Die GAM, die Galleria Civica d'Arte Moderna e Contemporanea an der Via Magenta, gehört zu den ältesten städtischen Sammlungen moderner Kunst in Italien. Wer sich für die Entwicklung der italienischen Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart interessiert, findet hier einen dichten und gut kuratierten Überblick abseits der größten Besucherströme.
Der Rundgang spannt einen weiten Bogen: von Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts über den Futurismus und die metaphysische Malsache (Pittura Metafisica) bis zur Arte Povera, jener einflussreichen Bewegung der 1960er-Jahre, die in Turin ihre Heimat hat. Zu den Höhepunkten zählen Werke von Lucio Fontana mit seinen geschlitzten Leinwänden, Giorgio de Chirico, Amedeo Modigliani und Michelangelo Pistoletto, dessen Spiegelbilder den Betrachter selbst zum Teil des Werks machen.
Wechselausstellungen und eine eigene Abteilung für Videokunst ergänzen die ständige Sammlung und sorgen dafür, dass sich auch ein wiederholter Besuch lohnt. Die Präsentation ist großzügig und konzentriert, sodass man die Werke ohne Gedränge auf sich wirken lassen kann.
Die Lage in der eleganten Crocetta macht die GAM zum idealen Ziel für einen Halbtag. Wer den Besuch mit dem berühmten Modemarkt der Crocetta verbindet, der in unmittelbarer Nähe stattfindet, erlebt ein Stück Turin, das viele Reisende übersehen – ruhiger und lokaler als das touristische Zentrum, aber kulturell hochkarätig.