Die Rialtobrücke, italienisch Ponte di Rialto, überspannt den Canal Grande an seiner engsten und geschäftigsten Stelle und verbindet die Stadtsechstel San Marco und San Polo. Sie ist die älteste der vier Brücken über den Hauptwasserweg Venedigs und zugleich eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt. An dieser Stelle gab es seit dem Mittelalter Übergänge, zunächst aus Holz, die mehrfach einstürzten oder abbrannten, bevor Ende des 16. Jahrhunderts die heutige steinerne Konstruktion entstand. Die markante Brücke besteht aus einem einzigen, weit gespannten Steinbogen, der bewusst so hoch gebaut wurde, dass auch grössere Boote darunter hindurchfahren konnten. Auf der Brücke verlaufen drei Wege: zwei äussere entlang der Balustrade mit Blick auf den Canal Grande und ein überdachter mittlerer Gang. Gesäumt wird dieser von zwei Reihen kleiner Läden, in denen traditionell Schmuck, Souvenirs und Lederwaren verkauft werden. Diese kommerzielle Nutzung gehört seit Jahrhunderten zur Brücke, denn das Viertel Rialto war über lange Zeit das Handels- und Bankenzentrum der Republik Venedig. Gleich neben der Brücke liegt der Rialtomarkt mit seinen Fisch- und Gemüseständen, der schon am frühen Morgen lebendig ist und das Gebiet bis heute mit dem Alltag der Stadt verbindet. Von der Brücke aus reicht der Blick über den Canal Grande mit seinen Palazzi und dem dichten Bootsverkehr aus Vaporetti, Gondeln und Lieferbooten. Genau dieser Blick macht die Rialtobrücke zu einem der meistfotografierten Motive Venedigs. Die Brücke ist frei begehbar, ein Eintritt fällt nicht an. Wer den Blick ohne grosse Menschenmengen geniessen will, kommt am besten früh am Morgen oder am späten Abend, denn tagsüber ist die Brücke meist dicht gefüllt. Ein lohnender Perspektivwechsel ergibt sich vom Wasser aus: Eine Fahrt mit dem Vaporetto der Linie 1 entlang des Canal Grande führt unter der Brücke hindurch und zeigt ihre Dimensionen aus der Froschperspektive.
Vom seitlichen Weg auf dem Brückenscheitel den Blick entlang des Canal Grande einfangen.
