Der Weinbau der Cinque Terre ist Handarbeit am Limit: Auf schmalen Trockenmauer-Terrassen, teils nur über kleine Zahnrad-Bähnchen erreichbar, wachsen die Rebsorten Bosco, Albarola und Vermentino. Wer die Region wirklich verstehen will, kommt an ihren Weinen nicht vorbei – sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger Arbeit an den Steilhängen über dem Meer. Bei Verkostungen in den Hängen über Manarola und beim Weiler Groppo – unter anderem in der Genossenschaftskellerei der fünf Dörfer – probiert man den salzig-mineralischen Weißwein der Cinque-Terre-DOC, der seinen Charakter aus der Nähe zum Meer und den kargen Böden zieht. Höhepunkt ist der rare Passito Sciacchetrà, dessen Trauben wochenlang auf Gestellen trocknen, bevor sie gekeltert werden – ein konzentrierter, süßer Dessertwein, der zu den Raritäten Liguriens zählt. Zur Verkostung gehören Geschichten über die Region: über die Tausende Kilometer Trockenmauern, die die Terrassen halten, über den ständigen Kampf um ihren Erhalt und darüber, warum dieser Weinbau heute als Kulturlandschaft unter besonderem Schutz steht. Das macht aus der Probe mehr als ein Trinken – es ist ein Blick in die Lebensgrundlage der Cinque Terre. Eine Sciacchetrà-Probe lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Weinterrassen verbinden und ist eine ruhige Alternative zum Trubel an der Küste. Wer Wein als Reisethema schätzt, erlebt hier die direkte Verbindung von Landschaft, Handarbeit und Glas – idealerweise mit etwas Vorlauf bei der Buchung, da die Plätze in kleinen Kellereien begrenzt sind.
Festes Schuhwerk für die Wege durch die Steillagen





























