
◆ STADT · LIGURIEN
Sanremo ist die Belle-Époque-Diva der Riviera dei Fiori: eine Stadt, die im 19. Jahrhundert russische Zaren und englische Lords an die palmengesäumte Promenade lockte und bis heute zwischen mondäner Spielbank und mittelalterlichem Gassengewirr changiert. Über dem Yachthafen kreist das gusseiserne Jugendstil-Casinò, dahinter staffelt sich La Pigna, die spiralförmig angelegte Altstadt, den Hang hinauf. Jeden Februar richten sich für eine Woche die Augen ganz Italiens auf das Teatro Ariston, wenn das Festival della Canzone Italiana läuft. Dazwischen liegen die Zwiebelturm-Kirche der russischen Kolonie, Zitrusgärten, die längste Küsten-Radstrecke Liguriens – und der unverstellte Blick auf ein Meer, das hier auch im Winter in mildem Licht liegt.

Sanremos Aufstieg begann mit der Kälte – nicht der eigenen, sondern der des europäischen Nordens. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der mediterrane Winter zur Mode wurde, entdeckte der wohlhabende Adel die geschützte Bucht am Westende Liguriens. Die russische Zarin Maria Alexandrowna überwinterte hier, englische Lords ließen sich Villen in die Hänge bauen, und die Stadt antwortete mit Grandhotels, einer von Palmen gesäumten Promenade Imperatrice und 1905 mit dem Casinò – einem gusseisernen Jugendstil-Tempel, der bis heute über dem Hafen thront. Die orthodoxe Chiesa Russa mit ihren bunten Zwiebeltürmen ist das schönste Denkmal dieser kosmopolitischen Epoche.
Hinter der mondänen Fassade des 19. Jahrhunderts liegt das eigentliche, viel ältere Sanremo: La Pigna, die Altstadt, die sich wie eine Schneckenhausspirale (daher der Name „Pinienzapfen“) den Hügel hinaufwindet. Enge, oft überdachte Gassen, Treppen und Bögen verbinden Plätzchen, von denen man plötzlich auf das Meer blickt; ganz oben krönt die Wallfahrtskirche Madonna della Costa den Hang. Das Labyrinth war als Schutz gegen Sarazenen-Überfälle angelegt – heute ist es ein stilles Gegenstück zur Eleganz der Uferzone, langsam von Künstlern und kleinen Lokalen wiederbelebt.
Sein modernes Gesicht zeigt Sanremo jeden Februar: Dann wird das Teatro Ariston für eine Woche zum Nabel der italienischen Popkultur, wenn das Festival della Canzone Italiana läuft und das halbe Land vor den Fernsehern sitzt. Doch Sanremo lebt nicht nur von Erinnerung und Glamour. Es ist bis heute eine der wichtigsten Blumenhandelsstädte Europas – die Riviera dei Fiori trägt ihren Namen zu Recht –, und auf der Pista Ciclabile, der Küsten-Radstrecke auf der alten Bahntrasse, rollt das Alltagsleben am Meer entlang. travelperfect empfiehlt, La Pigna am späten Nachmittag zu erkunden, wenn die Sonne tief in die Gassen fällt, und den Abend an der Promenade ausklingen zu lassen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




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02 · Was tun
Belle Époque & Glamour
Vom gusseisernen Casinò von 1905 über die Promenade Imperatrice mit ihren Palmen bis zur orthodoxen Chiesa Russa – ein Spaziergang durch die Epoche, in der Sanremo zum Winterquartier des europäischen Adels wurde. Wer mag, schließt mit einem Aperitivo in einem der Grandhotels an, deren Fassaden noch immer von russischen Großfürsten und englischen Lords erzählen.
Mittelalter im Schneckenhaus
Die Altstadt windet sich als steile Spirale den Hang hinauf: überdachte Gassen, Bögen, Treppen und plötzliche Aussichten. Ganz oben krönt die barocke Wallfahrtskirche Madonna della Costa den Hügel, von deren Vorplatz der Blick über Dächer und Meer reicht. Am späten Nachmittag, wenn das Licht tief in die Gassen fällt, zeigt sich La Pigna von seiner schönsten Seite.
Am Meer entlang
Auf der alten Bahntrasse führt die Pista Ciclabile rund 24 Kilometer der Küste entlang, von Ospedaletti bis San Lorenzo al Mare – flach, autofrei und immer mit Blick aufs Wasser. Am Porto Vecchio reihen sich Fischerboote und Lokale, der moderne Yachthafen Portosole liegt gleich daneben. Leihräder gibt es entlang der Strecke; ein E-Bike erleichtert die Hügel der Nachbarorte.
Gärten, Künstler & Hinterland
Die Riviera dei Fiori macht ihrem Namen Ehre: In den Giardini di Villa Ormond und rund um die Villa Nobel, in der Alfred Nobel seine letzten Jahre verbrachte, blüht es üppig. Ein Abstecher führt nach Bussana Vecchia, dem 1887 von einem Erdbeben zerstörten Bergdorf, das seit den 1960ern von Künstlern wiederbelebt wird – heute eine Kulisse aus Ateliers zwischen Ruinen.
03 · Wann
Sanremo liegt in einer der mildesten Ecken Italiens: Die nach Süden geöffnete, von Bergen geschützte Bucht beschert ein ausgeglichenes Mittelmeerklima mit warmen, trockenen Sommern und milden Wintern. Genau dieser sanfte Winter zog im 19. Jahrhundert den nordeuropäischen Adel an. Heute sind Frühling und Herbst die schönsten Reisezeiten, während der Februar mit dem Festival eine ganz eigene, quirlige Stimmung bringt.
04 · Häufige Fragen
Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) sind ideal: mild, blühend und ohne den Sommertrubel. Wer baden möchte, kommt im Sommer, muss aber mit vollen Stränden und höheren Preisen rechnen. Im Februar verwandelt das Festival della Canzone Italiana die Stadt für eine Woche – spannend, aber dann sind Hotels früh ausgebucht und teuer.
Für die Stadt selbst – Casinò, La Pigna, Promenade, Chiesa Russa und die Gärten – reichen zwei bis drei Tage. Wer die Pista Ciclabile abfahren, nach Bussana Vecchia ausweichen oder Ausflüge an die nahe Côte d'Azur und ins Hinterland machen möchte, plant besser vier bis fünf Tage ein und nutzt Sanremo als Standort an der Riviera dei Fiori.
Am bequemsten per Zug: Sanremo liegt an der Bahnlinie Genua–Ventimiglia, mit Verbindungen Richtung Genua und an die französische Côte d'Azur. Die nächsten Flughäfen sind Nizza (rund 60 km) und Genua (rund 140 km), beide per Bus oder Bahn angebunden. Mit dem Auto erreicht man Sanremo über die Autobahn A10 (Genua–Ventimiglia).
Unbedingt. Das Festival ist nur eine Woche im Februar; den Rest des Jahres ist Sanremo eine entspannte Riviera-Stadt mit Belle-Époque-Flair, milder Küste und Blumenmärkten. Außerhalb der Festivalwoche sind Hotels günstiger und die Stadt deutlich ruhiger – ideal, um La Pigna, die Gärten und die Promenade in Ruhe zu erkunden.
Das Casinò Municipale von 1905, die spiralförmige Altstadt La Pigna mit der Wallfahrtskirche Madonna della Costa, die orthodoxe Chiesa Russa mit ihren Zwiebeltürmen, die Giardini di Villa Ormond und die Villa Nobel. Wer Zeit hat, fährt die Pista Ciclabile am Meer entlang und macht einen Abstecher ins Künstlerdorf Bussana Vecchia.
Ja, Sanremo liegt nur rund 20 km vor der französischen Grenze. Mit dem Zug erreicht man Ventimiglia und von dort Menton, Monaco und Nizza in überschaubarer Zeit – ein beliebter Tagesausflug. Auch der grenzüberschreitende Markt von Ventimiglia am Freitag ist ein klassisches Ziel von Sanremo aus.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage an der Riviera dei Fiori.
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