Stadt · Italien

Rimini

Morgens um sieben zieht ein Traktor die Sandflächen der Bagni glatt, und zwei Kilometer landeinwärts steht die Morgensonne schon schräg über einem Torbogen, unter dem seit 27 v. Chr. die Straße aus Rom endet.

4 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine Rimini-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni und September für Strand ohne Gedränge; Juli/August für Hochsaison-Trubel und Festivals
Anreise
Flughafen Rimini „Federico Fellini“ (RMI) ca. 5 km südlich; alternativ Bologna (BLQ) mit Bahnanschluss in gut 1 Std.
Lage
Südliche Emilia-Romagna an der Adriaküste, zwischen Ravenna und der Grenze zu den Marken
Mit dem Zug
Bahnhof Rimini an der Linie Bologna–Ancona: Bologna ca. 1 Std., Mailand mit Direktzügen ca. 2,5 Std.
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Altstadt zu Fuß; Metromare-Schnellbus nach Riccione, Stadtbusse entlang der Küste, Radwege am Parco del Mare
Über Rimini

Reisen nach Rimini

Rimini ist der größte Badeort der Adria und zugleich eine römische Koloniestadt, gegründet 268 v. Chr. als Ariminum an dem Punkt, an dem die Via Flaminia aus Rom auf die Via Emilia in die Poebene trifft. Am einen Ende der antiken Hauptachse steht der Arco d'Augusto von 27 v. Chr., der älteste erhaltene römische Ehrenbogen Norditaliens, am anderen die fünfbogige Ponte di Tiberio aus istrischem Kalkstein, die im Jahr 21 unter Kaiser Tiberius vollendet wurde und bis heute begangen wird. Dazwischen liegt ein Centro Storico, das die meisten Strandgäste nie betreten: die Piazza Cavour mit der Fontana della Pigna und dem 2018 wiedereröffneten Teatro Galli, die Domus del Chirurgo an der Piazza Ferrari mit einem der bedeutendsten Funde antiker Chirurgie-Instrumente, der Tempio Malatestiano, den Leon Battista Alberti ab 1450 für Sigismondo Pandolfo Malatesta mit einem nie vollendeten Marmormantel umhüllte, und das Castel Sismondo, in dem heute das Fellini Museum steckt. Jenseits der Tiberiusbrücke beginnt das Borgo San Giuliano, Riminis altes Fischerviertel, dessen bemalte Fassaden Szenen aus den Filmen des hier geborenen Federico Fellini zeigen und in dessen Gassen die Osterien der Stadt sitzen. Zum Meer hin ordnet sich Rimini neu: rund 15 Kilometer feiner Sand, durchnummerierte Bagni mit Schirmreihen, Duschen und Beachvolleyballfeldern, dahinter der Parco del Mare als autofrei umgebaute Küstenpromenade, in der Marina Centro das Grand Hotel von 1908 und der Parco Federico Fellini mit seiner Brunnenanlage von 1928. Nördlich reihen sich Viserba, Viserbella und Torre Pedrera, südlich Bellariva, Rivazzurra und Miramare, und im Rücken der Stadt steigen die Hügel der Romagna an – mit San Marino, Santarcangelo und San Leo als Tagesziele, die alle innerhalb einer Stunde erreichbar sind.

Rimini – Karte
Reiseführer

Rimini von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr morgens zieht ein Traktor die Sandflächen der Bagni glatt, die Schirme stehen noch geschlossen in Reih und Glied, und ein paar Einheimische schwimmen bereits parallel zum Ufer ihre Bahnen. Zur selben Zeit steht die Morgensonne zwei Kilometer landeinwärts schräg über dem Arco d'Augusto, unter dem seit 27 v. Chr. die Straße aus Rom endet. Rimini ist beides an einem einzigen Tag – Adria-Badeort in Reinform und römische Koloniestadt mit Renaissance-Kirche und Fellini-Museum. Die meisten Gäste erleben nur die eine Hälfte, und das ist der einzige echte Fehler, den man hier machen kann.

Strände & Bagni

Die Strände von Rimini von Torre Pedrera bis Miramare

Rund 15 Kilometer Sand am Stück, und trotzdem sind die Abschnitte unterschiedlicher, als die durchgehende Schirmreihe vermuten lässt.

Die Bagni am Parco del Mare
Die Bagni am Parco del Mare

Der Strand von Rimini ist fast durchgehend in Bagni aufgeteilt, konzessionierte Strandbäder, die von Norden nach Süden durchnummeriert sind und jeweils von einer Familie oder einem Betreiber geführt werden. Du bezahlst für einen Sonnenschirm mit meist zwei Liegen, und darin enthalten sind Duschen, Umkleiden, WC und in der Regel ein Bar-Kiosk; viele Bagni haben zusätzlich Spielplatz, Beachvolleyball, Tischtennis oder Kinderbetreuung in der Hochsaison. Die Preise unterscheiden sich je nach Bagno, Reihe und Zeitraum deutlich, Tages-, Wochen- und Saisonkarten stehen nebeneinander – frag im Zweifel zwei benachbarte Bäder, der Unterschied zwischen erster und vierter Reihe ist oft größer als der zwischen zwei Betrieben. Wer über sein Hotel bucht, bekommt häufig einen festen Platz in einem Partner-Bagno, das lohnt sich fast immer.

Frei zugängliche Abschnitte gibt es ebenfalls, sie sind als spiaggia libera ausgeschildert und liegen meist an den Rändern zwischen zwei Konzessionen oder an den Enden der Ortsteile. Dort steht kein Schirm, es gibt keine Dusche und keinen Rettungsschwimmer, dafür kostet nichts. Realistisch betrachtet sind diese Streifen an Hochsommerwochenenden früh besetzt; wer nicht spätestens um neun da ist, findet an einem Augustsonntag kaum noch Platz. Im Juni und September dagegen ist das eine völlig entspannte Option. Ein Handtuch, ein Sonnenschirm aus dem Supermarkt und Wasser reichen – Verpflegung bekommst du an den Kiosken der Nachbar-Bagni, die auch Nicht-Gäste bedienen.

Geografisch teilt sich die Küste in drei Zonen. Nördlich des Hafenkanals liegen Rivabella, Viserba, Viserbella und Torre Pedrera: ruhiger, mit eigenen Ortskernen, vielen kleinen familiengeführten Hotels und vorgelagerten Wellenbrechern, hinter denen das Wasser fast bewegungslos steht – die Spiaggia di Viserba ist der Klassiker für Familien mit kleinen Kindern. In der Mitte liegt Marina Centro mit dem breitesten Strand, den größten Häusern und dem meisten Betrieb. Südlich schließen Bellariva, Marebello, Rivazzurra und Miramare an, wo es wieder ruhiger und meist günstiger wird, je weiter du dich vom Zentrum entfernst. Alle drei Zonen hängen am selben Bus- und Radnetz, du bist also nicht auf einen Abschnitt festgelegt.

Praktisch solltest du zwei Dinge wissen. Erstens fällt die Adria hier extrem flach ab: Du kannst weit hinauslaufen, bis das Wasser hüfttief wird, was für Kinder ideal und für Kraulschwimmer eine Geduldsprobe ist. Zweitens gehört der Strand abends allen – ab dem späten Nachmittag räumen die Bagni die Liegen zusammen, und die Fläche wird zur Laufstrecke, zum Volleyballfeld und zum Ort für den Sonnenuntergang, der an dieser Küste allerdings hinter den Häusern stattfindet und nicht über dem Meer. Für den Sonnenaufgang über dem Wasser lohnt dafür einmal der frühe Wecker; wer im Juni um halb sechs am Strand steht, hat 15 Kilometer für sich allein.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rimini

Zwischen Bahnhof, Arco d'Augusto und Tiberiusbrücke liegen keine anderthalb Kilometer – ein halber Tag reicht für alles Wesentliche, wenn du nicht trödelst.

Der Arco d'Augusto ist der logische Anfang. Der Senat ließ ihn 27 v. Chr. zu Ehren des Kaisers Augustus errichten, an der Stelle, an der die Via Flaminia aus Rom die Stadt erreichte; er gilt als ältester erhaltener römischer Ehrenbogen Norditaliens. Auffällig ist, dass der Durchgang für einen Ehrenbogen ungewöhnlich weit ist – er war nie zum Verschließen gedacht, sondern als Zeichen des Friedens offen konzipiert. Der Zinnenkranz obendrauf stammt aus dem Mittelalter, als der Bogen Teil der Stadtmauer war. Vom Bogen führt der Corso d'Augusto als antiker Decumanus schnurgerade durch die ganze Altstadt, über die Piazza Tre Martiri, die auf dem römischen Forum liegt, bis ans andere Ende der Stadt.

Dort steht die Ponte di Tiberio, unter Augustus begonnen und im Jahr 21 unter Tiberius vollendet. Fünf Bögen aus istrischem Kalkstein, auf Holzpfählen und Steinfundamenten mitten im Flussbett gegründet, und bis heute begehbar – rund zwei Jahrtausende Nutzung, die im Zweiten Weltkrieg beinahe geendet hätten, als die Sprengung misslang. Die Brücke ist heute autofrei; vor ihr staut sich im alten Marecchia-Bett ein Wasserbecken, in dem sich die Bögen spiegeln, drum herum der Parco Marecchia auf dem trockengelegten Flusslauf. Der beste Blick ist der von der Borgo-Seite kurz vor Sonnenuntergang, wenn der helle Stein warm wird und die Spiegelung steht.

Der Tempio Malatestiano ist Riminis Kathedrale und zugleich eines der eigenwilligsten Bauwerke der Frührenaissance. Sigismondo Pandolfo Malatesta ließ die gotische Franziskanerkirche ab 1450 von Leon Battista Alberti ummanteln, der dafür die Formensprache des römischen Triumphbogens direkt aus der eigenen Stadt zitierte – die Marmorfassade blieb unvollendet, was man ihr bis heute ansieht. Drinnen hängt ein Kruzifix, das Giotto zugeschrieben wird, und in einer Kapelle steht das Fresko, auf dem Piero della Francesca 1451 den Stadtherrn kniend vor seinem Namenspatron zeigt. Die Wappen, Elefanten und Initialen an den Seitenkapellen sind so demonstrativ weltlich, dass Papst Pius II. dem Bauherrn Heidentum vorwarf.

Zwei Adressen ergänzen das antike Rimini. An der Piazza Ferrari liegt unter einem Schutzbau die Domus del Chirurgo, das Wohn- und Praxishaus eines römischen Arztes, das erst 1989 bei Bauarbeiten entdeckt wurde: Mosaikböden, Wandmalerei und ein Instrumentarium, das als eines der bedeutendsten Zeugnisse antiker Chirurgie gilt und im benachbarten Stadtmuseum ausgestellt ist. Wenige Schritte weiter riegelt das Castel Sismondo den Westrand der Altstadt ab, die Burg, die Sigismondo Malatesta ab 1437 errichten ließ und an deren Planung Filippo Brunelleschi beteiligt gewesen sein soll; heute beherbergt sie den größeren Teil des Fellini Museums. Für alle vier Orte zusammen brauchst du einen halben Tag – und du legst dabei keine drei Kilometer zurück.

Sehenswürdigkeiten in Rimini

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Altstadt & Borgo San Giuliano

Riminis Altstadt und das Fischerviertel Borgo San Giuliano

Vom Strand bis zur Piazza Cavour sind es zu Fuß rund zwanzig Minuten, und dahinter beginnt eine völlig andere Stadt.

Borgo San Giuliano
Borgo San Giuliano

Die Piazza Cavour ist der Wohnzimmerplatz von Rimini. An einer Seite stehen der Palazzo dell'Arengo aus dem 13. Jahrhundert und der Palazzo del Podestà mit ihren Backsteinbögen und Zinnen, gegenüber das Teatro Galli, das 1857 mit einer Verdi-Oper eröffnet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst 2018 wieder in Betrieb genommen wurde. In der Mitte plätschert die Fontana della Pigna, deren Wasserklang Leonardo da Vinci notierte, als er 1502 als Ingenieur in der Romagna unterwegs war. Und an der offenen Seite liegt die Vecchia Pescheria, die alte Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert mit ihren Marmortischen und Wasserbecken an den Ecken – heute der zentrale Treffpunkt für den Aperitif, an lauen Abenden mit hunderten Leuten auf den Stufen.

Rund um die Piazza Malatesta ist in den letzten Jahren ein neues Stück Stadt entstanden. Wo bis vor kurzem Autos parkten, liegt heute vor dem Castel Sismondo ein weiter Platz mit Wasserfläche und Sitzstufen, der als Piazza dei Sogni Teil des Fellini Museums ist und abends bespielt wird. Von dort führen dich fünf Minuten zurück zum Corso d'Augusto mit seinen Läden und weiter zur Piazza Tre Martiri, wo ein Sockel an die Ansprache erinnern soll, die Caesar nach der Überquerung des Rubikon an seine Truppen gehalten haben soll. Dass Rimini so wenig mittelalterliche Bausubstanz hat, liegt am Krieg: Die Stadt lag an der Gotenstellung und gehörte zu den am schwersten bombardierten Italiens.

Jenseits der Ponte di Tiberio beginnt das Borgo San Giuliano, das alte Fischerviertel. Niedrige Häuser in Ocker, Rosa und Türkis, Gassen, die für Karren gebaut wurden und nicht für Autos, Geranientöpfe vor den Türen – und an den Wänden Dutzende Murales, viele davon mit Motiven aus Fellinis Filmen. Sie entstanden für das Viertelfest, das die Anwohner in mehrjährigem Rhythmus ausrichten und für das die Straßen mit Lampions und langen Tafeln zugestellt werden. Es ist auch das Ausgehviertel für Leute, die es weniger laut mögen: Die Osteria de Börg für romagnolische Küche vom Grill, die Trattoria La Marianna für Fisch, Nud e Crud für Piadina im Stehen oder im Innenhof.

Wer weiterläuft, kommt in wenigen Minuten an den Porto Canale, den alten Hafenkanal, in dem die Fischerboote und die Ausflugsschiffe liegen. Auf der einen Seite reihen sich Fischlokale, auf der anderen zieht sich die Mole hinaus bis zum Leuchtturm, an dem abends Angler stehen. Nördlich schließt San Giuliano Mare an, ein Wohnviertel am Strand mit deutlich weniger Hotels und mehr Alltag als Marina Centro. Diese Achse – Piazza Cavour, Tiberiusbrücke, Borgo, Hafenkanal, Meer – ist der beste Abendspaziergang der Stadt und dauert mit Pausen etwa zwei Stunden.

Fellini & Kino

Auf den Spuren von Federico Fellini durch Rimini

Fellini hat Rimini nach seinem zwanzigsten Lebensjahr kaum noch bewohnt und trotzdem sein Leben lang verfilmt – die Stadt nimmt das inzwischen sehr ernst.

Das Fellini Museum, 2021 eröffnet, ist kein Haus, sondern ein Parcours über drei Orte. Im Castel Sismondo inszenieren Projektionen, Kostüme, Requisiten und Tonspuren die Bildwelt der Filme, weniger als Chronologie denn als begehbarer Traum – wer Fellini kennt, findet die Szenen wieder, wer ihn nicht kennt, bekommt eine Ausstellung über Fantasie, Zirkus und Erinnerung. Der zweite Teil liegt im Palazzo del Fulgor mitten in der Altstadt, der dritte ist die Piazza dei Sogni zwischen beiden, ein öffentlicher Platz mit Wasserfläche, Lichtinstallationen und Objekten aus den Filmen. Plane zwei bis drei Stunden ein und schau vorher, welche Teile geöffnet sind, die Zeiten unterscheiden sich je nach Saison.

Im Erdgeschoss des Palazzo del Fulgor liegt das Cinema Fulgor, das Kino, in dem Fellini als Kind seine ersten Filme sah und das er in Amarcord verewigte. Es wurde nach jahrelangem Leerstand restauriert und wiedereröffnet, die Innenräume in schwerem Rot und Gold hat der Ausstattungsarchitekt Dante Ferretti entworfen, der selbst mehrfach den Oscar für Szenenbild bekommen hat. Es ist ein echtes, laufendes Programmkino – du kannst dort abends einen Film sehen, gelegentlich auch im Original. Allein der Blick in den Saal lohnt den Umweg, und er kostet nichts, wenn gerade die Tür offen steht.

Der zweite Fellini-Ort ist das Meer. Das Grand Hotel Rimini von 1908 an der Marina Centro war für den Jungen aus einfachen Verhältnissen der Inbegriff des unerreichbaren Luxus, und genau so kommt es in seinen Filmen vor – als Kulisse für Träume, die man nur von außen sieht. Das Haus steht heute unter Denkmalschutz und hat eine nach ihm benannte Suite. Davor liegt der Parco Federico Fellini mit der Fontana dei Quattro Cavalli von 1928, dahinter beginnt die Promenade. Wer den Bogen schließen will, geht anschließend zum Stadtfriedhof, wo Fellinis Grab von einer Bugskulptur des Bildhauers Arnaldo Pomodoro markiert wird.

Am dichtesten wird das Ganze bei einem geführten Rundgang. Der Fellini-Spaziergang durch Rimini verbindet Cinema Fulgor, Castel Sismondo und die Murales im Borgo San Giuliano zu einer Erzählung und erklärt unterwegs, welche Figuren aus Amarcord reale Vorbilder in der Stadt hatten – das funktioniert auch für Leute, die keinen einzigen Fellini-Film gesehen haben, weil es zugleich eine Sozialgeschichte des Riminis der 1930er-Jahre ist. Wer lieber allein läuft: Die Route Arco d'Augusto, Corso d'Augusto, Fulgor, Castel Sismondo, Tiberiusbrücke, Borgo dauert etwa neunzig Minuten und ist die vollständige Kurzfassung.

Aktivitäten & Touren in Rimini

Familien

Rimini mit Kindern und warum die Riviera Romagnola dafür gebaut ist

Kaum eine Küste Europas ist so konsequent auf Familien eingestellt wie diese – das ist Riminis größte Stärke und zugleich der Grund, warum es im August voll ist.

Tempio Malatestiano
Tempio Malatestiano

Der wichtigste Faktor ist das Wasser. Die Adria fällt vor Rimini so flach ab, dass Kinder viele Meter weit stehen können, bevor es tiefer wird, und vor den nördlichen Ortsteilen dämpfen zusätzlich Wellenbrecher den Seegang. Dazu kommt die Infrastruktur der Bagni: An vielen Strandbädern gehören Spielgeräte, Planschbecken, Animation und ein Bar-Kiosk zum Standard, Rettungsschwimmer sind während der Saison präsent, und weil die Schirme in festen Reihen stehen, hat man Nachbarn, die mit hinschauen. Genau deshalb kommen italienische Familien seit Generationen hierher – im Juli und August ist das spürbar, in der Vor- und Nachsaison hast du dieselbe Ausstattung mit halb so vielen Menschen.

Für ganze Tage abseits des Strands gibt es in und um Rimini eine ungewöhnliche Dichte an Parks. Italia in Miniatura in Viserba versammelt seit 1970 hunderte Modelle italienischer und europäischer Bauwerke im Maßstabsformat, dazu eine Monorail, ein befahrbares Venedig im Kleinformat und mehrere Fahrgeschäfte – für Kinder zwischen etwa fünf und zwölf Jahren ein ganzer Tag, für Erwachsene mindestens ein charmanter halber. In Rivazzurra im Süden der Stadt liegt Fiabilandia, ein Märchenpark aus den 1960er-Jahren mit Bootsfahrten, Show-Bühnen und Attraktionen, die bewusst auf jüngere Kinder zugeschnitten sind. Beide sind Freiluftparks und damit Schönwetterprogramm: Wenn es regnet, trägt die Altstadt den Tag – Fellini Museum im Castel Sismondo, Domus del Chirurgo mit dem angeschlossenen Stadtmuseum, Tempio Malatestiano und das Cinema Fulgor liegen alle wenige Gehminuten auseinander.

Wer größere Kinder dabeihat, fährt hinaus. In Riccione, zwanzig Minuten südlich, liegen mit Aquafan einer der bekanntesten Wasserparks Italiens und mit Oltremare ein Themenpark rund um Meer und Delfine; beide sind mit Bus und Bahn erreichbar. Weiter nördlich, in der Nähe von Ravenna, betreibt Mirabilandia den größten Freizeitpark der Region mit Achterbahnen im Erwachsenenformat. Alle drei sind klassische Ganztagesziele – geh früh hin, nimm Badesachen mit und plane für den Rückweg mehr Zeit ein als für den Hinweg, weil sich alle gleichzeitig auf den Weg machen.

Bei der Buchung lohnt der Blick auf zwei italienische Eigenheiten. Erstens arbeiten sehr viele Häuser hier mit Halbpension, und zwar in einer Form, die man in Deutschland kaum kennt: familiengeführte Drei-Sterne-Hotels mit fester Essenszeit, Menüwahl am Vortag und einer Küche, die eher romagnolisch als international kocht – für Familien ist das preislich oft die beste Lösung. Zweitens hängt fast jedes Hotel an einem bestimmten Bagno, in dem seine Gäste vergünstigt oder inklusive liegen. Frag vor der Buchung nach, welches Bagno das ist und wie weit es entfernt liegt; mit Kinderwagen und Strandtasche macht der Unterschied zwischen 50 und 400 Metern jeden Tag zweimal etwas aus.

Übernachten

Hotels in Rimini und die passende Lage für deinen Urlaub

Rimini hat mehr Hotelbetten als fast jede andere italienische Stadt, und trotzdem entscheidet die Lage über den Urlaub, nicht die Sternezahl.

Die klassische Adresse ist Marina Centro. Hier steht das Grand Hotel Rimini von 1908, das Wahrzeichen der Bädermeile, mit Palmenpark, Privatstrand und einer Innenausstattung, die den Stil der Belle Époque konsequent weiterträgt. Modern gegenübergestellt ist das i-Suite Design Hotel mit geschwungener Glasfassade an der Promenade, das nur Suiten anbietet, viele davon mit Adriablick, dazu ein Spa mit Innenpool. Dazwischen liegen Häuser wie das Hotel National direkt in erster Reihe, das Hotel Ambasciatori an der Viale Vespucci mit Panoramapool auf dem Dach und das familiengeführte Villa Adriatica, das eine Sommervilla von 1888 mit Gartenpool kombiniert. Gemeinsam ist allen die kurze Distanz zum Wasser – und der Umstand, dass die Straßen ringsum im Sommer bis spät belebt sind.

Wer Rimini vor allem als Stadt besuchen will, wohnt besser in der Altstadt. Das duoMo Hotel liegt wenige Schritte vom Tempio Malatestiano entfernt und ist ein Entwurf des Designers Ron Arad, mit einer skulpturalen Rezeption, an der man erst einmal stehen bleibt. Von dort erreichst du Piazza Cavour, Castel Sismondo, Fulgor und die Tiberiusbrücke zu Fuß in Minuten, und du bist abends dort, wo die Riminesen ausgehen, statt dort, wo die Saisongäste sind. Zum Strand sind es je nach Ziel zwanzig Gehminuten oder fünf Minuten mit dem Rad – für einen reinen Badeurlaub mit Kindern ist das zu weit, für alles andere die interessantere Wahl.

Die dritte Möglichkeit sind die Ortsteile. Nördlich in Rivabella, Viserba, Viserbella und Torre Pedrera und südlich in Bellariva, Marebello, Rivazzurra und Miramare stehen hunderte kleine, oft seit Generationen familiengeführte Häuser der Zwei- bis Drei-Sterne-Klasse. Sie sind meist deutlich günstiger als das Zentrum, arbeiten fast alle mit Voll- oder Halbpension, haben ihr festes Bagno vor der Tür und sind genau das, was italienische Stammgäste jedes Jahr wieder buchen. Der Preis dafür: weniger Auswahl beim Abendessen außer Haus und ein Bus oder Zug ins Zentrum. Für zwei Wochen Familienurlaub ist das der beste Gegenwert, für drei Nächte Städtetrip die falsche Adresse.

Zur Planung zwei Hinweise. Ein großer Teil der Häuser an der Riviera öffnet nur zur Saison, ungefähr von Ostern bis Anfang Oktober, im Winter bleibt vor allem das Zentrum in Betrieb. Und die Preisspitzen liegen nicht nur im August: Auch die großen Messen in der Rimini Fiera am Stadtrand und das Rennwochenende auf dem Kurs im benachbarten Misano Adriatico treiben die Raten – teils mitten in der Saison, teils weit außerhalb. Wer flexibel ist, bucht Juni oder September, unter der Woche und mit Blick auf den Veranstaltungskalender – dieselben Zimmer kosten dann einen Bruchteil dessen, was sie am zweiten Augustwochenende aufrufen.

Hotels in Rimini

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Rimini von der Piadina bis zum Brodetto

Die Romagna ist eine der zugänglichsten Küchenregionen Italiens – hier isst man kein Konzept, sondern Teig, Fisch und Schwein.

Angefangen wird mit der Piadina. Das dünne, ungesäuerte Fladenbrot aus Mehl, Wasser, Salz und Fett wird auf einer heißen Platte gebacken und warm gefüllt, klassisch mit Squacquerone – einem sehr weichen, leicht säuerlichen Frischkäse aus der Region –, Rucola und Prosciutto crudo. Die frittierte oder gefüllte Variante heißt Cassone oder Crescione und kommt meist mit Mangold, Kürbis oder Kartoffel. Piadinerie stehen an jeder Straßenecke und an fast jedem Strandzugang; wer den Unterschied zwischen Bude und Handwerk schmecken will, geht ins Nud e Crud im Borgo San Giuliano, das die Piadina konsequent auf Lokalniveau behandelt, ohne dabei teuer zu werden.

Beim Primo wird es romagnolisch. Strozzapreti sind gedrehte Nudelstränge aus Hartweizen und Wasser, Cappelletti kleine gefüllte Teigtaschen, die traditionell in Brühe schwimmen, dazu breite Tagliatelle mit Ragù. Auf der Fleischseite steht die Romagna für Grill: Salsiccia, Rippchen, Lamm und Castrato über Holzkohle, oft direkt am Gastraum. Die Osteria de Börg im Borgo San Giuliano macht genau dieses Programm mit eigener Backstube und handgedrehter Pasta, dazu Sangiovese aus der Romagna im Glas. Reserviere am Wochenende – die guten Adressen im Borgo sind klein, und die Riminesen essen dort selbst.

Fisch heißt hier Adria-Fisch, und das bedeutet vor allem kleine Arten. Sardoncini, die kleinen Sardinen, kommen gegrillt oder paniert auf den Tisch, dazu Poveracce und Vongole, Canocchie und Fritto misto. Das Traditionsgericht ist der Brodetto, ein Eintopf aus mehreren Fischsorten mit Tomate und Essig, der ursprünglich aus dem verwertet wurde, was sich nicht verkaufen ließ. Die Trattoria La Marianna in der Nähe der Tiberiusbrücke ist eine der Adressen, an denen das noch in seiner klassischen Form serviert wird. In der Altstadt übernimmt die Trattoria Dallo Zio nahe dem Tempio Malatestiano dieselbe Rolle für den Alltag: Adria-Fisch, hausgemachte Pasta, regionale Weine, ohne Sterne-Anspruch. Rund um den Porto Canale reihen sich außerdem Fischlokale, deren Ware morgens ein paar Meter weiter angelandet wird.

Nach oben ist die Skala offener, als man einem Badeort zutraut. In der Altstadt kocht Mariano Guardianelli im Abocar Due Cucine argentinische Herkunft und romagnolische Produkte zusammen und ist dafür mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet; am Strand von Miramare interpretiert Gian Paolo Raschi im Guido 1946 den Fang der Adria leicht und saisonal, ebenfalls mit Stern. Für den Alltag gilt: Aperitif ab dem frühen Abend unter den Arkaden der Vecchia Pescheria an der Piazza Cavour, danach Essen im Borgo oder in der Altstadt, und wer es lauter mag, findet zwischen Viale Vespucci und Viale Regina Elena die Bars und Clubs, für die Rimini seit den Achtzigern bekannt ist. Getrunken wird Sangiovese, dazu Albana, der erste Weißwein Italiens mit DOCG-Status.

Restaurants in Rimini

Route & Reiseplanung

Rimini-Urlaub planen zwischen Strand, Altstadt und Hinterland

Der Fehler, den fast alle machen, ist die Woche komplett am Bagno zu verbringen – dabei liegen die interessantesten Ziele eine halbe Stunde entfernt.

Ein guter Rimini-Tag hat drei Teile. Vormittags Strand, solange die Sonne noch schräg steht und das Wasser ruhig ist. Zwischen ein und vier Uhr passiert wenig, das ist die italienische Mittagspause, in der auch viele Läden in der Altstadt schließen – Zeit für ein spätes Mittagessen im Bagno, für Schatten oder für ein Museum. Ab dem späten Nachmittag kippt der Rhythmus: Die Promenade füllt sich mit Radfahrern und Spaziergängern, gegen sieben beginnt der Aperitif, gegessen wird selten vor halb neun. Wer diesen Takt mitgeht statt dagegen zu planen, hat mehr vom Tag und steht nirgendwo vor verschlossenen Türen.

Für drei Tage reicht folgende Aufteilung. Tag eins gehört dem Strand und dem Abend in Marina Centro. Tag zwei der Altstadt: morgens Arco d'Augusto und Corso d'Augusto, dann Tempio Malatestiano und Domus del Chirurgo, mittags Piadina, nachmittags das Fellini Museum im Castel Sismondo, abends über die Tiberiusbrücke ins Borgo San Giuliano zum Essen. Tag drei fährst du hinaus – am naheliegendsten nach San Marino, alternativ mit dem Rad die Küstenpromenade entlang bis Riccione und zurück. Damit hast du beide Hälften der Stadt gesehen und trotzdem zweimal im Meer gelegen.

Bei einer Woche kommt das Hinterland dazu, und das ist der Teil, den kaum jemand auf dem Zettel hat. Ravenna mit seinen frühchristlichen Mosaiken ist rund eine Stunde mit dem Zug entfernt und gehört zu den bedeutendsten Kunstzielen Italiens. Santarcangelo di Romagna liegt zehn Kilometer landeinwärts, hat einen intakten mittelalterlichen Kern und ein Netz rätselhafter Tuffhöhlen unter den Häusern. Weiter oben im Valmarecchia thronen San Leo mit seiner Festung auf dem Felsen und Verucchio, die Stammburg der Malatesta. Bologna ist mit dem Zug in gut einer Stunde erreichbar. Rechne pro Ziel einen halben bis ganzen Tag und leg dazwischen bewusst Strandtage ein.

Und die Gegenversion: Rimini funktioniert auch als reiner Städtetrip außerhalb der Badesaison. Im März, April, Oktober oder November hast du Altstadt, Museen und Restaurants weitgehend für dich, die Hotelpreise im Zentrum sind niedrig, und der leere Strand im Winterlicht hat eine eigene Qualität – Fellini hat genau dieses Bild immer wieder gefilmt. Du solltest dann nur damit rechnen, dass ein großer Teil der Häuser und Bagni in den Ortsteilen geschlossen ist und sich das Leben komplett ins Zentrum und ins Borgo verlagert. Für zwei bis drei Nächte ist das eine der günstigsten Kurzreisen Italiens.

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Anreise & vor Ort

Anreise nach Rimini und unterwegs entlang der Küste

Rimini liegt an der Autobahn, an der Hauptbahnstrecke und an einem saisonalen Flughafen – die Frage ist weniger das Wie als das Ob du vor Ort ein Auto brauchst.

Mit dem Auto fährst du aus Süddeutschland und Österreich über den Brenner, dann über Verona und Bologna auf die A14 Richtung Ancona; ab München sind es rund 700 Kilometer, ab Wien über Tarvis und Bologna etwas mehr. Aus der Schweiz führt der Weg über den Gotthard und Mailand. In Italien brauchst du Kleingeld oder Karte für die Mautstationen, in Österreich eine Vignette und für die Brennerautobahn zusätzlich Maut. Rechne im Juli und August mit Staus an den Ausfahrten der Riviera, vor allem samstags, wenn die italienischen Wochenwechsel stattfinden – wer Freitagnacht oder Sonntagfrüh unterwegs ist, spart oft Stunden.

Ohne Auto geht es genauso gut. Der Flughafen Rimini trägt den Namen Federico Fellini, liegt bei Miramare südlich der Stadt und wird nur saisonal und von wenigen Linien bedient; die zuverlässigere Variante ist Bologna, von dessen Terminal der Marconi Express in wenigen Minuten zum Hauptbahnhof fährt, und von dort weiter mit dem Zug nach Rimini in etwa einer Stunde. Rimini liegt an der Adria-Hauptstrecke Bologna–Ancona, es halten sowohl Regionalzüge als auch schnelle Fernzüge. Der Bahnhof ist der eigentliche Trumpf: Er liegt zwischen Altstadt und Strand, beides erreichst du zu Fuß in rund zehn bis fünfzehn Minuten.

Vor Ort ist das Auto meistens eher Last als Hilfe. Entlang der Küste fährt der klassische Küstenbus zwischen den Ortsteilen und weiter bis Riccione, parallel dazu verbindet die Schnellbuslinie Metromare auf eigener Trasse die Bahnhöfe Rimini und Riccione. Die Regionalzüge halten in Riccione, Cattolica und Santarcangelo, sodass du die halbe Riviera und das nahe Hinterland ohne Wagen erreichst. Und für alles innerhalb der Stadt ist das Fahrrad das beste Verkehrsmittel: Der Parco del Mare ersetzt die frühere Uferstraße abschnittsweise durch eine autofreie Promenade – im Süden von Miramare bis Marina Centro bereits durchgehend, im Norden lotweise. Viele Hotels stellen Räder, und die Küste lässt sich auf Rad- und Uferwegen trotzdem von Torre Pedrera bis Miramare abfahren.

Wenn du doch mit dem Auto anreist, klär die Parkfrage vor der Buchung. Hotels in erster Reihe haben oft nur wenige eigene Stellplätze oder arbeiten mit einem Parkhaus zusammen, und rund um Marina Centro sind die blau markierten Flächen gebührenpflichtig. Die Altstadt ist in weiten Teilen verkehrsberuhigt, du stellst den Wagen also außerhalb ab und gehst hinein. Am entspanntesten fährst du am Anreisetag ins Quartier, parkst das Auto für die Woche und nutzt es nur für die Ausflüge ins Hinterland, für die es tatsächlich schneller ist als der Bus – etwa nach Montefiore Conca, San Leo oder Gradara.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge

Ausflüge ab Rimini nach San Marino, Ravenna und ins Hinterland

Von keinem anderen Badeort der Adria erreichst du so viel in so kurzer Zeit – Staat, Weltkulturerbe und Bergfestung liegen alle innerhalb einer Stunde.

San Marino ist der bekannteste Ausflug. Die älteste noch bestehende Republik der Welt liegt rund 25 Kilometer landeinwärts auf dem Monte Titano, ein Linienbus fährt vom Bahnhof Rimini hinauf und braucht ungefähr fünfzig Minuten. Oben erwarten dich drei Festungstürme auf dem Felsgrat, ein Wehrgang zwischen zweien davon, eine gut erhaltene Altstadt und an klaren Tagen ein Blick, der bis zur Adria und zu den Apenninen reicht. Die Hauptgasse ist voller Souvenirläden – wer das umgehen will, geht früh hinauf oder bleibt bis zum späten Nachmittag, wenn die Busse abfahren und der Ort wieder leiser wird. Ein halber bis ganzer Tag genügt.

In die andere Richtung liegt Ravenna, mit dem Zug in etwa einer Stunde erreichbar und kunsthistorisch das schwerste Kaliber der Region: acht frühchristliche und byzantinische Bauten stehen dort auf der Welterbeliste, darunter das Mausoleum der Galla Placidia mit seinem Sternenhimmel aus blauem Mosaik und San Vitale mit den Kaiserporträts von Justinian und Theodora. Auf halbem Weg liegt Cesenatico mit einem Hafenkanal, an dessen Vermessung Leonardo da Vinci beteiligt gewesen sein soll, und historischen Segelschiffen im Wasser als Freilichtmuseum. Beides zusammen an einem Tag ist möglich, aber sportlich – Ravenna verdient den ganzen.

Das nächstgelegene Ziel ist zugleich das unterschätzteste: Santarcangelo di Romagna, zehn Kilometer landeinwärts und mit dem Zug in wenigen Minuten erreichbar. Der Ort steigt auf einen Hügel, hat eine Malatesta-Festung, eine Piazza mit Triumphbogen und unter den Häusern ein Netz von über hundert Tuffhöhlen, deren ursprünglicher Zweck bis heute diskutiert wird. Weiter oben im Marecchia-Tal folgen Verucchio, die Stammburg der Malatesta mit Blick über das ganze Tal, und San Leo auf einem senkrechten Felsblock, dessen Festung als Gefängnis des Grafen Cagliostro Berühmtheit erlangte. Für diese Runde brauchst du ein Auto, dafür bekommst du das Gegenprogramm zur Küste.

Bleiben die Nachbarn am Meer und der Weg nach Norden. Riccione liegt direkt südlich, ist mit Bus und Bahn in zwanzig Minuten erreichbar und bekannt für die Ladenzeile der Viale Ceccarini und seine Freizeitparks. Dahinter folgt Cattolica, und kurz hinter der Regionsgrenze liegt Gradara mit einer der besterhaltenen Burgen Italiens, die als Schauplatz der Liebesgeschichte von Paolo und Francesca aus Dantes Inferno gilt. Wer lieber Stadt will, nimmt den Zug nach Bologna: gut eine Stunde bis unter die längsten Arkaden Europas, in eine Küche, die als beste Italiens gehandelt wird, und abends zurück ans Meer.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Rimini – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Rimini und das Wetter im Jahreslauf

Die Badesaison an der Riviera Romagnola ist klar umrissen, und die beiden Ränder sind die interessantesten Wochen des Jahres.

Rimini hat ein mediterran getöntes Küstenklima mit heißen, schwülen Sommern und milden, feuchten Wintern. Von Juni bis September liegen die Höchstwerte zuverlässig bei 25 Grad und darüber, im Hochsommer regelmäßig um 30, und die flache Adria erwärmt sich schnell: Im Juni erreicht sie meist um 23 Grad, im Juli und August rund 26 bis 27 Grad, und im September hält sie sich noch bei etwa 23 bis 24 Grad. Die Zeit außerhalb der Saison ist deshalb keine schlechte Reisezeit, sondern eine andere – im Frühjahr und Herbst gehören Altstadt und Hinterland dir, im Winter bleibt vor allem das Zentrum in Betrieb.

Jan8°1°kühl und feucht, Messestadt
Feb10°1°still, viele Strandhotels zu
Mär14°4°erste warme Tage, Altstadt leer
Apr18°8°Radwetter, Saisonstart zu Ostern
Mai23°12°warm an Land, Meer noch frisch
Jun27°16°Badewetter, Preise noch moderat
Jul30°19°Hochsaison, Notte Rosa Anfang Juli
Aug30°19°voll und teuer, Ferragosto-Spitze
Sep25°15°Meer noch warm, spürbar ruhiger
Okt20°11°Saisonende, Hügel im Herbstlicht
Nov14°6°grau, Monat für Museen
Dez9°2°Lichter in der Altstadt, leerer Strand

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Rimini sind Juni und September. Im Juni ist das Wasser mit etwa 23 Grad erstmals verlässlich badewarm, die Bagni sind vollständig geöffnet, und die Hotelpreise liegen noch deutlich unter dem Hochsommerniveau. Im September ist die Adria mit rund 24 Grad noch angenehm badewarm, ohne die Hochsommerhitze an Land, die Strände leeren sich nach Mitte des Monats spürbar, und das Hinterland lässt sich ohne Mittagshitze erkunden. Juli und August gehören den italienischen Familien: volle Bagni, ausgebuchte Häuser und die höchsten Raten des Jahres. Mai und Oktober sind gute Monate für Altstadt, Rad und Hügel, zum Baden aber Glückssache.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Rimini

Wie funktionieren die Bagni am Strand von Rimini?
Der Strand ist in durchnummerierte Strandbäder aufgeteilt. Du zahlst für einen Sonnenschirm mit meist zwei Liegen; Duschen, Umkleiden, WC und ein Bar-Kiosk gehören dazu, oft auch Spielplatz und Beachvolleyball. Es gibt Tages-, Wochen- und Saisonpreise, und die erste Reihe kostet deutlich mehr als die vierte. Viele Hotels haben ein Partner-Bagno mit vergünstigten Plätzen – frag vor der Buchung danach.
Gibt es in Rimini auch kostenlose Strandabschnitte?
Ja, sie heißen spiaggia libera und liegen meist zwischen zwei Konzessionen oder an den Enden der Ortsteile. Dort gibt es weder Schirm noch Dusche noch Rettungsschwimmer, dafür kostet der Platz nichts. An Wochenenden im Juli und August sind diese Streifen früh belegt, in der Vor- und Nachsaison findest du dagegen problemlos Platz.
In welchem Ortsteil von Rimini wohnt man am besten?
Marina Centro ist die klassische Wahl mit dem breitesten Strand, den größten Hotels und dem meisten Betrieb. Die Ortsteile im Norden – Rivabella, Viserba, Viserbella, Torre Pedrera – sind ruhiger, familiengeprägt und günstiger. Im Süden gilt dasselbe für Bellariva, Marebello, Rivazzurra und Miramare. Wer vor allem die Stadt sehen will, wohnt im Centro Storico und fährt zum Strand.
Braucht man in Rimini ein Auto?
Für Strand und Stadt nicht. Der Bahnhof liegt zwischen Altstadt und Meer, entlang der Küste fahren Busse und der Metromare zwischen den Bahnhöfen Rimini und Riccione, und die Küste lässt sich auf Rad- und Uferwegen von Torre Pedrera bis Miramare abfahren – der autofreie Parco del Mare ist dabei abschnittsweise fertig, im Süden bereits durchgehend, im Norden lotweise. Ein Auto lohnt erst für die Hügeldörfer des Hinterlands: Verucchio und San Leo im Marecchia-Tal, Montefiore Conca im Valconca.
Wann ist das Meer in Rimini warm genug zum Baden?
Die flache Adria erwärmt sich schnell. Im Mai liegt sie meist noch unter 20 Grad und ist eher etwas für Abgehärtete, ab Juni erreicht sie ungefähr 23 Grad, im Juli und August um die 26 bis 27, und im September hält sie sich noch bei rund 23 bis 24 Grad. Am wärmsten ist das Wasser also im August, am angenehmsten die Kombination aus warmem Meer und leereren Stränden im September. Bis Anfang Oktober ist Baden für viele noch angenehm.
Rimini oder Riccione – was passt besser?
Rimini ist größer, hat die Altstadt mit römischen Monumenten, dem Tempio Malatestiano und dem Fellini Museum und damit ein Schlechtwetterprogramm. Riccione, zwanzig Minuten südlich, ist kompakter, gilt als etwas gepflegter und schicker und hat mit der Viale Ceccarini eine bekannte Ladenzeile sowie die großen Freizeitparks. Beide liegen an derselben Bahnlinie – du kannst also jederzeit wechseln.
Lohnt sich das Fellini Museum auch ohne Fellini-Kenntnisse?
Ja. Das Museum erzählt keine Filmografie, sondern inszeniert mit Projektionen, Kostümen und Räumen eine Bildwelt aus Zirkus, Traum und Erinnerung – das funktioniert unabhängig davon, ob du die Filme kennst. Es verteilt sich auf das Castel Sismondo, den Palazzo del Fulgor und die Piazza dei Sogni dazwischen. Plane zwei bis drei Stunden ein und prüfe vorab die Öffnungszeiten der einzelnen Teile.
Was kann man in Rimini bei Regen machen?
Die Altstadt trägt einen Regentag gut. Tempio Malatestiano, Domus del Chirurgo mit dem angeschlossenen Stadtmuseum und das Fellini Museum im Castel Sismondo füllen zusammen einen ganzen Tag. Dazu das Cinema Fulgor als laufendes Programmkino, der Tempio Malatestiano und die Arkaden rund um die Piazza Cavour, unter denen du trocken vom Aperitif zum Essen kommst. Italia in Miniatura, Fiabilandia und die Wasserparks der Umgebung liegen dagegen unter freiem Himmel – die hebst du dir für einen trockenen Tag auf.
Wo isst man in Rimini am besten Piadina?
Die beste Dichte hat das Borgo San Giuliano jenseits der Tiberiusbrücke; das Nud e Crud behandelt die Piadina dort als Handwerk statt als Strandsnack. Klassisch belegt wird sie mit Squacquerone, Rucola und Prosciutto crudo, die gefüllte, frittierte Variante heißt Cassone oder Crescione. Achte darauf, dass der Teig frisch auf der Platte gebacken wird, nicht vorgefertigt aufgewärmt.
Wie kommt man von Rimini nach Ravenna?
Mit dem Regionalzug in etwa einer Stunde ab Bahnhof Rimini, ohne Umstieg. In Ravenna liegen die wichtigsten Mosaikbauten – San Vitale, das Mausoleum der Galla Placidia, Sant'Apollinare Nuovo – alle im Zentrum, rund 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt und untereinander in wenigen Minuten zu Fuß verbunden. Für die Hauptmonumente gibt es ein Kombiticket. Ein voller Tag ist realistisch, ein halber wird knapp.
Ist Rimini für Familien mit kleinen Kindern geeignet?
Sehr. Das Wasser fällt extrem flach ab, vor den nördlichen Ortsteilen dämpfen Wellenbrecher zusätzlich den Seegang, und die Bagni bieten Spielgeräte, Animation und Rettungsschwimmer während der Saison. Dazu kommen Italia in Miniatura in Viserba, Fiabilandia im Süden und die Parks in Riccione. Die meisten Hotels arbeiten mit Halbpension und festen Essenszeiten.
Wo geht man in Rimini abends aus?
Zum Aperitif sammeln sich alle unter den Arkaden der Vecchia Pescheria an der Piazza Cavour. Zum Essen und für ruhigere Abende ist das Borgo San Giuliano die erste Wahl, für Bars und Clubs die Gegend zwischen Viale Vespucci und Viale Regina Elena in Marina Centro. Am Hafenkanal reihen sich Fischlokale mit Blick auf die Boote.
Wie ist Rimini außerhalb der Badesaison?
Deutlich ruhiger und für einen Städtetrip überraschend gut. Ein großer Teil der Strandhotels und Bagni schließt etwa zwischen Oktober und Ostern, das Leben verlagert sich ins Zentrum und ins Borgo San Giuliano. Altstadt, Museen und Restaurants sind geöffnet, die Preise niedrig, und der leere Strand im Winterlicht hat eine eigene Wirkung.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Rimini – Tiberiusbrücke & Fellini römisches Ariminum trifft Renaissance

Rimini lässt sich an einem Tag zu Fuß erschließen: Tempio Malatestiano und Domus del Chirurgo liegen wenige Minuten auseinander. Fürs Fellini Museum lohnt ein Online-Ticket, gerade in der Hochsaison.

Übernachten

Hotels in Rimini – Marina Centro & Strandnähe von der Bädermeile bis ins ruhige Viserba

Wer Strand will, bucht in Marina Centro entlang der Bädermeile; ruhiger und familiär wird es in Viserba. Wer die Altstadt sucht, nimmt das Centro Storico mit kurzen Wegen zu Sehenswürdigkeiten und Trattorien.

Genießen

Restaurants in Rimini – Piadina & Adria-Küche Fischlokale im Borgo San Giuliano

Die Romagna lebt von der Piadina, von hausgemachten Strozzapreti und frischem Adria-Fisch. Am besten isst man in den Osterien des Centro Storico und in den Fischlokalen am Borgo San Giuliano.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Rimini – Strand & Altstadt 15 km Adria, dazwischen Italia in Miniatura

Zwischen Bädermeile und Altstadt reicht die Bandbreite von Strandtagen über geführte Rundgänge auf den Spuren der Römer und Fellinis bis zum Familienausflug nach Italia in Miniatura.

RiminiMorgens um sieben zieht ein Traktor die Sandflächen der Bagni glatt, und zwei Kilometer landeinwärts steht die Morgensonne schon schräg über einem Torbogen, unter dem seit 27 v. Chr. die Straße aus Rom endet.

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