großen Andrang. Im Juni erreicht das Meer badetaugliche Temperaturen, ohne dass der Ort schon überläuft. Der September ist der beste Kompromiss überhaupt, weil das Meer noch warm genug zum Baden ist und die Tagesboote spürbar leerer werden. Juli und August funktionieren, wenn du früh aufstehst und die Mittagsstunden am Wasser oder im Wald verbringst. Von November bis Februar ist Portofino ein sehr stiller Ort mit vielen geschlossenen Türen – gut für Spaziergänger, ungeeignet für alles andere.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Portofino

Wie kommt man von Santa Margherita Ligure nach Portofino?
Es gibt drei Wege. Der Linienbus fährt die Küstenstraße über Paraggi und braucht etwa eine Viertelstunde, Tickets kaufst du vorher am Kiosk. Das Boot legt an der Uferpromenade ab und ist die schönere Variante, allerdings streng saisonal. Und zu Fuß läufst du den Küstenweg in gut einer Stunde, teilweise direkt neben der Fahrbahn.
Lohnt es sich, in Portofino selbst zu übernachten?
Wenn du die leeren Stunden willst, ja. Zwischen dem Ablegen des letzten Ausflugsboots am Abend und der Ankunft der ersten Boote am Vormittag gehört der Ort denen, die dort schlafen. Der Preis dafür ist hoch und die Zahl der Zimmer klein. Wer nur den Ort sehen will, wohnt günstiger in Santa Margherita Ligure und kommt zweimal herüber.
Was gibt es im Castello Brown zu sehen?
Die Anlage geht auf eine genuesische Befestigung über der Hafeneinfahrt zurück und wurde im 19. Jahrhundert vom britischen Konsul Montague Yeats Brown zur Residenz mit Terrassengärten umgebaut. Wichtiger als die Innenräume ist die Terrasse unter den Zypressen mit dem Blick fast senkrecht auf Bucht und Häuserzeile. Der Eintritt ist kostenpflichtig.
Wie lange dauert die Wanderung von Portofino nach San Fruttuoso?
Für eine Richtung solltest du gut zwei Stunden einplanen, über den Wegeknoten Pietre Strette und mit einigen hundert Höhenmetern im Auf und Ab. Der Weg besteht überwiegend aus unebenen Natursteinstufen, die nach Regen rutschig werden, Wasser und Einkehr gibt es unterwegs nicht. Die gängige Variante ist hinwandern und mit dem Boot zurückfahren.
Wo kann man rund um Portofino gut baden?
Der einzige echte Sandstrand ist Paraggi, gut einen Kilometer vor dem Ort, mit Strandbädern und einem frei zugänglichen Abschnitt. Im Dorf selbst gibt es nur Felszugänge, an denen Badeschuhe sinnvoll sind. Die dritte Option ist die Kiesbucht vor der Abtei San Fruttuoso, die du nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichst und in der das Wasser besonders klar ist.
Wo stellt man das Auto ab, wenn man trotzdem hinfährt?
In Portofino gibt es im Wesentlichen einen kostenpflichtigen Parkplatz am Ortseingang, und die Zufahrt über die enge Küstenstraße ist zeitweise beschränkt. Deutlich entspannter ist es, den Wagen in Santa Margherita Ligure oder Rapallo abzustellen und mit Bus oder Boot zu kommen. Für die ganze Küste zwischen Genua und den Cinque Terre reicht ohnehin die Bahn.
Wann ist es in Portofino am ruhigsten?
Vor zehn Uhr morgens und nach dem Ablegen der letzten Ausflugsboote am frühen Abend – dazwischen liegt die volle Zeit. Über das Jahr gerechnet sind Mai, Juni und September die besten Wochen, weil dann Wetter und Wassertemperatur stimmen, ohne dass der Andrang von Juli und August herrscht. Wochentage sind spürbar leerer als Wochenenden.
Ist Portofino mit Kindern machbar?
Mit Einschränkungen. Im Ort führen Treppen statt Straßen, ein Kinderwagen ist dort eher Ballast, und der Aufstieg zur Burg und zum Leuchtturm verlangt Ausdauer. Dafür gefallen Kindern die Bootsfahrt nach San Fruttuoso, der Sandstrand in Paraggi und das Schnorcheln über dem felsigen Grund. Eine Trage ist praktischer als jedes Rad.
Lohnt sich Portofino als Tagesausflug ab Genua?
Ja, und zwar gut. Mit der Küstenbahn bist du in etwa einer halben Stunde in Santa Margherita Ligure und von dort mit Bus oder Boot in einer Viertelstunde weiter. Ein Tag reicht für Piazzetta, Castello Brown und den Leuchtturmweg. Wer zusätzlich nach San Fruttuoso will, sollte den ersten Zug nehmen oder gleich eine Nacht an der Küste bleiben.
Was isst man in Portofino und Ligurien typischerweise?
Pesto genovese zu Trofie oder Trenette, oft mit Kartoffeln und grünen Bohnen im selben Topf, dazu Pansoti mit Walnusssauce, eingelegte Sardellen und Farinata aus Kichererbsenmehl. Focaccia gehört zum Alltag, im nahen Recco in der Variante mit dünner Käsefüllung. Getrunken wird weiß und trocken, meist Vermentino oder Pigato.
Welche Schuhe braucht man in Portofino?
Für den Ort selbst reichen bequeme Schuhe mit etwas Profil, weil fast alles über Treppen und gepflasterte Steigungen führt. Sobald du in den Naturpark willst, also nach San Fruttuoso, zum Semaforo Nuovo oder zur Punta Chiappa, brauchst du feste Wanderschuhe: Die Wege bestehen aus unebenen Natursteinstufen und werden bei Nässe glatt.
Hat Portofino im Winter geöffnet?
Nur eingeschränkt. Zwischen November und Februar schließt ein großer Teil der Hotels und Restaurants, der Bootsverkehr ruht weitgehend, und auch das Angebot in Paraggi ist eingestellt. Bus und Bahn fahren weiter, die Wanderwege im Naturpark sind offen und oft menschenleer. Als Ziel für ruhige Spaziergänge funktioniert der Winter, für alles andere nicht.
Worin unterscheidet sich Portofino von den Cinque Terre?
Die Cinque Terre sind fünf Dörfer an einer langen Steilküste, die man über Wanderwege und Bahn miteinander verbindet. Portofino ist ein einziger, sehr kleiner Ort an einer Bucht, dahinter ein Naturpark und deutlich mehr Yacht- als Terrassenkultur. Wer wandern und Dörfer sammeln will, fährt östlich weiter; wer eine Bucht und einen Berg will, bleibt hier.
Portofino

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