Vom römischen Munizipium zur Hauptstadt des Genusses zwei Jahrtausende Stadtgeschichte, gewürzt mit Trüffel und Haselnuss
Alba steht auf römischem Grund: Als Alba Pompeia war die Stadt ein Munizipium zwischen Ligurien und der Po-Ebene, und hier wurde Publius Helvius Pertinax geboren, der es im Jahr 193 für wenige Monate bis zum römischen Kaiser brachte. Das antike Straßenraster ist im Zentrum bis heute ablesbar. Im Mittelalter setzten die Patrizierfamilien der freien Kommune ihre Wohn- und Geschlechtertürme darauf – „Stadt der hundert Türme“ wurde Alba genannt, und auch wenn nur eine Handvoll die Jahrhunderte überstanden hat, geben Torre Sineo und seine Nachbarn der Silhouette noch immer ihren mittelalterlichen Takt.
Berühmt aber wurde Alba durch das, was unter der Erde wächst und auf den Hügeln reift. Seit den 1920er-Jahren vermarktet die Stadt ihren weißen Trüffel mit einer eigenen Messe, die heute jeden Herbst Feinschmecker aus aller Welt anzieht; der Tartufo bianco d'Alba lässt sich nicht kultivieren und wird nachts von den Trifolau mit ihren Hunden gesucht. Und 1946 eröffnete der Konditor Pietro Ferrero in Alba jene Werkstatt, aus der mit Haselnüssen der umliegenden Hügel ein Weltkonzern wurde – an manchen Tagen liegt der Duft gerösteter Nüsse aus dem Werk noch immer über der Stadt.
Die dritte Säule ist der Wein. Südwestlich von Alba steigen die Hügel des Barolo auf, nordöstlich die des Barbaresco – beide aus der Nebbiolo-Traube, beide Teil der Weinbaulandschaft von Langhe-Roero und Monferrato, die 2014 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde. Wer in Alba wohnt, hat die großen Namen in Fahrradreichweite und kehrt abends in eine Stadt zurück, die ihre Trattorien, Enotheken und Cafés selbst füllt. Genau diese Mischung aus Weltruhm und Alltag macht Alba zur vielleicht angenehmsten Basis im ganzen südlichen Piemont.
