Wer Verona abseits der Arena und der Piazza Bra erleben möchte, findet in Cittadella ein Viertel, das die Stadt in ihrer alltäglichen Schönheit zeigt. Die Gassen hier sind schmaler, die Cafés weniger touristisch, und die Bewohner gehen ihrem Morgenritual nach, als hätte sich seit Jahrzehnten nichts verändert. Es ist kein Ort für Eilige – Cittadella entfaltet seinen Charakter erst beim zweiten Blick.
Das Viertel liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, ist aber deutlich ruhiger als die belebten Touristenmeilen rund um die Via Mazzini. Die mittelalterliche Stadtstruktur ist hier noch spürbar: enge Durchgänge, kleine Plätze und Fassaden, deren Putz die Geschichte der Stadt trägt. Wer morgens früh durch die Straßen läuft, erlebt Verona vor dem großen Ansturm – Bäckereien öffnen ihre Türen, der Duft von frischem Espresso zieht durch die Luft, und die Piazze gehören noch den Einheimischen.
Cittadella ist auch ein Viertel der kurzen Wege. Die Arena di Verona, das Teatro Romano und die Basilica di San Zeno sind alle fußläufig erreichbar. Gleichzeitig bietet das Viertel selbst genug, um einen halben Tag zu füllen: kleine Trattorie, lokale Märkte und Handwerksbetriebe, die man in den touristischeren Zonen längst nicht mehr findet. Besonders am frühen Abend, wenn die Lichter der Altstadt warm werden und die Bewohner zum Aperitivo zusammenkommen, zeigt das Viertel seine eigentliche Qualität.
Für Reisende, die nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern das Tempo einer norditalienischen Stadt wirklich spüren wollen, ist Cittadella eine lohnende Wahl – als Ausgangspunkt für Ausflüge ebenso wie als Ziel an sich. Hotels in Cittadella sind oft kleiner und persönlicher als die großen Häuser an der Piazza Bra, und die Restaurants bedienen ein Publikum, das Wert auf ehrliche veneto-Küche legt.

Arena di Verona
Eines der besterhaltenen römischen Amphitheater, mitten auf der Piazza Bra, im Sommer Schauplatz des berühmten Opernfestivals.
Eines der besterhaltenen römischen Amphitheater