Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cagliari
Fast alles, was du sehen willst, liegt in einem Halbkreis von anderthalb Kilometern um den Castello-Felsen – der Rest ist eine Frage der Höhenmeter.
Der Bastione di Saint Remy ist der Ort, an dem sich Cagliari selbst zeigt. Die neoklassizistische Anlage entstand um 1900 auf der alten Stadtmauer, mit einem Triumphbogen zur Piazza Costituzione, einer geschwungenen Doppeltreppe aus hellem Kalkstein und der weiten Terrazza Umberto I darüber. Der Zugang kostet nichts, und weil die Terrasse nach Süden über Hafen, Bonaria-Hügel und Poetto blickt, füllt sie sich jeden Abend zur Aperitivo-Zeit. Ein paar Minuten weiter westlich steht die Torre dell'Elefante von 1307, mit der kleinen Elefantenskulptur an der Flanke; sie ist zur Stadtseite hin offen gebaut, sodass du beim Aufstieg über hölzerne Galerien in den leeren Turmschacht hineinsiehst. Ihr Gegenstück, die etwas ältere Torre di San Pancrazio, steht am nördlichen Ende des Castello an der Piazza Indipendenza – quer über den Felsen und an der Kathedrale vorbei sind das eher zehn Minuten. Gebaut ist sie nach demselben Prinzip, zu besichtigen ist sie derzeit allerdings nicht; du siehst sie vom Platz aus.
Die Cattedrale di Santa Maria an der Piazza Palazzo trägt drei Epochen übereinander. Im Kern steckt pisanische Romanik des 13. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert wurde barock umgestaltet, und die neopisanische Fassade, die heute den Platz prägt, ist erst in den 1930er-Jahren entstanden. Im Inneren stehen die beiden Kanzelhälften, die Guglielmo im 12. Jahrhundert ursprünglich für den Dom von Pisa schuf und die später nach Cagliari kamen. Der eigentliche Grund, hier hinunterzugehen, ist aber die Krypta: Das Santuario dei Martiri wurde im 17. Jahrhundert in den nackten Fels getrieben, jede Wand voller Nischen für Reliquien, die Decke über und über mit Reliefs bedeckt – ein Raum, der ohne jede Beleuchtungsregie auskommt.
Am Nordrand des Castello liegt in den Resten der aragonesischen Zitadelle die Cittadella dei Musei. Das Museo Archeologico Nazionale ist die wichtigste Sammlung zur Nuraghenkultur überhaupt: bronzetti, jene zehn bis vierzig Zentimeter hohen Figuren von Kriegern, Bogenschützen und Priesterinnen, dazu Funde aus punischer und römischer Zeit und – je nach Ausstellungsstand – einzelne der überlebensgroßen Steinfiguren von Mont'e Prama. Denselben Komplex teilen sich die Pinacoteca Nazionale mit sardischen Retabeln des 15. und 16. Jahrhunderts, eine Sammlung siamesischer Kunst und ein Kabinett anatomischer Wachsmodelle von Clemente Susini. Für die Bronzetti allein solltest du anderthalb Stunden einplanen, sonst läufst du an der halben Insel vorbei.
Unten in der Stadt verteilt sich der Rest über die Viertel. In Stampace liegt am Hang das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert, teils direkt aus dem Fels gehauen; im Tal darunter öffnet der 1866 angelegte Orto Botanico der Universität mit mediterranen und tropischen Beeten und römischen Zisternen zwischen den Wegen. Das Amphitheater ist allerdings seit 2010 für Besucher geschlossen und wird seit Jahren in mehreren Abschnitten restauriert; angekündigt sind geführte Besichtigungen zum Spätsommer 2026, verschoben wurde dieser Termin aber schon mehrfach. Prüf den Stand kurz vor der Reise bei der Stadt Cagliari – bis dahin bleibt es ein Bauwerk, das du von außen ansiehst, am besten vom Viale Sant'Ignazio aus. An der Hafenfront steht der Palazzo Civico mit seinen weißen Zwillingstürmen, in der Marina liegt unter dem Boden der Chiesa di Sant'Eulalia ein freigelegtes Stück römischer Straße, und über dem Hafen thront auf dem Bonaria-Hügel das Wallfahrtsheiligtum Nostra Signora di Bonaria, dessen gotischer Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt und nach dessen Madonna Buenos Aires benannt ist.









































