Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Portofino
Alles Sehenswerte liegt innerhalb von zwanzig Gehminuten um das Hafenbecken – der Rest des Tages gehört dem Wald und dem Wasser.
Der zentrale Platz heißt offiziell Piazza Martiri dell'Olivetta, aber niemand nennt ihn so. Die Piazzetta ist zum Hafenbecken hin offen, an den drei anderen Seiten stehen die schmalen, hohen Häuser der alten Seefahrerfamilien, und was aus der Ferne wie aufwendige Steinmetzarbeit wirkt, entpuppt sich beim Näherkommen als Malerei – Fensterrahmen, Gesimse, Konsolen, alles aufgetragen. Diese Fassadenmalerei war an der ganzen Riviera üblich, weil Stein teuer war und Farbe billig. Unter den Arkaden stehen die Tische der Cafés, und ein Espresso im Sitzen kostet hier ein Vielfaches dessen, was zwanzig Kilometer weiter verlangt wird. Der Platz gehört morgens den Lieferanten und Bootsleuten, mittags den Tagesgästen und ab dem frühen Abend wieder dem Ort.
Hinter der Häuserzeile am Hafen beginnt ein Gassengewirr, das die meisten Besucher nie betreten. Über schmale Treppen und Salite kommst du in wenigen Metern in einen Ort, in dem Wäsche hängt und Katzen auf den Stufen liegen. Die Chiesa del Divo Martino, die Pfarrkirche, geht auf romanische Ursprünge zurück und trägt die schwarz-weißen Steinlagen, an denen ligurische Sakralbauten zu erkennen sind; ihr Vorplatz liegt ein Stück über den Dächern und ist einer der wenigen Punkte im Zentrum, an denen auch im August niemand steht. Wer den Treppengassen weiter nach oben folgt, steht nach wenigen Minuten am oberen Ortsrand, wo die letzten Häuser aufhören und die Wege in die Oliventerrassen führen – Portofino hat zwei Ebenen, und die obere ist die ruhigere.
Der Aufstieg zum Castello Brown dauert vom Hafen aus etwa eine Viertelstunde über Stufen und einen ansteigenden Weg. Die Anlage geht auf eine genuesische Befestigung zurück, die einst die Hafeneinfahrt sicherte; ihren heutigen Namen und ihr Gesicht bekam sie im 19. Jahrhundert, als der britische Konsul in Genua, Montague Yeats Brown, sie erwarb und zur Wohnresidenz mit Terrassengärten umbauen ließ. Der Eintritt ist kostenpflichtig, und er lohnt weniger wegen der Innenräume als wegen der Terrasse unter den Zypressen, von der du fast senkrecht auf Bucht und Häuserzeile blickst. Auf halbem Weg dorthin steht die Chiesa di San Giorgio auf dem Sattel des Felssporns, dem Schutzpatron des Ortes geweiht, dessen Namenstag am 23. April im Dorf begangen wird.
Weiter draußen wird es still. Vom Sattel läuft ein gepflasterter Weg fast ohne Steigung nach Südosten durch Gärten, Pinien und Agaven hinaus zur Punta del Capo, wo der Faro di Portofino auf dem Fels steht und der Blick über den Golfo del Tigullio bis zu den Bergen hinter Sestri Levante reicht. Vom Hafen bis dorthin rechnest du mit einer knappen halben Stunde in gemächlichem Tempo. Die eigentliche Hauptattraktion der Halbinsel liegt allerdings auf der abgewandten Seite: Die Abbazia di San Fruttuoso steht in einer Bucht ohne Straßenanschluss und ist nur zu Fuß über den Naturpark oder mit dem Boot erreichbar. Dafür brauchst du einen halben bis ganzen Tag und einen eigenen Plan – dazu weiter unten mehr.







































