Die Strände von Rimini von Torre Pedrera bis Miramare
Rund 15 Kilometer Sand am Stück, und trotzdem sind die Abschnitte unterschiedlicher, als die durchgehende Schirmreihe vermuten lässt.

Der Strand von Rimini ist fast durchgehend in Bagni aufgeteilt, konzessionierte Strandbäder, die von Norden nach Süden durchnummeriert sind und jeweils von einer Familie oder einem Betreiber geführt werden. Du bezahlst für einen Sonnenschirm mit meist zwei Liegen, und darin enthalten sind Duschen, Umkleiden, WC und in der Regel ein Bar-Kiosk; viele Bagni haben zusätzlich Spielplatz, Beachvolleyball, Tischtennis oder Kinderbetreuung in der Hochsaison. Die Preise unterscheiden sich je nach Bagno, Reihe und Zeitraum deutlich, Tages-, Wochen- und Saisonkarten stehen nebeneinander – frag im Zweifel zwei benachbarte Bäder, der Unterschied zwischen erster und vierter Reihe ist oft größer als der zwischen zwei Betrieben. Wer über sein Hotel bucht, bekommt häufig einen festen Platz in einem Partner-Bagno, das lohnt sich fast immer.
Frei zugängliche Abschnitte gibt es ebenfalls, sie sind als spiaggia libera ausgeschildert und liegen meist an den Rändern zwischen zwei Konzessionen oder an den Enden der Ortsteile. Dort steht kein Schirm, es gibt keine Dusche und keinen Rettungsschwimmer, dafür kostet nichts. Realistisch betrachtet sind diese Streifen an Hochsommerwochenenden früh besetzt; wer nicht spätestens um neun da ist, findet an einem Augustsonntag kaum noch Platz. Im Juni und September dagegen ist das eine völlig entspannte Option. Ein Handtuch, ein Sonnenschirm aus dem Supermarkt und Wasser reichen – Verpflegung bekommst du an den Kiosken der Nachbar-Bagni, die auch Nicht-Gäste bedienen.
Geografisch teilt sich die Küste in drei Zonen. Nördlich des Hafenkanals liegen Rivabella, Viserba, Viserbella und Torre Pedrera: ruhiger, mit eigenen Ortskernen, vielen kleinen familiengeführten Hotels und vorgelagerten Wellenbrechern, hinter denen das Wasser fast bewegungslos steht – die Spiaggia di Viserba ist der Klassiker für Familien mit kleinen Kindern. In der Mitte liegt Marina Centro mit dem breitesten Strand, den größten Häusern und dem meisten Betrieb. Südlich schließen Bellariva, Marebello, Rivazzurra und Miramare an, wo es wieder ruhiger und meist günstiger wird, je weiter du dich vom Zentrum entfernst. Alle drei Zonen hängen am selben Bus- und Radnetz, du bist also nicht auf einen Abschnitt festgelegt.
Praktisch solltest du zwei Dinge wissen. Erstens fällt die Adria hier extrem flach ab: Du kannst weit hinauslaufen, bis das Wasser hüfttief wird, was für Kinder ideal und für Kraulschwimmer eine Geduldsprobe ist. Zweitens gehört der Strand abends allen – ab dem späten Nachmittag räumen die Bagni die Liegen zusammen, und die Fläche wird zur Laufstrecke, zum Volleyballfeld und zum Ort für den Sonnenuntergang, der an dieser Küste allerdings hinter den Häusern stattfindet und nicht über dem Meer. Für den Sonnenaufgang über dem Wasser lohnt dafür einmal der frühe Wecker; wer im Juni um halb sechs am Strand steht, hat 15 Kilometer für sich allein.






































