
◆ STADT · ABRUZZEN
Sulmona ist eine dieser italienischen Städte, die man nicht auf dem Weg irgendwohin entdeckt, sondern nur, wenn man sie sucht. Sie liegt in einem grünen Hochtal, dem Valle Peligna, umstellt von den kahlen Flanken der Maiella und des Morrone, die bis weit ins Frühjahr Schnee tragen. Über die mittelalterliche Hauptachse Corso Ovidio spannt sich ein Aquädukt aus dem 13. Jahrhundert, dessen schlanke Bögen die langgestreckte Piazza Garibaldi säumen. Hier wurde 43 v. Chr. der Dichter Ovid geboren, und hier, in alten Werkstätten hinter den Arkaden, entstehen seit Generationen die Confetti – Mandeldragees, die zu kunstvollen Blumensträußen gebunden werden und in ganz Italien zu Hochzeiten und Festen gehören. Wer Sulmona besucht, sieht ein Italien ohne Schaufenster-Inszenierung: Bergstadt, Provinzhauptstadt, Heimat zugleich.

Sulmona trägt seine Geschichte im Namen herum: SMPE steht überall in der Stadt, auf Wappen, Brunnen und Fahnen, und steht für „Sulmo mihi patria est“ – „Sulmona ist meine Heimat“, ein Vers des Dichters Ovid, der 43 v. Chr. hier geboren wurde. Die Stadt war in der Antike ein wohlhabendes Munizipium am Rand der römischen Welt; im Mittelalter machte sie der Stauferkaiser Friedrich II. zu einem Verwaltungszentrum. Das prägendste Bauwerk dieser Epoche steht bis heute mitten in der Stadt: ein gotisches Aquädukt aus dem 13. Jahrhundert, dessen Bögen die Piazza Garibaldi flankieren – einen der größten und stimmungsvollsten Plätze der Abruzzen, auf dem mittwochs und samstags Markt gehalten wird.
Doch Sulmona ist vor allem für etwas Süßes berühmt: die Confetti. In den Werkstätten der Stadt werden ganze Mandeln seit Jahrhunderten in dünne Zuckerschichten gehüllt und anschließend mit Draht und Seidenpapier zu Blumen, Sträußen und Ähren gebunden. Diese „fiori di confetti“ gehören in Italien zu jeder Hochzeit und Taufe. Die berühmteste Manufaktur, Pelino, betreibt seit dem 18. Jahrhundert ein eigenes kleines Museum, in dem alte Kupferkessel und Maschinen die Handwerksgeschichte erzählen. Wer durch die Gassen geht, sieht die zarten Blumengebinde in fast jedem Schaufenster.
Und dann ist da die Landschaft. Sulmona liegt am Fuß des Morrone, in dessen Fels die Einsiedelei des späteren Papstes Coelestin V. klebt, und am Tor zum Nationalpark Maiella mit seinen Buchenwäldern, Wölfen und Bären. Im Sommer steigt das Reiterfest Giostra Cavalleresca die Piazza hinauf, im Winter ziehen sich die Wege in die verschneiten Berge. travelperfect empfiehlt, Sulmona als ruhige Basis zu nehmen: ein, zwei Tage in der Stadt, dazu Wanderungen am Morrone, Ausflüge in die Bergdörfer Pacentro und Introdacqua und einen Abstecher zur Hochebene der Piana Grande bei Castel di Sangro.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel & Umgebung
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Altstadt & Antike
Der Corso Ovidio ist die Lebensader der Altstadt: vom Triumphbogen am Stadttor über die Piazza XX Settembre mit dem Ovid-Denkmal bis hinauf zur weiten Piazza Garibaldi, die das mittelalterliche Aquädukt säumt. Dazwischen liegen die Santissima Annunziata mit ihrem gotisch-barocken Doppelportal und der schlichte Dom San Panfilo am oberen Stadtrand. Ein Spaziergang, der zwei Jahrtausende auf wenigen hundert Metern bündelt.
Confetti & Handwerk
Sulmonas süßestes Kapitel: In den Confetti-Werkstätten werden ganze Mandeln in Zucker gehüllt und zu Blumen, Ähren und Sträußen gebunden. Das Museo dell'Arte e della Tecnologia Confettiera in der historischen Fabbrica Pelino zeigt alte Kupferkessel und Maschinen, dazu lässt sich überall in der Stadt frisch eindecken – ein Mitbringsel, das es so nur hier gibt.
Berge & Einsiedeleien
Über der Stadt klebt am Morrone die Einsiedelei Sant'Onofrio al Morrone, in der der spätere Papst Coelestin V. als Eremit lebte; daneben liegen die Reste des antiken Heiligtums von Ercole Curino. Von Sulmona aus erschließt sich der Nationalpark Maiella mit Buchenwäldern, Wölfen und Bären, und die Bergdörfer Pacentro und Introdacqua lohnen jeweils einen halben Tag.
Bahn & Panorama
Sulmona ist ein Startbahnhof der Transiberiana d'Italia, einer der höchstgelegenen Bahnstrecken des Apennins. Historische Züge klettern durch das Hochland von Roccaraso und über die kargen Ebenen bis Castel di Sangro – im Herbst durch goldene Buchenwälder, im Winter durch Schnee. Eine der schönsten und langsamsten Zugfahrten Italiens, fernab jeder Autobahn.
03 · Wann
Sulmona liegt auf rund 400 Metern in einem von Bergen umschlossenen Tal – das Klima ist deutlich kontinentaler als an der nahen Adriaküste. Die Sommer sind warm, aber durch die Höhenlage abends angenehm; die Winter sind kalt, und die umliegenden Gipfel von Maiella und Morrone tragen lange Schnee. Frühling und Herbst sind die schönsten Reisezeiten, das große Reiterfest Giostra Cavalleresca steigt Ende Juli.
04 · Häufige Fragen
Für die Altstadt selbst reicht ein Tag: Corso Ovidio, Piazza Garibaldi mit dem Aquädukt, die Santissima Annunziata und eine Confetti-Werkstatt lassen sich gut an einem Nachmittag verbinden. Als Basis für die Region lohnen sich aber zwei bis drei Tage – mit Wanderungen am Morrone, den Bergdörfern Pacentro und Introdacqua und einer Fahrt mit der Transiberiana d'Italia.
Mit dem Auto über die Autobahn A25 (Rom–Pescara), Ausfahrt Pratola Peligna–Sulmona; von Rom dauert es etwa 1,5 bis 2 Stunden, von Pescara rund eine Stunde. Sulmona hat zudem einen Bahnhof an der Linie Rom–Pescara, und von hier startet die historische Panoramabahn Transiberiana d'Italia. Der nächste Flughafen ist Pescara.
Confetti sind in Italien zuckerüberzogene Mandeln, die zu festlichen Anlässen wie Hochzeiten und Taufen verschenkt werden – nicht zu verwechseln mit dem deutschen Konfetti. Sulmona ist seit Jahrhunderten das Zentrum dieser Kunst: Die Mandeln werden hier zu Blumen, Ähren und Sträußen gebunden. Die Manufaktur Pelino führt dazu ein kleines Museum.
Sehr. Sulmona liegt zentral zwischen dem Nationalpark Maiella, dem Gran Sasso und den Hochebenen um Roccaraso. Von hier erreicht man Bergdörfer, Einsiedeleien und Wandergebiete in kurzer Zeit, und die Stadt selbst bietet mit ihren Trattorien und der Altstadt einen ruhigen Rückzugspunkt nach dem Tag in den Bergen.
Die Giostra Cavalleresca di Sulmona ist ein historisches Reiterturnier in Renaissance-Kostümen, das traditionell Ende Juli auf der Piazza Garibaldi ausgetragen wird. Reiter der Stadtviertel treten in einem Geschicklichkeitswettkampf gegeneinander an. Wer um diese Zeit kommt, sollte Unterkünfte früh buchen, da das Fest viele Besucher anzieht.
Die abruzzesische Küche ist herzhaft und bergbäuerlich: handgemachte Pasta wie maccheroni alla chitarra mit Lammragout, Lammgerichte (agnello), Pecorino und die scharfe Wurstspezialität ventricina aus der Region. Dazu Wein der Montepulciano d'Abruzzo-Rebsorte. Zum Abschluss natürlich Confetti – und der Likör Aurum, der traditionell mit Pescara und den Abruzzen verbunden ist.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Sulmona und den Abruzzen.
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