Die Cinque Torri sind eines der unverwechselbaren Felsensembles der Ampezzaner Dolomiten: fünf frei stehende Türme, die wie eine Felsburg über der Straße zum Falzarego-Pass aufragen, ringsum Wiesen, Schotterkare und die klassischen Schutzhütten der Region. Wer von Cortina kommt, erreicht das Gebiet über die Passstraße Richtung Falzarego; vom Parkplatz Bai de Dones bringt ein Sessellift Wanderer und im Winter Skifahrer hinauf an den Fuß der Türme. Geschichtlich ist der Ort doppelt aufgeladen. Im Ersten Weltkrieg verlief hier die italienische Frontlinie gegenüber den österreichisch-ungarischen Stellungen am Lagazuoi und Col di Lana. Ein weitläufiges Freilichtmuseum mit rekonstruierten Schützengräben, Stellungen und Unterständen macht diesen Abschnitt der Dolomitenfront heute begehbar – ein stiller, lehrreicher Rundgang, der die Berglandschaft mit ihrer Vergangenheit verbindet. Für Bergsteiger gehören die Cinque Torri seit den Pioniertagen des Dolomitenkletterns zu den Klassikern: Die einzelnen Türme bieten Routen vom moderaten Grad bis zu anspruchsvollen Linien, und an Sommertagen sieht man Seilschaften an allen Wänden. Wanderer umrunden das Ensemble auf einem unschwierigen Rundweg, der immer neue Perspektiven auf die Türme öffnet und an den Hütten zur Einkehr einlädt. Das Panorama reicht von den Tofane über die Averau- und Nuvolau-Gipfel bis zur Marmolada. Gerade im Licht des späten Nachmittags, wenn die Felsen warm aufleuchten, zeigt sich, warum die Cinque Torri zu den meistbesuchten Naturschauplätzen rund um Cortina zählen – als Ausflugsziel für die ganze Familie ebenso wie als Ausgangspunkt für ernsthafte Touren in der Hochregion.
Im späten Nachmittagslicht leuchten die Felswände warm – die beste Stunde für Aufnahmen.






























