Das Teatro Petruzzelli ist der Stolz des bürgerlichen Bari. 1903 eröffnet, zählt es zu den größten Theatern Italiens und holte über Jahrzehnte Opern-, Ballett- und Konzertstars von Weltrang in die Stadt. Errichtet wurde es von den Brüdern Petruzzelli als privates Theater – ein Zeichen des Selbstbewusstseins einer Hafenstadt, die sich kulturell mit Neapel und Mailand messen wollte. 1991 zerstörte ein gelegter Brand den Saal fast vollständig. Was blieb, war eine ausgebrannte Ruine mitten im Murat-Viertel und ein langer, von Streit begleiteter Wiederaufbau. Erst 2009 wurde das Haus wiedereröffnet – mit rotem Samt, vergoldetem Stuck und der prachtvollen Kuppel, die den großen Zuschauerraum überspannt. Die Wiedereröffnung galt vielen Baresi als Rückkehr eines Stücks Stadtidentität. Heute bespielt die Fondazione Petruzzelli die Saison mit Oper, Sinfoniekonzerten und Ballett. Das Theater liegt am Corso Cavour, zentral im Murat-Viertel und nur wenige Schritte von Via Sparano und Altstadt entfernt. Ein Abend hier verbindet sich leicht mit einem späten Essen in einem der umliegenden Lokale. Wer keine Vorstellung schafft, kann das Haus bei Führungen besichtigen und Saal, Foyer und Kuppel aus der Nähe sehen. Für den Besuch einer Aufführung ist eine Eintrittskarte nötig; Programm und Verfügbarkeit hängen von der laufenden Spielzeit ab. Schon die Fassade am Corso Cavour ist ein Wahrzeichen – doch ihren vollen Eindruck entfaltet das Petruzzelli erst von innen, wenn sich der rote Vorhang vor der vergoldeten Pracht hebt.
Fassade am Corso Cavour im Abendlicht






























