Das Castello Svevo bewacht seit normannischer Zeit den Westrand von Bari Vecchia. Seine heutige Gestalt verdankt es Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen, der die Anlage im 13. Jahrhundert zur staufischen Festung ausbauen ließ – daher der Name „Svevo“, also schwäbisch-staufisch. Später residierten hier mit Isabella von Aragón und Bona Sforza zwei mächtige Herzoginnen, die das Schloss zu einer Renaissance-Residenz umformten. Diese doppelte Geschichte ist dem Bau bis heute anzusehen: Außen umgibt ein Wassergraben die wuchtige Anlage mit ihren mächtigen Eckbastionen, die in spanischer Zeit gegen Artillerie verstärkt wurden. Im Inneren öffnet sich dagegen ein eleganter Renaissance-Innenhof – der Kontrast zwischen wehrhafter Außenhülle und feinem Hof macht einen großen Teil des Reizes aus. Heute dient das Castello als Ausstellungsort. In den Sälen werden Wechselausstellungen gezeigt; zur ständigen Sammlung gehört die Gipsoteca, eine Sammlung von Gipsabgüssen apulischer Bauplastik. Anhand dieser Abgüsse lässt sich die romanische Steinmetzkunst der Region aus der Nähe studieren, ohne durch ganz Apulien reisen zu müssen. Für den Besuch ist eine Eintrittskarte nötig; Öffnungszeiten und Ausstellungsprogramm hängen vom laufenden Betrieb ab. Vom oberen Rundgang auf den Mauern reicht der Blick über die Dächer der Altstadt und erklärt nebenbei die strategische Lage Baris zwischen alter und neuer Hafenmole – genau diese Position machte die Festung über Jahrhunderte so wichtig. Das Castello liegt unmittelbar am Übergang von der Altstadt zum Murat-Viertel und lässt sich gut mit einem Rundgang durch Bari Vecchia, der nahen Orecchiette-Gasse und den Kirchen verbinden.
Wassergraben und Eckbastionen von außen






























