Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Brixen
Der historische Kern misst kaum mehr als ein paar hundert Schritte in der Länge, und die drei wichtigsten Bauten stehen alle an derselben Platzfolge.
Der Domplatz ist der Bezugspunkt für alles Weitere. Den Platz schließt der Dom Mariä Aufnahme in den Himmel ab, seit rund tausend Jahren die Bischofskirche des Landes, in seiner heutigen Gestalt aber ein Bau des 18. Jahrhunderts: Mitte der 1740er-Jahre wurde die ältere Kirche barock neu errichtet, mit einer Doppelturmfassade und einem Innenraum, der fast vollständig in hellem Marmor gehalten ist. Über dem Mittelschiff spannt sich das große Deckenfresko von Paul Troger, einem der wichtigsten Freskanten des österreichischen Barock, der selbst aus dem Pustertal stammte. Wer eintritt, sollte sich Zeit für den Blick nach oben nehmen, bevor er sich den Seitenaltären zuwendet – der Raum wirkt vor allem über Licht und Weite, nicht über Details.
Der eigentliche Schatz liegt gleich nebenan und kostet nichts als ein bisschen Aufmerksamkeit. Der Domkreuzgang schließt südlich an die Kirche an, ist romanisch angelegt, später gotisch überwölbt und wurde im 14. und 15. Jahrhundert Joch für Joch ausgemalt. Auf den Gewölben stehen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament nebeneinander, oft paarweise so angeordnet, dass sich die Bilder gegenseitig erklären – für eine Zeit, in der die wenigsten lesen konnten, war das ein begehbares Buch. Die Fresken stammen von mehreren Werkstätten über gut ein Jahrhundert hinweg, entsprechend wechseln Stil und Erhaltungszustand von Joch zu Joch. Nimm dir mindestens eine halbe Stunde, geh einmal ganz herum und dann ein zweites Mal in die andere Richtung.
Gegenüber dem Dom residierten die Fürstbischöfe in der Hofburg, einer Anlage, die vom 13. Jahrhundert an immer wieder umgebaut und im 16. Jahrhundert zur Residenz mit dreigeschossigem Arkadenhof erweitert wurde. In den Nischen der Höfe stehen Terrakottafiguren, im Inneren zeigt das Diözesanmuseum den Domschatz, mittelalterliche Skulptur und die Prunkräume der Bischöfe. Berühmt ist das Haus für seine Krippensammlung, eine der größten Europas, die jeweils in der Adventszeit als eigene Ausstellung gezeigt wird. Der Hofburggarten hinter der Residenz ist seit einigen Jahren wieder öffentlich zugänglich und im Sommer der ruhigste Platz im Zentrum. Öffnungszeiten und Saison wechseln, ein Blick auf die aktuelle Ankündigung lohnt vor dem Besuch.
Bleiben die kleineren Stücke, die den Rundgang zusammenhalten. Der Weiße Turm gehört zur Pfarrkirche St. Michael am Pfarrplatz, ein spätgotischer Glockenturm, dessen schlanker Spitzhelm über den Dächern der Altstadt steht und in fast jedem Blick auf die Stadt auftaucht. Von dort ziehen sich die Große und die Kleine Laube als überdachte Arkadengassen durch das Zentrum, verbunden durch schmale Durchgänge, in denen Handwerksbetriebe und Cafés stecken. Und im Stammhaus der Stadtapotheke Peer hat die Apothekerfamilie das Pharmaziemuseum eingerichtet, mit Originalmobiliar, Salbentöpfen und Rezeptbüchern aus mehreren Jahrhunderten – ein kleines, sehr persönlich kuratiertes Haus und an Regentagen die beste halbe Stunde der Stadt. Geöffnet ist es allerdings nur an wenigen Tagen der Woche, ein Blick auf die aktuellen Zeiten gehört also vor den Weg dorthin.













