Stadt · Italien

Cortina d'Ampezzo

Gegen sechs Uhr abends füllt sich der Corso Italia mit Leuten, die nicht einkaufen wollen, sondern spazieren gehen – und über den Dächern stehen die Zacken des Pomagagnon im letzten Licht, während die Tofane im Westen längst nur noch Silhouette sind.

4 Stadtviertel
Überblick

Cortina d'Ampezzo auf einen Blick

Beste Reisezeit
Der Winter (Dezember bis März) ist die Zeit für Skifahren auf den Pisten von Tofana und Faloria. Der Sommer (Juni bis September) eignet sich für Wanderungen und Klettersteige bei stabilem Bergwetter, etwa zum Sorapis-See. Frühherbst bietet klare Sicht und ruhigere Wege; im Frühjahr und Spätherbst sind viele Anlagen geschlossen.
Über Cortina d'Ampezzo

Reisen nach Cortina d'Ampezzo

Cortina d'Ampezzo liegt auf rund 1.224 Metern in einem weiten Talkessel im äußersten Norden Venetiens, dort wo der Boite aus den Ampezzaner Dolomiten herunterkommt und die Provinz Belluno an Südtirol stößt. Ringsum stehen die Wände, die den Ort bekannt gemacht haben: im Westen die Tofane mit der Tofana di Mezzo auf 3.244 Metern, im Norden der gezackte Pomagagnon, im Osten Cristallo, Faloria und der Sorapis, im Süden der spitze Antelao. Der Ort selbst zählt gut 5.000 Einwohner, hat aber eine Geschichte als mondäner Wintersportplatz, die bis in die Zeit der Grandhotels zurückreicht – 1956 fanden hier die Olympischen Winterspiele statt, im Februar 2026 kam Cortina als Austragungsort der Spiele von Mailand und Cortina zurück, mit Curling im Eisstadion von 1956 und einer neu gebauten Bahn für Bob, Rodeln und Skeleton. Bis 1918 gehörte das Ampezzo zu Tirol und damit zu Österreich, was an der Bauweise, an den Familiennamen und an der Küche bis heute zu merken ist; neben Italienisch wird das ladinische Ampezzano gesprochen. Ein Großteil von Wald und Weide gehört noch immer den Regole d'Ampezzo, einer jahrhundertealten Gemeinschaft der alteingesessenen Familien, die auch den Naturpark der Ampezzaner Dolomiten betreut und die Museen am Corso Italia trägt. Für Reisende heißt das im Winter rund 120 Pistenkilometer im Verbund Dolomiti Superski an Tofana, Faloria-Cristallo und Cinque Torri, im Sommer Höhenwege, Klettersteige aus dem Ersten Weltkrieg und den milchig-türkisen Lago di Sorapis – und dazwischen eine Fußgängerzone, in der die abendliche Passeggiata so ernst genommen wird wie in einer Stadt am Meer.

Reiseführer

Cortina d'Ampezzo von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Es gibt jeden Abend einen Moment, in dem Cortina alle Klischees über sich selbst einlöst – kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach über den Talkessel streicht, die Zacken des Pomagagnon und die Wände von Cristallo und Sorapis von grau nach kupfern kippen und unten auf dem Corso Italia gleichzeitig die Espressotassen klappern. Der Ort ist keine Bergstadt im gemütlichen Sinn – er ist ein Wintersportplatz mit hundertjähriger Grandhotel-Vergangenheit, der auf 1.224 Metern zwischen Dolomitenwänden liegt und zweimal Olympische Winterspiele ausgerichtet hat. Und er ist zugleich Ausgangspunkt für Höhenwege, Kriegssteige und einen türkisen See, für den morgens um sieben schon die Parkplätze voll sind.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cortina d'Ampezzo

Cortinas Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf zwei Ebenen – die eine liegt am Corso Italia, die andere beginnt erst deutlich oberhalb von 2.000 Metern.

Im Tal ist der Corso Italia der Bezugspunkt für alles Weitere. Die Fußgängermeile zieht sich vom Largo Poste nach Norden, gesäumt von Boutiquen, Konditoreien und Cafés, und ist ab dem späten Nachmittag der Ort, an dem sich halb Cortina zur Passeggiata trifft. Mittendrin steht die Basilica dei Santi Filippo e Giacomo, eine barocke Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert, deren freistehender Campanile aus hellem Dolomitstein die Silhouette des Ortes bestimmt und in fast jedem Foto auftaucht. Gleich daneben liegt die Ciasa de ra Regoles mit dem Museo d'Arte Moderna Mario Rimoldi, benannt nach dem Hotelier, der ab den 1930er Jahren italienische Moderne sammelte und dabei Bilder auch gegen Hotelrechnungen eintauschte – ein für einen Bergort ungewöhnlich starker Bestand. Im selben Haus zeigen die Regole d'Ampezzo ihre paläontologische und ihre volkskundliche Sammlung.

Der Weg nach oben beginnt am nördlichen Ortsrand neben dem Eisstadion mit der Freccia nel Cielo. Die Seilbahn steigt nach Westen über die Zwischenstationen Col Druscié und Ra Valles bis zur Tofana di Mezzo auf 3.244 Meter, und der Höhenunterschied macht aus einer halben Stunde eine komplette Klimareise – unten Lärchen und Wiesen, oben nackter Fels, Restschnee und eine Aussichtsterrasse, von der aus du bei klarer Luft über die halben Dolomiten schaust. Auf Col Druscié steht ein kleines astronomisches Observatorium, das an ausgewählten Abenden Führungen anbietet. Auf der gegenüberliegenden Talseite bringt dich die Funivia Faloria vom Ortsrand in wenigen Minuten auf das Plateau der Faloria, das im Winter Skigebiet und im Sommer Startpunkt für Höhenwege unterhalb des Sorapis ist.

Landschaftlich am stärksten wirken die Cinque Torri, fünf frei stehende Felstürme auf der Hochfläche über dem Passo Falzarego. Sie sind kein Naturdenkmal allein, sondern auch ein Freilichtmuseum: Der Erste Weltkrieg verlief hier mitten durch die Berge, italienische Stellungen, Laufgräben und Unterstände sind restauriert und mit Tafeln erschlossen, und du läufst in einer Stunde durch ein komplettes Frontstück. Ein Sessellift von Bai de Dones nimmt dir den Aufstieg zum Rifugio Scoiattoli ab, von dort erreichst du zu Fuß Averau und Nuvolau. Am Passo Falzarego setzt außerdem die Seilbahn auf den Lagazuoi an, in dessen Innerem ein weit verzweigtes Tunnelsystem aus derselben Zeit begehbar ist – Stirnlampe und Helm sind dafür Pflicht, nicht Empfehlung.

Zwei Bauwerke erzählen die andere Hälfte der Geschichte. Über der Passstraße bei Pocol steht der Sacrario Militare, ein wuchtiger Gedenkturm aus Dolomitstein, in dem die Gebeine mehrerer tausend Gefallener der Dolomitenfront liegen; die Anlage stammt aus den 1930er Jahren und ist bewusst monumental gehalten. Am Hang von Zuel dagegen rostet das Trampolino Olimpico Italia vor sich hin, die Sprungschanze der Spiele von 1956, seit Jahrzehnten außer Betrieb und trotzdem eines der bekanntesten Motive des Tals – sie taucht in der Skiverfolgungsjagd von "In tödlicher Mission" aus dem Jahr 1981 auf. Wer beide Orte an einem Nachmittag verbindet, hat mehr über Cortina verstanden als nach drei Runden über den Corso Italia.

Sehenswürdigkeiten in Cortina d'Ampezzo

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Wandern & Höhenwege

Wandern in Cortina d'Ampezzo und der Weg zum Lago di Sorapis

Für die bekannteste Wanderung des Tals gilt eine einfache Regel – wer nach neun Uhr am Passo Tre Croci ankommt, findet weder Parkplatz noch Ruhe.

Der Lago di Sorapis liegt auf rund 1.920 Metern in einem Kar unterhalb der Sorapis-Wände, und sein milchiges Türkis kommt vom Gesteinsmehl, das der Gletscher ins Wasser trägt. Der übliche Weg ist der Steig 215 ab dem Passo Tre Croci auf gut 1.800 Metern, gut sechs Kilometer in eine Richtung, für die du je nach Tempo zwei bis zweieinhalb Stunden brauchst. Technisch ist die Tour keine Kletterei, aber es gibt schmale, ausgesetzte Passagen mit Drahtseilen und Leitern, für die Trittsicherheit und feste Schuhe nötig sind; bei Nässe oder Altschnee im Frühsommer wird daraus schnell eine ernste Angelegenheit. Baden ist verboten, das Ufer ist empfindlich, und je nach Saison kann der Zugang reguliert sein – informiere dich vor der Tour über die aktuellen Regeln, statt dich auf einen älteren Reiseblog zu verlassen.

Wer den Andrang meiden will, hat im Ampezzo genug Alternativen mit derselben Kulisse. Die Runde über die Cinque Torri zum Rifugio Averau und weiter zum Rifugio Nuvolau ist eine der lohnendsten Halbtagestouren der Dolomiten überhaupt – das Nuvolau steht seit 1883 auf seinem Felskopf und gilt als ältestes Schutzhaus der Region, der Rundblick reicht bei klarem Wetter von der Marmolada bis zum Antelao. Im Süden führt ein Steig vom Ponte de Ru Curto zum Lago Federa unter der Croda da Lago, dessen Lärchenwald Anfang Oktober komplett in Gold umschlägt; auch dieser See ist längst kein Geheimtipp mehr, verteilt den Andrang aber besser. Und der Lagazuoi lässt sich mit der Seilbahn hinauf und durch die Kriegstunnel hinunter zu einer Tour verbinden, die technisch einfach, aber lang ist.

Nördlich des Ortes beginnt der Parco Naturale delle Dolomiti d'Ampezzo, den die Regole d'Ampezzo verwalten. Von der Malga Ra Stua aus öffnen sich weite Almböden Richtung Fanes, im Val Travenanzes läufst du stundenlang durch ein Tal, in dem außer Wasser und Schotter wenig passiert, und die Wasserfälle von Fanes sind über einen kurzen, gut gesicherten Steig erreichbar. Die Zufahrt zur Malga Ra Stua ist in der Hochsaison für den privaten Verkehr beschränkt, ein Shuttle übernimmt das Stück ab dem Talboden. Wer mehrtägig unterwegs sein will, findet in Cortina einen der besten Einstiege in die Alta Via 1, die klassische Dolomiten-Höhenroute, die über Lagazuoi, Nuvolau und Croda da Lago südwärts zieht und sich in Etappen von Hütte zu Hütte gehen lässt.

Für alles, was über Wandern hinausgeht, sind die Bergführer die richtige Adresse. Die Guide Alpine Cortina führen Klettersteige vom Einsteigerniveau bis zu den ausgesetzten Kriegssteigen und stellen auf Wunsch die komplette Ausrüstung – Klettersteigset, Helm und Gurt sind an jedem gesicherten Steig zwingend, ein Helm allein reicht nicht. Wichtig zu wissen ist, dass sich der Zustand einzelner Steige ändert: Nach Felsstürzen, Unwettern oder wenn ein Zubringerlift stillsteht, sind Zustiege gesperrt oder nur noch mit langem Fußmarsch erreichbar. Das betrifft immer wieder auch bekannte Routen am Cristallo. Frag deshalb vor Ort nach dem aktuellen Stand, statt eine Tour nach einem Führer von vorgestern zu planen.

Aktivitäten & Touren in Cortina d'Ampezzo

Skiwinter

Skifahren in Cortina d'Ampezzo im Verbund Dolomiti Superski

Cortinas Skigebiete hängen nicht alle zusammen, und wer das vorher weiß, plant seinen Winter deutlich entspannter.

Cinque Torri
Cinque Torri

Das Angebot verteilt sich auf drei Bereiche rund um den Talkessel. Im Westen liegt das Tofana-Gebiet mit den breiten Hängen von Socrepes im unteren Teil, den steileren Pisten an Pomedes und dem hochgelegenen Ra Valles unter der Tofana di Mezzo – zusammen der größte und vielseitigste Sektor. Im Osten steigt die Funivia Faloria direkt vom Ortsrand auf das Faloria-Plateau, von dem aus die Verbindung Richtung Cristallo und Rio Gere führt; die Abfahrten dort sind kürzer, dafür bist du ohne Auto in wenigen Minuten am Lift. Und im Südwesten liegt jenseits von Pocol das Gebiet der Cinque Torri mit Averau und dem Anschluss an den Passo Giau und den Lagazuoi. Insgesamt kommt Cortina auf rund 120 Pistenkilometer, die im Skipass Dolomiti Superski enthalten sind, der zwölf Skigebiete der Dolomiten bündelt.

Der berühmteste Hang ist die Olympia delle Tofane. Auf ihr wird seit Jahrzehnten der Weltcup der Damen ausgetragen, meist im Januar, und die Rennwoche ist der Termin, an dem der Ort am dichtesten besetzt ist. Als normaler Gast fährst du dieselbe Piste außerhalb der Renntage ohne Weiteres, allerdings solltest du die Steilstücke nicht unterschätzen – der Schlüsselabschnitt schneidet durch eine Felsscharte und ist deutlich anspruchsvoller als der Rest des Gebiets. Für Anfänger und Familien sind dagegen die weiten, flachen Wiesen von Socrepes der richtige Ort, dort liegen auch die Skischulen. Wer den ganzen Tag über gemütliche Kilometer sammeln will, ist an den Cinque Torri gut aufgehoben.

Die schönste Tagesrunde führt allerdings aus dem Tal hinaus. Die Grande Guerra Ski Tour verbindet die Gebiete rund um Falzarego, Lagazuoi und Cinque Torri zu einem Rundkurs entlang der alten Frontlinie, mit Abfahrten, Bussen und Liften als Gliedern derselben Kette. Ihr Herzstück ist die Abfahrt vom Lagazuoi ins Val Badia, eine lange, landschaftlich außergewöhnliche Talfahrt durch das sogenannte Hidden Valley, an deren Ende bei Armentarola traditionell Pferde die Skifahrer am Seil über das flache Auslaufstück ziehen – eine der eigenwilligsten Szenen, die der Alpenwinter zu bieten hat. Plane für die Runde einen ganzen Tag ein und starte früh, denn die letzten Verbindungen des Kreises schließen am Nachmittag.

Praktisch heißt Skifahren in Cortina vor allem Logistik. Weil die Sektoren nicht durchgehend verbunden sind, arbeitest du mit Skibussen, die zwischen Ort, Tofana, Faloria und Falzarego pendeln; Fahrpläne hängen an den Haltestellen und ändern sich saisonal, frag im Hotel nach der aktuellen Version. Seit der Wintersaison 2021/22 verbindet die Gondelbahn Cortina Skyline Son dei Prade über Cianzopè mit Bai de Dones und kürzt den Weg vom Tofana-Gebiet Richtung Cinque Torri erheblich ab; finanziert wurde sie aus dem Infrastrukturpaket zur Ski-WM. Wer nur zwei oder drei Tage bleibt, fährt mit einem Skipass nur für Cortina meist günstiger als mit dem Verbundpass – lohnend wird der Dolomiti Superski erst, wenn du tatsächlich in andere Täler wechselst.

Olympische Geschichte

Olympia in Cortina d'Ampezzo von 1956 bis 2026

Kaum ein anderer Alpenort hat seine Identität so eng an zwei Winterspiele gebunden, die siebzig Jahre auseinanderliegen.

Tofana di Mezzo
Tofana di Mezzo

1956 richtete Cortina d'Ampezzo die VII. Olympischen Winterspiele aus, und diese Ausgabe war in mehrfacher Hinsicht ein Einschnitt. Es waren die ersten Winterspiele, die im Fernsehen übertragen wurden, die ersten mit sowjetischer Beteiligung – und sportlich blieben sie vor allem wegen des Österreichers Toni Sailer in Erinnerung, der alle drei alpinen Goldmedaillen gewann. Die Eröffnungsfeier fand im eigens errichteten Eisstadion statt, für die Wettbewerbe entstanden die Sprungschanze in Zuel, die Bobbahn und eine ganze Reihe von Liftanlagen, darunter die Vorläufer der heutigen Freccia nel Cielo. Der Ort war vorher schon ein mondäner Wintersportplatz gewesen, aber erst diese zwei Wochen machten den Namen international zu einem Begriff.

Was von 1956 blieb, prägt bis heute das Ortsbild. Das Stadio Olimpico del Ghiaccio steht mitten im Zentrum und wird das ganze Jahr über als Eisbahn genutzt; im Sommer finden dort auch Veranstaltungen statt. Die Sprungschanze am Hang von Zuel dagegen ist seit den 1990er Jahren stillgelegt und steht als Betonskelett in der Wiese – ein seltsam starkes Denkmal, das man vom Tal aus sieht und um das herum inzwischen Hotels gebaut wurden. Die alte Bobbahn nördlich des Ortskerns, benannt nach dem Ampezzaner Bobfahrer Eugenio Monti, verfiel nach dem letzten Rennen im Januar 2008, bis auf ihrer Trasse die neue Bahn für 2026 entstand.

Im Februar 2026 kehrten die Spiele zurück, diesmal als Olympische Winterspiele von Mailand und Cortina, mit Wettbewerben verteilt über die ganze Alpenregion. Cortina übernahm dabei die Rolle des klassischen Bergstandorts: die alpinen Rennen der Damen auf der Olympia delle Tofane, das Curling im Eisstadion von 1956 und die Eiskanal-Sportarten Bob, Rodeln und Skeleton auf einer neu errichteten Bahn an der Via Ronco, auf der Trasse der alten Monti-Bahn. Im März folgten die Paralympischen Winterspiele. Vorbereitet wurde das mit einem Umbau, der über Sportstätten hinausging – Straßen, Ortsdurchfahrt und Unterkünfte wurden über Jahre modernisiert, was zeitweise für erhebliche Baustellen im Tal sorgte.

Für Reisende heißt das heute vor allem eines: Cortina ist frisch herausgeputzt und zugleich wieder zu sich gekommen. Der Sommer nach den Spielen läuft im gewohnten Rhythmus, die Wanderwege sind dieselben wie vorher, und der Trubel der Wettkampfwochen ist Geschichte. Wer sich für die olympische Schicht interessiert, kann sie an einem Nachmittag abgehen: Eisstadion im Zentrum, Schanze in Zuel im Süden, der neue Eiskanal an der Via Ronco nördlich des Ortskerns und der Sacrario in Pocol als Erinnerung daran, dass dieselben Berge fünfzig Jahre vor 1956 eine Front waren. Ob einzelne Anlagen für Besucher zugänglich sind, hängt vom Betrieb ab – erkundige dich vor Ort, statt auf gut Glück hinzufahren.

Übernachten

Hotels in Cortina d'Ampezzo und die passende Lage im Tal

Die Entscheidung fällt in Cortina weniger zwischen Sternen als zwischen zwei Fragen – Corso Italia zu Fuß oder Ruhe am Hang.

Im Zentrum steht mit dem Hotel de la Poste das Haus, an dem sich die Ortsgeschichte am besten ablesen lässt. Es liegt an der Piazza Roma direkt am Corso Italia, wird seit dem 19. Jahrhundert von der Familie Manaigo geführt, und seine holzgetäfelte Bar war über Jahrzehnte der Treffpunkt des Tals – Ernest Hemingway verbrachte Ende der 1940er Jahre Winter in Cortina und verarbeitete die Gegend später literarisch. Ein paar Schritte weiter an der Via Roma liegt das Grand Hotel Savoia mit Belle-Époque-Wurzeln, heute Teil der Radisson Collection, mit Spa und der klassischen Grandhotel-Geste. Wer es kleiner mag, findet mit dem Ambra Cortina ein Boutique-Hotel mit 24 individuell eingerichteten Zimmern nahe der Fußgängerzone und mit dem Parc Hotel Victoria am südlichen Ende des Corso ein familiengeführtes Haus voller Antiquitäten, alter Stuben und Kamine.

Außerhalb des Kerns wird es ruhiger und die Aussicht besser. In Zuel di Sopra am südlichen Talrand liegen gleich zwei Fünf-Sterne-Häuser nebeneinander: das intime Rosapetra Spa Resort mit Blick über den Talkessel auf die Tofane und das neu gestaltete Faloria Mountain Spa Resort mit großzügigem Spa und beheiztem Pool, praktisch gegenüber der Olympiaschanze von 1956. Nördlich des Ortes an der Via Majon führt die Familie Menardi seit Generationen ihr Hotel Menardi, aus einem alten Ampezzaner Gasthaus gewachsen, mit Stuben, Garten und Bergblick – die bodenständigere Alternative zu allem, was fünf Sterne trägt. Für alle drei Lagen gilt: Ohne Auto oder Ortsbus bist du abends nicht in fünf Minuten am Corso.

Die Preisfrage entscheidet sich über das Datum, und in Cortina sind die Ausschläge größer als in den meisten Alpenorten. Teuer wird es zwischen Weihnachten und Dreikönig, in der Woche des Damen-Weltcups im Januar, in den italienischen Ferienwochen im Februar und noch einmal im August, wenn halb Norditalien in die Berge zieht. Deutlich günstiger reist du im Januar abseits der Feiertage, im Juni und in der zweiten Septemberhälfte. Rechne außerdem mit Ortstaxe pro Person und Nacht, die separat abgerechnet wird, und prüfe bei Winterbuchungen, ob Halbpension enthalten ist – in vielen Häusern ist sie das, und ein Abendessen im Ort ersetzt sie preislich nicht.

Ein Punkt, den viele erst vor Ort merken: Cortina hat zwei ausgeprägte Zwischensaisons, und in denen ist der Ort halb geschlossen. Zwischen dem Ende der Skisaison im April und dem Beginn des Bergsommers Mitte Juni sowie noch einmal von Mitte Oktober bis in den Dezember hinein schließen viele Hotels, Restaurants und fast alle Seilbahnen. Das ist keine schlechte Zeit für einen ruhigen Aufenthalt, aber du solltest vorher prüfen, was tatsächlich geöffnet hat, statt dich auf ein Buchungsportal zu verlassen. Wer ohne Auto anreist, achtet zusätzlich darauf, ob das Hotel einen Transfer ab dem Busbahnhof oder ab Calalzo anbietet.

Hotels in Cortina d'Ampezzo

Alle 7 Hotels
Essen & Trinken

Restaurants in Cortina d'Ampezzo und die Ampezzaner Küche

Die Küche des Ampezzo sitzt genau auf der alten Grenze zwischen Tirol und Venetien, und das schmeckt man an jedem zweiten Gericht.

Das Gericht, an dem du nicht vorbeikommst, sind Casunziei – halbmondförmige Teigtaschen, in der roten Ampezzaner Variante mit Roter Bete gefüllt und mit brauner Butter, Mohn und geriebenem Käse serviert. Die Farbe ist grell, der Geschmack erstaunlich zurückhaltend und süßlich-erdig. Daneben steht alles, was aus einer österreichisch geprägten Bergküche zu erwarten ist: Polenta in vielen Formen, Wild aus den umliegenden Revieren, Almkäse, geräucherter Ricotta und Suppen, die als Vorspeise durchgehen, aber ein Mittagessen ersetzen. Zum Abschluss gehört im Winter fast schon rituell ein Bombardino auf einer Hüttenterrasse, jener heiße Eierlikör mit Schuss, den man nicht bestellt, weil er gut ist, sondern weil er dazugehört.

Ganz oben in der Skala stehen zwei sehr unterschiedliche Häuser mit je einem Michelin-Stern. Im Weiler Alverà oberhalb des Ortes kocht Riccardo Gaspari im SanBrite eine Küche, die er selbst Agricucina nennt: Milch, Käse und Fleisch stammen aus der eigenen Landwirtschaft, vieles wird im Haus fermentiert oder gereift, und der Bezug zur Alm ist keine Erzählung, sondern die Warenwirtschaft. Deutlich klassischer geht es im Ristorante Tivoli in Lacedel an der Straße Richtung Pocol zu, wo Graziano Prest Ampezzaner Produkte mit italienischer Klassik verbindet und dazu einen Blick über den Talkessel liefert. Beide Häuser sind klein, beide brauchen eine Reservierung, in der Hochsaison möglichst schon vor der Anreise.

Die Ebene darunter ist die eigentlich interessante. Al Camin an der Via Alverà serviert Ampezzaner Klassiker am offenen Kamin und ist die verlässlichste Adresse, wenn du wissen willst, wie hier tatsächlich gekocht wird. Die Baita Fraina im gleichnamigen Weiler ist eine holzgetäfelte Berghütte mit gehobener Küche und einem Weinkeller, der weit über das hinausgeht, was ein Haus dieser Größe führen müsste – mit Terrasse und ein paar Gästezimmern. El Camineto in Rumerlo wird seit 1968 von der Familie Melon geführt, liegt am Fuß der Tofane-Pisten und ist für seine Meringata bekannt, ein Baiserdessert, das man sich zu zweit teilt. Und wer im Zentrum ohne Reservierung und ohne großes Budget essen will, landet im Ristorante Pizzeria 5 Torri am Largo Poste, wo neben einer langen Pizzakarte auch Hausmannskost steht.

Zwei praktische Hinweise sparen Ärger. Erstens wird in Cortina spät gegessen – vor 19:30 Uhr sind viele Gasträume leer, dafür füllen sie sich ab acht schlagartig, und wer ohne Tisch kommt, steht an. Zweitens folgen Berghütten und Restaurants außerhalb des Zentrums dem Saisonkalender der Seilbahnen: In der Zwischensaison im Frühjahr und im Spätherbst haben viele geschlossen, und selbst in der Saison gilt oft ein fester Ruhetag. Ein kurzer Anruf oder ein Blick auf die aktuelle Seite des Hauses erspart dir den Umweg. Für die Mittagspause am Berg reicht meist ein Platz auf der Terrasse ohne Reservierung, für den Abend im Tal nicht.

Restaurants in Cortina d'Ampezzo

Anreise & vor Ort

Anreise nach Cortina d'Ampezzo ohne eigenen Bahnhof

Cortina ist der bekannteste Ort der Dolomiten, an den kein Zug fährt – seit 1964 endet die Anreise überall auf der Straße.

Bis in die 1960er Jahre führte die schmalspurige Dolomitenbahn von Calalzo über Cortina nach Toblach durchs Tal; sie wurde stillgelegt, ihre Trasse ist heute der Radweg Lunga Via delle Dolomiti. Geblieben ist ein Ort ohne Bahnhof. Wer mit der Bahn anreist, fährt entweder bis Calalzo-Pieve di Cadore-Cortina im Süden, rund 35 Kilometer entfernt, oder bis Toblach beziehungsweise Dobbiaco im Norden an der Pustertalbahn, gut 30 Kilometer weg. Von beiden Bahnhöfen bestehen Busverbindungen nach Cortina, im Sommer und im Winter dichter als in der Zwischensaison. Über Toblach reist du aus Deutschland und Österreich meist bequemer an, über Calalzo aus Richtung Venedig.

Mit dem Auto kommst du aus dem Norden über den Brenner und das Pustertal, ab Toblach über den Passo Cimabanche ins Ampezzo – von Innsbruck sind es rund 160 Kilometer, von München ungefähr das Doppelte. Aus dem Süden nimmst du die A27 Richtung Belluno und dann die SS51 durch das Cadore-Tal. Für Österreich brauchst du eine Vignette, für die Brennerautobahn zusätzlich Maut. Im Winter gilt in der Region üblicherweise von Mitte November bis Mitte April eine Winterausrüstungspflicht mit Winterreifen oder Ketten an Bord; auf den Passstraßen wird das kontrolliert. Passo Falzarego, Passo Giau und Passo Tre Croci bleiben grundsätzlich geräumt, können nach starkem Schneefall aber kurzfristig gesperrt werden – dann bleibt der Weg über Cimabanche.

Ohne eigenes Auto funktioniert die Anreise am einfachsten per Fernbus. Mehrere Anbieter, darunter Cortina Express und regionale Linien, verbinden den Ort mit Venedig Mestre und dem Flughafen Venedig Marco Polo; auch Fernbuslinien aus dem deutschsprachigen Raum halten saisonal in Cortina. Fahrpläne und Frequenzen ändern sich zwischen Sommer, Winter und Zwischensaison deutlich, weshalb du vor der Buchung des Hotels den Fahrplan der Rückfahrt prüfen solltest und nicht erst danach. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Venedig und Treviso im Süden sowie Innsbruck im Norden, alle drei gut zwei bis drei Stunden entfernt.

Vor Ort brauchst du für das Zentrum nichts als Schuhe – der Corso Italia ist Fußgängerzone, und vom einen Ende des Kerns zum anderen läufst du eine Viertelstunde. Für alles außerhalb gibt es Ortsbusse und im Winter Skibusse zu den Liftstationen; Fahrpläne hängen an den Haltestellen aus. Parken im Zentrum ist ausgewiesen und kostenpflichtig, die größeren Flächen liegen am Rand der Fußgängerzone und an den Talstationen. Wer Ausflüge zu den Drei Zinnen, an den Lago di Braies oder über die Dolomitenpässe plant, ist mit einem Auto klar im Vorteil – für einen reinen Ski- oder Wanderaufenthalt in Cortina selbst brauchst du keines.

Ablauf & Tagesplan

Cortina d'Ampezzo in zwei bis drei Tagen

Zwei Tage reichen für den Ort und eine große Tour, drei machen aus dem Aufenthalt eine richtige Dolomitenreise.

Tag eins gehört im Sommer dem Sorapis. Starte früh, fahre oder nimm den Bus zum Passo Tre Croci und geh den Steig 215 hinein ins Kar; wer um sieben losläuft, hat den See eine Weile fast für sich und trifft die Menge erst auf dem Rückweg. Zurück im Tal ist der frühe Nachmittag die richtige Zeit für die Museen an der Ciasa de ra Regoles und für einen langsamen Gang über den Corso Italia, bevor gegen sechs die Passeggiata einsetzt. Reserviere für den Abend im Voraus – Al Camin oder die Baita Fraina sind gute erste Adressen, wenn du Ampezzaner Küche willst, ohne gleich in die Sternegastronomie zu gehen.

Tag zwei geht nach oben und nach Westen. Mit der Freccia nel Cielo fährst du über Col Druscié und Ra Valles auf die Tofana di Mezzo, bleibst auf der Terrasse, bis du die Gipfel ringsum sortiert hast, und fährst dann zur mittleren Station zurück, von der aus Wege ins Gebiet der Pomedes führen. Nachmittags weiter zu den Cinque Torri: Sessellift von Bai de Dones hinauf, Runde durch das Freilichtmuseum der Frontstellungen, Abstecher zum Rifugio Averau. Auf dem Rückweg lohnt der Halt am Sacrario in Pocol, allein wegen des Blicks über den ganzen Talkessel im späten Licht. Wer noch Kraft hat, hängt die Seilbahn auf den Lagazuoi und die Tunnelstrecke an.

Tag drei führt aus dem Ampezzo hinaus. Die naheliegende Variante ist der Nordosten – über den Passo Tre Croci zum Lago di Misurina und weiter auf der mautpflichtigen Straße zum Rifugio Auronzo, von dem aus die Umrundung der Drei Zinnen in gut drei bis vier Stunden zu schaffen ist; fahr früh, die Zufahrt wird gesperrt, sobald die Parkflächen voll sind, und im Sommer verkehren Shuttlebusse. Die zweite Variante ist die Passrunde über Falzarego und Valparola nach Alta Badia und zurück über den Passo Giau, eine der eindrucksvollsten Autostrecken der Alpen mit Halt an jeder zweiten Kehre. Beide füllen den Tag komplett.

Im Winter verschiebt sich der Ablauf, die Logik bleibt. Tag eins: Tofana-Gebiet von Socrepes über Pomedes bis Ra Valles, Mittagessen auf einer Hütte am Pistenrand, nachmittags zurück ins Tal und Corso Italia. Tag zwei: Faloria direkt vom Ort aus, weiter Richtung Cristallo, abends Eislauf oder eine Veranstaltung im Stadio Olimpico. Tag drei ist der Tag für die Grande Guerra Ski Tour rund um Lagazuoi und Cinque Torri mit der langen Abfahrt ins Val Badia – dafür brauchst du einen Verbundpass, gutes Wetter und einen frühen Start, weil die letzten Verbindungen der Runde am Nachmittag schließen.

Wo was liegt

Cortina d'Ampezzo auf der Karte

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Ausflüge in die Dolomiten

Ausflüge ab Cortina zu den Drei Zinnen und über die Dolomitenpässe

Cortina liegt so zentral in den Dolomiten, dass drei der bekanntesten Ziele der Alpen im Umkreis einer Autostunde liegen.

Lago di Sorapis
Lago di Sorapis

Der klassische Ausflug führt nach Nordosten zum Lago di Misurina, einem Bergsee auf gut 1.750 Metern, in dem sich bei Windstille die Sorapis-Gruppe spiegelt und an dessen Ufer eine Handvoll Hotels aus der k. u. k. Zeit steht. Von dort steigt eine mautpflichtige Straße hinauf zum Rifugio Auronzo unterhalb der Drei Zinnen. Die Umrundung der drei Türme ist mit rund zehn Kilometern und moderatem Anstieg technisch einfach und dementsprechend voll; entscheidend ist der Start vor neun Uhr, denn die Zufahrt wird gesperrt, sobald oben kein Platz mehr frei ist. In der Hochsaison ersetzt ein Shuttlebus die eigene Anfahrt, was Nerven spart. Wer den Trubel scheut, geht dieselbe Runde in umgekehrter Richtung oder erst am späten Nachmittag.

Nach Westen beginnt in Cortina selbst die Grande Strada delle Dolomiti, die in den 1900er Jahren angelegte Panoramastraße nach Bozen. Sie überquert gleich hinter dem Ort den Passo Falzarego und zieht dann über den Passo Pordoi am Fuß der Sellagruppe und über den Karerpass durch eine Kette von Hochtälern, und schon die ersten fünfzig Kilometer ab Cortina genügen, um zu verstehen, warum Motorradfahrer und Radrennfahrer diese Strecke abfahren. Parallel dazu liegt südlich der Passo Giau auf 2.236 Metern, dessen Kehren durch offenes Almgelände unter dem Ra Gusela ansteigen – die schönste Kombination ist die Runde Falzarego, Valparola, Alta Badia und zurück über den Giau. Rechne im Sommer mit dichtem Verkehr an Wochenenden und mit Sperrungen bei Radrennen.

Nach Norden öffnet sich über den Passo Cimabanche das Pustertal. Toblach liegt gut eine halbe Stunde entfernt und ist der Startpunkt für das Höhlensteintal und für den Lago di Braies, den Pragser Wildsee, dessen dunkelgrünes Wasser vor der Seekofelwand steht. Für den See gelten im Sommer Zufahrtsbeschränkungen mit Reservierungspflicht oder Shuttleverkehr, prüfe das vor der Fahrt. Dieselbe Richtung erschließt sich auch ohne Auto, nämlich mit dem Rad auf der Lunga Via delle Dolomiti: Die alte Bahntrasse steigt von Cortina sanft nach Cimabanche und rollt danach über Viadukte und durch Tunnel nach Toblach aus, gut 30 Kilometer, für die es im Sommer Rücktransporte per Bus gibt.

Nach Süden ist es ruhiger und historisch dichter. Die SS51 folgt dem Boite durchs Cadore und führt an San Vito, Borca und Vodo vorbei nach Pieve di Cadore, dem Geburtsort Tizians, wo ein kleines Museum in seinem Elternhaus untergebracht ist und das Tal sich zu einem Stausee weitet. Von dort sind es noch einmal knapp zwei Stunden bis Venedig, was als Tagesausflug zwar möglich, aber sportlich ist – wer die Lagune sehen will, hängt lieber eine eigene Nacht an. Realistischer sind Halbtagesziele im nahen Umland: der Lago di Landro Richtung Toblach, die Almböden bei Malga Ra Stua und der Rundweg um den Talboden von Fiames, für den du nicht einmal Höhenmeter brauchst.

Ortsteile & Weiler

Die Ortsteile von Cortina d'Ampezzo vom Zentrum bis Pocol

Cortina ist kein kompaktes Dorf, sondern eine über den Talboden verstreute Siedlung aus Dutzenden Weilern mit sehr unterschiedlichem Charakter.

Corso Italia
Corso Italia

Der Kern heißt schlicht Centro und ist der einzige Teil, der städtisch wirkt. Hier laufen Corso Italia, Piazza Roma und Largo Poste zusammen, hier liegen die Basilika mit ihrem Campanile, die Museen der Regole, das Eisstadion von 1956 und die Talstationen von Freccia nel Cielo und Faloria in Gehweite. Entsprechend konzentriert sich hier auch das Hotelangebot vom Traditionshaus bis zum Boutique-Hotel. Wer ohne Auto anreist, wohnt praktisch immer im Centro, weil sich alles andere von hier aus mit Bus oder Taxi erschließt und weil der Corso am Abend das gesellschaftliche Zentrum des ganzen Tals ist.

Südlich davon, entlang des Boite und der Talstraße, liegt Zuel, eher Villen- und Hotelgegend als Dorf. Prägend ist das Betonskelett des Trampolino Olimpico Italia am Hang, die Sprungschanze der Spiele von 1956, und in Zuel di Sopra stehen mit dem Rosapetra Spa Resort und dem Faloria Mountain Spa Resort zwei der aufwendigsten Häuser des Tals nebeneinander. Vom Zentrum trennen dich ein paar Fahrminuten, dafür bekommst du Ruhe und den Blick zurück über den Talkessel auf die Tofane. Im Winter ist die Anbindung über den Skibus geregelt.

Auf der anderen Seite, östlich oberhalb des Kerns an der Straße zum Passo Tre Croci, zieht sich Alverà den Hang hinauf – Wiesen, Holzstadel, wenige Häuser und eine Ruhe, die schon rund hundert Höhenmeter über dem Corso vollständig ist. Kulinarisch schlägt der Weiler weit über seiner Größe, weil hier sowohl das mit einem Stern ausgezeichnete SanBrite als auch die Ampezzaner Küche von Al Camin sitzen. Weiter oben am selben Hang liegt Fraina mit der gleichnamigen Baita. Für den Aufstieg zu Fuß solltest du gut zwanzig Minuten bergauf einrechnen, im Dunkeln ist eine Lampe sinnvoll.

Ganz anders funktioniert Pocol im Südwesten, ein Hochplateau auf rund 1.500 Metern an der Straße zum Falzarego. Von hier hast du den umfassendsten Blick auf den Talkessel, hier steht der Sacrario Militare mit seinem Gedenkturm, und die Skigebiete an den Cinque Torri sind näher als vom Zentrum. Dafür bist du oben abends allein, wenn du nicht ins Tal hinunterfährst. Über diese vier hinaus besteht die Gemeinde aus einer langen Reihe weiterer Weiler – Fiames im Norden, Rumerlo und Lacedel an den Zufahrten zu den Liften, Cademai, Chiave, Cadin und viele mehr. Adressen in Cortina bestehen deshalb häufiger aus einem Weilernamen als aus einer Hausnummer.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Cortina d'Ampezzo – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Cortina d'Ampezzo im Winter und im Sommer

Cortina hat zwei Hochsaisons und dazwischen zwei sehr stille Phasen, in denen Seilbahnen und halbe Hotelzeilen geschlossen bleiben.

Auf 1.224 Metern in einem allseits von Dolomitenwänden umschlossenen Talkessel ist das Klima deutlich kontinentaler, als die Lage in Venetien vermuten lässt. Die Winter sind trocken und kalt – Neuschnee fällt seltener, als der Ruf des Ortes vermuten lässt, bleibt wegen der Höhe und der Kälte aber liegen und wird durch flächendeckende Beschneiung ergänzt. Die Sommer bringen angenehme Höchstwerte um die 22 Grad, dafür an fast jedem zweiten Nachmittag Quellwolken und Gewitter, weshalb Bergtouren hier früh starten und früh enden. Wichtiger als das Thermometer ist der Betriebskalender: Zwischen Mitte April und Mitte Juni sowie zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember stehen die meisten Seilbahnen still, viele Hütten und Hotels haben zu, und in der Ortsdurchfahrt bleiben an halben Häuserzeilen die Rollläden unten.

Das Wetterjahr

Für den Bergsommer sind Juli, August und September die verlässlichsten Monate – dann sind die Höhenwege schneefrei, die Hütten offen und die Seilbahnen in Betrieb, wobei der September die klarere Luft und die deutlich ruhigeren Wege bringt und der August die höchsten Preise. Für den Skiwinter sind Februar und März die stabilste Zeit, mit der besten Schneelage und ab März spürbar längeren Tagen; wer den Ferienwochen ausweichen kann, gewinnt viel. Januar ist kalt und außerhalb der Weltcup-Woche günstig, Juni ist eine Wette auf Altschnee in den Karen. April, Mai, Oktober und November sind Zwischensaison und nur für Reisende sinnvoll, die bewusst einen leeren Ort suchen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Cortina d'Ampezzo

Wie viele Tage sollte man für Cortina d'Ampezzo einplanen?
Zwei volle Tage reichen für den Ort, eine große Wanderung und eine Seilbahnfahrt auf die Tofana. Drei Tage sind die bessere Wahl, weil dann ein Ausflug zu den Drei Zinnen oder die Passrunde über Falzarego und Giau dazupasst. Im Skiwinter rechne pro Sektor – Tofana, Faloria und Cinque Torri – jeweils einen Tag.
Wie schwer ist die Wanderung zum Lago di Sorapis wirklich?
Sie ist konditionell moderat, aber nicht harmlos. Vom Passo Tre Croci sind es gut sechs Kilometer und zwei bis zweieinhalb Stunden pro Richtung, mit schmalen, ausgesetzten Passagen an Drahtseilen und Leitern. Trittsicherheit und feste Schuhe sind Voraussetzung, bei Nässe oder Altschnee im Frühsommer wird der Steig deutlich anspruchsvoller.
Gibt es Zugangsbeschränkungen am Sorapis-See?
Der Andrang ist seit Jahren ein Thema, und die Regole d'Ampezzo haben mehrfach Maßnahmen ergriffen, um ihn zu steuern. Ob in deinem Reisezeitraum eine Kontingentierung, ein Shuttle oder eine Parkbeschränkung gilt, klärst du am besten kurz vor der Tour vor Ort. Baden im See ist in jedem Fall untersagt, das Ufer ist empfindlich.
Braucht man in Cortina d'Ampezzo ein Auto?
Für den Ort selbst nicht – der Corso Italia ist Fußgängerzone, die Talstationen von Freccia nel Cielo und Faloria liegen in Gehweite, Orts- und Skibusse decken die Liftgebiete ab. Sobald du zu den Drei Zinnen, an den Pragser Wildsee oder über die Dolomitenpässe willst, wird ein Auto zum klaren Vorteil, weil die Busse dort dünn getaktet sind.
Wie kommt man mit der Bahn nach Cortina d'Ampezzo?
Gar nicht direkt, denn die Dolomitenbahn wurde 1964 stillgelegt. Du fährst bis Calalzo-Pieve di Cadore-Cortina im Süden oder bis Toblach an der Pustertalbahn im Norden und steigst dort in den Bus um; beide Bahnhöfe liegen gut 30 bis 35 Kilometer entfernt. Aus dem deutschsprachigen Raum ist die Variante über Toblach meist die bequemere.
Welcher Skipass gilt in Cortina d'Ampezzo?
Cortina gehört zum Verbund Dolomiti Superski, der zwölf Dolomiten-Skigebiete auf einem Pass zusammenfasst. Lokal stehen rund 120 Pistenkilometer an Tofana, Faloria-Cristallo und Cinque Torri zur Verfügung. Für zwei oder drei Tage im Tal ist ein reiner Cortina-Pass meist günstiger; der Verbundpass rechnet sich, sobald du in andere Täler wechselst.
Was ist von den Olympischen Winterspielen 2026 geblieben?
Cortina war im Februar 2026 neben Mailand Austragungsort und übernahm die alpinen Damenrennen auf der Olympia delle Tofane, das Curling im Eisstadion von 1956 und die Eiskanal-Wettbewerbe auf einer neu gebauten Bahn. Geblieben sind modernisierte Sportstätten, sanierte Straßen und ein Ort, der seit den Spielen sichtbar aufgeräumt wirkt.
Wann sind Seilbahnen und Hütten in Cortina geöffnet?
Grob gesagt von Anfang Dezember bis in den April und wieder von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Dazwischen liegen zwei Zwischensaisons, in denen die meisten Bahnen stillstehen und viele Hütten, Restaurants und Hotels schließen. Wer im Mai oder November anreist, sollte vorher prüfen, was tatsächlich in Betrieb ist.
Was isst man in Cortina d'Ampezzo typischerweise?
Casunziei, halbmondförmige Teigtaschen, in der roten Ampezzaner Variante mit Roter Bete gefüllt und mit brauner Butter und Mohn serviert. Dazu Polenta, Wild aus den umliegenden Revieren, Almkäse und geräucherter Ricotta – eine Bergküche, die die österreichische Vergangenheit des Tals bis heute erkennen lässt.
In welchem Ortsteil wohnt man in Cortina am besten?
Ohne Auto im Centro, weil Corso Italia, Museen, Eisstadion und beide Talstationen zu Fuß erreichbar sind. Mit Auto ist Zuel im Süden die ruhigere Alternative mit Blick auf die Tofane, Alverà am Osthang die stillste Lage mit den besten Restaurants. Pocol liegt hoch über dem Tal und lohnt vor allem wegen des Panoramas.
Ist Cortina d'Ampezzo teuer?
Im Vergleich zu anderen Dolomitenorten ja, und der Unterschied macht das Datum. Zwischen Weihnachten und Dreikönig, in der Weltcup-Woche im Januar, in den italienischen Februarferien und im August ziehen die Preise stark an. Deutlich günstiger reist du im Januar abseits der Feiertage, im Juni und in der zweiten Septemberhälfte.
Lohnt sich Cortina auch im Sommer?
Sehr, und für viele ist der Sommer die bessere Jahreszeit. Höhenwege, Klettersteige aus dem Ersten Weltkrieg an Cinque Torri und Lagazuoi, der Radweg auf der alten Bahntrasse nach Toblach und Touren wie die zum Sorapis-See füllen problemlos eine Woche. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober laufen Seilbahnen und Hütten im Regelbetrieb.
Was macht man in Cortina bei schlechtem Wetter?
Die Museen der Regole d'Ampezzo in der Ciasa de ra Regoles decken moderne Kunst, Paläontologie und Volkskunde ab und füllen einen halben Tag. Dazu kommen das Eisstadion von 1956 als Eisbahn, die Spa-Bereiche der größeren Hotels und ein langer Nachmittag in den Konditoreien am Corso Italia. Für Gewittertage am Berg gilt: früh starten, früh zurück.
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