Eine Stadt in Schichten phönizisch gegründet, römisch geformt, pisanisch befestigt – und sardisch im Herzen
Cagliari – auf Sardisch Casteddu – gehört zu den ältesten Städten Italiens. Phönizier gründeten hier die Siedlung Karalis, Karthager und Römer bauten sie zur wichtigsten Hafenstadt der Insel aus; das in den Kalkfelsen gehauene Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert zeugt bis heute davon. Im Mittelalter befestigten die Pisaner den Burghügel mit Mauern und den weißen Türmen des Baumeisters Giovanni Capula, dann kamen Aragonesen, Spanier und das Haus Savoyen. Jede Epoche hat ihre Schicht hinterlassen – und 1943 rissen alliierte Bomben Wunden in die Altstadt, die die Stadt mit bemerkenswerter Gelassenheit verheilt hat.
Wer Cagliari verstehen will, lernt seine vier historischen Viertel: oben das Castello mit Dom, Palästen und Museen, zu Füßen des Felsens die Marina, wo sich zwischen Hafen und Bastionsmauern eine Trattoria an die nächste reiht. Westlich liegt Stampace, das Viertel des Stadtheiligen Efisio, dessen Prozession am 1. Mai seit dem Pestgelübde von 1657 ununterbrochen stattfindet – eine der größten religiösen Feiern des Mittelmeerraums. Östlich schließt Villanova an, einst Quartier der Bauern und Handwerker, heute ein Geflecht aus Pastellfassaden, Kunsthandwerk und Cafés.
Und dann ist da das Meer. Vom Bastione di Saint Remy blickt man über die Lagune von Molentargius, in der Flamingos brüten, bis zur Sella del Diavolo – dem Teufelssattel, der den acht Kilometer langen Poetto-Strand abschirmt. Im Sommer verlagert die Stadt ihr Leben an die chioschi am Sand, im Winter gehören die stillen Gassen des Castello wieder den Einheimischen. travelperfect empfiehlt, beides zu verbinden: morgens Museen und Märkte, nachmittags Strand, abends fregola und Vermentino in der Marina.
