Rund 340 Meter über dem Meer liegt das Santuario di Nostra Signora di Montenero auf einem Bergrücken hinter Riomaggiore – der Überlieferung nach einer der ältesten Marienwallfahrtsorte dieser Küste. Über Jahrhunderte stiegen Pilger aus den fünf Dörfern hier hinauf, um die Madonna von Montenero zu verehren. Die heutige Kirche fasst diese lange Tradition in einer schlichten, hellen Anlage zusammen, die ihre Wirkung weniger aus prunkvoller Ausstattung als aus ihrer Lage zieht. Der klassische Aufstieg führt vom oberen Ortsrand Riomaggiores über den alten Pilgerweg und dauert zu Fuß etwa 45 Minuten. Der Pfad steigt zügig durch Weinterrassen und mediterrane Macchia an, immer wieder öffnen sich Blicke zurück auf die gestaffelten Turmhäuser des Dorfes. Wer nicht laufen möchte, erreicht Montenero auch über die Straße von Riomaggiore aus – die Wanderung gehört jedoch zum Erlebnis, weil sich das Panorama mit jedem Höhenmeter weitet. Oben angekommen, liegt die gesamte Küstenlinie der Cinque Terre zu Füßen: Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über das Ligurische Meer, an manchen Tagen bis zur Inselsilhouette vor La Spezia. Eine kleine Bar mit Terrasse macht den Ort zum natürlichen Wendepunkt einer Halbtageswanderung – etwa als Etappe auf dem Höhenweg Richtung Campiglia und Portovenere, der hier vorbeiführt. Wer Ruhe abseits der überfüllten Küstenpfade sucht, findet sie an diesem stillen Aussichtsbalkon über den fünf Dörfern. Anders als auf dem Sentiero Azzurro unten am Wasser bleibt es hier auch in der Hauptsaison meist entspannt – ein Grund, warum viele Wanderer den Umweg über Montenero einer der überlaufenen Küstenetappen vorziehen.
Den Panoramablick auf die gestaffelte Küste vom Vorplatz aus einfangen





























