Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cortina d'Ampezzo
Cortinas Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf zwei Ebenen – die eine liegt am Corso Italia, die andere beginnt erst deutlich oberhalb von 2.000 Metern.
Im Tal ist der Corso Italia der Bezugspunkt für alles Weitere. Die Fußgängermeile zieht sich vom Largo Poste nach Norden, gesäumt von Boutiquen, Konditoreien und Cafés, und ist ab dem späten Nachmittag der Ort, an dem sich halb Cortina zur Passeggiata trifft. Mittendrin steht die Basilica dei Santi Filippo e Giacomo, eine barocke Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert, deren freistehender Campanile aus hellem Dolomitstein die Silhouette des Ortes bestimmt und in fast jedem Foto auftaucht. Gleich daneben liegt die Ciasa de ra Regoles mit dem Museo d'Arte Moderna Mario Rimoldi, benannt nach dem Hotelier, der ab den 1930er Jahren italienische Moderne sammelte und dabei Bilder auch gegen Hotelrechnungen eintauschte – ein für einen Bergort ungewöhnlich starker Bestand. Im selben Haus zeigen die Regole d'Ampezzo ihre paläontologische und ihre volkskundliche Sammlung.
Der Weg nach oben beginnt am nördlichen Ortsrand neben dem Eisstadion mit der Freccia nel Cielo. Die Seilbahn steigt nach Westen über die Zwischenstationen Col Druscié und Ra Valles bis zur Tofana di Mezzo auf 3.244 Meter, und der Höhenunterschied macht aus einer halben Stunde eine komplette Klimareise – unten Lärchen und Wiesen, oben nackter Fels, Restschnee und eine Aussichtsterrasse, von der aus du bei klarer Luft über die halben Dolomiten schaust. Auf Col Druscié steht ein kleines astronomisches Observatorium, das an ausgewählten Abenden Führungen anbietet. Auf der gegenüberliegenden Talseite bringt dich die Funivia Faloria vom Ortsrand in wenigen Minuten auf das Plateau der Faloria, das im Winter Skigebiet und im Sommer Startpunkt für Höhenwege unterhalb des Sorapis ist.
Landschaftlich am stärksten wirken die Cinque Torri, fünf frei stehende Felstürme auf der Hochfläche über dem Passo Falzarego. Sie sind kein Naturdenkmal allein, sondern auch ein Freilichtmuseum: Der Erste Weltkrieg verlief hier mitten durch die Berge, italienische Stellungen, Laufgräben und Unterstände sind restauriert und mit Tafeln erschlossen, und du läufst in einer Stunde durch ein komplettes Frontstück. Ein Sessellift von Bai de Dones nimmt dir den Aufstieg zum Rifugio Scoiattoli ab, von dort erreichst du zu Fuß Averau und Nuvolau. Am Passo Falzarego setzt außerdem die Seilbahn auf den Lagazuoi an, in dessen Innerem ein weit verzweigtes Tunnelsystem aus derselben Zeit begehbar ist – Stirnlampe und Helm sind dafür Pflicht, nicht Empfehlung.
Zwei Bauwerke erzählen die andere Hälfte der Geschichte. Über der Passstraße bei Pocol steht der Sacrario Militare, ein wuchtiger Gedenkturm aus Dolomitstein, in dem die Gebeine mehrerer tausend Gefallener der Dolomitenfront liegen; die Anlage stammt aus den 1930er Jahren und ist bewusst monumental gehalten. Am Hang von Zuel dagegen rostet das Trampolino Olimpico Italia vor sich hin, die Sprungschanze der Spiele von 1956, seit Jahrzehnten außer Betrieb und trotzdem eines der bekanntesten Motive des Tals – sie taucht in der Skiverfolgungsjagd von "In tödlicher Mission" aus dem Jahr 1981 auf. Wer beide Orte an einem Nachmittag verbindet, hat mehr über Cortina verstanden als nach drei Runden über den Corso Italia.









































