Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Friaul-Julisch Venetien
Morgens um acht liegt die Piazza dell'Unità d'Italia noch leer da, nur das Meer glitzert am offenen Ende des Platzes.
Triest zuerst: Die Piazza dell'Unità d'Italia ist die größte Piazza Europas, die sich direkt zum Meer öffnet – drei Seiten Habsburger-Prunk, die vierte ist Adria. Vom Platz sind es zwei Minuten zum Molo Audace, der langen Steinmole, auf der abends die halbe Stadt spazieren geht, und fünf Minuten zum Canal Grande, wo Boote vor der Kirche Sant'Antonio dümpeln. Dazwischen liegen die historischen Kaffeehäuser: das Caffè San Marco von 1914 mit Buchhandlung, das Caffè degli Specchi direkt an der Piazza, das Caffè Tommaseo am Hafen. Anders als in Florenz brauchst du hier nirgends ein Zeitfensterticket – Triest ist eine Stadt zum Treibenlassen.
Schloss Miramare ist der Pflichttermin vor den Toren der Stadt: Erzherzog Ferdinand Maximilian von Habsburg ließ sich das strahlend weiße Schloss zwischen 1856 und 1860 auf einen Felsvorsprung über den Golf bauen, bevor er als Kaiser nach Mexiko ging und dort erschossen wurde. Innen sind die Wohnräume original erhalten, außen umgibt ein großer Park mit altem Baumbestand das Schloss – der Eintritt in den Park ist frei. Am schönsten kommst du zu Fuß auf dem Küstenweg von Barcola hinüber, mit dem Schloss als weißem Punkt am Horizont, der langsam größer wird. Früh am Morgen oder unter der Woche gehört dir der Blick fast allein.
Eine halbe Autostunde westlich wartet die Antike: In Aquileia, einst eine der großen Städte des Römischen Reichs, bedeckt der Mosaikboden der Basilika rund 760 Quadratmeter – das größte frühchristliche Bodenmosaik Westeuropas, seit 1998 UNESCO-Welterbe, mit Tierszenen und der Jona-Geschichte aus dem frühen 4. Jahrhundert. Vom Glockenturm überblickst du das Grabungsgelände mit dem alten Flusshafen. Gleich nördlich davon liegt Palmanova, die 1593 von Venedig als neunzackiger Festungsstern angelegte Idealstadt, deren Wälle du heute auf einem Rundweg abläufst. Und in Cividale del Friuli steht mit dem Tempietto Longobardo das wichtigste erhaltene Bauwerk der Langobarden, ebenfalls Welterbe, über dem türkisgrünen Natisone.
Der Karst über Triest ist die unterschätzte Schatzkammer der Region: In der Grotta Gigante bei Sgonico steigst du in einen einzigen, knapp 100 Meter hohen Höhlensaal hinab, einen der größten Schauhöhlenräume der Welt. An der Küste bei Duino führt der Rilke-Weg am Klippenrand entlang – Rainer Maria Rilke begann hier auf Schloss Duino seine Duineser Elegien –, mit Blick auf die Bucht von Sistiana. Und wenn an einem Hoftor ein Efeuzweig hängt, hat eine Osmiza geöffnet: ein Karst-Weingut, das tageweise seinen eigenen Wein, Schinken und Käse im Hof ausschenkt. Das Datum wechselt, die Tradition ist Jahrhunderte alt.























