Wer Portofino verstehen will, stellt sich am besten früh morgens an den Hafenrand – bevor die ersten Tagestouristen von den Fähren strömen. Das Wasser liegt dann spiegelglatt zwischen den pastellfarbenen Häuserfassaden, Fischerboote schaukeln neben weißen Yachten, und die Baristi der Cafés an der Piazzetta Martiri dell'Olivetta stellen die ersten Stühle hinaus. In diesen stillen Minuten wird greifbar, warum dieser kleine Ort seit Jahrzehnten Künstler, Schriftsteller und Prominente aus aller Welt anzieht.
Die Piazzetta – offiziell Piazza Martiri dell'Olivetta – ist der soziale Mittelpunkt des gesamten Ortes. Sie ist nicht groß, eher intim: ein gepflastertes Oval, umrahmt von Restaurants und Boutiquen, über das die Kirche San Martino wacht. Hier treffen sich Einheimische und Gäste auf Augenhöhe, hier wird Espresso getrunken, werden Zeitungen gelesen und Boote beobachtet. Die Terrassen der Restaurants reichen fast bis ans Wasser, sodass Speisen und Meeresblick zu einer Einheit verschmelzen.
Der Hafen selbst ist ein Schauspiel für sich. Superyachten liegen Seite an Seite mit kleinen Holzbooten, die Fischfang und Ausflugsfahrten anbieten. Von hier aus starten Bootstouren zur Abbazia di San Fruttuoso, dem mittelalterlichen Kloster, das nur per Boot oder Wanderweg erreichbar ist. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, folgt dem Küstenpfad Richtung Castello Brown – einer historischen Festung hoch über dem Hafen, die einen der beeindruckendsten Ausblicke auf die gesamte Bucht bietet.
Das Viertel rund um Piazzetta und Hafen ist kompakt, lässt sich vollständig zu Fuß erkunden und entfaltet seine stärkste Wirkung in den Abendstunden. Wenn die Schatten länger werden, die Lichter der Cafés angehen und das Klirren von Gläsern über das Wasser trägt, zeigt Portofino seine verführerischste Seite. Dann sitzen Gäste auf den Terrassen der Ristoranti, bestellen Branzino al forno oder frische Trofie al pesto, und der Hafen verwandelt sich in eine Bühne, auf der das Ligurische Meer die Kulisse stellt.
Chiesa del Divo Martino
Sakralbau · Eintritt frei
Pfarrkirche Portofinos mit romanischem Ursprung im Gassengewirr hinter dem Hafen, mit schwarz-weißen ligurischen Akzenten und einem stillen Vorplatz über den Dächern.






























