Wer Sanremo wirklich verstehen will, kommt an Porto Vecchio nicht vorbei. Das alte Hafenviertel liegt dort, wo die Stadt ihren Ursprung hat: dicht am Wasser, mit einem Hafen, der schon seit Jahrhunderten Fischer, Händler und Seefahrer anzieht. Heute schaukeln hier Fischerboote neben eleganten Segelyachten, und der Geruch von frischem Fang mischt sich mit dem Duft von Espresso aus den kleinen Bars entlang der Uferpromenade.
Die Gassen des Viertels erzählen Geschichten, die kein Reiseführer vollständig erfassen kann. Enge Vicoli schlängeln sich zwischen ockergelben und terrakottafarbenen Fassaden hindurch, Wäsche hängt zwischen den Fenstern, und ältere Einheimische sitzen auf Klappstühlen vor ihren Haustüren. Wer früh morgens hierherkommt, erlebt den Hafen noch in seiner ursprünglichsten Form: Fischernetze werden geflickt, Kisten mit Dorade und Tintenfisch werden ausgeladen, und der Tag beginnt ohne Touristenrummel.
Architektonisch ist Porto Vecchio ein Zeugnis der ligurischen Bauweise: kompakte, hohe Häuser, die einst den Seewind abhalten sollten, mit kleinen Innenhöfen und Treppenhäusern, die ins Halbdunkel führen. Die Nähe zur Altstadt La Pigna – dem mittelalterlichen Stadtkern auf dem Hügel – macht das Viertel zum idealen Ausgangspunkt, um Sanremos Geschichte in Schichten zu erleben.
Gastronomisch hält Porto Vecchio, was es optisch verspricht. Kleine Trattorie und Fischrestaurants reihen sich entlang der Hafenmole, und wer den Einheimischen folgt, landet unweigerlich bei frisch zubereiteten Frutti di Mare oder einem Teller Trofie al Pesto. Abends verwandelt sich das Viertel: Die Lichter spiegeln sich im Wasser, die Bars füllen sich, und Porto Vecchio zeigt seine entspannte, mediterrane Abendseite.

Forte di Santa Tecla
Dreieckige Festung der Republik Genua aus der Mitte des 18. Jahrhunderts über dem alten Hafen von Sanremo – heute Ausstellungs- und Veranstaltungsort.
Dreieckige Festung über dem alten Hafen