Stadt · Italien

Venedig

Zwischen Bahnhof und Markusplatz liegen keine drei Kilometer und kein einziges Auto – hier trägst du deinen Koffer über Brückenstufen, und die Hauptstraße ist ein Kanal.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Venedig-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Herbst (September, Oktober) sind ideal: angenehme Temperaturen und etwas weniger Andrang als im Hochsommer. Der Sommer ist heiß und sehr voll, im Februar lockt der Karneval mit Masken und Kostümen. Im Winter kann das Phänomen des Acqua alta zu Hochwasser führen.
Über Venedig

Reisen nach Venedig

Venedig verteilt sich auf 118 Inseln in einer Lagune, verbunden von mehr als 400 Brücken und durchzogen vom Canal Grande, der sich in einem doppelten Bogen vom Bahnhof bis zum Bacino di San Marco legt. Im Zentrum drängen sich am Markusplatz die Goldmosaiken der Basilica di San Marco, der Campanile und der Dogenpalast mit der Seufzerbrücke; ein paar hundert Meter weiter überspannt die Rialtobrücke von 1591 den Kanal, und an ihrem Westufer bauen die Händler des Rialtomarkts im Morgengrauen ihre Fisch- und Gemüsestände auf. Sechs Sestieri teilen sich die Altstadt – von der Kunstdichte in Dorsoduro mit Gallerie dell'Accademia, Peggy Guggenheim Collection und der Barockkuppel von Santa Maria della Salute bis zum weitläufigen Cannaregio, wo das Ghetto von 1516 liegt und abends an der Fondamenta della Misericordia die Weinbars öffnen. Dazu die Lagune mit Murano, Burano und Torcello, Cicchetti im Bacaro statt Abendkarte, Vaporetti statt Bussen und ein Winterhalbjahr, in dem das Acqua alta zum Stadtbild gehört.

Venedig – Karte
Reiseführer

Venedig von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Der Zug rollt über die Ponte della Libertà, links und rechts nichts als Wasser, und wenn sich in Santa Lucia die Türen öffnen, fehlt plötzlich ein Geräusch, das du dein ganzes Leben lang mitgehört hast – kein Motor, kein Reifen auf Asphalt, nur Schritte, Möwen und das Klatschen von Wellen gegen Steinstufen. Venedig ist keine Stadt mit Kanälen, sondern eine Stadt, in der das Wasser die Straße ist. 118 Inseln, mehr als 400 Brücken und ein Stadtplan, der dich zuverlässig in Sackgassen führt, bis du aufhörst, ihn zu benutzen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Venedig

Zwischen Markusplatz und Rialtobrücke liegen keine 900 Meter Luftlinie, und trotzdem brauchst du dafür in der Mittagszeit eine halbe Stunde.

Fang mit dem Markusplatz an, und zwar früh. Es ist der einzige Platz Venedigs, der Piazza heißen darf – alle anderen sind Campi –, und an seiner Ostseite steht die Basilica di San Marco mit einer Innenhaut aus rund 8.000 Quadratmetern Goldmosaik, die je nach Tageslicht von matt bis flimmernd wechselt. Schon für den Hauptraum brauchst du ein Ticket mit Zeitfenster, das du vorab buchst – damit sparst du dir zugleich die Schlange, die sich ab dem späten Vormittag über den halben Platz zieht. Für die Pala d'Oro hinter dem Hochaltar, die Schatzkammer und den Aufgang zum Museum mit der Loggia dei Cavalli kommt jeweils ein eigener Eintritt dazu; oben im Museum stehen die Originale der vier vergoldeten Bronzepferde, draußen auf der Loggia nur Kopien. Große Rucksäcke musst du vor dem Eingang abgeben, Schultern und Knie bleiben bedeckt.

Direkt nebenan öffnet der Dogenpalast, über Jahrhunderte Regierungssitz, Gerichtshof und Gefängnis in einem. Der Weg führt vom Innenhof über die Goldene Treppe in die Prunksäle – im Sala del Maggior Consiglio hängt Tintorettos Paradies, eines der größten Ölgemälde der Welt – und dann über die Seufzerbrücke hinüber in die Prigioni Nuove, die neuen Gefängnisse jenseits des Rio di Palazzo. Giacomo Casanova saß nicht dort, sondern in den Piombi, den Bleikammern unmittelbar unter dem Dachstuhl des Palasts – aus ihnen entkam er 1756 über das Dach. Dasselbe Ticket gilt für die Museen an der Piazza, allen voran das Museo Correr in den Prokuratien. Wer tiefer einsteigen will, bucht die Sonderführung Itinerari Segreti durch Amtsstuben, Folterkammer und eben jene Bleikammern; die Plätze sind begrenzt und nur mit Voranmeldung zu bekommen.

Vom Markusplatz sind es zehn Minuten durch die Mercerie zur Rialtobrücke, die seit 1591 als steinerner Bogen über dem Canal Grande liegt, nachdem die hölzernen Vorgängerbauten mehrfach eingestürzt oder abgebrannt waren. Interessanter als die Brücke selbst ist das, was an ihrem Westufer passiert – auf dem Rialtomarkt bauen die Händler ab dem frühen Morgen Gemüse- und Fischstände auf, wobei die Pescaria unter den Arkaden sonntags und montags geschlossen bleibt. Ein paar Gassen weiter stehen zwei Bauten, die Kurzbesucher gern auslassen und die den Umweg lohnen: die Frari-Kirche mit Tizians Assunta über dem Hochaltar und dem Grab des Malers, und die Scuola Grande di San Rocco, deren Säle Tintoretto über gut zwei Jahrzehnte komplett ausgemalt hat.

Die vierte Achse liegt südlich des Canal Grande in Dorsoduro. Die Gallerie dell'Accademia zeigen die venezianische Malerei in ihrer ganzen Breite, die Peggy Guggenheim Collection im nie fertiggestellten Palazzo Venier dei Leoni die klassische Moderne, und an der Kanalmündung markiert Santa Maria della Salute mit ihrer weißen Kuppel den Punkt, an dem die Stadt zum Wasser hin aufhört. Den besten Überblick bekommst du allerdings von der anderen Seite des Bacino. Der Campanile von San Giorgio Maggiore hat einen Aufzug, meist keine nennenswerte Schlange und die klassische Ansicht über das Wasser: Piazzetta, Dogenpalast, Basilika und der Markusturm in einer Linie – also genau das Bild, das dir oben auf dem Markusturm fehlt, weil du selbst darauf stehst.

Sehenswürdigkeiten in Venedig

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Canal Grande & Brücken

Der Canal Grande und die vier Brücken über das Wasser

Für den Preis einer Vaporetto-Fahrt bekommst du auf der Linie 1 die günstigste Palastführung der Stadt.

Canal Grande
Canal Grande

Der Canal Grande ist keine Sehenswürdigkeit, die man besucht, sondern die Hauptstraße, an der die Stadt gebaut wurde. Rund 3,8 Kilometer zieht er sich in einem doppelten Bogen vom Bahnhof bis zum Bacino di San Marco, zwischen etwa 30 und 70 Meter breit und nur wenige Meter tief. An seinen Ufern stehen über zweihundert Paläste aus sechs Jahrhunderten, von der byzantinisch geprägten Ca' da Mosto über die Spitzbogenfenster der Ca' d'Oro bis zum Barock von Ca' Pesaro und Ca' Rezzonico. Dass die Erdgeschosse nass und fensterarm wirken, ist kein Verfall, sondern Bauplan – gewohnt wurde immer im ersten Stock, dem piano nobile, während unten Waren lagerten und die Boote anlegten.

Die beste Art, das zu sehen, ist die Vaporetto-Linie 1. Sie hält an praktisch jeder Station zwischen Piazzale Roma und dem Lido, braucht allein für den Kanal gut vierzig Minuten und fährt langsam genug, dass du die Fassaden wirklich ansiehst; die Linie 2 ist schneller, lässt dafür Stationen aus. Stell dich nicht in die Mitte des Boots, sondern kämpf um einen der Plätze am offenen Bug oder Heck. Am ruhigsten ist die Fahrt früh am Morgen und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach über das Wasser kommt und die Berufspendler weg sind. Fahr die Strecke außerdem einmal in jede Richtung – stadteinwärts sieht der Kanal völlig anders aus als hinaus.

Über den Kanal führen nur vier Brücken, und jede erzählt eine andere Epoche. Der Ponte degli Scalzi am Bahnhof stammt in seiner heutigen Steinform aus den 1930er-Jahren, die Rialtobrücke von Antonio da Ponte aus dem späten 16. Jahrhundert trägt eine doppelte Ladenzeile auf ihrem Rücken, die Ponte dell'Accademia ist ein Holzbogen, der als Provisorium gedacht war und geblieben ist, und ganz im Nordwesten spannt sich seit 2008 die Calatrava-Brücke vom Bahnhof zum Piazzale Roma – Brüstung und Seitenflächen aus Glas, die ursprünglichen Glasstufen wurden 2022 gegen Trachytstufen getauscht, weil zu viele Leute darauf ausgerutscht waren. Umstritten bleibt sie trotzdem, und für Rollkoffer und Rollstühle sind die vielen Stufen weiterhin eine Zumutung. Dazwischen helfen die Traghetti, Gondelfähren, die an einer Handvoll Stellen quer übersetzen; du stehst dabei traditionell aufrecht und zahlst nur wenige Euro.

Für Fotos gibt es drei verlässliche Stellen. Von der Ponte dell'Accademia blickst du kanalabwärts direkt auf die Kuppel der Salute, am besten in der halben Stunde vor Sonnenuntergang. An der Punta della Dogana, der Landzunge zwischen Canal Grande und Giudecca-Kanal, hast du beide Wasserläufe und den Markusplatz gegenüber im Blick. Und die Rialtobrücke gehört dir gegen sieben Uhr morgens fast allein, wenn die ersten Lieferboote unter ihr durchziehen. Wer die Aussicht von oben will, reserviert ein Zeitfenster für die Dachterrasse des Fondaco dei Tedeschi am Brückenkopf – der Aufenthalt ist streng auf wenige Minuten begrenzt, dafür bislang kostenlos.

Sestieri & Stadtviertel

Venedigs Sestieri von San Marco bis Cannaregio

Sechs Sestieri teilen sich die Altstadt, und die Hausnummern zählen innerhalb des Viertels durch statt entlang der Gasse.

Markusplatz
Markusplatz

San Marco ist das Schaufenster – Piazza, Basilika und Dogenpalast, dazu das Opernhaus La Fenice, die teuren Läden rund um die Calle Larga XXII Marzo und die versteckte Wendeltreppe der Scala Contarini del Bovolo. Tagsüber steht hier die halbe Stadt auf ein paar Hektar, nach acht Uhr abends leert sich das Viertel schlagartig, weil kaum noch jemand darin wohnt. Wer zum ersten Mal kommt und wenig Zeit hat, übernachtet trotzdem gern hier, weil alles Weitere in Gehweite liegt und die frühen Morgenstunden auf der Piazza die schönsten des ganzen Aufenthalts sind.

Über die Rialtobrücke geht es nach San Polo, dem kleinsten und ältesten Sestiere, in dem seit dem 11. Jahrhundert Markt gehalten wird. Rund um Erberia und Pescaria liegt die dichteste Bacaro-Reihe der Stadt, und der Campo San Polo ist nach der Piazza der größte Platz Venedigs. Direkt westlich schließt Santa Croce an, eines der ruhigsten der sechs Viertel: Am Piazzale Roma endet die einzige Straße, auf der Autos überhaupt nach Venedig kommen, dahinter beginnen sofort stille Campi wie San Giacomo dall'Orio, und im Barockpalast Ca' Pesaro hängt moderne Kunst mit Blick auf den Kanal.

Südlich davon liegt Dorsoduro, das Kunst- und Studentenviertel, benannt nach dem festeren Sandrücken, auf dem es gebaut ist. Gallerie dell'Accademia, Peggy Guggenheim Collection, Punta della Dogana und Santa Maria della Salute liegen auf einem knappen Kilometer beieinander, dazu die Zattere als sonnige Uferpromenade und der Campo Santa Margherita, auf dem sich abends die Universität trifft. Cannaregio wiederum, das bevölkerungsreichste Sestiere, zieht sich vom Bahnhof an der Nordlagune entlang – breite Strada Nova, das Ghetto von 1516, Tintorettos Pfarrkirche Madonna dell'Orto und an den Fondamente Misericordia und Ormesini die Abendmeile der Einheimischen.

Bleibt Castello im Osten, hinter der Riva degli Schiavoni das ruhigste Viertel der Stadt. Hier liegen das Arsenale, jahrhundertelang die größte Werft Europas, die Giardini, in denen seit 1895 die Biennale stattfindet, und mit der Via Garibaldi eine Straße, in der Wäsche über den Köpfen hängt und Gemüse von einem Boot verkauft wird. Praktisch solltest du wissen, dass Adressen in Venedig nicht nach Straße, sondern nach Sestiere und fortlaufender Hausnummer funktionieren – eine Angabe wie Castello 4196 kann überall im Viertel liegen. Verlass dich lieber auf die gelben Wegweiser Richtung Rialto, San Marco und Ferrovia und auf die nizioleti, die weiß gerahmten Gassennamen an den Hauswänden.

Rundgang & Tagesplan

Venedig in zwei Tagen – ein Rundgang ohne Umwege

Der beste Plan für Venedig beginnt um sieben Uhr morgens und lässt den späten Nachmittag bewusst offen.

Tag eins beginnt früh. Um sieben gehört dir der Markusplatz beinahe allein, der ganze Platz liegt noch im Schatten, und das erste warme Licht bekommen nur die Spitze des Campanile und die Westseite mit der Ala Napoleonica – die Goldmosaiken der nach Westen gerichteten Basilikafassade leuchten dagegen erst am späten Nachmittag. Nimm das früheste buchbare Zeitfenster für die Kirche, geh anschließend in den Dogenpalast, solange die Gruppen noch am Anlegen sind, und plane für beides zusammen gut drei Stunden. Danach entweder hinauf auf den Campanile oder – die bessere Wahl – mit dem Vaporetto hinüber nach San Giorgio Maggiore, wo ein Aufzug auf den Turm führt und du San Marco von außen siehst, mit Piazzetta, Dogenpalast und Markusturm über dem Wasser und der ganzen Lagune dahinter.

Den Nachmittag verbringst du südlich des Kanals. Über den Campo Santo Stefano und die Ponte dell'Accademia kommst du nach Dorsoduro, wo du dich zwischen Gallerie dell'Accademia und Peggy Guggenheim Collection entscheiden solltest – beides an einem Nachmittag ist zu viel, und danach willst du noch laufen können. Anschließend an der Salute vorbei zur Punta della Dogana und auf den Zattere nach Westen, bis die Sonne tief steht. Zum Aperitivo landest du am Campo Santa Margherita, zum Abendessen entweder dort in der Nähe oder wieder Richtung Rialto. Reservier vorher, spontan wird es in Venedig ab acht Uhr eng.

Tag zwei fängt am Rialtomarkt an, und zwar wieder früh, weil die besten Stunden vor neun liegen und der Fischmarkt gegen Mittag schließt. Danach hältst du dich in San Polo: erst die Frari-Kirche mit Tizians Assunta, dann die Scuola Grande di San Rocco mit den Tintoretto-Sälen, dazwischen ein Stopp an einem der Bacari für zwei, drei Cicchetti im Stehen. Am Nachmittag wechselst du nach Cannaregio, gehst durch das Ghetto und lässt dich anschließend ohne Ziel durch die Gassen nördlich der Strada Nova treiben – das ist der Teil Venedigs, in dem noch Leute wohnen. Abends sitzt du an der Fondamenta della Misericordia mit dem Glas am Wasser.

Wer einen dritten Tag hat, gibt ihn der Lagune. Ab Fondamente Nove fährst du mit der Linie 12 nach Burano, setzt von dort mit der kurzen Pendellinie 9 nach Torcello über und nimmst Murano auf dem Rückweg mit; mit den Wartezeiten an den Pontons ist das ein voller Tag. Alternativ nimmst du eine geführte Bootstour, die die drei Inseln am Stück abfährt. Und der wichtigste Rat für jede Länge: Übernachte in der Altstadt. Zwischen siebzehn und neun Uhr ist Venedig eine andere Stadt – die Tagesbesucher sind weg, die Gassen leer, und in den Seitenkanälen steht das Wasser so still, dass sich die Fassaden vollständig darin spiegeln.

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Übernachten

Hotels in Venedig und die richtige Lage für deine Nächte

Die entscheidende Frage ist nicht die Sternezahl, sondern wie viele Brücken zwischen deinem Koffer und der Rezeption liegen.

Die erste Entscheidung ist grundsätzlich und heißt Altstadt oder Festland. In Mestre zahlst du für ein Zimmer oft die Hälfte und sitzt in zehn Minuten im Zug nach Santa Lucia, verpasst aber genau die Stunden, für die man herkommt, weil die eindrucksvollsten vor neun und nach achtzehn Uhr liegen. Zwei Nächte in der Altstadt bringen dir mehr als vier auf dem Festland. Dazu kommt ein praktischer Punkt: Übernachtungsgäste sind vom Zugangsbeitrag befreit, den Tagesbesucher an festgelegten Spitzentagen zahlen. Die Befreiung läuft über die Meldung deiner Unterkunft, die auch die städtische Übernachtungssteuer einzieht.

Die zweite Entscheidung heißt Gepäck. In Venedig fährt kein Taxi vor die Tür, kein Bus und kein Fahrdienst; zwischen der Vaporetto-Haltestelle und deinem Hotel liegen Gassen und Brücken mit Stufen, und ein voller Hartschalenkoffer wird dabei sehr schnell sehr schwer. Frag beim Buchen zwei Dinge – wie die nächste Haltestelle heißt und wie viele Brücken dazwischen liegen. Wer mit dem Zug anreist und schwer packt, ist rund um den Bahnhof am besten aufgehoben; das Hotel Antiche Figure etwa liegt in Santa Croce direkt am Canal Grande, rund 300 Meter von Santa Lucia entfernt. Ein Wassertaxi bringt dich fast überall bis vor die Haustür, kostet aber ein Vielfaches der Vaporetto-Fahrt.

Danach entscheidet das Sestiere über den Charakter der Reise. San Marco hat die kürzesten Wege und die höchsten Preise, mit Häusern wie dem Gritti Palace, das in einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert direkt am Canal Grande gegenüber der Salute liegt. Dorsoduro ist ruhiger, näher an der Kunst und abends lebendig, ohne laut zu werden. Cannaregio bietet das beste Verhältnis aus Preis, Lage und echtem Alltag, gerade wenn du gern draußen sitzt. Und Castello ist das stillste Viertel der Altstadt, mit kurzen Wegen zu den Giardini und dem Vorteil, dass du abends durch Gassen nach Hause gehst, in denen niemand mehr fotografiert.

Beim Termin entscheidet der Kalender über den Preis, nicht die Kategorie. Karneval im Februar, die Eröffnungswochen der Biennale, das Redentore-Wochenende im Juli, die Salute-Feier am 21. November sowie Weihnachten und Silvester treiben die Raten weit nach oben und füllen die Häuser Monate im Voraus. Am günstigsten reist du im November, Januar und Anfang Februar – dann allerdings mit der Möglichkeit von Acqua alta, was für dein Hotel vor allem heißt, dass der Weg dorthin zeitweise über erhöhte Laufstege führt. Frag im Zweifel nach, ob der Eingang bei Hochwasser trocken bleibt; die Häuser kennen ihre eigene Pegelhöhe ziemlich genau.

Hotels in Venedig

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Venedig, Bacari und Cicchetti

Ein Bacaro-Abend funktioniert wie eine Kneipentour, nur dass an jeder Station ein Teller auf dem Tresen steht.

Das venezianische Grundprinzip heißt Bacaro – eine kleine Weinschenke, in der du im Stehen ein Glas trinkst und dazu Cicchetti isst: belegte Brotscheiben, frittierte Häppchen, marinierte Sardinen, ein Löffel Baccalà mantecato auf Polenta. Das Glas Wein heißt hier ombra, angeblich, weil die Weinhändler ihre Stände früher im wandernden Schatten des Campanile aufbauten. Die Cantina Do Mori in San Polo gilt als ältester erhaltener Bacaro der Stadt, mit Kupferpfannen an der Decke und ohne einen einzigen Stuhl. Ein paar Gassen weiter macht die Osteria All'Arco dasselbe in klein und vor allem mittags, und die Cantine del Vino già Schiavi an der Fondamenta Nani serviert ihre Cicchetti gegenüber der Gondelwerft San Trovaso.

Für den Abend am Tisch brauchst du eine Reservierung, und zwar früher, als du denkst. Die Trattoria Antiche Carampane kocht seit 1983 im Gassengewirr von San Polo klassische Fischküche mit Ware vom nahen Rialtomarkt; die Osteria alle Testiere in der Calle del Mondo Novo hat kaum mehr als eine Handvoll Tische und ist entsprechend oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wer lieber trinkt als sitzt, geht nach Cannaregio an die Fondamenta della Misericordia, wo Vino Vero Natur- und Bioweine ausschenkt und die Gäste mit dem Glas ans Kanalufer treten. Reserviert wird in Venedig meist telefonisch oder per Mail, nicht über eine App.

Auf der Karte suchst du nach dem, was aus der Lagune kommt. Sarde in saor, süßsauer eingelegte Sardinen mit Zwiebeln, Pinienkernen und Rosinen, sind das älteste Konservierungsrezept der Seefahrerstadt. Dazu Baccalà mantecato, cremig aufgeschlagener Stockfisch, Bigoli in salsa mit Sardellen und Zwiebeln, Risi e bisi mit jungen Erbsen, Seppie in nero mit Polenta, Fegato alla veneziana und im Frühjahr wie im Herbst die moeche, kleine Krebse in der kurzen Phase, in der ihr Panzer weich ist. Getrunken wird Wein aus dem Veneto oder ein Spritz, in Venedig traditionell mit dem bitteren Select angesetzt statt mit Aperol.

Und die Fallen. Rund um den Markusplatz und in den Zugangsgassen zur Rialtobrücke stehen Lokale mit bebilderten Karten in vier Sprachen, festen Touristenmenüs und Personal, das dich hereinwinkt – dort zahlst du für mittelmäßiges Essen den doppelten Preis. Verlässlicher ist eine kurze Karte, die nur auf Italienisch existiert und sich saisonal ändert. Fisch wird häufig nach Gewicht abgerechnet, frag also nach dem Preis pro Etto, bevor der Kellner ihn dir am Tisch präsentiert; tiefgekühlte Ware muss auf der Karte gekennzeichnet sein, meist mit einem Sternchen. Coperto und Service stehen im Kleingedruckten, mittags isst du überall günstiger als abends, und an der Theke kostet dasselbe Glas weniger als am Tisch.

Restaurants in Venedig

Lagune & Inseln

Murano, Burano und Torcello – ein Tag in der Lagune

Ab Fondamente Nove bringt dich die Linie 12 in gut vierzig Minuten nach Burano, und mit jedem Kilometer wird die Lagune stiller.

Murano liegt zehn Minuten von Fondamente Nove entfernt und lebt seit 1291 vom Glas, weil die Republik in jenem Jahr alle Öfen aus der Stadt verbannte – zu groß war das Brandrisiko für eine Stadt voller Holzbalken. Im Museo del Vetro lässt sich die Geschichte vom römischen Fläschchen bis zur Nachkriegsmoderne nachverfolgen, und in der Basilica dei Santi Maria e Donato liegt ein Mosaikfußboden aus dem 12. Jahrhundert, den viele Besucher übersehen, weil sie nur wegen der Glasbläser kommen. Sei vorsichtig bei kostenlosen Vorführungen, an deren Ende ein Verkaufsraum steht; echte Ware von der Insel trägt das eingetragene Zeichen Vetro Artistico Murano.

Burano ist die Insel, die auf jeder zweiten Venedig-Postkarte klebt, und sie hält der Erwartung stand, wenn du die Uhrzeit richtig wählst. Die Fischerhäuser sind seit Generationen in kräftigen Farben gestrichen, und für jeden neuen Anstrich braucht es bis heute die Zustimmung der Gemeinde. Die zweite Tradition ist die Spitze, gezeigt im Museo del Merletto am Hauptplatz, dazu kommen der deutlich schief stehende Campanile von San Martino und in jeder Bäckerei die ringförmigen Bussolà-Kekse. Zwischen elf und fünfzehn Uhr drängen sich hier die Tagesgruppen; wer das erste oder eines der letzten Vaporetti nimmt, hat die Fondamente fast für sich.

Torcello, zehn Minuten weiter, ist der stillste und geschichtsträchtigste Punkt der Lagune. Hier siedelten Flüchtlinge vom Festland, lange bevor es Venedig gab; im Mittelalter lebten Tausende auf der Insel, heute stehen keine zwei Dutzend Häuser an einem Kanal ohne Geländer. Geblieben ist die Kathedrale Santa Maria Assunta, gegründet im Jahr 639, mit byzantinischen Mosaiken und einem Jüngsten Gericht an der Westwand, das in Bildstreifen erzählt wird wie ein Comic. Den Campanile kannst du besteigen, von oben liegt die Lagune bis zum Festland vor dir. Der Ponte del Diavolo überspannt den Kanal ohne Brüstung, so wie früher alle Brücken Venedigs gebaut waren.

Praktisch planst du die Inseln als kompletten Tag mit Tagesticket, nicht als Nachmittagsausflug. Die Linie 12 fährt ab Fondamente Nove über Murano Faro und Mazzorbo nach Burano; von dort setzt die Pendellinie 9 in wenigen Minuten nach Torcello über. Sinnvoll ist, zuerst bis Burano und Torcello durchzufahren und Murano auf dem Rückweg mitzunehmen, weil die Gruppen meist in umgekehrter Reihenfolge unterwegs sind. Wer die Wartezeiten an den Pontons scheut, bucht eine geführte Bootstour, die alle drei Inseln am Stück abfährt. Und wenn dir ein halber Tag reicht, nimm stattdessen die Giudecca mit Palladios Redentore-Kirche oder den Lido, wo Venedig einen Sandstrand und tatsächlich Straßen mit Autos hat – beides in einer Viertelstunde erreichbar.

Aktivitäten & Touren in Venedig

Anreise & Vaporetto

Anreise nach Venedig und unterwegs mit dem Vaporetto

Ob du in Venedig ankommst oder nur in seiner Nähe, entscheidet ein einziges Wort auf dem Ticket – Santa Lucia oder Mestre.

Mit der Bahn kommst du am bequemsten an, weil der Zug bis auf die Inseln fährt. Endstation ist Venezia Santa Lucia, direkt am Canal Grande; steht auf deinem Ticket dagegen Venezia Mestre, bist du noch auf dem Festland und brauchst eine weitere Fahrt von rund zehn Minuten. Ab München bringt dich der EuroCity über den Brenner und Verona umsteigefrei in gut sieben Stunden bis Santa Lucia; daneben gibt es Verbindungen mit Umstieg und Nachtzüge, die ebenfalls bis Santa Lucia durchfahren. Über die Lagune führen zwei parallele Dämme: der Eisenbahndamm von 1846 und daneben die knapp vier Kilometer lange Straßenbrücke Ponte della Libertà von 1933. Bis zur Eröffnung der Bahnlinie war Venedig ausschließlich per Boot erreichbar.

Mit dem Flugzeug landest du auf dem Marco Polo Airport rund 13 Kilometer nördlich der Stadt. Von dort bringen dich Busse in gut zwanzig Minuten zum Piazzale Roma, oder du nimmst ein Alilaguna-Boot, das je nach Linie 75 bis 90 Minuten bis San Marco braucht, dafür aber gleich über die Lagune einfährt – die deutlich schönere Ankunft. Ein privates Wassertaxi kostet ein Vielfaches, ist aber die einzige Variante, die dich ohne Umsteigen bis an dein Hotel bringt. Günstigflüge landen häufig in Treviso, von wo Busse in gut einer Stunde zum Piazzale Roma fahren.

Mit dem Auto endet die Reise am Wasser, spätestens am Piazzale Roma oder auf der Insel Tronchetto. Beide sind Parkhäuser mit Tagestarifen, die bei mehreren Nächten spürbar ins Geld gehen; günstiger stellst du den Wagen in Mestre ab und fährst mit dem Zug hinein. Vom Tronchetto verbindet der People Mover, eine kurze automatische Bahn, den Parkplatz mit dem Piazzale Roma. In die Altstadt selbst kommt kein Fahrzeug hinein – auch keine Fahrräder, die im historischen Zentrum nicht gefahren werden dürfen und die dir auf den Brückenstufen ohnehin nichts nützen.

Vor Ort bist du zu Fuß fast immer am schnellsten, weil das Zentrum in einer knappen Stunde von West nach Ost durchquert ist. Für längere Strecken und die Inseln nimmst du das Vaporetto, das an schwimmenden Pontons hält – die Linien 1 und 2 fahren den Canal Grande, die 4er-Linien und die 12 hinaus in die nördliche Lagune. Einzelfahrten sind teuer genug, dass sich ein Pass für ein, zwei oder drei Tage praktisch immer rechnet, sobald du mehr als zwei Fahrten am Tag machst; entwerten musst du vor jedem Einstieg an der Säule am Ponton. Die Traghetti über den Canal Grande kosten dagegen nur wenige Euro und ersparen dir lange Umwege zur nächsten Brücke.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Praktische Tipps

Venedig-Tipps gegen Andrang und Acqua alta

Die Stadt hat zwei Zustände, und welchen du erlebst, entscheidet fast nur die Uhrzeit.

Zwischen zehn und siebzehn Uhr schiebt sich der Tagesbesucherstrom auf der Achse Bahnhof–Rialto–Markusplatz durch die Stadt, in beide Richtungen gleichzeitig, und es fühlt sich an wie ein Bahnhof zur Rushhour. Eine einzige Gasse daneben ist es oft schon leer. Nimm deshalb konsequent die parallelen calli, geh die großen Sehenswürdigkeiten vor neun oder nach siebzehn Uhr an und leg die Mittagsstunden in ein Museum oder in ein Viertel wie Castello. An festgelegten Spitzentagen im Frühjahr und Sommer müssen sich Tagesgäste vorab registrieren und einen Zugangsbeitrag zahlen; Übernachtungsgäste sind ausgenommen. Termine und Höhe ändern sich jährlich, prüf sie vor der Buchung auf der offiziellen Seite der Stadt.

Acqua alta ist kein Katastrophenfall, sondern ein Gezeitenphänomen des Winterhalbjahrs, das vor allem zwischen Oktober und Januar auftritt und meist ein paar Stunden um den Höchststand dauert. Die Stadt sagt die Pegel im Voraus an, es gibt eine offizielle Vorhersage samt App, und in den betroffenen Gassen werden Passerelle aufgestellt, erhöhte Laufstege aus Metallböcken und Brettern. Seit 2020 sind zudem die MOSE-Sperrwerke an den Lagunenöffnungen im Einsatz, die die höheren Fluten abhalten. Der Markusplatz bleibt trotzdem der tiefste Punkt der Stadt und läuft als Erstes voll. Praktisch heißt das, am Vorabend die Vorhersage anzusehen, den Morgen notfalls umzuplanen und sich für ein paar Euro Überziehstiefel zu kaufen.

Ein paar Regeln solltest du kennen, weil sie tatsächlich kontrolliert werden. Auf dem Markusplatz darfst du dich nicht auf Stufen und Boden setzen und dort auch nicht picknicken, Tauben füttern ist verboten, Baden in den Kanälen ebenso. Seit 2024 sind geführte Gruppen im historischen Zentrum auf 25 Personen begrenzt, Lautsprecher sind untersagt. Auf Brücken gilt rechts gehen und nicht stehen bleiben – die schmalen Aufgänge verstopfen sofort, wenn zwei Leute ein Foto machen. Und ein angenehmer Punkt zum Schluss: Aus den öffentlichen Brunnen kommt Trinkwasser, eine nachfüllbare Flasche spart dir bei den Preisen rund um die Hauptachsen jeden Tag ein paar Euro.

Beim Einkaufen lohnt Vorsicht bei zwei Klassikern. Ein großer Teil der Gläser und der bunten Masken in den Souvenirläden ist Importware; echte Muranoware trägt das Herkunftszeichen, echte Masken kommen aus Werkstätten, in denen du der Arbeit mit Papiermaché zusehen kannst. Der zweite Punkt ist die Gondel. Es gibt einen offiziellen Tarif, er gilt pro Gondel für bis zu fünf Personen und für rund 30 Minuten, abends liegt er höher als tagsüber. Kläre Preis, Dauer und Route vor dem Einsteigen. Der bekannteste Anlegeplatz ist das Bacino Orseolo hinter dem Markusplatz, ruhiger und stimmungsvoller startest du in Dorsoduro oder Cannaregio.

Feste & Veranstaltungen

Karneval, Redentore und die Biennale im Venedig-Jahr

Ein halbes Dutzend Termine im Jahr macht den Veranstaltungskalender zum Preisfaktor, und der Karneval ist nur der bekannteste davon.

Rialtomarkt
Rialtomarkt

Der Karneval ist der größte Termin des Jahres und läuft rund zwei Wochen bis zum Faschingsdienstag. Was ihn von anderen Karnevalen unterscheidet, ist die Kostümtradition – aufwendige Barockroben und weiße Maskengesichter, deren Träger stundenlang auf der Piazza posieren, während halb Europa fotografiert. Offizieller Auftakt ist der Volo dell'Angelo, bei dem eine Figur vom Campanile über den Markusplatz schwebt. Wenn du dabei sein willst, buche Monate vorher und rechne mit Höchstpreisen; wenn du es nicht willst, meide diese zwei Wochen komplett, denn ausweichen kannst du innerhalb der Altstadt nirgendwohin.

Im Sommer gehört das größte Fest dem Wasser. Zum Redentore am dritten Juli-Wochenende legt die Stadt eine Pontonbrücke über den Giudecca-Kanal zur Kirche Il Redentore, die Venedig nach der Pest von 1577 gelobt hatte; am Samstagabend liegen hunderte Boote im Bacino, an Bord wird gegessen, und über der Lagune steigt ein langes Feuerwerk. Am ersten Sonntag im September zieht die Regata Storica in historischen Booten den Canal Grande hinauf, mit Ruderregatten im Anschluss. Und im Frühjahr rudert bei der Vogalonga ein Feld aus tausenden motorlosen Booten eine lange Runde durch die Lagune.

Kulturell taktet die Biennale das Jahr. Kunst- und Architekturausstellung wechseln sich jährlich ab und bespielen von Frühjahr bis Herbst die Länderpavillons in den Giardini und die Hallen des Arsenale, dazu kommen Dutzende Nebenschauplätze in Palästen über die ganze Stadt verteilt. In den Eröffnungswochen sind Hotels und gute Restaurants ausgebucht, danach wird es ruhiger, und im Oktober läufst du durch dieselben Pavillons fast allein. Ende August und Anfang September kommt außerdem das Filmfestival auf den Lido, das die Insel für gut zehn Tage in einen roten Teppich verwandelt.

Der venezianischste aller Termine ist die Festa della Madonna della Salute am 21. November. Dann legt die Stadt eine Pontonbrücke über den Canal Grande zur Salute-Kirche, und die Venezianer ziehen mit Kerzen hinüber, um an das Ende der Pest von 1630 zu erinnern – ein Fest ohne Bühne, ohne Eintritt und fast ohne Reisegruppen, dazu Castradina, ein Schaffleischgericht, das es nur in diesen Tagen gibt. Praktisch heißt all das, vor der Buchung einen Blick in den Veranstaltungskalender zu werfen. Er entscheidet stärker über Preis und Andrang als jede Wettervorhersage.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Venedig – und welches zu dir passt

San MarcoSan MarcoPiazza, Basilika und Dogenpalast liegen hier auf engstem Raum, dazu das Opernhaus La Fenice und die Wendeltreppe der Scala Contarini del Bovolo. Tagsüber das vollste Viertel der Stadt, nach acht Uhr abends erstaunlich leer.Ideal für: Klassiker & kurze Wege1 TagSan PoloSan PoloDas kleinste und älteste Sestiere mit dem Rialtomarkt als Mittelpunkt, dazu Tizians Assunta in der Frari-Kirche und die Tintoretto-Säle der Scuola Grande di San Rocco. Abends die dichteste Bacaro-Reihe Venedigs.Ideal für: Markt & Bacari½–1 TagDorsoduroDorsoduroZwischen Gallerie dell'Accademia, Peggy Guggenheim Collection und der Kuppel von Santa Maria della Salute liegt das Kunstviertel der Stadt, dazu die sonnige Uferpromenade der Zattere und das Studentenleben am Campo Santa Margherita.Ideal für: Kunst & Abende1 TagCannaregioCannaregioDas bevölkerungsreichste Sestiere reicht vom Bahnhof bis an die Nordlagune und trägt mit dem Ghetto von 1516 den ältesten Ort dieses Namens weltweit. An der Fondamenta della Misericordia sitzt abends mehr Nachbarschaft als Reisegruppe.Ideal für: Alltag & Weinbars½–1 TagCastelloCastelloHinter der Riva degli Schiavoni wird es sofort ruhig, mit dem Arsenale, in dem die Republik ihre Flotten baute, und den Giardini, in denen seit 1895 die Biennale stattfindet. Die Via Garibaldi ist die alltäglichste Straße der Altstadt.Ideal für: Ruhe & Biennale½ TagSanta CroceSanta CroceAm Piazzale Roma endet die einzige Straße nach Venedig, dahinter beginnt eines der ruhigsten Sestieri – mit dem Barockpalast Ca' Pesaro, dem weiten Campo San Giacomo dall'Orio und kurzen Wegen zum Bahnhof Santa Lucia.Ideal für: Ankunft & Ruhe½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Venedig mit Wetter und Acqua alta im Jahreslauf

Zwischen dem ersten warmen Aprilabend und dem letzten goldenen Oktobertag liegt die Zeit, in der Venedig weder schwül noch nass ist.

Venedig liegt am Nordrand der Adria und hat ein feuchtes, gemäßigtes Klima mit kalten, nebligen Wintern und heißen, schwülen Sommern, weil die Lagune Wärme und Feuchtigkeit gleichermaßen speichert. Entscheidender als das Thermometer sind zwei andere Faktoren – der Andrang, der von Ostern bis Oktober dauerhaft hoch bleibt, und das Acqua alta, das vor allem zwischen Oktober und Januar auftritt. Die Werte unten gelten für die Altstadt; auf dem Lido und über der offenen Lagune weht meist etwas mehr Wind.

Jan7°1°still, Nebel über der Lagune
Feb9°2°Karneval, alles ausgebucht
Mär13°5°kühl, die Stadt füllt sich
Apr18°9°mildes Licht, ideal
Mai22°13°lange Abende draußen
Jun26°17°warm, volle Vaporetti
Jul28°19°schwül, Redentore-Feuerwerk
Aug28°19°heiß, Filmfestival am Lido
Sep24°15°mild, Regata Storica
Okt18°11°ruhiger, erstes Hochwasser
Nov12°6°feucht, Salute-Fest am 21.
Dez8°2°kalt, kurze Nebeltage

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Venedig sind April, Mai, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 24 Grad, die Abende reichen für einen Bacaro-Bummel im Freien, und weder die Schwüle des Hochsommers noch die Hochwassermonate stehen im Weg. Juli und August sind heiß, voll und in den Gassen stickig; der Februar gehört dem Karneval samt Höchstpreisen. Von November bis Januar reist du am günstigsten, solltest aber Acqua alta, Nebel und kurze Tage einkalkulieren.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Venedig

Wie viele Tage sollte man für Venedig einplanen?
Zwei volle Tage reichen für den Markusplatz mit Basilika und Dogenpalast, den Rialtomarkt, Dorsoduro und einen Bacaro-Abend. Ein dritter Tag gehört der Lagune mit Murano, Burano und Torcello. Wichtiger als die Zahl der Tage ist, dass mindestens eine Übernachtung in der Altstadt dabei ist – vor neun und nach siebzehn Uhr ist es eine andere Stadt.
Wo übernachtet man in Venedig am besten?
San Marco hat die kürzesten Wege und die höchsten Preise, Dorsoduro ist ruhiger und näher an der Kunst, Cannaregio bietet das beste Verhältnis aus Preis, Lage und Alltag, Castello ist das stillste Viertel. Wer schwer packt, bucht in Bahnhofsnähe in Santa Croce – zwischen Haltestelle und Hotel zählt jede Brücke mit Stufen.
Muss man für Venedig Eintritt bezahlen?
An festgelegten Spitzentagen im Frühjahr und Sommer müssen Tagesgäste sich vorab registrieren und einen Zugangsbeitrag zahlen. Wer in der Stadt übernachtet, ist davon ausgenommen und wird über die Unterkunft gemeldet, die zugleich die Übernachtungssteuer einzieht. Termine und Höhe werden jedes Jahr neu festgelegt, prüf sie vor der Buchung auf der offiziellen Seite der Stadt.
Was kostet eine Gondelfahrt in Venedig?
Es gibt einen offiziellen Tarif, der pro Gondel gilt und nicht pro Person; eine Fahrt dauert rund 30 Minuten und ist für bis zu fünf Personen gedacht, abends liegt der Preis höher als tagsüber. Vereinbare Preis, Dauer und Route vor dem Einsteigen. Deutlich günstiger überquerst du den Canal Grande mit einem Traghetto, der stehend gefahrenen Gondelfähre für wenige Euro.
Wann ist Venedig am wenigsten voll?
Von Anfang November bis Ende Januar, ausgenommen Weihnachten und Silvester – und generell früh morgens sowie nach siebzehn Uhr. Die Tagesbesucher sind zwischen zehn und siebzehn Uhr da und bewegen sich fast ausschließlich auf der Achse Bahnhof–Rialto–Markusplatz. Eine Gasse daneben ist es oft schon still.
Was ist Acqua alta und wie schlimm ist es wirklich?
Das saisonale Hochwasser tritt vor allem zwischen Oktober und Januar auf, dauert meist wenige Stunden um den Gezeitenhöchststand und wird von der Stadt im Voraus angesagt. In betroffenen Gassen stehen erhöhte Laufstege, seit 2020 halten die MOSE-Sperrwerke die höheren Fluten ab. Der Markusplatz ist der tiefste Punkt der Stadt und läuft zuerst voll.
Lohnt sich ein Vaporetto-Pass?
Sobald du mehr als zwei Fahrten am Tag machst, ja. Einzelfahrkarten sind im Verhältnis teuer, Pässe gibt es für ein, zwei oder drei Tage, und für die Inseltour nach Murano, Burano und Torcello brauchst du ohnehin mehrere Fahrten. Entwerten musst du vor jedem Einstieg an der Säule am Ponton, auch mit gültigem Pass.
Kann man Venedig als Tagesausflug besuchen?
Möglich ist es, aber du erwischst genau die Stunden, in denen die Stadt am vollsten ist. Wer aus Mestre, vom Gardasee oder von einem Kreuzfahrtschiff kommt, sollte wenigstens den frühen Morgen oder den späten Nachmittag mitnehmen. An den festgelegten Spitzentagen kommt für Tagesgäste die Registrierungspflicht dazu.
Wo isst man in Venedig gut und trotzdem bezahlbar?
In den Bacari, den kleinen Weinschenken, in denen du im Stehen Cicchetti isst – rund um den Rialtomarkt in San Polo, an der Fondamenta Nani in Dorsoduro und an der Fondamenta della Misericordia in Cannaregio. Mittags ist überall günstiger als abends, an der Theke günstiger als am Tisch. Meide Lokale mit bebilderten Karten in vier Sprachen.
Lohnt sich der Aufstieg auf den Campanile am Markusplatz?
Vom Markusturm blickst du über die ganze Piazza, die Dächer der Altstadt und weit in die Lagune – nur der Campanile selbst fehlt dir im Bild, weil du auf ihm stehst. Genau den liefert der Campanile von San Giorgio Maggiore gegenüber: Er hat einen Aufzug, meist deutlich kürzere Schlangen und die klassische Ansicht von San Marco über das Wasser, mit Piazzetta, Dogenpalast und Markusturm in einer Linie. Reicht die Zeit nur für einen Aufstieg, nimm San Giorgio.
Wie kommt man vom Flughafen Venedig in die Stadt?
Vom Marco Polo Airport fahren Busse in gut zwanzig Minuten zum Piazzale Roma, wo das Straßennetz endet. Schöner, aber langsamer sind die Alilaguna-Boote über die Lagune, die je nach Linie 75 bis 90 Minuten bis San Marco brauchen. Wassertaxis bringen dich direkt ans Hotel und kosten ein Vielfaches. Ab Treviso fährst du gut eine Stunde mit dem Bus.
Ist Venedig mit Kindern und Kinderwagen machbar?
Zu Fuß ja, mit Rollen nur eingeschränkt: Die über 400 Brücken haben Stufen, und ein Kinderwagen wird schnell zum Tragegerät – eine Babytrage ist die bessere Wahl. Dafür begeistert die Stadt fast von allein, weil Boote statt Autos fahren. Vaporetto, Rialtomarkt, die Glasöfen auf Murano und die bunten Häuser von Burano funktionieren zuverlässig.
Wann ist die beste Reisezeit für Venedig?
April, Mai, September und Oktober mit Höchstwerten zwischen 18 und 24 Grad – mild genug für lange Abende draußen, ohne die Schwüle des Hochsommers und vor den Hochwassermonaten. Der Februar gehört dem Karneval samt Höchstpreisen, Juli und August sind heiß und voll, und von November bis Januar reist du günstig, aber mit Nebel und Acqua alta.
Was sollte man in Venedig besser lassen?
Sich auf dem Markusplatz auf Stufen oder Boden setzen, dort picknicken, Tauben füttern oder in den Kanälen baden – all das ist verboten und wird kontrolliert. Dazu die ungeschriebene Regel, auf Brücken nicht stehen zu bleiben, weil die schmalen Aufgänge sofort verstopfen. Geführte Gruppen sind im Zentrum auf 25 Personen begrenzt, Lautsprecher sind untersagt.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Venedig – Markusdom & Dogenpalast 118 Inseln, verbunden durch über 400 Brücken.

Den Markusplatz mit Markusdom und Dogenpalast früh am Morgen oder am Abend besuchen, wenn die Tagesgäste weg sind – Zeitfenster-Tickets für Dom und Palast unbedingt vorab buchen.

Übernachten

Hotels in Venedig – am Canal Grande & in San Marco Aufwachen, wenn die Gondeln noch leer sind.

Wer das touristische Zentrum sucht, wohnt rund um San Marco; ruhiger und mit mehr Alltag wird es in Cannaregio und Castello, künstlerisch und studentisch in Dorsoduro.

Alle · 5HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Venedig – Cicchetti & frische Lagune Bacari in Cannaregio, fern der Markusplatz-Menüs.

Venezianisch heißt Cicchetti – kleine Häppchen an der Theke mit einem Glas Wein. Die besten Bacari findest du abseits der Hauptwege in Cannaregio und rund um den Rialtomarkt in San Polo.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Venedig – Lagune & Burano Mit dem Vaporetto zu den bunten Häusern Buranos.

Eine Gondel- oder Tragettofahrt gehört dazu, doch der schönste Tag ist eine Bootstour durch die Lagune nach Burano. Auch ein Spaziergang ohne Plan durch die Gassen lohnt sich.

VenedigZwischen Bahnhof und Markusplatz liegen keine drei Kilometer und kein einziges Auto – hier trägst du deinen Koffer über Brückenstufen, und die Hauptstraße ist ein Kanal.

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