
◆ STADT · SÜDTIROL
Brixen gilt als älteste Stadt Tirols: 901 erstmals urkundlich erwähnt, über tausend Jahre Sitz der Fürstbischöfe – und bis heute eine Stadt, die ihre Würde mit Leichtigkeit trägt. Unter den pastellfarbenen Laubengängen reihen sich Cafés, Weinbars und Traditionshäuser, hinter dem barocken Dom öffnet sich ein Kreuzgang, dessen mittelalterliche Fresken zu den bedeutendsten des Alpenraums zählen. Am Zusammenfluss von Eisack und Rienz, zwischen Weinbergen und Kastanienhainen, ist Brixen zugleich das Tor zu den Dolomiten: Die Plose, der Hausberg, hebt dich mit der Kabinenbahn auf über 2.000 Meter – mit Blick auf Peitlerkofel und Geislerspitzen. Und spätestens beim Glas Sylvaner aus dem Eisacktal verstehst du, warum hier niemand in Eile ist.

Als das Bistum von Säben ins Tal verlegt wurde, begann Brixens großes Kapitel: Über 800 Jahre lang regierten Fürstbischöfe die Stadt am Eisack, und ihr Erbe prägt das Zentrum bis heute. Der barocke Dom mit seiner Doppelturmfassade, der Kreuzgang mit seinen gotischen Fresken – einer „Bilderbibel des Mittelalters“ –, die Hofburg mit ihrem Renaissance-Arkadenhof: Auf wenigen hundert Metern verdichtet sich hier Kirchengeschichte zu einem Ensemble, das in den Alpen seinesgleichen sucht. Erstmals erwähnt wurde „Prihsna“ übrigens im Jahr 901 – Brixen ist damit die älteste Stadt Tirols.
Zur Geschichte gehört auch die kurioseste Episode der Stadt: Im Winter 1551 zog der indische Elefant Soliman, ein Geschenk für den späteren Kaiser Maximilian II., über den Brenner und machte zwei Wochen in einer Brixner Herberge Station. Das Haus heißt seither Hotel Elephant, ein Fresko an der Fassade erzählt die Geschichte – und ganz Brixen erzählt sie gerne weiter. Überhaupt lebt die Stadt gut mit ihrer Vergangenheit: In den Großen und Kleinen Lauben verkaufen Traditionshäuser Speck, Strudel und Loden, während sich nebenan Weinbars und junge Läden eingerichtet haben. Im Mai verwandelt das Water Light Festival Brunnen, Gassen und Eisackufer in eine Bühne für Lichtkunst, und der Christkindlmarkt auf dem Domplatz gehört zu den stimmungsvollsten des Alpenraums.
Und dann ist da die Landschaft. Brixen liegt auf rund 560 Metern in einem Talkessel voller Weinberge und Kastanienhaine – das Eisacktal ist Südtirols Weißwein-Hochburg, Sylvaner, Kerner und Müller-Thurgau wachsen an den Steilhängen über der Stadt. Im Herbst gehört das Tal dem Törggelen: In den Buschenschänken gibt es jungen Wein, Schlachtplatte und geröstete Kastanien. Wer höher hinaus will, nimmt die Kabinenbahn ab St. Andrä auf die Plose, Brixens Hausberg – im Sommer für Höhenwege mit Blick auf Peitlerkofel und Geisler, im Winter für ein sonniges Skigebiet mit langer Talabfahrt. Drei Kilometer nördlich wartet mit dem Kloster Neustift schließlich eines der bedeutendsten Stifte des Alpenraums.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Bischofsstadt
Brixens geistliches Zentrum lässt sich an einem Vormittag erlaufen und beschäftigt doch tagelang: erst der barocke Dom mit Paul Trogers Deckenfresken, dann der Kreuzgang, dessen gotische Bildfelder als „Bilderbibel des Mittelalters“ gelten, schließlich die Hofburg mit Diözesanmuseum und Krippensammlung. Den Abschluss macht das Pharmaziemuseum in der Adlerbrückengasse – ein Kuriositätenkabinett der Heilkunst.
Der Hausberg
Ab St. Andrä schwebt die Kabinenbahn auf über 2.000 Meter – oben warten Höhenwege mit Blick auf Peitlerkofel und Geislerspitzen, urige Almen wie die Rossalm und der WoodyWalk, ein Erlebnisweg für Familien. Im Winter wird die Plose zum sonnigen Skigebiet mit der Trametsch, einer der längsten Talabfahrten Südtirols. Das Beste: Berg und Barockstadt liegen keine halbe Stunde auseinander.
Wein & Kastanien
Im Herbst gehört das Eisacktal dem ältesten Genussbrauch Südtirols: Beim Törggelen wandert man durch Weinberge und Kastanienhaine – etwa auf dem Keschtnweg ab Kloster Neustift – und kehrt in Buschenschänken ein, wo junger Wein, Gerstsuppe, Schlachtplatte und geröstete Keschtn auf den Tisch kommen. Die Hänge über Brixen leuchten dann golden, und die Stuben sind voll: rechtzeitig reservieren.
Stift & Stadtleben
Drei Kilometer nördlich liegt das Augustiner-Chorherrenstift Neustift von 1142: Rokoko-Bibliothek, Engelsburg, Wunderbrunnen – und eine Stiftskellerei, deren Weißweine zur Spitze des Eisacktals zählen. Zurück in der Stadt zeigt Brixen sein junges Gesicht: Ateliers im alten Viertel Stufels, Burger und Bierkultur im Alten Schlachthof und im Mai das Water Light Festival, das die Altstadt in Lichtkunst taucht.
03 · Wann
Brixen liegt auf rund 560 Metern im geschützten Talkessel des Eisacktals – einem der sonnigsten und trockensten Täler Südtirols. Das beschert der Stadt milde Übergangsjahreszeiten, warme Sommer und kalte, aber klare Winter. Wer Wandern und Stadt verbinden will, kommt zwischen Mai und Oktober; das Törggelen macht den Herbst zur heimlichen Hauptsaison, der Advent gehört dem Christkindlmarkt.
04 · Häufige Fragen
Mai bis Oktober ist ideal für die Kombination aus Stadt und Berg: Im Sommer fährt die Plose-Bahn in den Bergsommer, der Herbst lockt mit Törggelen und klarer Fernsicht. Der Advent hat mit dem Christkindlmarkt auf dem Domplatz seinen eigenen Reiz, und Skifahrer kommen zwischen Dezember und März auf der Plose auf ihre Kosten. Am ruhigsten ist es im März und November.
Für Altstadt, Dom mit Kreuzgang, Hofburg und Kloster Neustift reichen zwei volle Tage. Wer die Plose erwandern oder im Winter Ski fahren will, bleibt drei bis vier Tage. Als Standort fürs Eisacktal und die westlichen Dolomiten – Villnösstal, Seiser Alm, Pustertal – eignet sich Brixen auch für eine ganze Woche.
Sehr gut: Brixen liegt an der Brennerbahn zwischen Innsbruck und Bozen, der Bahnhof ist nur rund zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Vor Ort bringen dich Citybusse und die Buslinie nach St. Andrä zur Talstation der Plose-Bahn; viele Unterkünfte geben zudem die BrixenCard aus, mit der die öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Südtirol inklusive sind.
Törggelen ist Südtirols Herbstbrauch: Nach einer Wanderung durch Weinberge und Kastanienhaine kehrt man in Buschenschänken ein – auf jungen Wein, Gerstsuppe, Schlachtplatte, Krapfen und geröstete Kastanien. Das Eisacktal gilt als Heimat des Brauchs; eine klassische Route ist der Keschtnweg ab Kloster Neustift. Hauptsaison ist Oktober bis Mitte November, an Wochenenden unbedingt reservieren.
Unbedingt. Die Kabinenbahn ab St. Andrä bringt dich zu Panorama-Höhenwegen mit Blick auf Peitlerkofel und Geislerspitzen, zu bewirtschafteten Almen wie der Rossalm und zum WoodyWalk, einem Erlebnisweg für Familien. Auch Mountainbiker schätzen den Berg – und das Plose-Quellwasser, das hier entspringt, ist in ganz Italien ein Begriff.
Im Winter 1551 rastete der indische Elefant Soliman auf seinem Weg von Genua an den Wiener Hof zwei Wochen lang in Brixen – eine Sensation, die die Herberge kurzerhand zu ihrem Namen machte. Das Hotel Elephant existiert bis heute, ein Fassadenfresko erinnert an den prominenten Gast, und die Episode gehört zu jeder guten Stadtführung.
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