Stadt · Italien

Genua

Hinter der Kaimauer beginnt ein Gassenlabyrinth, in dem Marmorportale aus der Zeit der Seerepublik neben Wäscheleinen, Stockfisch-Tresen und dampfenden Focaccia-Öfen stehen.

6 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Genua-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Juni & September–Oktober; Hochsommer schwül, Spätherbst regenreich
Anreise
Flughafen Genua (GOA) „Cristoforo Colombo“ ca. 7 km westlich; Volabus oder Taxi ins Zentrum in 20–30 Min.
Lage
Nordwest-Italien, am Golf von Genua; Hauptstadt Liguriens zwischen Apennin und Meer
Mit dem Zug
Bahnhöfe Piazza Principe & Brignole; Mailand in ca. 1,5–2 Std., Richtung Cinque Terre nach Monterosso ca. 1,5 Std.
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Altstadt zu Fuß; eine Metrolinie, Busse, dazu historische Aufzüge und die Standseilbahn Zecca–Righi
Über Genua

Reisen nach Genua

La Superba, die Stolze: Genua war Seerepublik auf Augenhöhe mit Venedig und ist heute die Hauptstadt Liguriens – die italienische Großstadt, die sich am wenigsten um Besucher bemüht, und genau das macht sie interessant. Zwischen den Bahnhöfen Piazza Principe und Brignole liegt eine der größten mittelalterlich geprägten Altstädte Europas, ein Netz aus caruggi, in dem sich Barockkirchen, Sciamadde und Palastportale auf wenigen hundert Metern drängen. An der Via Garibaldi, der früheren Strada Nuova, reihen sich die Palazzi der genuesischen Bankiersfamilien aneinander; seit 2006 stehen die Strade Nuove und 42 dieser Rolli-Paläste auf der UNESCO-Welterbeliste, und drei davon – Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Doria-Tursi – sind als Musei di Strada Nuova zugänglich, mit van-Dyck-Porträts und Paganinis Geige il Cannone. Am Wasser hat Renzo Piano den alten Hafen ab 1992 zum Porto Antico umgebaut, mit dem größten Aquarium Italiens, dem Panoramalift Bigo und der gläsernen Biosfera; nebenan erzählt das Galata Museo del Mare mit begehbarer Galeere und dem U-Boot Nazario Sauro die Seefahrtsgeschichte der Stadt. Über der Altstadt liegen die Hügel: Von der Spianata Castelletto, erreichbar mit einem Jugendstil-Aufzug ab der Piazza Portello, überblickst du Dächer, Hafenkräne und die Lanterna, den Leuchtturm von 1543. Nach Osten zieht sich Genua als schmales Band an der Küste entlang, über den Corso Italia zum ehemaligen Fischerdorf Boccadasse und weiter nach Nervi, wo die Passeggiata Anita Garibaldi zwei Kilometer über der Steilküste verläuft. Dazwischen: Focaccia zum Frühstück, Pesto aus dem Marmormörser und Regionalzüge, die in gut einer halben Stunde nach Camogli und Santa Margherita Ligure fahren, dem Umsteigepunkt für Portofino, und in rund anderthalb Stunden in die Cinque Terre.

Genua – Karte
Reiseführer

Genua von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz vor acht riecht die Gasse nach heißem Olivenöl, weil in der Bäckerei die erste Focaccia aus dem Blech kommt, und der Mann am Tresen tunkt sein Stück ungerührt in den Cappuccino. Zwei Ecken weiter öffnet sich ein Portal aus schwarzem Marmor, dahinter ein Innenhof mit Freskenresten und einer Treppe, die für Staatsgäste gebaut wurde. Genua serviert beides ohne Ankündigung nebeneinander – Alltagsitalien und Welterbe, getrennt durch einen Türrahmen. Wer die Stadt nur vom Fährhafen kennt, hat sie noch nicht gesehen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Genua

Fast alles, was du in Genua sehen willst, liegt in einem Dreieck aus Altstadt, Hafenfront und Hügelkante – zu Fuß in einem langen Tag zu schaffen, wenn du dich nicht verläufst.

Die kürzeste Einführung in die Stadt ist der Weg von der Piazza De Ferrari zur Kathedrale. Am Rand des großen Platzes mit dem Bronzebrunnen steht der Palazzo Ducale, jahrhundertelang Sitz der Dogen der Seerepublik und heute ein Ausstellungshaus mit wechselnden großen Schauen, zwei Innenhöfen und der Torre Grimaldina, in deren Zellen einst Gefangene saßen. Ein paar Gassenbiegungen weiter öffnet sich die Piazza San Lorenzo vor der Cattedrale di San Lorenzo, deren Fassade aus schwarz-weißem Streifenmarmor von zwei steinernen Löwen bewacht wird. Im rechten Seitenschiff steckt bis heute eine britische Schiffsgranate, die im Februar 1941 durch das Dach schlug und nicht detonierte. Unter der Kirche zeigt das von Franco Albini eingerichtete Museo del Tesoro den Sacro Catino, eine grüne Glasschale, die man jahrhundertelang für den Heiligen Gral hielt.

Die zweite Achse ist die Via Garibaldi, wenige Minuten nördlich. Die Straße wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts als Strada Nuova angelegt, damit die reichsten Familien der Republik ihre Paläste nebeneinander bauen konnten, und ist bis heute ein Straßenzug fast ohne Lücke im Rang. Drei der Häuser gehören der Stadt und sind als Musei di Strada Nuova mit einem Ticket zugänglich: Palazzo Rosso und Palazzo Bianco mit Gemälden von van Dyck, Rubens und Caravaggio-Nachfolgern, dazu Palazzo Doria-Tursi, das heutige Rathaus, in dem Paganinis Geige il Cannone von 1743 in einer Vitrine liegt. Eine Straße weiter westlich, an der Via Balbi, ergänzt der Palazzo Reale das Bild als vollständig erhaltenes Palastmuseum mit Spiegelgalerie und einem Hängegarten über der Hafenfront.

Am Wasser übernimmt der Porto Antico. Renzo Piano, in Genua geboren, hat den alten Hafen ab 1992 vom Speicherareal zum Stadtquartier umgebaut; seither liegen hier das Acquario di Genova, das größte Aquarium Italiens, der Panoramalift Bigo mit seiner drehenden Kanzel und die gläserne Biosfera dicht beieinander. Gleich nebenan an der Darsena erzählt das Galata Museo del Mare die Seefahrtsgeschichte der Republik über mehrere Etagen, mit einer begehbaren Galeere im Erdgeschoss und dem U-Boot Nazario Sauro im Wasser davor. Wer die Hafenlinie weiter nach Westen läuft, erreicht die Lanterna, den 1543 errichteten Leuchtturm der Stadt, der bis heute in Betrieb ist und eine Aussichtsterrasse samt kleinem Museum hat.

Bleibt die dritte Ebene, die man von unten leicht übersieht: die Hügel. Von der Piazza Portello bringt dich ein Jugendstil-Aufzug in weniger als einer Minute hinauf zur Spianata Castelletto, einer Terrasse, von der aus Altstadtdächer, Hafenbecken und Lanterna in einem einzigen Blick liegen. Südlich davon erhebt sich auf einem eigenen Hügel die Basilica di Santa Maria Assunta in Carignano nach Plänen von Galeazzo Alessi, eine Renaissance-Kuppelkirche mit weiten Ausblicken und ohne Eintrittsgeld. Und ganz im Osten der Stadt, in Nervi, führt die Passeggiata Anita Garibaldi rund zwei Kilometer an der Steilküste entlang – ebenerdig, frei zugänglich und zu jeder Jahreszeit offen.

Sehenswürdigkeiten in Genua

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Welterbe & Paläste

Die Palazzi dei Rolli und die Strade Nuove

Genuas Welterbe ist kein einzelnes Bauwerk, sondern ein Verzeichnis – und die Straßen, die dafür gebaut wurden.

Palazzi dei Rolli
Palazzi dei Rolli

Die Republik Genua hatte im 16. Jahrhundert ein Problem, das nach Geld roch: Sie besaß keinen Fürstenhof und damit keine Residenz, in der man Staatsgäste unterbringen konnte. Die Lösung war typisch genuesisch. Man führte Listen, die rolli, in denen die privaten Paläste der führenden Familien nach Größe und Ausstattung in Kategorien eingeteilt waren; kam ein Kardinal, ein Gesandter oder ein Vizekönig, wurde per Los bestimmt, welcher Hausherr ihn zu beherbergen hatte. Aus dieser Pflicht wurde ein Wettbewerb: Wer den prächtigeren Palast baute, hatte Aussicht auf die ranghöheren Gäste – und damit auf Einfluss. Seit 2006 stehen die Strade Nuove und 42 dieser Paläste als Ensemble auf der UNESCO-Welterbeliste.

Das Kernstück ist die Via Garibaldi, kaum 250 Meter lang und auf beiden Seiten lückenlos von Palastfassaden gesäumt. Drei Häuser sind dauerhaft als Museum geöffnet und mit einem gemeinsamen Ticket zu besichtigen. Im Palazzo Rosso hängen die genuesischen Adelsporträts von Anthonis van Dyck, der in den 1620er-Jahren jahrelang in der Stadt arbeitete, und über den Sälen liegt eine Dachterrasse mit Blick über die Altstadt. Der Palazzo Bianco gegenüber sammelt neben ligurischer Malerei auch flämische und spanische Meister. Der Palazzo Doria-Tursi dient als Rathaus und zeigt in einem eigenen Raum Paganinis Violine il Cannone, ein Instrument von Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1743, das der Geiger seiner Heimatstadt vererbte.

Die zweite Welterbe-Achse ist die Via Balbi zwischen Piazza Nunziata und dem Bahnhof Principe. Hier steht der Palazzo Reale, ursprünglich für die Familie Balbi gebaut, später Residenz der Savoyer und heute eines der wenigen italienischen Palastmuseen, in denen Möbel, Stuck und Gemälde noch im ursprünglichen Zusammenhang stehen. Höhepunkte sind die Galleria degli Specchi, ein Spiegelsaal im Stil von Versailles, und der Hängegarten, von dem aus du über die Hafenfront blickst. Etwas versteckter, aber genauso lohnend ist der Palazzo Spinola an der Piazza di Pellicceria mitten in der Altstadt, in dem die Galleria Nazionale della Liguria untergebracht ist – ein Wohnpalast mit erhaltenen Beletagen und deutlich weniger Andrang.

Der Rest der 42 Paläste ist Privatbesitz, Bank, Anwaltskanzlei oder Universitätsinstitut, und genau deshalb gibt es die Rolli Days. Mehrmals im Jahr öffnen für ein Wochenende Häuser, die sonst verschlossen bleiben, mit Führungen durch Höfe, Treppenhäuser und Freskensäle; die Termine werden vorab veröffentlicht, die Plätze sind begrenzt und in der Regel vorab zu buchen. Wenn deine Reise nicht auf ein solches Wochenende fällt, hilft ein einfacher Trick: Viele Portale an der Via Garibaldi, der Via Balbi und der Via Lomellini stehen tagsüber offen, weil dahinter Büros liegen. Ein Blick in den Hof mit Loggia und Freitreppe kostet nichts – und zeigt genau das Bauprinzip, für das die Stadt ausgezeichnet wurde.

Altstadt

Durch die Caruggi der Altstadt von Genua

In den engsten Gassen kommt die Sonne nur zur Mittagszeit bis auf den Boden, und das Handy verliert regelmäßig die Orientierung.

Cattedrale di San Lorenzo
Cattedrale di San Lorenzo

Genuas Centro Storico gehört zu den größten mittelalterlich geprägten Altstädten Europas, und der Grundriss stammt aus einer Zeit, in der Platz zwischen Bergkante und Wasser knapp und Verteidigung wichtiger war als Bequemlichkeit. Die caruggi, wie die Gassen hier heißen, sind oft keine zwei Meter breit und von sechs- bis achtstöckigen Häusern gesäumt, sodass du dich durch schattige Schluchten bewegst und an Kreuzungen plötzlich in ein Lichtfeld trittst. Verlass dich nicht blind auf die Navigation – zwischen den hohen Fassaden ist das Signal unzuverlässig. Praktikabler sind die drei Hauptachsen: die Via San Lorenzo vom Hafen zur Kathedrale, die Via San Luca als alte Kaufmannsstraße nach Norden und die Via Garibaldi als Palastzeile am oberen Rand.

Auf dem Weg liegen die Stationen, die den Aufstieg der Stadt erzählen. Die Porta Soprana von 1155 war das östliche Stadttor der Barbarossa-Mauer; direkt daneben steht das Haus, das als Elternhaus von Christoph Kolumbus gilt und in seiner heutigen Form ein Wiederaufbau des 18. Jahrhunderts ist. Die Piazza San Matteo ist der private Platz der Doria, mit einer schwarz-weiß gestreiften Familienkirche und Inschriften, die die Verdienste des Clans in Stein festhalten. An der Piazza Banchi standen die Wechseltische der Bankiers und die Loggia dei Mercanti, Genuas Warenbörse, und der Palazzo San Giorgio aus dem 13. Jahrhundert war Sitz einer der ältesten Banken Europas. Alles zusammen liegt in einem Umkreis von zehn Gehminuten.

Was die Altstadt von einem Freilichtmuseum unterscheidet, sind die Läden. In den Erdgeschossen sitzen botteghe storiche, teils seit über hundert Jahren in Familienhand – Konditoreien mit kandierten Früchten, Drogerien mit Holzregalen, Papierhandlungen, Trippa-Küchen. In der Via del Campo, die Fabrizio De André besungen hat, erinnert ein kleiner Museumsladen unter der Hausnummer 29 rosso an die genuesische Liedermacherschule. Etwas außerhalb der Gassen, an der Via XX Settembre, liegt der Mercato Orientale, seit 1899 in einem ehemaligen Klosterhof untergebracht und bis heute die Markthalle, in der die Stadt ihr Gemüse, ihren Fisch und ihre Kräuter kauft; im Obergeschoss ist daraus zusätzlich ein Streetfood-Bereich geworden.

Zur Praxis zwei Hinweise, die den Aufenthalt entspannter machen. Erstens hat die Altstadt einen Ruf, der ihr nur noch teilweise gerecht wird: Tagsüber sind die caruggi belebt und unproblematisch, abends bleibst du am besten auf den Achsen rund um Via San Lorenzo, Piazza delle Erbe, Piazza San Donato und Via Garibaldi, wo Bars und Restaurants für Betrieb sorgen. In den Gassen um die Via di Prè und rund um den Fährhafen gilt nachts dieselbe Aufmerksamkeit wie in jeder Hafenstadt. Zweitens ist das Pflaster aus glattem Schiefer bei Regen rutschig, und die Stadt kennt viele Treppen – Schuhe mit Profil sind hier keine Übervorsicht, sondern Grundausstattung.

Hafen & Meer

Porto Antico, Acquario di Genova und die Ausfahrten aufs Meer

Der alte Hafen war bis in die Achtzigerjahre Sperrgebiet – heute ist er die Stelle, an der die Stadt wieder ans Wasser stößt.

Zum 500. Jahrestag der Kolumbus-Fahrt bekam Genua 1992 seine Weltausstellung, und Renzo Piano bekam den Auftrag, das abgeriegelte Hafenareal vor der Altstadt zu öffnen. Herausgekommen ist ein Quartier, das man in einer Stunde abläuft und in dem man einen ganzen Tag verbringen kann: Piers mit Segelbooten, die Piazza delle Feste mit ihrer beweglichen Überdachung, umgenutzte Speichergebäude wie die Magazzini del Cotone mit Kinos und Ausstellungsflächen. Über allem hängt der Bigo, ein Panoramalift, dessen Kanzel an einem Ladebaum-Ausleger kreist und dabei einen Rundblick über Hafen, Altstadt und Hügel freigibt. Daneben steht die Biosfera, eine gläserne Kugel im Wasser, in der ein tropisches Kleinbiotop wächst.

Das Acquario di Genova ist der meistbesuchte Ort der Stadt und das größte Aquarium Italiens. In dem lang gestreckten Bau am Ponte Spinola reihen sich Becken vom Mittelmeer über tropische Riffe bis zu Antarktis- und Amazonaslebensräumen; Delfine, Haie, Rochen, Pinguine und Seekühe gehören zum Bestand, dazu ein Freibereich mit Blick auf den Hafen. Rechne für den Rundgang mit zwei bis drei Stunden, mit Kindern eher mehr. Kauf die Tickets online mit Zeitfenster – an Regentagen, an Wochenenden und wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, staut es sich am Eingang spürbar. Kombitickets mit Bigo, Biosfera und dem Galata Museo del Mare gibt es ebenfalls, sie lohnen sich ab dem zweiten Ziel.

Wer sich mehr für Schiffe als für Fische interessiert, geht an die Darsena ins Galata Museo del Mare, eines der größten Seefahrtsmuseen des Mittelmeers. Der Rundgang beginnt bei den Galeeren der Republik – ein Nachbau in Originalgröße steht begehbar im Erdgeschoss –, führt über die Segelschiffzeit bis zur italienischen Massenauswanderung nach Amerika, die hier in Kabinen, Papieren und Gepäckstücken erzählt wird. Draußen im Becken liegt das U-Boot Nazario Sauro, das du komplett durchschreiten kannst, gebückt und durch enge Schotts. Von der Dachterrasse siehst du über das gesamte Hafenbecken. Für Familien ist das die bessere Wahl als ein zweites Museum in der Altstadt.

Vom Porto Antico legen außerdem die Ausflugsboote ab. Die klassische Fahrt führt an der Küste nach Osten, vorbei am Fischerort Camogli, in die Bucht von San Fruttuoso, deren Abtei nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist, und weiter nach Portofino. Das ergibt einen Tagesausflug, für den du kein Auto brauchst und der die Küste von der Wasserseite zeigt. Eine ganz andere Ausfahrt ist das Whale Watching ins Pelagos-Schutzgebiet zwischen Ligurien, Korsika und Südfrankreich, meist als Halbtagestour mit Meeresbiologen an Bord und mit realistischer Chance auf Finnwale, Streifendelfine und Grindwale. Beides ist wetterabhängig und saisonal – buche vorab und plane einen Ersatztag ein, wenn der Wind auffrischt.

Aktivitäten & Touren in Genua

Essen & Trinken

Restaurants in Genua und was die ligurische Küche ausmacht

Die genuesische Küche ist arm an Fleisch und reich an Kräutern, weil sie aus einer Stadt kommt, die Land nur in Streifen hatte und Handelsware nicht selbst aß.

Fang mit der Focaccia an, denn sie ist hier kein Beilagenbrot, sondern eine Tageszeit. Die genuesische Variante ist etwa fingerdick, salzig, an der Oberfläche mit Grübchen und Olivenöl versehen, und sie wird den ganzen Vormittag über frisch aus dem Blech geschnitten und in Papier gewickelt. Dass viele Genuesen sie morgens in den Cappuccino tunken, ist keine Touristenlegende, sondern lässt sich an jedem Tresen beobachten. Verwechsle sie nicht mit der Focaccia di Recco, die aus dem Nachbarort an der Küste stammt, aus zwei hauchdünnen Teigblättern mit weichem Käse dazwischen besteht und als eigenes Produkt geschützt ist. Beide bekommst du in Genua an jeder zweiten Ecke, und beide isst man im Stehen.

Die zweite Institution ist die Sciamadda, wörtlich die Geflammte – ein Laden mit Holzofen, in dem Farinata und Gemüsekuchen gebacken werden. Farinata ist ein dünner Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser, Öl und Salz, außen knusprig, innen cremig, und sie schmeckt nur direkt nach dem Ofen richtig. Dazu kommen torta pasqualina mit Mangold und ganzen Eiern, torta di riso, panissa und frittierter Stockfisch. Sa Pesta an der Via dei Giustiniani führt diese Tradition seit Generationen weiter und ist der einfachste Einstieg. Wer die Küche systematisch kennenlernen will, bucht eine Streetfood-Tour durch die caruggi oder einen Pesto-Kochkurs, in dem das Basilikum tatsächlich noch im Marmormörser zerrieben wird statt im Mixer.

Beim Pesto genovese lohnt es, genau hinzuschauen. Klassisch besteht es aus ligurischem Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Parmigiano und Pecorino, Salz und Olivenöl – ohne Kochen, ohne Sahne. Serviert wird es zu trofie, den kurzen gedrehten Nudeln aus dem Levante-Hinterland, zu trenette mit Kartoffeln und Bohnen oder zu mandilli de sæa, hauchdünnen Teigtüchern. Daneben stehen pansoti mit Walnusssauce und cima alla genovese, eine gefüllte Kalbsbrust, die kalt in Scheiben kommt. Für die bodenständige Variante gehst du in die Trattoria da Maria im Vico Testadoro mit handgeschriebener Tageskarte und geteilten Tischen; die Trattoria Rosmarino an der Salita del Fondaco interpretiert dieselben Klassiker präziser, und das Zeffirino an der Via XX Settembre kocht seit 1939 die repräsentative Version.

Fisch isst man in Genua eher unaufgeregt als teuer. Die Antica Osteria di Vico Palla hinter der Porta Siberia steht für die alte Hafenküche mit stoccafisso accomodato, dem geschmorten Stockfisch mit Kartoffeln und Oliven. Il Marin im Obergeschoss des Eataly-Gebäudes am Porto Antico ist die ambitionierte Adresse für moderne ligurische Fischküche mit Blick übers Hafenbecken, I Tre Merli an der Calata Cattaneo die entspanntere Variante im Backsteingewölbe mit Terrasse an der Marina. Draußen in Boccadasse sitzt das Capo Santa Chiara auf dem Felskap über der Bucht. Zum Trinken bestellst du Weiße von den Küstenhängen – Vermentino und Pigato – oder einen Rossese di Dolceacqua aus dem Westen der Region. Reservieren solltest du in den kleinen Trattorien immer, gerade abends und am Wochenende.

Restaurants in Genua

Alle 8 Restaurants
Übernachten

Hotels in Genua und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Entscheidung fällt in Genua weniger zwischen Kategorien als zwischen Höhenlagen und Gassenbreiten.

Die genuesischste Art zu übernachten ist ein Zimmer in einem Rolli-Palast. Das Hotel Palazzo Grillo an der Piazza delle Vigne sitzt in einem solchen Haus mitten in der Altstadt, mit freigelegten Fresken, einer Lounge im Piano nobile und einer Dachterrasse über den Gassen. Noch eine Stufe höher liegt das Hotel Palazzo Durazzo Suites, ein Haus mit wenigen Suiten im UNESCO-gelisteten Palazzo Durazzo-Pallavicini, wenige Minuten von Palazzo Reale und Aquarium entfernt. Deutlich schlichter, aber sehr zentral ist das Hotel Cairoli an der Via Cairoli, der westlichen Verlängerung der Via Garibaldi Richtung Largo della Zecca, ein Drei-Sterne-Haus mit künstlergewidmeten Zimmern und eigener Dachterrasse. Alle drei bedeuten kurze Wege – und schmale Gassen, in die kein Auto passt.

Wer mit Gepäck und Zug anreist, wohnt bequemer an den Bahnhöfen. Das Grand Hotel Savoia liegt direkt neben Genova Piazza Principe und ist ein Traditionshaus mit Panoramaterrasse über Hafen und Altstadt; von dort läufst du in einer Viertelstunde die Via Balbi hinunter ins Zentrum. Am östlichen Bahnhof Brignole steht mit dem Starhotels President an der Corte Lambruschini die pragmatische Businessvariante mit guter Anbindung. Zwischen beiden, an der Via XX Settembre, wartet das Hotel Bristol Palace von 1905 mit seiner elliptischen Prunktreppe, die vermutlich mehr fotografiert wird als manches Museum – Piazza De Ferrari und Palazzo Ducale sind von dort aus fünf Gehminuten entfernt.

Am Wasser und am Rand hat Genua zwei Sonderfälle. Das NH Collection Genova Marina steht auf einem Pier des Porto Antico, mit Aquarium und Galata Museo del Mare als direkte Nachbarn und Booten vor dem Fenster – die Lage für alle, die den Hafen zum Programm machen. Ganz anders die Villa Pagoda in Nervi, ein Villenhotel mit Palmengarten direkt an der Passeggiata Anita Garibaldi, gut eine Viertelstunde mit dem Regionalzug vom Zentrum entfernt: ruhiger, grüner, mit Meer statt Gassen vor der Tür. Dazwischen liegt das Meliá Genova in einem Palazzo im Wohnviertel Carignano, mit Spa und kurzen Wegen ins Zentrum, aber ohne den nächtlichen Lärmpegel der Altstadt.

Drei praktische Punkte. Erstens: Hotels in der Altstadt haben so gut wie nie eigene Parkplätze, und weite Teile des Centro Storico sind Fußgängerzone oder ZTL. Frag beim Buchen nach dem Partner-Parkhaus und rechne mit einer Tagesgebühr. Zweitens ist Genua eine laute Stadt – in den caruggi hallt jedes Gespräch zwischen den Fassaden, an der Via XX Settembre rauscht der Verkehr. Frag nach einem Zimmer zum Hof oder in die oberen Etagen, wenn du empfindlich schläfst. Drittens schwankt die Auslastung stärker als in reinen Touristenstädten: Rund um die Bootsmesse im September, an Kreuzfahrt-Wochenenden und zu den Rolli Days sind die zentralen Häuser früh belegt, während du unter der Woche im Winter dieselben Zimmer deutlich günstiger bekommst.

Hotels in Genua

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Stadtviertel

Genuas Stadtviertel von Boccadasse bis Nervi

Genua ist über dreißig Kilometer lang und selten mehr als zwei Kilometer breit – die Stadt sortiert sich deshalb entlang der Küste, nicht um einen Mittelpunkt.

Boccadasse
Boccadasse

Im Zentrum liegen die beiden Viertel, die du ohnehin ablaufen wirst. Das Centro Storico zwischen Piazza De Ferrari, Via Garibaldi und Hafenfront ist die dichte, laute, bewohnte Altstadt mit Kathedrale, Dogenpalast, Markthallen und den meisten Trattorien – hier wohnst du mittendrin, aber selten ruhig. Direkt davor beginnt der Porto Antico, das umgebaute Hafenareal mit Aquarium, Galata Museo del Mare, Bigo und Marina, das abends von Familien und Feierabendläufern übernommen wird. Zwischen beiden liegen keine fünf Gehminuten, getrennt nur durch die Hochstraße Sopraelevata, die seit den Sechzigerjahren am Wasser entlangführt und deren Abriss die Stadt seit Jahrzehnten diskutiert.

Über der Altstadt beginnt Castelletto, das bürgerliche Hügelviertel mit Villen, breiten Alleen und ruhigen Straßen. Erreichbar ist es mit dem Aufzug ab Piazza Portello oder zu Fuß über eine der Salite, der gepflasterten Steigungen. Ziel ist die Spianata Castelletto mit ihrer Aussichtsterrasse; der Weg dorthin führt an Jugendstilfassaden vorbei, die im Rest der Stadt selten geworden sind. Noch weiter oben liegt Righi, wo die Standseilbahn ab Largo della Zecca endet und der Parco Urbano delle Mura mit dem Ring der alten Festungen beginnt – ein Wandergebiet direkt über der Innenstadt, mit Blick auf Meer und Apennin zugleich.

Östlich der Altstadt folgt die Stadt der Küste. Auf einem eigenen Hügel liegt Carignano, ein ruhiges Wohnviertel um die Kuppelkirche von Galeazzo Alessi, das kaum touristisch erschlossen ist und trotzdem zehn Minuten vom Zentrum entfernt liegt. Dahinter beginnt an der Foce der Corso Italia, gut zwei Kilometer Uferpromenade mit Badeanstalten, Laufstrecke und Blick aufs offene Meer, an dessen Ende Boccadasse liegt – die Kieselbucht mit den bunten Häusern, in der noch Holzboote auf dem Strand stehen und schmale Treppengassen zwischen den Fassaden zum Wasser hinunterführen. Für einen Nachmittag ist das die beste Kombination aus Spaziergang, Bad und Aperitivo.

Am östlichen Stadtrand hört Genua auf, Großstadt zu sein. Nervi war ein eigenständiges Seebad, bevor es eingemeindet wurde, und hat seinen Charakter behalten: zusammenhängende Parkanlagen mit alten Bäumen und Rosengarten, mehrere Museen in ehemaligen Villen und die Passeggiata Anita Garibaldi, die rund zwei Kilometer über der Steilküste entlangführt. Regionalzüge ab Brignole brauchen dorthin nur eine Viertelstunde. Im Westen der Stadt liegen dagegen die Arbeits- und Werftviertel Sampierdarena und Cornigliano sowie, weiter draußen, Pegli mit seinen Villenparks; für Besucher ist von dieser Seite vor allem die Lanterna interessant, zu der ein eigener Fußweg von der Via Milano hinaufführt.

Rundgang & Tagesplan

Genua in zwei Tagen zu Fuß erleben

Vom Porto Antico bis zur Via Garibaldi sind es keine 20 Gehminuten, ein Wochenende reicht also für das Wesentliche, wenn du die Wege nicht doppelt läufst.

Starte am ersten Morgen an der Piazza De Ferrari, bevor die Reisegruppen aus dem Kreuzfahrthafen ankommen. Über die Via San Lorenzo läufst du zur Kathedrale, siehst dir die Blindgänger-Granate im Seitenschiff und die Schatzkammer darunter an und verlierst dich anschließend absichtlich im Gassenviertel südlich davon, mit Zwischenstopps an der Piazza San Matteo, der Piazza Banchi und dem Palazzo San Giorgio. Gegen elf bist du am Wasser: Der Porto Antico ist die logische Mittagspause, entweder mit einer Runde im Bigo für die Übersicht oder mit einem frühen Teller im Backsteingewölbe an der Marina. Halte dir den Nachmittag für ein einziges großes Ziel frei.

Dieses Ziel ist entweder das Acquario di Genova, wenn du mit Kindern reist, oder das Galata Museo del Mare, wenn dich die Seefahrtsgeschichte mehr interessiert als die Becken. Beides füllt zwei bis drei Stunden. Danach gehst du zurück durch die Altstadt zur Via Garibaldi und nimmst dir dort mindestens einen der Musei di Strada Nuova vor – der Palazzo Rosso lohnt schon wegen der Dachterrasse über den Dächern. Für den frühen Abend fährst du mit dem Aufzug ab Piazza Portello hinauf zur Spianata Castelletto und siehst die Stadt im letzten Licht von oben. Abendessen dann in einer Trattoria in den caruggi, mit reserviertem Tisch.

Der zweite Tag gehört dem Meer und dem Osten. Vormittags entweder die Bootsfahrt nach Camogli, San Fruttuoso und Portofino ab Porto Antico oder, wenn du an Land bleiben willst, der Palazzo Reale an der Via Balbi mit Spiegelgalerie und Hängegarten. Nach dem Mittagessen fährst du mit Bus oder Zug nach Osten: erst Corso Italia und Boccadasse, wo du die Promenade abläufst und in der Bucht ein Eis nimmst, dann weiter nach Nervi, dessen Parks und Klippenpromenade den Tag ausklingen lassen. Wer lieber im Zentrum bleibt, tauscht Nervi gegen den Aufstieg zur Basilica di Carignano mit ihrem Rundblick über die Dächer.

Bleibt ein dritter Tag, hast du die Wahl zwischen drei Richtungen. Nach Osten liegt die Riviera di Levante mit Camogli, Santa Margherita Ligure und Portofino, alle bequem per Regionalzug und Bus erreichbar. Nach Südosten fahren Züge in gut anderthalb Stunden nach Monterosso al Mare, das größte der fünf Cinque-Terre-Dörfer. Und nach oben führt die Standseilbahn ab Largo della Zecca nach Righi, von wo aus der Mauerring mit den Forts über den Kamm zieht – eine Halbtagestour mit Meerblick, die kaum jemand auf dem Zettel hat. Für alle drei gilt: früh losfahren, spätestens zum Abendessen bist du zurück in der Stadt.

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Anreise & vor Ort

Anreise nach Genua und unterwegs mit Metro, Seilbahn und Aufzügen

Genua liegt an der Stelle, an der der Apennin steil ins Meer abfällt – jenseits des Kamms beginnt die Poebene, und aller Verkehr muss hier durch Tunnel oder über Viadukte.

Der Flughafen Cristoforo Colombo liegt rund sechs Kilometer westlich des Zentrums auf einer Landzunge im Meer und wird aus dem deutschsprachigen Raum überwiegend mit Umstieg angeflogen; Direktverbindungen gibt es saisonal und je nach Airline wechselnd. Vom Terminal fährt ein Flughafenbus zu den beiden Hauptbahnhöfen Genova Piazza Principe und Genova Brignole, Taxis stehen ebenfalls bereit. Wer sich Umsteigerei sparen will, fliegt oft günstiger nach Mailand oder Nizza und nimmt von dort den Zug: Aus Mailand bist du in gut anderthalb Stunden in Genua, aus Nizza dauert es je nach Verbindung deutlich länger, ist aber landschaftlich die schönere Anfahrt entlang der Küste.

Mit der Bahn reist du ab München über Verona und Mailand oder ab Zürich über Mailand an, mit ein bis zwei Umstiegen und einem Reisetag von Tür zu Tür. Die beiden Genueser Bahnhöfe teilen sich die Aufgaben: Principe liegt am westlichen Rand der Altstadt bei der Via Balbi, Brignole am östlichen Rand nahe der Via XX Settembre. Beide sind mit der Metro verbunden, beide liegen fußläufig zum Zentrum. Regionalzüge von hier aus sind der Schlüssel zur ganzen Riviera – nach Nervi eine Viertelstunde, nach Camogli und Santa Margherita Ligure gut eine halbe, nach Monterosso al Mare in den Cinque Terre etwa anderthalb Stunden.

Mit dem Auto kommst du über den Brenner und Mailand oder über die Schweiz; die letzten Kilometer führen durch ein Geflecht aus Tunneln und Hochstraßen, das ortsfremde Fahrer zuverlässig überfordert. Rechne mit Maut auf den italienischen Autobahnen. In der Stadt selbst brauchst du den Wagen nicht, und du willst ihn dort auch nicht haben: Große Teile der Altstadt sind Fußgängerzone oder ZTL mit Kameraüberwachung, Parkplätze auf der Straße sind knapp und bewirtschaftet. Steuere gleich ein Parkhaus am Porto Antico oder an den Bahnhöfen an. Wer weiter nach Sardinien, Sizilien oder Barcelona will, findet die Fährterminals westlich der Altstadt an der Stazione Marittima.

In der Stadt fährst du mit einem einzigen Nahverkehrsticket erstaunlich viel: Es gilt für Busse, die Metro zwischen Brin und Brignole mit Halten an Principe, Darsena, San Giorgio und De Ferrari, für die Standseilbahnen und für die öffentlichen Aufzüge, die Genua an die Hügel anschließen. Der bekannteste davon ist der Jugendstil-Aufzug von der Piazza Portello zur Spianata Castelletto; die Standseilbahn ab Largo della Zecca fährt hinauf nach Righi. Ansonsten gilt: laufen. Die Altstadt ist ohnehin autofrei, viele Wege führen über Treppen, und die zehn Höhenmeter, die dir eine Abkürzung erspart, machen bei dieser Topografie oft den Unterschied.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge an der Riviera

Tagesausflüge ab Genua nach Portofino, Camogli und in die Cinque Terre

Von Genua aus erreichst du beide Rivieras mit dem Regionalzug, und die spektakulärsten Ziele liegen näher, als die meisten annehmen.

Der naheliegendste Ausflug führt auf die Halbinsel von Portofino. Camogli ist der ehrlichere der beiden Orte – ein Fischerdorf mit hohen, bunt bemalten Häusern über einem Kieselstrand, das seinen Alltag behalten hat; Regionalzüge ab Brignole brauchen dorthin gut eine halbe Stunde. Von Camogli aus fahren Boote in die Bucht von San Fruttuoso, wo eine Abtei aus dem 10. Jahrhundert direkt am Wasser steht und weder Straße noch Parkplatz hinführt; vor der Küste steht in rund 17 Metern Tiefe die Bronzestatue Cristo degli Abissi, die du nur tauchend oder von einem Glasbodenboot aus zu sehen bekommst. Portofino selbst ist klein, teuer und an Sommernachmittagen voll – geh vom Hafen hinauf zur Kirche San Giorgio und zum Leuchtturm, dort wird es sofort ruhiger.

Die Cinque Terre sind ab Genua ein realistischer Tagesausflug, wenn du früh startest. Regionalzüge Richtung La Spezia halten in Monterosso al Mare, dem größten und am leichtesten begehbaren der fünf Dörfer; je nach Verbindung dauert die Fahrt etwa anderthalb Stunden. Vor Ort steigst du auf die Nahverkehrszüge zwischen den Dörfern um, die im dichten Takt verkehren und für die es Tageskarten gibt. Zwei bis drei Dörfer an einem Tag sind machbar, mehr wird zur Hetze. Prüfe vor der Wanderung zwischen den Orten den Status der Küstenwege – einzelne Abschnitte sind nach Erdrutschen immer wieder gesperrt, und mancher Weg ist gebührenpflichtig.

Zwischen Genua und den Cinque Terre liegt die Riviera di Levante mit Zielen, die weniger überlaufen sind. Schon vor Camogli liegt Recco, die Heimat der Focaccia mit Käse – ein Halt, der sich allein deshalb lohnt. Santa Margherita Ligure ist der eleganteste Badeort der Bucht und zugleich der Umsteigepunkt Richtung Portofino. Weiter östlich folgen Rapallo mit seiner Seilbahn zum Wallfahrtsort Montallegro und Sestri Levante mit zwei Buchten links und rechts einer Landzunge. Nach Westen zieht sich die Riviera di Ponente über Noli und Finale Ligure bis Sanremo – von Genua aus etwas weiter, dafür mit Sandstränden und mildem Winterklima.

Wer die Küste eine Weile hinter sich lassen will, hat zwei Möglichkeiten. Direkt über der Stadt liegt der Parco Urbano delle Mura mit dem Ring der genuesischen Festungsanlagen, erreichbar mit der Standseilbahn ab Largo della Zecca – ein Wandergebiet auf dem Kamm mit Blick nach beiden Seiten, das kaum ein Besucher kennt. Und nach Norden fahren Züge in gut anderthalb Stunden nach Mailand und in ähnlicher Zeit nach Turin, was Genua zum bequemen Startpunkt für eine kombinierte Reise durch den Nordwesten Italiens macht. In die andere Richtung liegt Nizza an derselben Küstenlinie, mit einer Bahnfahrt entlang des Wassers, die selbst schon zum Programm gehört.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Genua – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoEine der größten mittelalterlich geprägten Altstädte Europas, in der Kathedrale, Dogenpalast, Rolli-Paläste und Markthallen auf wenigen hundert Metern zusammenrücken. Zwischen den caruggi liegen Sciamadde, Trattorien und botteghe storiche – hier wohnst du mittendrin und selten leise.Ideal für: Altstadt & Welterbe1–2 TagePorto AnticoPorto AnticoRenzo Piano hat das abgeriegelte Hafenareal ab 1992 zum Stadtquartier umgebaut. Heute liegen hier das größte Aquarium Italiens, der Panoramalift Bigo, die gläserne Biosfera und das Galata Museo del Mare nebeneinander, dazu Piers mit Booten und die Ablegestellen der Ausflugsschiffe.Ideal für: Familien & Hafenprogramm1 TagCastellettoCastellettoDas bürgerliche Hügelviertel über der Altstadt, erreichbar mit einem Jugendstil-Aufzug ab der Piazza Portello. Ziel ist die Spianata Castelletto mit ihrem Blick über Dächer, Hafenbecken und Lanterna – der beste Ort, um in einer Minute zu verstehen, wie diese Stadt gebaut ist.Ideal für: Aussicht am Abend½ TagCarignanoCarignanoAuf einem eigenen Hügel südöstlich der Altstadt liegt ein ruhiges Wohnviertel um die Renaissance-Kuppelkirche von Galeazzo Alessi. Kaum touristisch erschlossen, dabei nur zehn Minuten vom Zentrum entfernt, mit weiten Ausblicken und kurzen Wegen hinunter zur Uferpromenade.Ideal für: Ruhig übernachten½ TagBoccadasseBoccadasseAm Ende des Corso Italia liegt das ehemalige Fischerdorf mit ockerfarbenen Häusern über einer Kieselbucht, in der noch Holzboote auf dem Strand stehen. An Sommerabenden sitzt halb Genua mit einem Eis auf der Mauer, oben am Felskap warten Fischlokale mit Terrasse über dem Wasser.Ideal für: Nachmittag am Meer½ TagNerviNerviDas alte Seebad am östlichen Stadtrand hat seinen eigenen Charakter behalten: zusammenhängende Parkanlagen mit Rosengarten, Museen in ehemaligen Villen und die Passeggiata Anita Garibaldi, die rund zwei Kilometer über der Steilküste entlangführt. Ab Brignole eine Viertelstunde mit dem Zug.Ideal für: Küstenspaziergang½–1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Genua und das Wetter im Jahreslauf

Genua liegt im Windschatten des Apennin und ist deshalb mild – dafür fällt hier mehr Regen als in fast jeder anderen italienischen Großstadt.

Das Klima in Genua ist mediterran mit einer Besonderheit: Weil sich das Gebirge unmittelbar hinter der Stadt aufstellt, stauen sich Wolken an der Küste, und im Herbst kommen die Niederschläge selten sanft, sondern als kräftige Regenfronten. Die Winter bleiben mit Tageshöchstwerten um zwölf Grad mild, Schnee fällt in der Stadt kaum, und Museen, Paläste und Sciamadde funktionieren ohnehin bei jedem Wetter. Der Hochsommer ist heiß und schwül, weniger wegen der Temperaturen als wegen der Luftfeuchtigkeit zwischen den engen Fassaden. Am angenehmsten sind Frühjahr und Frühherbst, wenn die Luft klar ist – zum Baden warm genug ist das Meer allerdings erst im Juni und noch im September.

Jan12°6°still, Paläste und Museen
Feb12°6°kühl, klare Fernsicht
Mär15°8°wechselhaft, erste Terrassen
Apr17°11°mild, Stadt in Bestform
Mai21°14°warm, lange Abende
Jun25°18°San Giovanni, Meer wird warm
Jul28°21°heiß und schwül in den Gassen
Aug28°21°warm, halbe Stadt in Ferien
Sep24°18°Meer noch warm, Bootsmesse
Okt20°14°nassester Monat, kräftige Fronten
Nov16°10°nass und mild, Museumszeit
Dez13°7°mild, Pandolce und Lichter

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Genua sind April, Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 17 und 25 Grad, die Luft ist klar genug für den Blick von der Spianata Castelletto bis zur Lanterna, und das Meer ist im Juni und September warm genug für Boccadasse. Juli und August funktionieren als Badeaufenthalt, sind in den engen Gassen aber schwül, und im August hat ein Teil der kleinen Trattorien geschlossen. Von Mitte Oktober bis in den November fällt der meiste Regen des Jahres – das ist die Zeit für Rolli-Paläste, Museen und Farinata aus dem Holzofen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Genua

Wie viele Tage sollte man für Genua einplanen?
Zwei volle Tage decken Altstadt, Kathedrale, Via Garibaldi und Porto Antico ab, inklusive eines großen Museums. Der dritte Tag geht in die Küstenviertel Boccadasse und Nervi oder auf ein Boot nach San Fruttuoso und Portofino. Wer Genua als Standquartier für die Riviera nutzt, plant vier bis fünf Nächte ein und fährt tagsüber mit dem Regionalzug hinaus.
Was sollte man in Genua auf keinen Fall auslassen?
Die Via Garibaldi mit mindestens einem der Musei di Strada Nuova, die Cattedrale di San Lorenzo samt Schatzkammer, den Blick von der Spianata Castelletto in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang und einen Gang durch die caruggi ohne festes Ziel. Dazu Farinata aus einer Sciamadda und, wenn Zeit bleibt, ein Nachmittag in Boccadasse oder Nervi.
Was sind die Palazzi dei Rolli und kann man sie besichtigen?
Die rolli waren Listen privater Paläste, in denen die Republik Genua ab dem 16. Jahrhundert ihre Staatsgäste per Los einquartierte. 42 davon stehen mit den Strade Nuove seit 2006 auf der UNESCO-Welterbeliste. Dauerhaft geöffnet sind Palazzo Rosso, Bianco und Doria-Tursi an der Via Garibaldi sowie der Palazzo Reale; viele weitere öffnen an den Rolli-Days-Wochenenden.
Wie kommt man vom Flughafen Genua in die Stadt?
Der Flughafen Cristoforo Colombo liegt rund sechs Kilometer westlich des Zentrums. Ein Flughafenbus verbindet das Terminal mit den beiden Hauptbahnhöfen Genova Piazza Principe und Genova Brignole, dazu stehen Taxis bereit. Für die Altstadt steigst du an Principe aus, für die Gegend um Via XX Settembre und die östlichen Viertel an Brignole.
Braucht man in Genua ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Die Altstadt ist weitgehend autofrei oder ZTL mit Kameraüberwachung, Parkplätze sind knapp und teuer, und die Zufahrt über Tunnel und Hochstraßen ist unübersichtlich. Innerhalb der Stadt kommst du zu Fuß, mit Metro, Bussen, Standseilbahnen und öffentlichen Aufzügen überall hin, und die Riviera erreichst du bequem mit Regionalzügen.
In welchem Viertel wohnt man in Genua am besten?
Im Centro Storico bist du mitten im Geschehen, musst aber mit engen Gassen und Lärm rechnen. Der Porto Antico ist die Wahl für Familien mit Aquarium-Programm. Rund um die Bahnhöfe Principe und Brignole wohnst du praktisch für Ausflüge, in Carignano ruhiger auf dem Hügel, und Nervi ist die grüne Variante mit Meerblick eine Viertelstunde außerhalb.
Wie kommt man nach Boccadasse und nach Nervi?
Nach Boccadasse führt der Corso Italia von der Foce aus gut zwei Kilometer am Wasser entlang – ein Spaziergang, für den du eine knappe halbe Stunde brauchst; alternativ fahren Stadtbusse die Strecke ab. Nach Nervi nimmst du am besten den Regionalzug ab Brignole, der etwa eine Viertelstunde braucht und dich direkt an den Parks und der Klippenpromenade absetzt.
Wie kommt man von Genua nach Portofino?
Ohne Auto in zwei Etappen: mit dem Regionalzug ab Brignole nach Santa Margherita Ligure, dann weiter mit Bus oder Ausflugsboot am Ufer entlang. Alternativ fahren Boote direkt vom Porto Antico, meist als Tagesausflug über Camogli und San Fruttuoso. In Portofino selbst gibt es kaum Parkplätze, mit dem eigenen Wagen wird der Ausflug schnell mühsam.
Wie sicher ist Genua für Reisende?
Genua ist eine normale italienische Hafenstadt. Tagsüber kannst du dich überall bewegen; abends bleibst du besser auf den belebten Achsen um Via San Lorenzo, Piazza delle Erbe, Piazza San Donato und Via Garibaldi, wo Lokale für Betrieb sorgen. In den Gassen rund um die Via di Prè und am Fährhafen gilt nachts erhöhte Aufmerksamkeit, wie in Hafenvierteln üblich.
Was unterscheidet Focaccia genovese von Focaccia di Recco?
Die genuesische Focaccia ist ein Hefeteigfladen, etwa fingerdick, mit typischen Grübchen, viel Olivenöl und grobem Salz – das Frühstücksbrot der Stadt. Die Focaccia di Recco stammt aus dem Küstenort Recco östlich von Genua, kommt ganz ohne Hefe aus und besteht aus zwei hauchdünnen Teigblättern mit weichem Frischkäse dazwischen. Beide bekommst du in Genua überall.
Lohnt sich Genua mit Kindern?
Ja, und zwar besonders am Wasser. Das Acquario di Genova ist das größte Aquarium Italiens, gleich daneben liegen der Panoramalift Bigo, die gläserne Biosfera und im Galata Museo del Mare eine begehbare Galeere samt U-Boot. Dazu kommen Aufzüge und Standseilbahnen, die Kinder als Fahrgeschäft betrachten, und der Stadtstrand von Boccadasse für den Nachmittag.
Was kann man in Genua bei Regen machen?
Genua ist dafür gut gerüstet, denn ein Großteil der Höhepunkte liegt drinnen. Die Musei di Strada Nuova an der Via Garibaldi, der Palazzo Reale, der Palazzo Ducale mit seinen Wechselausstellungen, das Galata Museo del Mare und das Aquarium füllen problemlos mehrere Tage. Dazu die Sciamadde mit Farinata aus dem Holzofen und die Markthalle Mercato Orientale.
Wann ist die beste Reisezeit für Genua?
April bis Juni und der September sind am angenehmsten, mit Höchstwerten zwischen 17 und 25 Grad und klarer Luft für die Blicke von den Hügeln. Juli und August sind warm, in den engen Gassen aber schwül. Mitte Oktober bis November ist die nasseste Zeit des Jahres – gut für Museen und Paläste, weniger für Bootsausflüge und Küstenwanderungen.
Eignet sich Genua als Basis für die ligurische Küste?
Sehr gut sogar. Beide Rivieras hängen an derselben Bahnlinie, und Regionalzüge ab Brignole oder Principe fahren dicht getaktet: nach Camogli und Santa Margherita Ligure gut eine halbe Stunde, nach Monterosso al Mare in den Cinque Terre etwa anderthalb. Du sparst dir tägliches Umziehen, wohnst günstiger als in den Küstenorten und hast abends eine echte Stadt um dich.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Genua – Rolli & Aquarium von der Via Garibaldi bis hinauf zur Spianata Castelletto

Setze auf den Kontrast: das Acquario di Genova als Italiens größtes Aquarium braucht ein Zeitfensterticket vorab, der Palazzo Ducale und die Musei di Strada Nuova belohnen ein langsames Tempo. Plane das Aquarium morgens, die Palazzi am Nachmittag.

Übernachten

Hotels in Genua – Centro Storico & Porto Antico von der Palazzo-Suite bis zur Gasse in den caruggi

Im Centro Storico wohnst du mitten im Caruggi-Labyrinth, nah an allem und lebhaft bis spät. Am Porto Antico steht das Aquarium vor der Tür, ruhiger und grüner liegen Castelletto über der Stadt und das Seebad Boccadasse am Wasser.

Genießen

Restaurants in Genua – Pesto, Focaccia & Stockfisch Pesto aus dem Marmormörser, Focaccia frisch vom Blech

Genuas Küche ist ligurisch und maritim: Pesto aus dem Marmormörser, Focaccia col formaggio, Trofie und frischer Fisch. Iss in den Trattorien der Caruggi im Centro Storico, am Wasser in Boccadasse gibt es Meeresfrüchte mit Blick aufs Tyrrhenische Meer.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Genua – Hafen & Altstadt mit dem Bigo-Lift über den Porto Antico schweben

Zu Fuß durch die caruggi, hinauf mit den historischen Standseilbahnen und Aufzügen nach Castelletto, an Bord im alten Hafen: Genua erkundet man auf Augenhöhe. Eine Bootstour zur Lanterna oder ein Spaziergang an der Küste runden den Tag ab.

GenuaHinter der Kaimauer beginnt ein Gassenlabyrinth, in dem Marmorportale aus der Zeit der Seerepublik neben Wäscheleinen, Stockfisch-Tresen und dampfenden Focaccia-Öfen stehen.

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