Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Verona
Vom Amphitheater bis zur Etschschleife läufst du keine zwanzig Minuten – Veronas Kernprogramm passt in einen Bogen von anderthalb Kilometern.
Die Arena steht seit dem 1. Jahrhundert an der Piazza Bra, damals noch außerhalb der Stadtmauern, und ist nach dem Kolosseum und dem Amphitheater von Capua das drittgrößte erhaltene Bauwerk ihrer Art in Italien. Vom äußeren Mauerring blieb nach dem Erdbeben von 1117 nur ein Fragment aus vier Bögen stehen, die sogenannte Ala, die heute wie ein Rest Kulisse neben dem geschlossenen Innenring aufragt. Drinnen steigen 44 Steinstufen ringförmig nach oben; wer ganz hinaufgeht, sieht über den Rand hinweg auf die Dächer der Altstadt. Zwischen Juni und Anfang September steht im Innenraum die Opernbühne, dann ist der Tagesbesuch eingeschränkt – wer das Amphitheater leer sehen will, kommt außerhalb der Festivalmonate.
Fünf Gehminuten nördlich liegt die Piazza delle Erbe auf dem Grundriss des römischen Forums, ein langgezogener Platz, auf dem sich Cafétische, Stände und Baugeschichte vom Mittelalter bis zum Barock drängen. In der Mitte steht der Brunnen der Madonna Verona von 1368, dessen Figur eine wiederverwendete römische Statue ist, daneben die Säule mit dem Markuslöwen aus venezianischer Zeit. Die Fassaden ringsum sind das eigentliche Programm: die freskenbemalte Casa Mazzanti, der barocke Palazzo Maffei mit den Götterfiguren auf der Balustrade, in dem seit 2020 eine Kunstsammlung öffentlich zugänglich ist, und der Torre del Gardello. Unter dem Arco della Costa hängt eine Walrippe, über deren Herkunft sich die Stadt bis heute nicht einig ist.
Der Torre dei Lamberti misst rund 84 Meter und ist damit der höchste Turm der Stadt; begonnen wurde er 1172, den achteckigen Glockenaufsatz bekam er erst im 15. Jahrhundert. Ein Aufzug bringt dich den größten Teil der Strecke nach oben, den Rest gehst du zu Fuß, und von der Plattform aus ordnet sich Verona zum ersten Mal richtig: die Etschschleife, die Arena im Südwesten, die Hügel des Valpolicella im Norden. Der Eingang liegt im Cortile Mercato Vecchio, gleich hinter dem Arco della Costa. Ein paar Schritte weiter öffnet sich die Piazza dei Signori mit dem Dante-Denkmal und der Loggia del Consiglio aus der Frührenaissance, dahinter stehen hinter einem schmiedeeisernen Gitter die Arche Scaligere, die gotischen Grabmäler der Herrscherfamilie della Scala.
Die großen Kirchen lohnen einen eigenen Halbtag. Der Dom Santa Maria Matricolare hat ein romanisches Säulenportal und in einer Seitenkapelle eine Himmelfahrt Mariens von Tizian; in Sant'Anastasia, der größten Kirche der Stadt, tragen zwei bucklige Steinfiguren die Weihwasserbecken, und über dem Bogen der Pellegrini-Kapelle im rechten Querschiff leuchtet Pisanellos Fresko vom heiligen Georg. San Fermo Maggiore besteht aus zwei übereinandergebauten Kirchen, unten romanisch, oben gotisch mit einer hölzernen Decke in Form eines umgedrehten Schiffskiels. Für die wichtigsten Kirchen gibt es ein Kombiticket, das sich schon ab der zweiten rechnet. Am Westrand der Altstadt riegelt schließlich das Castelvecchio den Blick ab, 1354 unter Cangrande II. della Scala begonnen und ab 1958 von Carlo Scarpa zu einem Museum umgebaut, wegen dessen Architektur bis heute Fachleute eigens anreisen.















