Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bardolino
Die Sehenswürdigkeiten von Bardolino liegen so dicht beieinander, dass du zwischen der ältesten Kirche und dem Hafen keine fünf Minuten brauchst.
Fang mit der Chiesa di San Zeno an, auch wenn sie leicht zu übersehen ist. Der kleine kreuzförmige Bau stammt aus karolingischer Zeit und gehört zu den wenigen Kirchen dieser Epoche in Norditalien, die weitgehend in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben sind – keine Barockisierung, keine spätere Aufstockung, nur nackter Stein, ein niedriges Vierungstürmchen und ein Innenraum, in dem ein halbes Dutzend Leute schon nach Gedränge aussieht. Genau darin liegt der Reiz: Nichts an diesem Gebäude will beeindrucken. Die Öffnungszeiten sind knapp bemessen und wechseln mit der Saison, wirf also einen Blick auf den Aushang am Portal, bevor du dir den Weg für einen bestimmten Nachmittag vornimmst.
Ein paar Gassen weiter steht die romanische Basilika San Severo, das größere und deutlich repräsentativere Gegenstück. Der hochmittelalterliche Steinbau trägt einen Campanile, den du schon von der Uferstraße aus siehst, im Inneren haben sich Reste mittelalterlicher Fresken an den Wänden gehalten, und unter dem Chor liegt eine Krypta. Der Kontrast zwischen den beiden Kirchen ist der eigentliche Punkt eines Rundgangs durch Bardolino: San Zeno zeigt, wie ein Sakralbau aussah, als der Gardasee noch Grenzland war, San Severo, wie derselbe Ort ein paar Jahrhunderte später wirken wollte, als am Ufer bereits Handel und Wein Geld brachten.
Das dritte Ziel ist keines im klassischen Sinn, sondern ein Weg. Die Uferpromenade zieht sich unter alten Platanen am Wasser entlang, verbindet Hafen, Lidos und Liegewiesen und lässt sich in beide Richtungen verlängern – nach Norden bis in den Nachbarort Garda, nach Süden Richtung Cisano. Sie ist flach, frei zugänglich und zu jeder Tageszeit offen, was sie zur Standardrunde vor dem Frühstück und nach dem Abendessen macht. Am Hafenbecken steht dabei die Loggia eines historischen Adelspalazzo, in der heute ein Restaurant untergebracht ist; von den Bänken davor siehst du die Ausflugsboote ein- und auslaufen.
Bleiben die beiden Museen, und beide sind ungewöhnlich unaufdringlich. Das Museo del Vino der Winzerfamilie Zeni liegt auf dem Hügel über dem Ort und erklärt anhand alter Pressen, Fässer und Gerätschaften den Weinbau des Ostufers; der Rundgang ist frei, im Anschluss kannst du im Verkaufsraum verkosten. Das Museo dell'Olio im Ortsteil Cisano funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit Olivenöl statt Wein – historische Mühlsteine und Pressen, dazu Öle mit Garda-DOP-Herkunft zum Probieren, ebenfalls ohne Eintritt. Zusammen erzählen die beiden Häuser in gut zwei Stunden, wovon diese Hügel seit Jahrhunderten leben.






































