Gleich hinter dem Bogen des Arco Basso, zwischen Castello Svevo und dem Gassengewirr der Altstadt, sitzen die pastaie von Bari an Klapptischen vor ihren Haustüren und drehen mit einem Messer Orecchiette aus Hartweizenteig – die kleinen „Öhrchen“, die der barischen Küche ihren Namen gegeben haben. Diese Tradition wird seit Generationen weitergegeben, fast ausschließlich von Frauen, und sie ist keine Inszenierung für Touristen, sondern echte Heimarbeit, die hier bis heute stattfindet. Auf Holzgittern und Tabletts trocknet die frische Pasta in der Sonne, daneben stehen Tüten zum Verkauf. Gekauft wird direkt von der Hand, die sie geformt hat – ein einfacher, fast archaischer Handel, der die enge Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Straße in Bari Vecchia zeigt. Die schmale Gasse, offiziell Strada Arco Basso, ist längst unter ihrem Spitznamen „Via delle Orecchiette“ zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Am authentischsten erlebt man die Gasse am Vormittag, wenn tatsächlich produziert wird: Dann duftet es nach frischem Teig und Tomatensugo, die Tische sind voll, und das Drehen der Orecchiette geht so schnell und routiniert vonstatten, dass man kaum mitkommt. Wer mag, kauft eine Tüte als essbares Souvenir – haltbar getrocknet, lässt sie sich gut transportieren. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich, doch nachmittags ist die Gasse oft schon leerer. In den letzten Jahren ist der Andrang hier groß geworden; ein respektvoller Umgang gehört dazu – es ist die Schwelle zu den Wohnungen der Frauen, kein Freilichtmuseum. Wer das beachtet, erlebt eines der lebendigsten Stücke barischer Alltagskultur: die Stadt, wie sie kocht, arbeitet und lebt, mitten auf der Straße.
Eine schmale Altstadtgasse hinter dem Arco Basso, in der die pastaie an Klapptischen vor ihren Haustüren mit einem Messer Orecchiette aus Hartweizenteig drehen. Auf Holzgittern trocknet die frische Pasta in der Sonne, daneben stehen Tüten zum Verkauf. Es ist echte Heimarbeit und kein touristisches Schauspiel – ein lebendiges Stück barischer Alltagskultur.
Das Drehen der Orecchiette wird in der Strada Arco Basso seit Generationen weitergegeben, fast ausschließlich von Frauen. Aus der alltäglichen Heimarbeit ist die offiziell Strada Arco Basso genannte Gasse unter ihrem Spitznamen „Via delle Orecchiette“ zu einem Wahrzeichen Baris geworden.
