Wer Gallipoli nur von der Altstadt auf ihrer kleinen Insel kennt, hat erst die Hälfte gesehen. Città Nuova, das neuere Festlandsviertel, erzählt eine andere Geschichte dieser apulischen Küstenstadt – eine Geschichte des Alltags, der lokalen Märkte und der langen Sommerabende, an denen die Einwohner die Uferpromenade entlangschlendern, während das Licht über dem Ionischen Meer golden wird.
Das Viertel erstreckt sich vom Brückenkopf, der die Altstadt mit dem Festland verbindet, ins moderne Gallipoli hinein. Hier sind die Straßen breiter, die Häuser jünger und das Leben deutlich weniger touristisch geprägt als auf der Insel. Entlang der Küstenstraße reihen sich Cafés und Bars aneinander, in denen Einheimische ihren Espresso stehend an der Theke trinken – ein Ritual, das in Apulien fast sakralen Charakter hat. Die Lungomare Galileo Galilei bietet dabei einen unverstellten Blick auf das Meer und, bei klarem Wetter, auf die schroffe Silhouette der Altstadt mit ihrem Castello Angioino.
Gastronomisch zeigt Città Nuova sein wahres Gesicht abseits der touristischen Speisekarten: In den Restaurants und Trattorie werden Gerichte wie Spaghetti alle cozze oder gebratener Polpo serviert, wie sie die Gallipoliner selbst essen – frisch, unkompliziert und mit dem unverwechselbaren Olivenöl aus der Salento-Region. Wer auf dem lokalen Markt einkauft, findet Burrata, frisch gefangenen Fisch und die roten Zwiebeln aus Tropea, die in dieser Gegend allgegenwärtig sind.
Für Reisende, die das echte Gallipoli jenseits der Hochsaison-Kulisse erleben möchten, ist Città Nuova der richtige Ausgangspunkt. Hotels im Viertel bieten oft bessere Preise als in der Altstadt und ermöglichen es, die Sehenswürdigkeiten beider Stadtteile bequem zu Fuß zu erkunden. Die Brücke zur Insel ist in wenigen Minuten zu überqueren, während man gleichzeitig die ruhigere, authentischere Atmosphäre des Festlandes genießt.

Fontana Greca
Vielschichtiges Renaissance-Denkmal direkt vor der Brücke zur Altstadt: einst als ältester Brunnen Italiens gefeiert, mit Karyatiden, mythologischen Reliefs und dem Stadtwappen auf der Rückseite.
Direkt vor der Brücke zur Altstadt-Insel