Die Chiesa di Cristo Salvatore, im Volksmund schlicht Chiesa Russa, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die zahlreiche russische Kolonie errichtet, die Sanremo zum Winterquartier erkoren hatte. Den Anstoß gab der Aufenthalt der Zarin Maria Alexandrowna, der die Stadt für die russische Aristokratie attraktiv machte und eine Gemeinde entstehen ließ, die ein eigenes Gotteshaus benötigte.
Der Entwurf der Kirche geht auf den Architekten Alexei Schtschussew zurück, der später auch das Lenin-Mausoleum in Moskau gestaltete. Diese Verbindung verleiht dem Bau eine über Sanremo hinausreichende Bedeutung in der Architekturgeschichte. Die Kirche folgt der Formensprache der russisch-orthodoxen Sakralbaukunst und bringt damit ein Stück Russland an die ligurische Küste.
Mit ihren farbenfrohen Zwiebeltürmen ist die Chiesa Russa eines der fotogensten Wahrzeichen Sanremos. Die bunten Kuppeln heben sich deutlich vom mediterranen Stadtbild ab und machen die Kirche zu einem unverwechselbaren Blickpunkt. Schon von außen lohnt sich der Anblick, der die ungewöhnliche Begegnung zweier Kulturen sichtbar macht.
Die Kirche ist ein lebendiges Zeugnis der kosmopolitischen Vergangenheit Sanremos, als die Stadt internationale Gäste aus ganz Europa anzog. Sie erinnert an die Epoche, in der Russen, Briten und andere wohlhabende Reisende die Stadt prägten. Der Eintritt ist frei, was einen Besuch dieses besonderen Wahrzeichens unkompliziert macht.