Wer Verona jenseits der Arena und der Juliet-Balkone erleben möchte, findet in Borgo Roma einen Stadtteil, der das echte Leben der Veronesi zeigt. Das Viertel erstreckt sich südlich des Stadtzentrums und trägt seinen Namen seit Jahrhunderten – die Via Roma, die einst Richtung Rom führte, gab dem Borgo seine Identität. Heute ist diese breite Achse gesäumt von kleinen Läden, Bars und Trattorie, in denen Stammgäste ihre Cappuccini trinken, während draußen der Alltag vorbeizieht.
Architektonisch präsentiert sich Borgo Roma als ehrliches Zeugnis des 20. Jahrhunderts: Gründerzeitliche Wohnhäuser wechseln sich mit Nachkriegsbauten ab, dazwischen tauchen immer wieder kleine Piazze auf, auf denen Kinder spielen und Rentner Karten spielen. Das Ospedale Civile Maggiore, eines der wichtigsten Krankenhäuser der Region, liegt hier ebenso wie das Stadio Marcantonio Bentegodi – die Heimstätte des Hellas Verona FC. An Spieltagen verwandeln sich die Straßen rund um das Stadion in ein blau-gelbes Meer aus Schals und Trikots, und die Bars füllen sich schon Stunden vor dem Anpfiff.
Das Viertel ist kein Ausflugsziel für Sehenswürdigkeiten-Sammler, sondern ein Ort zum Eintauchen. Der Mercato di Borgo Roma, der wöchentliche Markt, zieht Einheimische aus dem ganzen Südteil der Stadt an: Hier kaufen Nonnas ihr Gemüse, Händler bieten Stoffe und Haushaltsware an, und der Duft von frisch gebackenem Brot liegt in der Luft. Wer früh genug kommt, erlebt einen Verona-Moment, den kein Reiseführer inszenieren kann.
Für Reisende, die länger in Verona bleiben oder günstigere Übernachtungsoptionen suchen, bietet Borgo Roma eine solide Basis: Die Busverbindungen ins Zentrum sind gut, die Hotels und Pensionen im Viertel deutlich erschwinglicher als in der historischen Altstadt. Restaurants in Borgo Roma servieren klassische veronese Küche ohne Touristenaufschlag – Pastissada de caval, Risotto all'Amarone und hausgemachte Bigoli stehen auf den Karten der Trattorie, die hier seit Generationen geöffnet haben.
