Stadt · Italien

Cagliari

Vom Kai bis zu den pisanischen Türmen sind es keine zwanzig Minuten Aufstieg, und oben steht zur blauen Stunde die halbe Stadt auf der Bastionsmauer und schaut zu, wie das Licht über dem Golfo degli Angeli kippt.

5 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Cagliari-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Oktober; im Hochsommer heiß, aber mit Meeresbrise
Anreise
Flughafen Cagliari-Elmas (CAG) ca. 7 km westlich; Regionalzug vom Flughafenbahnhof zum Hauptbahnhof in wenigen Minuten
Lage
Südküste Sardiniens, am Golfo degli Angeli – Hauptstadt der Autonomen Region Sardinien
Mit der Fähre
Fährhafen direkt an der Via Roma; Verbindungen u. a. nach Civitavecchia, Neapel und Palermo
Vor Ort unterwegs
Die Altstadtviertel zu Fuß; CTM-Stadtbusse zum Poetto und nach Bonaria; Aufzüge führen hinauf ins Castello
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Über Cagliari

Reisen nach Cagliari

Cagliari staffelt sich in Terrassen aus dem Golfo degli Angeli nach oben, und diese Schichtung erklärt die Stadt besser als jede Jahreszahl. Unten liegen der Hafen, die Arkaden der Via Roma und das Gassenraster der Marina, in dem sich seit Jahrhunderten Fischhändler, Fährgäste und Trattorien drängen. Darüber steigt der Kalksteinfelsen des Castello auf, den die Pisaner im frühen 13. Jahrhundert zur Festungsstadt ausbauten und über dem bis heute die Torre dell'Elefante von 1307 und die etwas ältere Torre di San Pancrazio stehen; dazwischen die Cattedrale di Santa Maria mit ihrer in den Fels getriebenen Märtyrerkrypta und die Cittadella dei Musei, deren Archäologisches Nationalmuseum die Bronzefiguren der Nuraghenkultur versammelt. Westlich schließt Stampace mit barocken Kirchen, dem in den Hang gehauenen römischen Amphitheater und dem 1866 angelegten Orto Botanico an, östlich Villanova mit niedrigen Handwerkerhäusern, der Fußgängerachse Via Garibaldi und der Basilica di San Saturnino, deren Kuppelkern aus dem 5. Jahrhundert als ältester Kirchenbau Sardiniens gilt. Was Cagliari von anderen Mittelmeerstädten dieser Größe trennt, beginnt hinter dem Bonaria-Hügel: Der Poetto zieht sich acht Kilometer als heller Stadtstrand bis nach Quartu Sant'Elena, an seinem Westende steht das Kalkplateau der Sella del Diavolo, und gleich dahinter brüten in den Salinen von Molentargius die Flamingos, die die Cagliaritaner sa genti arrubia nennen, das rote Volk. Dazu kommen die Märkte der Stadt – der San Benedetto handelt bis zur Eröffnung seines Neubaus, geplant für 2027, provisorisch auf der Piazza Nazzari –, ein Flughafen sieben Kilometer vor der Stadt, Nachtfähren aufs Festland und ein Südsardinien, dessen Ausgrabungen und Buchten von Nora über Chia bis Villasimius alle in Tagesausflugsdistanz liegen.

Cagliari – Karte
Reiseführer

Cagliari von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr abends dreht sich die Via Roma um. Unter den Arkaden füllen sich die Cafés, oben auf dem Bastione di Saint Remy stehen die Leute in Zweierreihen an der Brüstung, und irgendwo zwischen Hafen und Castello riecht es nach gegrilltem Fisch. Cagliari ist keine Stadt, die man dem Strand vorschaltet, auch wenn acht Kilometer Sand direkt hinter dem Bonaria-Hügel beginnen – es ist eine gewachsene Mittelmeerhauptstadt mit pisanischen Türmen, punischen Gräbern und einem Markt, auf dem morgens um acht ernsthaft gehandelt wird.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cagliari

Fast alles, was du sehen willst, liegt in einem Halbkreis von anderthalb Kilometern um den Castello-Felsen – der Rest ist eine Frage der Höhenmeter.

Der Bastione di Saint Remy ist der Ort, an dem sich Cagliari selbst zeigt. Die neoklassizistische Anlage entstand um 1900 auf der alten Stadtmauer, mit einem Triumphbogen zur Piazza Costituzione, einer geschwungenen Doppeltreppe aus hellem Kalkstein und der weiten Terrazza Umberto I darüber. Der Zugang kostet nichts, und weil die Terrasse nach Süden über Hafen, Bonaria-Hügel und Poetto blickt, füllt sie sich jeden Abend zur Aperitivo-Zeit. Ein paar Minuten weiter westlich steht die Torre dell'Elefante von 1307, mit der kleinen Elefantenskulptur an der Flanke; sie ist zur Stadtseite hin offen gebaut, sodass du beim Aufstieg über hölzerne Galerien in den leeren Turmschacht hineinsiehst. Ihr Gegenstück, die etwas ältere Torre di San Pancrazio, steht am nördlichen Ende des Castello an der Piazza Indipendenza – quer über den Felsen und an der Kathedrale vorbei sind das eher zehn Minuten. Gebaut ist sie nach demselben Prinzip, zu besichtigen ist sie derzeit allerdings nicht; du siehst sie vom Platz aus.

Die Cattedrale di Santa Maria an der Piazza Palazzo trägt drei Epochen übereinander. Im Kern steckt pisanische Romanik des 13. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert wurde barock umgestaltet, und die neopisanische Fassade, die heute den Platz prägt, ist erst in den 1930er-Jahren entstanden. Im Inneren stehen die beiden Kanzelhälften, die Guglielmo im 12. Jahrhundert ursprünglich für den Dom von Pisa schuf und die später nach Cagliari kamen. Der eigentliche Grund, hier hinunterzugehen, ist aber die Krypta: Das Santuario dei Martiri wurde im 17. Jahrhundert in den nackten Fels getrieben, jede Wand voller Nischen für Reliquien, die Decke über und über mit Reliefs bedeckt – ein Raum, der ohne jede Beleuchtungsregie auskommt.

Am Nordrand des Castello liegt in den Resten der aragonesischen Zitadelle die Cittadella dei Musei. Das Museo Archeologico Nazionale ist die wichtigste Sammlung zur Nuraghenkultur überhaupt: bronzetti, jene zehn bis vierzig Zentimeter hohen Figuren von Kriegern, Bogenschützen und Priesterinnen, dazu Funde aus punischer und römischer Zeit und – je nach Ausstellungsstand – einzelne der überlebensgroßen Steinfiguren von Mont'e Prama. Denselben Komplex teilen sich die Pinacoteca Nazionale mit sardischen Retabeln des 15. und 16. Jahrhunderts, eine Sammlung siamesischer Kunst und ein Kabinett anatomischer Wachsmodelle von Clemente Susini. Für die Bronzetti allein solltest du anderthalb Stunden einplanen, sonst läufst du an der halben Insel vorbei.

Unten in der Stadt verteilt sich der Rest über die Viertel. In Stampace liegt am Hang das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert, teils direkt aus dem Fels gehauen; im Tal darunter öffnet der 1866 angelegte Orto Botanico der Universität mit mediterranen und tropischen Beeten und römischen Zisternen zwischen den Wegen. Das Amphitheater ist allerdings seit 2010 für Besucher geschlossen und wird seit Jahren in mehreren Abschnitten restauriert; angekündigt sind geführte Besichtigungen zum Spätsommer 2026, verschoben wurde dieser Termin aber schon mehrfach. Prüf den Stand kurz vor der Reise bei der Stadt Cagliari – bis dahin bleibt es ein Bauwerk, das du von außen ansiehst, am besten vom Viale Sant'Ignazio aus. An der Hafenfront steht der Palazzo Civico mit seinen weißen Zwillingstürmen, in der Marina liegt unter dem Boden der Chiesa di Sant'Eulalia ein freigelegtes Stück römischer Straße, und über dem Hafen thront auf dem Bonaria-Hügel das Wallfahrtsheiligtum Nostra Signora di Bonaria, dessen gotischer Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt und nach dessen Madonna Buenos Aires benannt ist.

Sehenswürdigkeiten in Cagliari

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Oberstadt & Aussicht

Das Castello von Cagliari und der Weg hinauf

Der Aufstieg lohnt zweimal am Tag – vormittags wegen der Museen, abends wegen der Mauerterrassen.

Torre dell'Elefante
Torre dell'Elefante

Der Felsen war schon in punischer und römischer Zeit besiedelt, seine heutige Form bekam er aber im 13. Jahrhundert, als Pisa den Hügel befestigte und daraus mit Mauern, Türmen und einem fast rechtwinkligen Straßenraster eine eigene Stadt machte. Nach 1326 übernahmen Katalanen und Aragonesen, und das Castello wurde zum abgeschlossenen Herrschaftsquartier: Wer nicht dazugehörte, durfte hier nicht wohnen und musste das Viertel bei Einbruch der Nacht verlassen. Bis heute siehst du das an der Bauweise – hohe, schmale Häuser aus hellem Kalkstein, kaum offene Plätze, ein Gassenkreuz, das sich an drei Toren aufhängt. Casteddu, wie die Stadt auf Sardisch heißt, meint eigentlich genau diesen Hügel.

Hinauf kommst du auf drei Arten. Zu Fuß über die Via Manno und die Doppeltreppe des Bastione di Saint Remy, das ist der schönste Weg und der mit den meisten Stufen. Ohne Höhenmeter geht es mit den öffentlichen Aufzügen, die die Unterstadt mit dem Castello-Niveau verbinden, unter anderem am Bastione und auf der Stampace zugewandten Seite bei Santa Chiara – kosten tun sie nichts. Verlass dich im Hochsommer aber nicht blind auf sie: Im Juli und August schaltet die Stadt die Kabinen wegen der Temperaturen in den Schächten stundenweise ab, ausgerechnet über Mittag und am Nachmittag. Plan den Aufstieg dann für den Morgen oder den Abend und schau vorher in die aktuelle Mitteilung der Stadt. Und schließlich fährt eine kleine Stadtbuslinie tatsächlich in die Oberstadt hinauf. Mit Koffer solltest du keinen der Fußwege einplanen: Das Pflaster ist grob, die Gassen sind steil, und viele Häuser im Castello haben keinen Aufzug.

Oben ordnet sich alles um zwei Plätze. An der Piazza Palazzo stehen die Kathedrale und der Palazzo Regio, in dem erst die spanischen und später die piemontesischen Vizekönige residierten; an der Piazza Indipendenza beginnt hinter der Torre di San Pancrazio die Cittadella dei Musei. Dazwischen läuft die Via Santa Croce auf der westlichen Bastionsmauer entlang, dort, wo bis zur Vertreibung Ende des 15. Jahrhunderts das jüdische Viertel lag – die Kirche Santa Croce steht an der Stelle der ehemaligen Synagoge. Von dieser Seite fällt der Blick über die Dächer von Stampace hinweg auf die Lagune von Santa Gilla, und genau deshalb ist es die Sonnenuntergangsseite der Stadt.

Der Alltag im Castello ist dünn geworden. Nur noch vergleichsweise wenige Menschen wohnen oben, viele Wohnungen sind vermietet, und mittags kann es zwischen den Mauern so still sein, dass du deine eigenen Schritte hörst. Das ändert sich am späten Nachmittag, wenn die Bars an der Via Santa Croce und auf dem Bastione ihre Tische an die Mauerkante stellen. Praktisch heißt das: Türme, Museen und Kirchen am Vormittag, Aperitivo und Abendessen oben, aber alles Alltägliche unten erledigen – Supermärkte, Apotheken und Bankautomaten gibt es im Castello kaum, und wer abends noch einkaufen will, steht vor verschlossenen Türen.

Stadtviertel

Cagliaris Stadtviertel von der Marina bis Villanova

Vier historische Viertel legen sich um den Castello-Felsen, und jedes hat eine eigene Tonlage.

Bastione di Saint Remy
Bastione di Saint Remy

Die Marina, historisch Lapola, liegt zwischen Hafenkante und Castello-Fuß und ist bis heute das internationalste Viertel der Stadt. Zur Wasserseite hin laufen die Arkaden der Via Roma mit Cafés unter den Bögen, dahinter beginnt ein Raster schmaler Gassen, in dem sich Trattorien, kleine Läden, Fischhändler und Pensionen dicht stapeln. In der Via Sardegna reiht sich eine Küche an die nächste, in der Via Napoli ebenso, und unter dem Boden der Chiesa di Sant'Eulalia liegt ein Abschnitt römisches Straßenpflaster. Weil Bahnhof, Busbahnhof und Fähranleger direkt am Rand liegen, ist die Marina die pragmatischste Adresse für alle, die ohne Auto anreisen – und abends die lauteste.

Westlich der Achse Largo Carlo Felice beginnt Stampace, eines der vier historischen Viertel und das mit den meisten Barockkirchen. Sant'Anna mit ihrer breiten Freitreppe und San Michele mit einem der überladensten Innenräume Sardiniens stehen nur wenige Gassen auseinander, unter der Kirche Santa Restituta zieht sich eine Krypta in den Fels, die im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum diente – Cagliari wurde 1943 schwer bombardiert, und in Stampace wie in der Marina sieht man das an den Baulücken bis heute. Bergauf gehen die Gassen in die Grünzone über, in der Amphitheater und Orto Botanico liegen. Am unteren Ende sammelt sich abends die Piazza Yenne mit dem Denkmal für Carlo Felice.

Östlich des Castello liegt Villanova, historisch das Viertel der Bauern und Handwerker und heute eines der angenehmsten zum Herumlaufen. Die niedrigen, oft bunt gestrichenen Häuser stehen an engen Gassen um die Kirchen San Giacomo und San Domenico, die Via Garibaldi zieht als lange Fußgängerachse hindurch, und Richtung Viale Regina Margherita reihen sich Restaurants, die längst nicht mehr nur Gäste aus der Nachbarschaft haben. Auf dieser Seite der Stadt steht auch die Basilica di San Saturnino an der Piazza San Cosimo, ein kahler Kuppelbau mit einem Kern aus dem 5. Jahrhundert inmitten einer frühchristlichen Grabungsfläche – und damit der Bau, der als ältester Kirchenbau Sardiniens gilt.

Südöstlich schiebt sich der Bonaria-Hügel mit dem Wallfahrtsheiligtum zwischen Stadt und Meer, dahinter führt die Viale Poetto zum Strand und zu den Salinen. Wenn du entscheiden musst, wo du wohnst, hilft eine einfache Sortierung: Marina für kurze Wege und Abendessen vor der Haustür, Castello für Aussicht und Ruhe zum Preis vieler Stufen, Villanova für ein leiseres Zimmer mit zehn Gehminuten ins Zentrum, Poetto für Strandurlaub mit Stadtanschluss per Bus. Für zwei bis drei Tage Cagliari fährst du mit der Unterstadt am besten – der Weg zum Strand ist eine kurze Busfahrt, der Rückweg spät am Abend dagegen eine Frage der letzten Verbindung.

Strand & Natur

Der Poetto-Strand und die Flamingos im Molentargius

Acht Kilometer Sand und eine Salzlagune voller Flamingos liegen keine halbe Stunde vom Castello entfernt.

Der Poetto beginnt an der Marina Piccola unter der Sella del Diavolo und zieht sich von dort rund acht Kilometer nach Osten bis auf das Gebiet von Quartu Sant'Elena. Das Wasser fällt lange flach ab, der Sand ist hell, und die Bebauung besteht aus einer Kette von Kiosken, Strandbars und Lidos, zwischen denen immer wieder frei zugängliche Abschnitte liegen. Wer Ruhe sucht, geht nach Osten – je weiter, desto dünner wird es; wer Betrieb will, bleibt in der Nähe der Marina Piccola. 2002 wurde der Strand mit aufgespültem Sand verbreitert, der gröber und dunkler ausfiel als das Original, und über diesen Eingriff wird in Cagliari bis heute geschimpft.

Am Westende steigt die Sella del Diavolo als Kalkplateau gut hundert Meter über das Wasser. Der ausgeschilderte Weg hinauf beginnt nicht am Poetto, sondern auf der Südseite an der Viale Calamosca über der kleinen Bucht von Calamosca mit ihrem Leuchtturm; grüne Punkte markieren die Route durch niedrige Macchia auf das Plateau, oben liegt der Blick auf den kompletten Strandbogen auf der einen und den Hafen auf der anderen Seite. Unterwegs kommst du an Resten antiker Bebauung und militärischer Anlagen des 20. Jahrhunderts vorbei. Die Nordflanke über der Marina Piccola gehört dem Militär und ist gesperrt, also halte dich an die markierten Wege; für Fahrräder ist das Kap ebenfalls tabu. Schatten gibt es praktisch keinen, feste Schuhe und ausreichend Wasser gehören dazu, und im Hochsommer ist der frühe Morgen die einzig vernünftige Zeit.

Direkt hinter dem Strand, nur durch die Straße getrennt, beginnt der Regionalpark Molentargius-Saline: ein System aus Süßwasserbecken und ehemaligen Salinen, in dem seit den 1990er-Jahren Flamingos brüten. Der Name kommt von den molentes, den Eseln, die früher das Salz aus den Becken schleppten. Zu sehen sind die Vögel das ganze Jahr, am eindrucksvollsten im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Kolonie am größten ist, und im späten Nachmittagslicht, wenn das Rosa gegen das Weiß der Salzkrusten steht. Du bewegst dich auf den Dammwegen zu Fuß oder mit dem Rad, ein Fernglas bringt mehr als jedes Teleobjektiv, und die Brutinseln bleiben aus gutem Grund tabu.

Praktisch ist der Poetto unkompliziert. Vom Zentrum fahren CTM-Stadtbusse in etwa zwanzig Minuten an den Strand, Fahrscheine kaufst du vorher an Kiosken und Tabaccherie oder per App und entwertest sie beim Einsteigen. Parallel zur Viale Poetto verläuft ein Radweg, sodass Leihrad oder Roller ebenfalls funktionieren. Die Badesaison reicht ungefähr von Ende Mai bis in den Oktober, weil das flache Wasser sich schnell erwärmt und im Herbst lange warm bleibt. Wenn der Maestrale aus Nordwesten bläst, wandern Windsurfer und Kiter ans westliche Ende bei der Marina Piccola. Außerhalb der Saison ist der Poetto vor allem Promenade – morgens Läufer, sonntags halb Cagliari, viele Kioske geschlossen.

Aktivitäten & Touren in Cagliari

Rundgang & Tagesplan

Cagliari an einem Tag – vom Markt hinauf ins Castello

Ein Tag reicht für die Altstadt, wenn du früh beim Markt anfängst und die Höhenmeter nur einmal machst.

Fang beim Markt an, dem ehrlichsten Ort der Stadt – nur nicht in der Halle, die in älteren Reiseführern steht. Der Mercato di San Benedetto handelt seit 2025 provisorisch auf der Piazza Nazzari, weil sein Bau aus den 1950er-Jahren an der Via Cocco Ortu abgerissen und neu errichtet wird; die Eröffnung des Neubaus ist für 2027 geplant. Gehandelt wird also weiter, nur ein paar Straßen weiter: Fisch auf Eis, daneben Obst, Gemüse, Käse und Wurst, dazu ein Tonfall, den kein Feinkostladen hinbekommt. Lohnend ist der Vormittag, nachmittags bauen die Stände ab. Danach durch Villanova zurück Richtung Zentrum, vorbei an San Giacomo und den niedrigen bunten Häusern, über die Via Garibaldi bis zur Piazza Costituzione. Dort steht die Doppeltreppe des Bastione di Saint Remy, und mit dem Aufstieg beginnt der eigentliche Teil des Tages.

Oben im Castello arbeitest du dich in einer logischen Reihenfolge durch: erst die Terrazza Umberto I für die Übersicht über Hafen, Bonaria und den fernen Strandbogen, dann die Torre dell'Elefante, dann über die Gassen zur Piazza Palazzo mit der Kathedrale und der Märtyrerkrypta im Fels. Wer Archäologie mag, plant für das Museo Archeologico in der Cittadella dei Musei mindestens anderthalb Stunden ein. Zum Mittagessen gehst du nicht wieder hinunter, sondern bleibst oben – die Via Santa Croce hat Terrassen direkt auf der Bastionsmauer, mit Blick über die Dächer von Stampace bis zur Lagune von Santa Gilla.

Am Nachmittag geht es abwärts nach Stampace. Über die Via Manno oder die Treppen bei Santa Chiara landest du an der Piazza Yenne – auf die öffentlichen Aufzüge ist im Hochsommer am Nachmittag kein Verlass, weil die Stadt sie dann stundenweise abschaltet. Von der Piazza sind es wenige Minuten zu den Barockkirchen Sant'Anna und San Michele und weiter bergauf zum Orto Botanico; das römische Amphitheater gleich darüber ist seit 2010 für Besucher gesperrt und bleibt ein Blick von außen. Der botanische Garten ist bei Hitze die beste Adresse der Stadt, weil es zwischen den alten Bäumen spürbar kühler ist als auf dem Pflaster. Danach hinunter in die Marina, durch die Gassen um die Via Sardegna und hinaus an die Arkaden der Via Roma, wo der Hafen anfängt.

Der Abend gehört der Passeggiata: erst am Wasser entlang, dann Aperitivo entweder unten in der Marina oder wieder oben auf der Mauer, und Abendessen ab etwa 21 Uhr, weil vorher kaum jemand am Tisch sitzt. Mit einem zweiten Tag hängst du Poetto, Molentargius und den Bonaria-Hügel an – Strand am Vormittag, Salinen im Nachmittagslicht. Ein dritter Tag reicht für einen Ausflug nach Nora bei Pula oder nach Villasimius. Wer Südsardinien wirklich sehen will, bleibt fünf Tage und nutzt Cagliari als Standquartier, statt jeden zweiten Abend den Koffer zu packen.

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Übernachten

Hotels in Cagliari und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Entscheidung fällt hier nicht zwischen Sternen, sondern zwischen Altstadt, Bahnhofsnähe und Strand.

Die dichteste Auswahl steht rund um die Via Roma und den Largo Carlo Felice. Das Palazzo Doglio hat hinter der Hafenfront einen ganzen historischen Gebäudekomplex mit eigener Piazza, Spa und mehreren Restaurants zusammengefasst und ist das ambitionierteste Haus der Stadt. Das Palazzo Tirso Cagliari MGallery residiert in einem restaurierten Liberty-Bau der 1920er-Jahre am Largo Carlo Felice und setzt auf ein Rooftop mit Pool und Blick über Hafen und Altstadt. Eine Etage darunter, im Preis wie im Anspruch, liegen das kleine Hotel Miramare direkt an den Arkaden der Via Roma und das traditionsbewusst geführte Hotel Italia mitten im Trattorien-Revier der Via Sardegna.

Wer etwas mehr Ruhe will, ohne längere Wege in Kauf zu nehmen, schaut auf die Viale Regina Margherita und die angrenzenden Straßen Richtung Villanova. Das Hotel Regina Margherita ist dort die verlässliche Vier-Sterne-Adresse mit kurzen Wegen in die Marina, nach Villanova und hinauf ins Castello. Etwas außerhalb der Altstadt, neben dem Teatro Lirico, steht das T Hotel Cagliari mit gläsernem Turm, Spa und der praktischen Eigenschaft, dass man dort mit dem Auto ankommen kann, ohne sich vorher durch Einbahnstraßen und Halteverbote zu arbeiten. Für Reisende mit Mietwagen ist das oft der entspanntere Kompromiss.

Am Poetto sieht die Rechnung anders aus. Das Hotel Nautilus liegt direkt am Strand, viele Zimmer schauen aufs Wasser, und im Sommer bekommst du Strandservice statt Handtuchsuche. Dafür trennt dich vom Castello eine Busfahrt von etwa zwanzig Minuten, und wer abends in der Altstadt isst, sollte wissen, wie lange die Linie noch fährt. Als Faustregel: Strandurlaub mit ein, zwei Stadttagen spricht für den Poetto, Städtereise mit ein, zwei Strandnachmittagen für die Unterstadt. Wer beides zu gleichen Teilen will, wohnt in der Marina und nimmt den Bus – der fährt schließlich in beide Richtungen.

Zwei Dinge solltest du beim Buchen im Kopf haben. Erstens die Termine: Um den 1. Mai, wenn die Prozession von Sant'Efisio läuft, und im August ist die Stadt voll und teuer, während Mai, Juni, September und Oktober bei angenehmerem Wetter deutlich entspannter sind. Zweitens die Treppen: Im Castello und in Teilen der Marina wohnst du in Altbauten, in denen es oft keinen Aufzug gibt und Autos nicht bis vor die Tür kommen – frag vor der Buchung nach Etage, Aufzug und Anlieferweg. Eigene Hotelparkplätze sind in der Altstadt die Ausnahme; meist landest du in einem Parkhaus oder auf einem bewirtschafteten Stellplatz am Rand des Zentrums.

Hotels in Cagliari

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Cagliari und was auf Sardiniens Teller kommt

Cagliari isst zweigleisig – Fisch aus dem Golf und Deftiges aus dem Hinterland, oft in derselben Gasse.

Das Gericht der Stadt ist fregola con arselle, geröstete Grießkügelchen mit kleinen Venusmuscheln, auf Sardisch fregula cun cocciula. Daneben steht die burrida a sa casteddaia, kalt servierter Katzenhai in einer Sauce aus Walnüssen und Essig – ein alter cagliaritanischer Klassiker, den längst nicht mehr jede Küche macht. Bottarga, der getrocknete Rogen der Meeräsche, kommt gehobelt über die Pasta; spaghetti ai ricci mit Seeigel galten lange als Wintergericht, sind durch Fangbeschränkungen zuletzt aber selten geworden. Aus dem Hinterland kommen malloreddus alla campidanese, culurgiones mit Kartoffel-Minze-Füllung, porceddu vom Spanferkel und pane carasau, das hauchdünne Fladenbrot.

Die größte Dichte an Trattorien hat die Marina, allen voran die Via Sardegna. Die Trattoria Lillicu gehört dort zu den ältesten Gasthäusern der Stadt und serviert an Marmortischen die cagliaritanische Fischküche ohne Umschweife. Su Cumbidu in der Via Napoli holt das Gegenprogramm auf den Tisch, nämlich das Hinterland: culurgiones, malloreddus, Gegrilltes und Spanferkel in Portionen, die selten jemand allein schafft. Sa Domu Sarda kocht die Inselklassiker in rustikalen Stuben in Stampace, von malloreddus bis zur seada mit Honig. In allen dreien empfiehlt sich abends eine Reservierung, in der Hochsaison ohnehin.

Eine Klasse ambitionierter wird es an der Viale Regina Margherita. Dal Corsaro ist seit Jahrzehnten die Feinschmeckeradresse der Stadt; die Familie Deidda arbeitet dort mit sardischen Produkten in mehrgängigen Menüs, und man merkt jedem Gang an, dass die Küche die Inselklassiker sehr genau kennt, bevor sie sie auseinandernimmt. Wenige Schritte entfernt setzt das Ristorante Luigi Pomata auf Thunfisch aus Carloforte, wo die Familie herkommt, dazu Crudi, sardische Klassiker und eine gut sortierte Weinkarte. Beide Häuser sind klein genug, dass an Wochenenden spontan selten etwas geht – reserviere möglichst schon vor der Anreise.

Der Rest ist Rhythmus. Der Aperitivo beginnt gegen sieben, und der beste Platz dafür ist die Mauerkante: Das Caffè Libarium Nostrum hat seine Terrasse direkt auf der Bastion der Via Santa Croce, hoch über den Dächern von Stampace. Zu Abend gegessen wird selten vor 21 Uhr, mittags meist zwischen 13 und 15 Uhr. Getrunken wird sardisch – Vermentino zum Fisch, Cannonau zum Fleisch, dazu Nuragus aus dem Campidano und zum Schluss ein kalter Mirto. Wer etwas mitnehmen will, kauft auf dem Markt ein: Der San Benedetto handelt bis zum Neubau provisorisch auf der Piazza Nazzari, dazu kommen der Mercato civico di Santa Chiara und die Feinkostläden der Marina. Bottarga, Pecorino sardo und pane carasau überstehen den Rückweg problemlos, sofern sie vakuumiert eingepackt sind.

Restaurants in Cagliari

Anreise & vor Ort

Anreise nach Cagliari und unterwegs in der Stadt

Der Flughafen liegt sieben Kilometer vor der Stadt, der Fähranleger direkt hinter der Via Roma – näher geht kaum.

Die meisten Reisenden kommen über den Flughafen Cagliari-Elmas, der rund sieben Kilometer westlich des Zentrums liegt und in der Sommersaison von mehreren deutschsprachigen Städten direkt angeflogen wird; außerhalb der Saison führt der Weg meist über ein italienisches Drehkreuz. Vom Bahnhof am Terminal fahren Regionalzüge in wenigen Minuten zum Hauptbahnhof an der Piazza Matteotti, also direkt zwischen Hafen und Marina-Viertel. Das Ticket kaufst du vorher und entwertest es vor dem Einsteigen. Alternativ bringen dich Bus oder Taxi je nach Verkehr in etwa einer Viertelstunde ins Zentrum, Mietwagenschalter liegen am Terminal.

Mit dem eigenen Auto oder ohne Flug kommst du per Fähre. Vom Hafen Cagliari bestehen Verbindungen aufs italienische Festland, unter anderem nach Civitavecchia bei Rom und nach Neapel, dazu nach Sizilien; die Überfahrten laufen überwiegend als Nachtfahrten mit Kabinen. Der Anleger liegt unmittelbar hinter der Via Roma, du bist also mit Gepäck in wenigen Minuten in einem Hotel in der Marina. Für die Hauptsaison und erst recht für die Mitnahme eines Fahrzeugs solltest du früh buchen. Die Fahrpläne unterscheiden sich zwischen Sommer und Winter deutlich, prüf sie also direkt bei der Reederei statt in älteren Reiseführern.

In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Fast alles zwischen Marina, Stampace, Castello und Villanova liegt in Gehweite, den Rest übernehmen die CTM-Stadtbusse, die auch den Poetto bedienen. Fahrscheine kaufst du vor dem Einsteigen an Tabaccherie, Kiosken oder per App und entwertest sie im Bus. Der einzige echte Widerstand sind die Höhenmeter zum Castello – dafür gibt es öffentliche Aufzüge, und mit Knieproblemen oder Kinderwagen nimmst du sie ohne schlechtes Gewissen, sofern sie laufen: Im Hochsommer schaltet die Stadt sie über Mittag und am Nachmittag stundenweise ab. Eine Stadtbahnlinie verbindet Cagliari außerdem mit den östlichen Vororten; für Reisende spielt sie kaum eine Rolle.

Ein Mietwagen lohnt erst für die Ausflüge. Dann führt die SS131 Carlo Felice nach Norden Richtung Oristano und Sassari, während die Straßen nach Osten Richtung Villasimius und die Küstenroute nach Südwesten Richtung Pula und Chia abzweigen. In der Innenstadt gilt: Parken kostet fast überall etwas, blaue Linien sind gebührenpflichtig, und in die engen Gassen von Castello und Marina fährst du besser gar nicht erst hinein. Ohne eigenes Auto kommst du mit Regionalzügen nach Oristano, Sassari und Olbia sowie mit den ARST-Überlandbussen zu den Küstenorten im Süden – langsamer als der Mietwagen, für einzelne Tagesziele aber völlig ausreichend.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge in Südsardinien

Ausflüge ab Cagliari in den Süden Sardiniens

Innerhalb einer Autostunde erreichst du Ausgrabungen am Wasser, Dünenstrände und ein Meeresschutzgebiet.

Flamingos im Molentargius
Flamingos im Molentargius

Der naheliegendste Ausflug ist Nora bei Pula, rund vierzig Autominuten südwestlich. Die punisch-römische Stadt liegt auf einer Landzunge, die ins Meer ausläuft: Thermen mit Mosaikböden, ein Theater, ganze Straßenzüge, und ringsum Wasser in drei Richtungen. Wer früh kommt, hat die Anlage fast für sich, bevor die Gruppen anrollen, und kann den Nachmittag an den Stränden von Pula und Santa Margherita anhängen. Ein Teil des antiken Stadtgebiets liegt heute unter Wasser, weil die Küstenlinie sich verschoben hat – für Schnorchler ein zusätzlicher Grund, Maske und Flossen mitzunehmen.

Weiter im Südwesten liegt Chia mit Dünen, Wacholder und einem spanischen Wachturm auf dem Felsen über der Bucht, gut eine Autostunde entfernt. Von dort zieht sich die Küstenstraße der Costa del Sud in Serpentinen nach Westen Richtung Teulada, mit Buchten, an denen kaum ein Schild steht. In den Lagunen hinter den Stränden stehen häufig Flamingos, du musst für die Vögel also nicht zwingend zurück in den Molentargius. Nimm Verpflegung mit: Die Infrastruktur ist an diesem Küstenabschnitt dünner, als die Bilder vermuten lassen, und im Hochsommer sind einzelne Parkplätze früh am Vormittag voll.

Nach Osten führt der Weg nach Villasimius und zum Capo Carbonara, ebenfalls etwa eine Stunde. Das Kap ist Meeresschutzgebiet, das Wasser entsprechend klar, und rund um Punta Molentis und den Strand von Simius reihen sich helle Buchten aneinander. In der Hochsaison sind einzelne Zufahrten und Parkplätze kontingentiert oder kostenpflichtig, informier dich vor der Fahrt über die aktuellen Regeln. Wer weiterfährt, landet an der Costa Rei mit ihren langen Sandstränden. Auch ohne Auto geht das: ARST-Busse fahren im Sommer von Cagliari an die Ostküste, wenn auch mit deutlich weniger Flexibilität.

Landeinwärts wird es archäologisch. In Barumini steht mit Su Nuraxi der bekannteste Nuraghenkomplex der Insel, seit 1997 UNESCO-Welterbe und nur mit Führung zu besichtigen – gut eine Stunde nördlich und die logische Ergänzung zu den Bronzetti im Museum von Cagliari. Gleich daneben erhebt sich die Giara di Gesturi, ein Basaltplateau mit Korkeichen und halbwilden Pferden. Wer lieber ans Wasser will, nimmt eine Fähre auf die Insel San Pietro und sieht sich in Carloforte an, warum in Cagliaris besseren Restaurants so oft Thunfisch von dort auf der Karte steht.

Feste & Veranstaltungen

Sant'Efisio und Cagliaris Feste im Jahreslauf

Einmal im Jahr zieht halb Sardinien in Tracht durch die Via Roma, und die Stadt ist tagelang ausgebucht.

Spiaggia del Poetto
Spiaggia del Poetto

Sant'Efisio am 1. Mai ist das größte Fest der Stadt und eine der größten Prozessionen des Mittelmeerraums. Der Ursprung ist ein Gelübde aus der Pestzeit des 17. Jahrhunderts: Seit 1657 trägt Cagliari die Statue des Heiligen aus seiner Kirche in Stampace hinaus und begleitet sie über mehrere Tage bis nach Nora bei Pula und wieder zurück. Vorneweg ziehen traccas, mit Blumen und Teppichen geschmückte Ochsenkarren, dahinter Gruppen in Tracht aus Dörfern der ganzen Insel und berittene Milizen. Wer das sehen will, sucht sich früh einen Platz an der Route und bucht die Unterkunft Monate im Voraus.

Im Frühjahr liegt außerdem die Karwoche, in der die Bruderschaften mehrere Tage lang Prozessionen durch die Altstadt führen – eine Tradition mit deutlich spanischen Wurzeln, ernster und stiller als das Fest im Mai. Ebenfalls im Mai öffnet Monumenti Aperti an einzelnen Wochenenden Kirchen, Krypten und Palazzi, die sonst verschlossen bleiben; die Veranstaltung nahm in den 1990er-Jahren in Cagliari ihren Anfang und hat sich seitdem über die ganze Insel ausgebreitet. Für Reisende ist das die beste Gelegenheit, in Gebäude zu kommen, die auf keiner regulären Öffnungszeit stehen.

Der Sommer verlagert das Leben nach draußen und ans Wasser. Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen verteilen sich über die Monate, am Poetto laufen die Strandbars bis spät, und um Ferragosto Mitte August ist die Stadt gleichzeitig voll und halb geschlossen, weil viele Cagliaritaner selbst wegfahren und ein Teil der Geschäfte und Restaurants Betriebsferien macht. Rechne in dieser Woche mit Hitze, hohen Preisen und verschlossenen Türen an Stellen, an denen du es nicht erwartest – und prüf bei Museen, Kirchen und Restaurants vorher die aktuell geltenden Zeiten statt dich auf Standardangaben zu verlassen.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Cagliari – und welches zu dir passt

CastelloCastelloDie Oberstadt auf dem Kalkfelsen ist Cagliaris historischer Kern: pisanische Wehrtürme, die Kathedrale an der Piazza Palazzo, die Cittadella dei Musei und Bastionsterrassen, von denen aus die halbe Stadt zusieht, wie die Sonne hinter der Lagune von Santa Gilla untergeht.Ideal für: Museen & Aussicht1 TagMarinaMarinaDas Viertel zwischen Hafenkante und Castello-Fuß ist die pragmatischste Adresse der Stadt. Hinter den Arkaden der Via Roma reihen sich in der Via Sardegna die Trattorien aneinander, Bahnhof und Fähranleger liegen am Rand, und unter Sant'Eulalia liegt ein Stück römische Straße.Ideal für: Erste Basis & Essen½–1 TagStampaceStampaceWestlich der Achse Largo Carlo Felice liegt das Viertel der Barockkirchen. Sant'Anna und San Michele stehen wenige Gassen auseinander, bergauf folgen das römische Amphitheater und der botanische Garten von 1866, und am unteren Ende sammelt sich abends die Piazza Yenne.Ideal für: Barock & Antike½ TagVillanovaVillanovaÖstlich des Castello wohnten traditionell Bauern und Handwerker. Niedrige, oft bunt gestrichene Häuser stehen um San Giacomo und San Domenico, die Via Garibaldi zieht als Fußgängerachse hindurch, und Richtung Viale Regina Margherita liegen einige der besten Restaurants der Stadt.Ideal für: Alltag & Restaurants½ TagPoettoPoettoDer Stadtstrand zieht sich acht Kilometer von der Marina Piccola unter der Sella del Diavolo bis nach Quartu Sant'Elena, mit flach abfallendem Wasser, Kiosken und langen freien Abschnitten. Gleich hinter der Straße beginnt der Salinenpark Molentargius mit seinen Flamingos.Ideal für: Baden & Flamingos1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Cagliari mit Wetter und Badesaison

Cagliari gehört zu den sonnigsten Städten Italiens, und die eigentliche Frage ist nicht das Wetter, sondern die Hitze.

Cagliari liegt im äußersten Süden Sardiniens und hat ein ausgeprägt mediterranes Klima: milde, regenreichere Winter um 14 bis 15 Grad, ein kurzes, sehr grünes Frühjahr und Sommer, in denen die Temperatur über Wochen bei 30 Grad und darüber bleibt. Der Wind bestimmt das Empfinden dabei oft stärker als das Thermometer – der Maestrale aus Nordwesten kühlt und macht die Marina Piccola zum Surfrevier, der Scirocco aus Süden bringt die schwersten Tage des Jahres. Der Regen fällt fast nur im Winterhalbjahr, von Oktober bis April, und selbst dann meist als kurzer, kräftiger Schauer statt als Dauerregen – Juni bis September bleiben so gut wie trocken.

Jan14°6°mild und still, Museumswetter
Feb15°6°Mandelblüte, wenig Betrieb
Mär17°8°erste warme Tage, Karwoche
Apr19°10°grün, angenehm zum Laufen
Mai24°13°Sant'Efisio, Badesaison beginnt
Jun28°17°warm, lange Abende
Jul31°20°heiß, Tage gehören dem Poetto
Aug31°21°Hochsaison und Ferragosto
Sep27°18°warmes Meer, ruhigere Stadt
Okt23°15°goldenes Licht, Baden möglich
Nov18°11°Regentage, Zeit für Trattorien
Dez15°8°mild, Lichter in der Altstadt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Cagliari sind Mai, Juni, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 28 Grad, das Meer ist warm genug zum Baden, und die Altstadt lässt sich tagsüber erlaufen, ohne dass die Hitze den Zeitplan diktiert. Juli und August gehören dem Poetto – Vormittag am Strand, Siesta, Abend in der Stadt –, dafür sind Preise und Andrang am höchsten, und um Ferragosto hat ein Teil der Läden geschlossen. Wer nur Stadt und Museen will, reist im März, April oder November günstig und findet leere Gassen vor. Um den 1. Mai kommt mit Sant'Efisio ein eigener Grund dazu, dann aber lange im Voraus buchen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Cagliari

Wie kommt man vom Flughafen Cagliari-Elmas ins Zentrum?
Am schnellsten mit dem Zug: Vom Bahnhof direkt am Terminal fahren Regionalzüge in wenigen Minuten zum Hauptbahnhof an der Piazza Matteotti, also mitten zwischen Hafen und Marina-Viertel. Das Ticket kaufst du vorher und entwertest es vor dem Einsteigen. Alternativ bringen dich Bus oder Taxi in etwa einer Viertelstunde ins Zentrum, Mietwagenschalter liegen direkt am Terminal.
Wie kommt man ohne Auto an den Poetto-Strand?
Mit den CTM-Stadtbussen, die vom Zentrum in etwa zwanzig Minuten an den Strand fahren. Fahrscheine gibt es an Tabaccherie, Kiosken und per App, entwertet wird beim Einsteigen. Wer lieber selbst fährt, nutzt den Radweg entlang der Viale Poetto mit Leihrad oder Roller. Für den späten Rückweg lohnt vorher ein Blick auf die letzte Verbindung.
In welchem Viertel wohnt man in Cagliari am besten?
Die Marina ist die praktischste Wahl, weil Bahnhof, Fähranleger und die meisten Trattorien am selben Rand liegen. Das Castello bietet Aussicht und abends Ruhe, verlangt dafür viele Stufen. Villanova ist die leisere Variante mit rund zehn Gehminuten ins Zentrum, und am Poetto wohnst du am Strand, aber eine Busfahrt von der Altstadt entfernt.
Kommt man mit dem Auto ins Castello?
Praktisch nicht. Die Gassen der Oberstadt sind eng, teilweise gesperrt und für Ortsunkundige mit dem Auto kaum sinnvoll zu befahren, Parkplätze gibt es oben so gut wie keine. Stell den Wagen in einem Parkhaus oder auf einem bewirtschafteten Stellplatz in der Unterstadt ab und nimm die öffentlichen Aufzüge oder die Treppe des Bastione. Mit Gepäck vorher im Hotel nach dem Anlieferweg fragen.
Wann sieht man die Flamingos im Molentargius am besten?
Die Vögel sind ganzjährig im Park, am größten ist die Kolonie im Frühjahr und Frühsommer während der Brutzeit. Fürs Licht ist der späte Nachmittag am besten, wenn das Rosa gegen die hellen Salzkrusten steht. Du bewegst dich auf den Dammwegen zu Fuß oder mit dem Rad; ein Fernglas bringt mehr als ein Teleobjektiv, und die Brutinseln bleiben tabu.
Welche Museen lohnen sich in Cagliari?
An erster Stelle das Museo Archeologico Nazionale in der Cittadella dei Musei mit den Bronzetti der Nuraghenkultur sowie punischen und römischen Funden. Im selben Komplex liegen die Pinacoteca Nazionale mit sardischen Retabeln, eine Sammlung siamesischer Kunst und ein Kabinett anatomischer Wachsmodelle. Unter der Chiesa di Sant'Eulalia in der Marina kommt ein freigelegtes Stück römischer Straße dazu.
Lohnt sich Cagliari auch außerhalb der Badesaison?
Ja, vor allem für Stadt und Museen. Die Winter sind mild, die Höchstwerte liegen meist zwischen 14 und 18 Grad, die Altstadt lässt sich ohne Hitze erlaufen, und in den Trattorien der Marina bekommst du auch ohne Reservierung einen Tisch. Rechne mit Regentagen zwischen November und Februar und damit, dass ein Teil der Kioske und Strandbars am Poetto geschlossen ist.
Braucht man in Cagliari einen Mietwagen?
In der Stadt nicht. Marina, Stampace, Castello und Villanova liegen in Gehweite, den Poetto erreichst du mit dem Stadtbus. Sinnvoll wird der Mietwagen erst für Ausflüge nach Nora, Chia, Villasimius oder Barumini. Wenn du ihn nur für diese Tage buchst, sparst du dir die Parkplatzsuche im Zentrum, wo fast überall Gebühren anfallen und blaue Linien die Regel sind.
Was sollte man in Cagliari auf keinen Fall auslassen?
Den Blick von der Terrazza Umberto I auf dem Bastione di Saint Remy, den Aufstieg auf die Torre dell'Elefante, die in den Fels getriebene Märtyrerkrypta unter der Kathedrale und die Bronzetti im Archäologischen Nationalmuseum. Dazu einen Vormittag auf dem Markt – der San Benedetto handelt bis zum Neubau provisorisch auf der Piazza Nazzari –, einen Teller fregola con arselle in der Marina und einen Nachmittag am Poetto.
Wann isst man in Cagliari zu Abend?
Später als in Deutschland. Der Aperitivo beginnt gegen sieben, die Küchen füllen sich ab etwa 21 Uhr, und wer um halb acht in einer Trattoria sitzt, hat den Raum meist für sich. Mittags wird ungefähr zwischen 13 und 15 Uhr gegessen, danach schließen viele Küchen. Für die bekannten Häuser in der Marina und an der Viale Regina Margherita solltest du abends reservieren.
Ist Cagliari mit Kindern eine gute Idee?
Ja, weil sich Stadt und Strand an einem Tag verbinden lassen: vormittags Turm oder Museum, nachmittags Poetto, dazwischen eine Busfahrt von zwanzig Minuten. Die Flamingos im Molentargius funktionieren als eigenes Programm. Rechne dafür mit Höhenmetern und grobem Pflaster in der Altstadt – mit Kinderwagen sind die öffentlichen Aufzüge ins Castello viel wert, im Hochsommer aber nicht durchgehend in Betrieb.
Was ist Sant'Efisio und wann findet es statt?
Die größte Prozession Sardiniens, die jedes Jahr am 1. Mai in Cagliari beginnt. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Statue des Heiligen aus Stampace über mehrere Tage bis nach Nora bei Pula und wieder zurück begleitet, mit blumengeschmückten Ochsenkarren, Trachtengruppen aus der ganzen Insel und berittenen Milizen. Unterkünfte solltest du für diese Tage Monate vorher buchen.
Wie lange kann man am Poetto baden?
Die Badesaison reicht ungefähr von Ende Mai bis in den Oktober hinein, weil sich das flache Wasser vor dem Poetto schnell erwärmt und im Herbst lange warm bleibt. Im September und Oktober ist das Meer morgens oft angenehmer als die Luft. Im Frühjahr dagegen hinkt die Wassertemperatur den ersten warmen Tagen deutlich hinterher – April ist Wander-, nicht Badewetter.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Cagliari – Castello & Bastione pisanische Kalksteintürme über dem Golfo degli Angeli

Beginne oben im Castello mit Bastione di Saint Remy und Cattedrale di Santa Maria, danach geht es bergab. Für das Museo Archeologico Nazionale solltest du einen halben Vormittag einplanen.

Übernachten

Hotels in Cagliari – Castello, Marina & Poetto von der Altstadtgasse bis ans Strandende des Poetto

Wer abends gern zu Fuß unterwegs ist, wohnt in der Marina nah an Hafen und Trattorien; Castello ist ruhiger und atmosphärisch, Poetto die Wahl für Strandtage am Stadtstrand.

Genießen

Restaurants in Cagliari – Trattorien der Marina fregola con arselle und Aperitivo zur blauen Stunde

Sardiniens Küche dreht sich um Meer und Hügel: fregola con arselle, frittierte Mauresca und Culurgiones. Die kleinen Trattorien der Marina und Stampace sind die ehrlichste Adresse.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Cagliari – Poetto & Molentargius Flamingo-Lagunen, acht Kilometer Strand, Altstadt zu Fuß

Vom Hafen starten Bootstouren entlang der Küste und in den Golfo degli Angeli; im Naturpark Molentargius beobachtest du Flamingos, und am Poetto leihst du Rad oder SUP.

CagliariVom Kai bis zu den pisanischen Türmen sind es keine zwanzig Minuten Aufstieg, und oben steht zur blauen Stunde die halbe Stadt auf der Bastionsmauer und schaut zu, wie das Licht über dem Golfo degli Angeli kippt.

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