Wer Brixen kennenlernen möchte, denkt zunächst an den Dom, die Lauben und das mittelalterliche Stadtzentrum. Doch wer ein wenig höher steigt, entdeckt St. Andrä – einen Stadtteil, der sich wie ein ruhiger Gegenpol zur geschäftigen Altstadt anfühlt. Auf einem Hügel südwestlich des Stadtzentrums gelegen, breitet sich hier eine Welt aus Obstgärten, Weinreben und alten Ansitzen aus, die den Charakter des Südtiroler Landadels bis heute bewahrt hat.
Das Herzstück des Viertels ist die Pfarrkirche St. Andrä, deren Turm schon von weitem sichtbar ist und dem gesamten Stadtteil seinen Namen gibt. Die Kirche, deren Ursprünge ins Mittelalter zurückreichen, steht inmitten eines kleinen Dorfkerns, der trotz der Nähe zur Stadt eine eigenständige Identität bewahrt hat. Rund um den Kirchplatz gruppieren sich alte Bauernhöfe und Weingüter, deren Fassaden die Geschichte des Weinbaus in der Region erzählen – Brixen gilt als eine der nördlichsten Weinbaugemeinden Italiens, und St. Andrä ist ein lebendiger Beweis dafür.
Die Aussicht von St. Andrä über das Eisacktal und auf die Brixner Altstadt gehört zu den eindrucksvollsten Perspektiven der gesamten Region. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn der Dunst noch im Tal liegt und die Türme des Doms aus dem Weiß herausragen, versteht man, warum Maler und Dichter diesen Ort schätzten. Ein Spaziergang auf den gut markierten Wegen durch die Weinberge lässt sich mühelos mit einem Besuch der Kirche und einer Rast an einem der Hofschankbetriebe verbinden.
Für Reisende, die dem touristischen Betrieb der Brixner Innenstadt entfliehen möchten, bietet St. Andrä eine willkommene Alternative. Hier findet man keine Souvenirläden, dafür aber echte Südtiroler Gastlichkeit in kleinen Buschenschanken, wo lokaler Vernatsch und Sylvaner ausgeschenkt werden. Das Viertel ist besonders bei Wanderern beliebt, die von hier aus in die umliegenden Berge aufbrechen oder einfach die Ruhe und das Panorama genießen möchten.

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