Stadt · Italien

Udine

Venezianische Plätze, Tiepolos erste große Fresken und die Osterien, in denen das Friaul seinen Feierabend trinkt.

3 Stadtviertel
Überblick

Udine auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Oktober; Hochsommer schwül-warm, der Winter kann kalt und neblig sein
Sprache & Zahlung
Italienisch und Furlanisch; Euro, Kartenzahlung weit verbreitet
Lage
Nordostitalien, Friaul-Julisch Venetien, in der Ebene zwischen Julischen Alpen und Adria, nahe der slowenischen Grenze
Anreise mit dem Flugzeug
Flughafen Triest-Ronchi dei Legionari (TRS) ca. 40 km südlich, per Regionalzug direkt erreichbar; Venedig (VCE) und Treviso (TSF) in rund 2 Std.
Mit dem Zug
Bahnhof Udine an der Linie Venedig–Triest und Richtung Österreich; Venedig in ca. 2 Std., Triest in ca. 1 Std.
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Über Udine

Reisen nach Udine

Udine war jahrhundertelang die Hauptstadt des Friaul, und die venezianische Zeit ist der Stadt bis heute anzusehen. Auf der Piazza della Libertà stehen die Loggia del Lionello aus rosa und weißem Stein und gegenüber der Uhrturm mit den beiden bronzenen Mori, die die Stunde schlagen. Darüber liegt der Schlosshügel mit dem Castello und den Stadtmuseen, von dem der Blick über die Ziegeldächer bis an die Alpen reicht. Im Palazzo Patriarcale malte Giambattista Tiepolo seinen ersten großen Freskenzyklus, und abends füllen sich die Osterien, in denen zum Tajut ein Teller Frico kommt.

Reiseführer

Udine von A bis Z

Aktualisiert Oktober 2026

Udine liegt mitten in der friaulischen Ebene und verspricht von außen wenig. Dann steht man auf der Piazza della Libertà zwischen einer venezianischen Loggia aus rosa und weißem Stein und einem Uhrturm, auf dem zwei bronzene Mori die Stunde schlagen. Über beidem liegt der Schlosshügel.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Udine

Vier Sehenswürdigkeiten listet travelperfect in Udine, und sie stehen ungewöhnlich dicht beieinander. Zwischen dem Palazzo Patriarcale und der Piazza della Libertà, dem weitesten gemessenen Paar, liegen gut 280 Meter Luftlinie, alles andere noch enger.

Die Piazza della Libertà ist der schönste venezianische Platz auf dem italienischen Festland. An der einen Längsseite steht die Loggia del Lionello aus rosa und weißem Stein, gegenüber trägt der Porticato di San Giovanni den Uhrturm, auf dem zwei bronzene Mori die Stunde schlagen. Davor stehen zwei Säulen, auf der einen der Markuslöwe, auf der anderen die Justitia.

Am oberen Ende des Platzes führt der Arco Bollani auf den Schlosshügel hinauf, ein Tor nach einem Entwurf Palladios. Oben steht das Castello mit den Stadtmuseen, und der Blick geht über die Ziegeldächer hinweg bis an die Alpen. Zum Palazzo Patriarcale sind es von dort gut 170 Meter, zum Oratorio della Purità gut 200 — in beiden Häusern hat Tiepolo gearbeitet.

Sehenswürdigkeiten in Udine

Tiepolo in Udine

Die frühen Fresken von Giambattista Tiepolo

Giambattista Tiepolo kam als junger Maler aus Venedig hierher, im Auftrag des Patriarchen von Aquileia. Was er in Udine anlegte, war sein erster großer Freskenzyklus, und er steht bis heute dort, wo er entstanden ist.

Im Palazzo Patriarcale führt die Treppe unter einem Sturz der abtrünnigen Engel hindurch nach oben. In der Galleria degli Ospiti folgen Szenen aus dem Alten Testament: Rahel, die die Hausgötter unter dem Sattel versteckt, Sara, die über die Ankündigung ihres Sohnes lacht, das Opfer Isaaks. Der helle, luftige Ton, für den Tiepolo später berühmt wurde, ist hier schon angelegt.

Das Oratorio della Purità steht neben dem Dom und ist kaum größer als ein Saal. An der Decke fährt Maria in den Himmel auf, an den Wänden laufen Szenen in Grau auf Grau, die Tiepolos Sohn Giandomenico gemalt hat. Der Raum war vorher ein Theater und wurde dafür umgebaut; die Fresken entstanden rund drei Jahrzehnte nach denen im Palazzo.

Altstadt & Mercatovecchio

Durch die Altstadt von Udine und über den Mercatovecchio

Die Altstadt ist in Ringen um den Schlosshügel gewachsen, und wer sich treiben lässt, landet unweigerlich auf einer der beiden Achsen. Die eine ist die Via Mercatovecchio mit ihren Laubengängen, die andere die Piazza Matteotti, auf der abends die halbe Stadt steht.

Die Via Mercatovecchio war der alte Markt und ist heute die Einkaufsstraße der Stadt, eine breite Kurve mit Portiken, unter denen man auch im Regen trocken bleibt. Das ist in Udine kein kleines Argument. Sie verbindet die Piazza della Libertà mit der Piazza Matteotti.

Die Piazza Matteotti heißt in der Stadt weiter Piazza San Giacomo, nach der Kirche an ihrer Schmalseite. An deren Fassade sitzt ein Altar im Freien, auf einem Balkon über dem Platz, gedacht für die Händler, die den Markt nicht verlassen konnten. Heute stehen unter den Arkaden ringsum die Tische, und der Platz ist der Treffpunkt für den Abend.

Wo was liegt

Udine auf der Karte

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Essen & Trinken

Essen in Udine von Frico bis Cjarsons

Die friaulische Küche ist keine italienische Regionalküche wie jede andere. Sie arbeitet mit Käse, Kartoffeln und Räucherschinken statt mit Olivenöl und Tomate und hat von Österreich und Slowenien mehr mitbekommen als vom Süden.

Frico ist das Gericht, an dem sich hier alles entscheidet: Montasio-Käse, gerieben und in der Pfanne gebacken, entweder knusprig als dünne Scheibe oder weich mit Kartoffeln und Zwiebeln. Cjarsons kommen aus den Bergen der Karnia, halbmondförmige Teigtaschen, deren Füllung süß und salzig zugleich ist, mit Kräutern, Rosinen und Zimt und geräucherter Ricotta darüber.

Vier Adressen listet travelperfect in Udine, und sie decken die Spanne ab. Das Vitello d'Oro gehört zu den ältesten Restaurants der Stadt und kocht kreativ, mit viel Fisch neben den friaulischen Gerichten. Die Osteria al Cappello und die Trattoria ai Frati liegen beide im Viertel Mercatovecchio und kochen ohne Schnörkel, die Trattoria alla Tavernetta nach Saison.

Restaurants in Udine

Wein & Schinken

Weißwein aus dem Collio und Schinken aus San Daniele

Italien kennt das Friaul vor allem für seine Weißweine, und die Hügel, in denen sie wachsen, beginnen östlich von Udine. Zwei Dinge gehören dabei zusammen, ein Glas Friulano und ein Teller hauchdünner Schinken.

Der Tajut ist das kleine Glas Weißwein, das man im Stehen an der Theke trinkt, bevor man nach Hause geht. Dazu gehören die Rebsorten der Region: der Friulano, der lange Tocai hieß, die trockene Ribolla Gialla, dazu Malvasia und, für die rote Seite, Refosco aus den Colli Orientali.

travelperfect bietet in Udine zwei Dinge an. Der eine ist ein geführter Rundgang über die venezianischen Plätze und zu Tiepolos Fresken, der andere eine Tagestour in den Collio mit Verkostungen und San-Daniele-Schinken. Der Schinken kommt aus einem Hügeldorf nordwestlich von Udine und wird aus Schweinekeule und Meersalz gemacht, sonst nichts.

Aktivitäten & Touren in Udine

Übernachten

Wo man in Udine am besten wohnt

Vier Häuser listet travelperfect in Udine. Die Entscheidung läuft hier nicht über die Entfernung, dafür ist die Stadt zu klein, sondern über die Art des Hauses und darüber, ob man an der Piazza schlafen will oder im ruhigen Viertel davor.

Das Astoria Hotel Italia steht direkt an der Piazza della Libertà, ein Traditionshaus mitten im Centro Storico. Wer morgens vor allen anderen auf dem Schlosshügel stehen will, wohnt dort richtig. Die drei anderen Häuser liegen in Borgo Grazzano, dem ruhigen Viertel südwestlich der Altstadt, darunter das Hotel Allegria in einem historischen Stadthaus wenige Schritte vom Bahnhof.

Das Clocchiatti Next verbindet dort eine friaulische Villa mit einem modernen Kubus-Anbau und hat einen Pool im Garten. Das Là di Moret liegt mit gut 1,4 Kilometern am weitesten draußen, wird von einer Familie geführt und hat ein eigenes Restaurant, einen Wellnessbereich und ebenfalls einen Pool.

Hotels in Udine

Alle 4 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Udine und unterwegs in der Stadt

Udine ist ein Bahnknoten. Von hier laufen die Strecken nach Venedig, nach Triest, über Tarvis Richtung Österreich und als kurze Nebenbahn nach Cividale del Friuli.

Der Flughafen der Region heißt Triest und liegt bei Ronchi dei Legionari, an der Bahnstrecke zwischen Udine und der Küste. Venedig und Treviso sind die Alternativen. Wer mit dem Auto anreist, nimmt die Autobahn von Venedig Richtung Triest und zweigt bei Palmanova nach Norden ab.

In der Stadt braucht man kein Auto. Alles, was travelperfect in Udine listet, steht im Umkreis von anderthalb Kilometern um das Stadtzentrum, das meiste davon deutlich enger. Für die Weinhügel und die Dörfer ringsum sieht es anders aus, dort hilft ein Mietwagen oder eine geführte Tour.

Ausflüge ins Friaul

Ausflüge ab Udine ins Friaul und an die Adria

Udine ist als Standort stärker denn als alleiniges Ziel. Im Umkreis liegen eine langobardische Kleinstadt, eine römische Hafenstadt mit frühchristlichem Mosaikboden, eine venezianische Festungsstadt und dahinter die Lagune.

Cividale del Friuli liegt östlich an der Natisone, über die eine hohe Steinbrücke führt. Von den Langobarden ist dort ein kleiner Tempel mit Stuckfiguren geblieben, der zum Welterbe gehört. Aquileia im Süden war römische Hafen- und Bischofsstadt, und in seiner Basilika zieht sich ein frühchristlicher Mosaikfußboden unter dem ganzen Kirchenschiff hindurch.

Palmanova legte Venedig als Festung in Sternform an, und die Form ist bis heute auf jeder Karte zu erkennen. Weiter südlich beginnt die Lagune, Grado liegt auf einer Insel darin, dahinter folgt Triest an der Küste, habsburgisch geprägt und voller Kaffeehäuser. Für die Weiterreise hängt Udine an der Linie Richtung Venedig und von dort weiter nach Bologna und Rom.

Praktische Tipps

Was man über Udine wissen sollte

Udine ist keine Stadt, die sich von selbst erklärt. Ein paar Dinge versteht man schneller, wenn sie einem vorher jemand sagt, von der Sprache bis zum Regenschirm.

Im Friaul wird eine eigene Sprache gesprochen, Furlan, und sie ist kein Dialekt des Italienischen, sondern mit dem Rätoromanischen verwandt. Auf Ortsschildern steht sie neben dem Italienischen, Udine heißt dort Udin. Wer ein paar Wörter davon probiert, kommt damit schnell ins Gespräch.

Nimm eine Regenjacke mit, in welchem Monat auch immer. Udine liegt vor den Bergen, und das bringt mehr Niederschlag, als man einer norditalienischen Ebene zutraut.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Udine – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Udine mit Wetter im Jahreslauf

Udine ist nasser, als man einer norditalienischen Ebene zutraut. Der Regen verteilt sich hier nicht auf den Winter, sondern auf den späten Frühling und den Herbst.

Udine liegt in der Ebene, aber unmittelbar vor den Voralpen, und genau das macht sein Wetter aus. Feuchte Luft von der Adria staut sich an den Bergen und regnet über dem Friaul ab, und zwar in zwei Wellen. Der Mai bringt im Mittel 199 Millimeter und der September 187, während der Januar mit 81 Millimetern der trockenste Monat des Jahres ist und der Juli mit 90 der zweittrockenste. Wer warm und dabei vergleichsweise wenig nass reisen will, kommt im Juli.

Das Wetterjahr

Die beste Reisezeit für Udine sind April, Juni und Juli. Der April bringt mit 17 Grad mildes Wetter für die Altstadt. Der Juni ist mit 26 Grad sommerlich, der Juli mit 90 Millimetern nach dem Januar der trockenste Monat überhaupt, dafür mit 29 Grad so heiß wie der August. Den Mai würde man nach dem Kalender wählen und bekäme mit 199 Millimetern den nassesten Monat des Jahres. Der Herbst bleibt lange mild, ist mit September, Oktober und November aber die regenreichste Jahreszeit.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Udine

Wie viele Tage braucht man für Udine?
Alle vier Sehenswürdigkeiten stehen im Centro Storico, die Wege dazwischen sind kurz. Wer das Friaul dazunimmt, also Collio, Cividale, Aquileia und die Lagune, bleibt besser zwei bis drei Nächte und fährt von hier aus los.
Wofür ist Udine bekannt?
Für seine venezianischen Plätze mit Loggia und Uhrturm, für den Schlosshügel über der Altstadt, für Giambattista Tiepolos frühe Fresken und für die Osterien, in denen der Tajut ausgeschenkt wird.
Wo sieht man in Udine Fresken von Tiepolo?
Im Palazzo Patriarcale liegt die Galleria del Tiepolo mit seinem ersten großen Zyklus, im Oratorio della Purità neben dem Dom die Himmelfahrt Mariens an der Decke. Zwischen beiden liegen gut 50 Meter Luftlinie.
Wie weit liegen Udines Sehenswürdigkeiten auseinander?
Sehr nah. Das weiteste gemessene Paar, Palazzo Patriarcale und Piazza della Libertà, trennen gut 280 Meter Luftlinie, zwischen dem Castello und der Piazza sind es gut 220. Zu Fuß ist es jeweils etwas mehr.
Was ist ein Tajut?
Das kleine Glas Weißwein, das man im Friaul an der Theke trinkt. Bestellt wird im Stehen, dazu kommt ein Happen, und in Udine gehört das Ganze zum Feierabend.
Was isst man in Udine?
Frico aus gebackenem Montasio-Käse mit Kartoffeln, Cjarsons aus der Karnia mit süß-salziger Füllung und San-Daniele-Schinken. Dazu Weißwein aus dem Collio oder den Colli Orientali.
4 weitere Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Udine?
April, Juni und Juli. Der April ist mild, ohne die Hitze des Hochsommers, Juni und Juli sind warm und bringen weniger Niederschlag als der Mai und der Herbst, die beiden nassen Phasen im Friaul.
Wo übernachtet man in Udine am besten?
Im Centro Storico, wenn die Altstadt das Ziel ist, dort steht das Traditionshaus direkt am Platz. In Borgo Grazzano stehen die drei übrigen Häuser, darunter ein Designhotel mit Pool und ein Familienbetrieb mit Restaurant und Wellness.
Braucht man in Udine ein Auto?
In der Stadt nicht, dort geht alles zu Fuß. Für die Weinhügel, für San Daniele oder Palmanova ist ein Mietwagen die bequemste Lösung, sonst bleiben Bus, Bahn und eine geführte Tour.
Lohnt sich Udine neben Triest?
Ja, denn die beiden ähneln einander kaum. Triest ist Hafen, Habsburg und Kaffeehaus, Udine ist venezianisch, kleiner und friaulischer. Wer das Hinterland sehen will, wohnt in Udine.

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