Die schönsten Sehenswürdigkeiten Apuliens
Morgens um acht hängt in Bari Vecchia schon der Geruch von frischer Focaccia in den Gassen, und in der Via Arco Basso rollen die Frauen die ersten Orecchiette des Tages.
Bari zuerst: In der Altstadt Bari Vecchia steht die Basilika San Nicola, in deren Krypta seit 1087 die Gebeine des heiligen Nikolaus ruhen – des historischen Vorbilds des Weihnachtsmanns, weshalb hier auch viele orthodoxe Pilger beten. Ein paar Gassen weiter, in der Via Arco Basso, sitzen die »Orecchiette-Frauen« vor ihren Haustüren und formen die Öhrchennudeln in Sekundenschnelle von Hand; zuschauen ist ausdrücklich erwünscht, kaufen darfst du auch. Danach zum Castello Svevo, der wuchtigen Stauferburg Friedrichs II., und abends auf den Lungomare, eine der längsten Uferpromenaden Italiens – dort sitzt die halbe Stadt auf der Kaimauer.
Alberobello ist der Ort, den du von jedem Apulien-Plakat kennst: rund 1.500 Trulli, jene weiß gekalkten Rundhäuser mit grauen Kraggewölbe-Kegeln, seit 1996 UNESCO-Welterbe. Der Bezirk Rione Monti am Hang ist die Schauseite mit Souvenirläden in fast jedem Trullo; ruhiger ist der gegenüberliegende Rione Aia Piccola, wo noch Menschen in den Steinkegeln wohnen. Komm vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr, wenn die Busgruppen abgereist sind. Auf halbem Weg zurück zur Küste lohnen die Grotte di Castellana: drei Kilometer begehbare Tropfsteinhöhlen, deren große Führung in der blendend hellen Grotta Bianca endet.
Polignano a Mare drängt sich auf einen Felsvorsprung über der Adria, und in der Kerbe darunter liegt die Kiesbucht Lama Monachile – wahrscheinlich das meistfotografierte Stück Küste Apuliens. Am Ortseingang breitet die Statue von Domenico Modugno die Arme aus, der hier geborene Sänger von »Volare«. Eine halbe Stunde landeinwärts leuchtet Ostuni, die »Città Bianca«, auf ihrem Hügel über einem Meer aus Olivenbäumen: ein Gewirr aus gekalkten Gassen, Treppen und Bögen, das sich um die Kathedrale mit ihrer großen Fensterrose windet. Beide Orte sind abends am stärksten, wenn der Kalk das letzte Licht speichert.
Lecce im Süden ist Apuliens Barockhauptstadt: Der weiche, goldgelbe Pietra leccese ließ sich so fein bearbeiten, dass Fassaden wie die der Basilica di Santa Croce wie gestickt wirken, und auf der Piazza Sant'Oronzo öffnet sich ein halb ausgegrabenes römisches Amphitheater mitten im Stadtleben. Wer noch einen Tag hat, fährt nach Otranto zur Kathedrale, deren komplettes Mittelschiff ein Bodenmosaik aus dem 12. Jahrhundert bedeckt – der »Lebensbaum« mit Adam, König Artus und Alexander dem Großen. Und im Norden thront mit Castel del Monte das mathematisch strenge Achteck Friedrichs II. auf einem Hügel bei Andria, ebenfalls UNESCO-Welterbe.



























