Der Dogenpalast, italienisch Palazzo Ducale, steht am Markusplatz neben der Basilika und war über Jahrhunderte das politische Herz der Republik Venedig. Er vereinte den Sitz des Dogen, des obersten Repräsentanten des Stadtstaats, mit den Zentren von Regierung, Verwaltung und Justiz. Damit war er nicht nur Residenz, sondern Schaltstelle der Macht eines der bedeutendsten Handelsstaaten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Der Palast ist im venezianisch-gotischen Stil errichtet. Charakteristisch ist die luftige Fassade zur Lagune und zum Markusplatz mit ihren Spitzbogenarkaden und dem darüberliegenden, scheinbar schwebenden Mauerwerk aus rosa-weissem Stein. Im Inneren beeindrucken prunkvolle Säle, deren Wände und Decken mit Gemälden venezianischer Meister geschmückt sind. Der grosse Ratssaal, der Sala del Maggior Consiglio, gehört zu den grössten Sälen seiner Art und beherbergt ein monumentales Wandgemälde, das die himmlische Ordnung darstellt. Zum Rundgang gehört die berühmte Seufzerbrücke, die den Palast mit dem ehemaligen Gefängnis auf der anderen Seite des Kanals verbindet. Über sie wurden Verurteilte in die Zellen geführt, und der Name spielt auf den letzten Blick auf die Freiheit an, den die Gefangenen durch die kleinen Fenster der Brücke warfen. Der Übergang verbindet so die glanzvolle Seite der Republik mit ihrer strengen Justiz. Der Besuch des Innenraums ist eintrittspflichtig. Wegen des grossen Andrangs empfiehlt sich ein Online-Ticket mit Zeitfenster, um Wartezeiten zu vermeiden. Wer tiefer eintauchen möchte, kann die Sonderführung durch die sonst verschlossenen Räume buchen. Der Palast lässt sich gut mit der benachbarten Basilica di San Marco und einem Bummel über den Markusplatz verbinden. Da der Markusplatz zu den am stärksten besuchten Orten Venedigs zählt, sind die frühen Morgenstunden oder der späte Nachmittag für einen ruhigeren Besuch geeignet.
Die gotische Fassade vom Markusplatz und von der Lagune aus aufnehmen.
