Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Venedig
Zwischen Markusplatz und Rialtobrücke liegen keine 900 Meter Luftlinie, und trotzdem brauchst du dafür in der Mittagszeit eine halbe Stunde.
Fang mit dem Markusplatz an, und zwar früh. Es ist der einzige Platz Venedigs, der Piazza heißen darf – alle anderen sind Campi –, und an seiner Ostseite steht die Basilica di San Marco mit einer Innenhaut aus rund 8.000 Quadratmetern Goldmosaik, die je nach Tageslicht von matt bis flimmernd wechselt. Schon für den Hauptraum brauchst du ein Ticket mit Zeitfenster, das du vorab buchst – damit sparst du dir zugleich die Schlange, die sich ab dem späten Vormittag über den halben Platz zieht. Für die Pala d'Oro hinter dem Hochaltar, die Schatzkammer und den Aufgang zum Museum mit der Loggia dei Cavalli kommt jeweils ein eigener Eintritt dazu; oben im Museum stehen die Originale der vier vergoldeten Bronzepferde, draußen auf der Loggia nur Kopien. Große Rucksäcke musst du vor dem Eingang abgeben, Schultern und Knie bleiben bedeckt.
Direkt nebenan öffnet der Dogenpalast, über Jahrhunderte Regierungssitz, Gerichtshof und Gefängnis in einem. Der Weg führt vom Innenhof über die Goldene Treppe in die Prunksäle – im Sala del Maggior Consiglio hängt Tintorettos Paradies, eines der größten Ölgemälde der Welt – und dann über die Seufzerbrücke hinüber in die Prigioni Nuove, die neuen Gefängnisse jenseits des Rio di Palazzo. Giacomo Casanova saß nicht dort, sondern in den Piombi, den Bleikammern unmittelbar unter dem Dachstuhl des Palasts – aus ihnen entkam er 1756 über das Dach. Dasselbe Ticket gilt für die Museen an der Piazza, allen voran das Museo Correr in den Prokuratien. Wer tiefer einsteigen will, bucht die Sonderführung Itinerari Segreti durch Amtsstuben, Folterkammer und eben jene Bleikammern; die Plätze sind begrenzt und nur mit Voranmeldung zu bekommen.
Vom Markusplatz sind es zehn Minuten durch die Mercerie zur Rialtobrücke, die seit 1591 als steinerner Bogen über dem Canal Grande liegt, nachdem die hölzernen Vorgängerbauten mehrfach eingestürzt oder abgebrannt waren. Interessanter als die Brücke selbst ist das, was an ihrem Westufer passiert – auf dem Rialtomarkt bauen die Händler ab dem frühen Morgen Gemüse- und Fischstände auf, wobei die Pescaria unter den Arkaden sonntags und montags geschlossen bleibt. Ein paar Gassen weiter stehen zwei Bauten, die Kurzbesucher gern auslassen und die den Umweg lohnen: die Frari-Kirche mit Tizians Assunta über dem Hochaltar und dem Grab des Malers, und die Scuola Grande di San Rocco, deren Säle Tintoretto über gut zwei Jahrzehnte komplett ausgemalt hat.
Die vierte Achse liegt südlich des Canal Grande in Dorsoduro. Die Gallerie dell'Accademia zeigen die venezianische Malerei in ihrer ganzen Breite, die Peggy Guggenheim Collection im nie fertiggestellten Palazzo Venier dei Leoni die klassische Moderne, und an der Kanalmündung markiert Santa Maria della Salute mit ihrer weißen Kuppel den Punkt, an dem die Stadt zum Wasser hin aufhört. Den besten Überblick bekommst du allerdings von der anderen Seite des Bacino. Der Campanile von San Giorgio Maggiore hat einen Aufzug, meist keine nennenswerte Schlange und die klassische Ansicht über das Wasser: Piazzetta, Dogenpalast, Basilika und der Markusturm in einer Linie – also genau das Bild, das dir oben auf dem Markusturm fehlt, weil du selbst darauf stehst.














