La Superba – die Stolze eine Seerepublik, die ihren Reichtum hinter schmalen Fassaden versteckt
Genua war über Jahrhunderte eine der mächtigsten Seerepubliken des Mittelmeers. Ihre Flotten kontrollierten Handelswege von der Levante bis zur Schwarzmeerküste, ihre Bankiers finanzierten Könige – die 1407 gegründete Banco di San Giorgio zählt zu den ältesten Banken der Geschichte. Hier wurde um 1451 Christoph Kolumbus geboren, hier befehligte Andrea Doria die Flotten Kaiser Karls V. Anders als Venedig stellte Genua seinen Reichtum nie zur Schau: Er verbirgt sich in Innenhöfen, Freskensälen und Hängegärten, die man von der Gasse aus nicht einmal erahnt.
Am deutlichsten wird das an den Strade Nuove, allen voran der Via Garibaldi: Im 16. Jahrhundert legte der Adel hier einen Straßenzug aus Stadtpalästen an, deren prächtigste in den rolli verzeichnet wurden – amtliche Listen jener Häuser, die Staatsgäste der Republik beherbergen mussten. Rubens vermaß und publizierte diese Palazzi als Vorbild für Europas Baumeister, Van Dyck porträtierte ihre Besitzer. Seit 2006 ist das Ensemble UNESCO-Welterbe, drei Paläste bilden heute die Museumsmeile der Musei di Strada Nuova.
Das heutige Genua lebt vom Kontrast: Unten in den caruggi dampfen die Sciamadde, in denen Farinata in Kupferpfannen aus dem Holzofen kommt, am Mercato Orientale türmen sich Basilikum, Oliven und Fisch, und am Porto Antico hat Renzo Piano – Sohn der Stadt – die alten Kais 1992 in eine Uferbühne mit Aquarium und Museen verwandelt. Östlich davon wird Genua dann Riviera: die Badebucht von Boccadasse, die Corso Italia am Meer, die Klippenwege von Nervi. travelperfect empfiehlt, die großen Paläste und das Aquarium vorab zu buchen – und mindestens einen Abend einfach durch die Gassen treiben zu lassen.
