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◆ STADT · EMILIA-ROMAGNA

Rimini.
wo römische Brücken, Fellinis Träume und 15 Kilometer Adriastrand denselben Horizont teilen

Rimini ist mehr als die Sonnenschirm-Geometrie seiner 15 Kilometer Strand: Hinter der Bädermeile liegt Ariminum, eine römische Koloniestadt von 268 v. Chr., deren Arco d'Augusto und Ponte di Tiberio bis heute den Stadtgrundriss rahmen. Dazwischen leuchtet die Renaissance des Tempio Malatestiano, flackern Fellinis Traumbilder im Castel Sismondo, und im Fischerviertel Borgo San Giuliano erzählen Wandbilder von Dolce-Vita-Nächten. Wer Rimini nur als Badeort abtut, verpasst eine der unterschätztesten Kulturstädte der Adria – und die beste Piadina der Romagna.

Rimini.

Zweitausend Jahre, zwei Gesichter eine römische Kolonie, die zur Hauptstadt des europäischen Badeurlaubs wurde

Rimini beginnt nicht am Strand, sondern an einer Straßenkreuzung der Antike. 268 v. Chr. als Ariminum gegründet, trafen hier die Via Flaminia aus Rom und die Via Emilia zusammen, die der ganzen Region den Namen gab. Der Arco d'Augusto von 27 v. Chr. gilt als ältester erhaltener römischer Ehrenbogen Norditaliens, der unter Tiberius vollendete Ponte di Tiberio trägt noch heute Fußgänger und Radfahrer über den alten Flussarm. Auf der Piazza Tre Martiri, dem einstigen Forum, soll Caesar nach der Überschreitung des Rubikon zu seinen Truppen gesprochen haben – und in der Domus del Chirurgo kam einer der reichsten chirurgischen Instrumentenfunde der Antike ans Licht.

Das zweite große Kapitel schrieben die Malatesta. Sigismondo Pandolfo Malatesta, Condottiere und Kunstmäzen, ließ ab 1450 die Franziskanerkirche von Leon Battista Alberti zum Tempio Malatestiano umbauen – ein Schlüsselwerk der Frührenaissance, innen mit einem Fresko Piero della Francescas und einem Kruzifix Giottos. Seine Festung Castel Sismondo beherrscht bis heute die westliche Altstadt; seit 2021 flackern dort die Traumbilder des Fellini Museums durch die Säle, ergänzt um das restaurierte Cinema Fulgor, in dem der junge Federico seine ersten Filme sah.

Das dritte Gesicht entstand am Wasser: 1843 eröffnete das erste Seebad, 1908 folgte das Grand Hotel, dessen Belle-Époque-Silhouette Fellini in „Amarcord“ zum Mythos erhob. Nach dem Krieg machte Rimini den Badeurlaub demokratisch und wurde zum Synonym des italienischen Sommers. Heute verbindet der autofreie Parco del Mare die Bagni mit Dünengärten und Radwegen, im Borgo San Giuliano leuchten Wandbilder zwischen Trattorien, und die Piadina vom Kiosk bleibt die ehrlichste Mahlzeit der Romagna. travelperfect empfiehlt: vormittags Römer und Renaissance, nachmittags Strand – Rimini belohnt beide Tempi.

Rimini

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Südliche Emilia-Romagna an der Adriaküste, zwischen Ravenna und der Grenze zu den Marken
Anreise
Flughafen Rimini „Federico Fellini“ (RMI) ca. 5 km südlich; alternativ Bologna (BLQ) mit Bahnanschluss in gut 1 Std.
Mit dem Zug
Bahnhof Rimini an der Linie Bologna–Ancona: Bologna ca. 1 Std., Mailand mit Direktzügen ca. 2,5 Std.
Beste Reisezeit
Mai–Juni und September für Strand ohne Gedränge; Juli/August für Hochsaison-Trubel und Festivals
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Altstadt zu Fuß; Metromare-Schnellbus nach Riccione, Stadtbusse entlang der Küste, Radwege am Parco del Mare
Sprache & Zahlung
Italienisch (romagnolischer Dialekt); Euro, Kartenzahlung weit verbreitet
Highlights vorbuchen
Fellini Museum und Domus del Chirurgo mit Zeitfenster-Tickets; Hotels für Juli/August früh sichern

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

8
Sehenswürdigkeiten
Römisches Erbe & Museen →
🛏
6
Hotels
Grandhotel bis Pension →
🍽
6
Restaurants
Piadina bis Sterneküche →
3
Aktivitäten
Touren & Erlebnisse →

02 · Was tun

Rimini nach Themen entdecken vier Wege durch eine Stadt mit doppeltem Leben

Antike & Ariminum

Das römische Rimini

Vom Arco d'Augusto, dem ältesten erhaltenen römischen Ehrenbogen Norditaliens, über die Piazza Tre Martiri auf dem antiken Forum zur Domus del Chirurgo, wo die Praxis eines römischen Arztes samt Instrumenten unter einem Glaspavillon liegt. Den Abschluss macht der Ponte di Tiberio – fünf Bögen aus istrischem Stein, seit fast 2.000 Jahren in Betrieb.

Arco d'AugustoDomus del ChirurgoPonte di Tiberio

Amarcord

Auf Fellinis Spuren

Federico Fellini wurde 1920 in Rimini geboren und hat seine Heimatstadt nie aus den Träumen verloren. Das Fellini Museum bespielt Castel Sismondo mit Szenenbildern und Kostümen, im restaurierten Cinema Fulgor sah der junge Federico seine ersten Filme, und im Borgo San Giuliano erzählen Wandbilder von „La Dolce Vita“ bis „Amarcord“. Finale: ein Aperitif vor dem Grand Hotel.

Fellini MuseumCinema FulgorGrand Hotel

Riviera-Klassiker

Strand & Parco del Mare

15 Kilometer feiner Sandstrand, durchnummerierte Bagni mit Liegestuhl-Kultur und dahinter der neue Parco del Mare: eine autofreie Uferpromenade mit Dünengärten, Fitnessinseln und Radwegen von Marina Centro bis Miramare. Morgens gehört der Strand den Joggern, abends färbt das Gegenlicht die Piattaforma vor der Skyline rosa.

15 km SandstrandParco del MareMarina Centro

Cucina romagnola

Die Romagna auf der Zunge

Rimini isst bodenständig und stolz: Piadina und Cassoni vom Kiosk, hauchdünne Tagliatelle, gegrillter Adria-Fisch im Borgo San Giuliano und dazu ein Glas Sangiovese aus den Hügeln des Hinterlands. Im Mercato Coperto stapeln sich Squacquerone-Käse und frischer Fang – die beste Vorbereitung auf einen Abend in den Osterien.

Piadina & CassoniMercato CopertoSangiovese

03 · Wann

Wann nach Rimini reisen zwischen stiller Nebensaison und dem lautesten Sommer der Adria

Rimini hat ein mildes Adriaklima mit warmen, feuchten Sommern und kühlen, ruhigen Wintern. Die Stadt lebt in zwei Rhythmen: Von Juni bis August pulsiert die Bädermeile rund um die Uhr, in der Nebensaison gehört die Altstadt den Einheimischen – und die Kultur-Seite der Stadt kommt ohne Gedränge zur Geltung.

FrühlingMärz – MaiMild und zunehmend sonnig, tagsüber meist 14–22 °C. Die Bagni werden hergerichtet, die Altstadt ist entspannt, Radtouren ins Hinterland sind ideal. Baden ist erst ab Ende Mai realistisch.Kultur, Radfahren, ruhige Stadttage
SommerJuni – AugustHochsaison mit 26–30 °C und warmem Meer. Anfang Juli färbt die Notte Rosa die ganze Riviera pink, die Bagni und die Viale-Vespucci-Meile laufen auf Volllast. Hotels früh buchen.Strandurlaub, Nachtleben, Familienferien
HerbstSeptember – OktoberDer Geheimtipp: im September noch 20–26 °C und badewarmes Meer, aber deutlich leerere Strände. Ab Oktober wird es ruhig, die Stadt gehört wieder den Osterien und Museen.Baden ohne Massen, Kultur, Genussreisen
WinterNovember – FebruarKühl und still, tagsüber oft 5–12 °C. Die leere Strandpromenade hat fellinieske Melancholie, in der Altstadt locken Weihnachtsmärkte und das Fellini Museum ganz ohne Andrang.Stadtmelancholie, Museen, günstige Preise

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Ist Rimini nur etwas für Strandurlaub?

Nein – das ist das größte Missverständnis über die Stadt. Hinter der Bädermeile liegt eine römische Koloniestadt mit Arco d'Augusto, Ponte di Tiberio und der Domus del Chirurgo, dazu der Tempio Malatestiano als Schlüsselwerk der Frührenaissance und das Fellini Museum im Castel Sismondo. Ein Tag Altstadt gehört zu jedem Rimini-Besuch.

Wann ist die beste Reisezeit für Rimini?

Mai, Juni und September verbinden warmes Wetter mit erträglichem Andrang; das Meer ist im September noch badewarm. Juli und August sind Hochsaison mit vollen Stränden, Festivals wie der Notte Rosa und den höchsten Preisen. Für reine Kulturreisen sind auch Frühjahr und Herbst außerhalb der Badesaison angenehm.

Wie komme ich nach Rimini?

Der Flughafen Rimini „Federico Fellini“ (RMI) liegt rund 5 km südlich bei Miramare, wird aber saisonal bedient. Meist günstiger ist Bologna (BLQ): vom dortigen Hauptbahnhof fahren Züge in etwa einer Stunde nach Rimini. Der Bahnhof liegt zwischen Altstadt und Strand – beides ist zu Fuß erreichbar.

Wie viele Tage sollte man für Rimini einplanen?

Für Altstadt, Borgo San Giuliano und einen Strandtag reichen zwei bis drei Tage. Wer den Badeurlaub ernst nimmt oder Ausflüge nach San Marino, Ravenna oder in die Hügel des Hinterlands plant, bleibt eine Woche – Rimini ist ein guter Stützpunkt für die ganze Riviera Romagnola.

Was muss man in Rimini unbedingt essen?

Die Piadina – das dünne Fladenbrot der Romagna, klassisch mit Squacquerone-Käse, Rucola und Prosciutto, oder als frittierter Cassone gefüllt mit Blattgemüse. Dazu gegrillter Adria-Fisch, hausgemachte Tagliatelle und Strozzapreti sowie ein Glas Sangiovese. Die Osterien im Borgo San Giuliano sind die erste Adresse dafür.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach San Marino?

Ja – die älteste Republik der Welt thront auf dem Monte Titano nur rund 25 km landeinwärts und ist ab Rimini per Linienbus in etwa 50 Minuten erreichbar. Die drei Festungstürme über den Felswänden und der Blick bis zur Adria sind den halben Tag wert; zurück in Rimini bleibt Zeit für den Abend am Meer.

05 · In der Nähe

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    travelperfect · Aktualisiert 13. Juni 2026