Etwas versteckt hinter der Uferstraße von Bardolino steht mit der Chiesa di San Zeno ein architektonisches Kleinod, das viele Besucher zunächst übersehen. Die kleine, kreuzförmige Kapelle stammt aus karolingischer Zeit und gehört zu den wenigen weitgehend original erhaltenen Bauten dieser Epoche in ganz Norditalien. Wer sie betritt, steht damit in einem Raum, dessen Grundstruktur seit über tausend Jahren weitgehend unverändert geblieben ist – eine Seltenheit am dicht bebauten Gardasee. Das Innere ist schlicht und kraftvoll zugleich. Mächtige Pfeiler tragen das steinerne Gewölbe und gliedern den kreuzförmigen Grundriss, der für die karolingische Baukunst typisch ist. An den Wänden haben sich Reste früher Ausmalung erhalten, die einen Eindruck davon geben, wie der Raum einst farbig gefasst war. Gerade die Reduktion auf Stein, Pfeiler und Licht macht den besonderen Charakter dieser Kapelle aus. Der Besuch selbst dauert nur wenige Minuten, wirkt aber lange nach. San Zeno ist ein stiller Kontrapunkt zur lebhaften Uferpromenade, die nur wenige Schritte entfernt verläuft. Wer zwischen Hafen, Lidos und Gelaterien einen ruhigen Moment sucht, findet hier einen Ort, der ganz ohne Inszenierung auskommt und allein durch sein Alter und seine Schlichtheit beeindruckt – ein lohnender Halt für alle, die sich für Geschichte und Architektur interessieren.
Das Licht zwischen den Pfeilern für stimmungsvolle Innenaufnahmen nutzen.





























