Wie ein römischer Tempel empfängt die Gran Madre di Dio alle, die vom Zentrum über die Ponte Vittorio Emanuele I ans rechte Po-Ufer kommen. Mit ihrem Säulenportikus und der breiten Freitreppe bildet die klassizistische Kirche den markanten Auftakt zum Hügelviertel jenseits des Flusses und ist von der Piazza Vittorio Veneto aus weithin sichtbar.
Errichtet wurde die Kirche im frühen 19. Jahrhundert zur Feier der Rückkehr König Viktor Emanuels I. nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft. Die strenge, an die Antike angelehnte Architektur unterscheidet sie deutlich von den barocken Kirchen im Zentrum und macht sie zu einem eigenständigen Wahrzeichen der Stadt.
Besondere Berühmtheit verdankt die Gran Madre den Statuen am Treppenaufgang. Die allegorische Figur des Glaubens hält einen Kelch in der Hand – der Legende nach ein verschlüsselter Hinweis auf das Versteck des Heiligen Grals, der sich in Turin befinden soll. Diese Erzählung sichert der Kirche einen festen Platz im „magischen Turin", jenem Geflecht aus Legenden, das die Stadt umgibt, und macht sie zu einer beliebten Station entsprechender Stadtführungen.
Der Eintritt in die Kirche ist frei. Die Lage am Fuß der Collina macht die Gran Madre zum idealen Ausgangspunkt für einen Aufstieg zum nahen Monte dei Cappuccini oder eine Wanderung hinauf zur Basilica di Superga – und zu einem stimmungsvollen Punkt bei einem Spaziergang am Po.