Stadt · Italien

Bozen

Am Obstmarkt stapeln sich morgens Trauben neben Radicchio, und wer danach quer durch die Altstadt zur Talstation der Rittner Seilbahn läuft, hängt zwölf Minuten später über den Weinbergen, die Dolomiten vor der Nase.

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Überblick

Deine Bozen-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling und Herbst sind besonders reizvoll: Im Frühjahr blühen die Apfelhaine im Tal, im Herbst färben sich Weinberge und Wälder und es ist Törggele-Zeit. Der Sommer ist warm und ideal für Ausflüge in die kühleren Dolomiten, der Dezember verwandelt den Waltherplatz mit einem der bekanntesten Christkindlmärkte des Alpenraums.
Über Bozen

Reisen nach Bozen

Bozen ist die Hauptstadt Südtirols, eine Stadt mit gut 100.000 Einwohnern auf 262 Metern, in der drei Täler und drei Flüsse zusammenlaufen: Aus dem Norden kommt die Talfer aus dem Sarntal, aus dem Osten der Eisack, wenig südlich der Stadt nimmt die Etsch beide auf. Der Talkessel staut die Wärme, deshalb steht das Thermometer im Juli regelmäßig über 30 Grad, während der Schnee im Winter auf den Plateaus ringsum liegt und nicht in den Gassen. Der Kern ist mittelalterlicher Handelsplatz geblieben: Die Bozner Lauben, im späten 12. Jahrhundert als Kaufmannsstraße angelegt, ziehen sich als überdachte Arkaden vom Musterplatz zum Obstmarkt, wo an sechs Tagen der Woche Gemüse, Käse und Speck über die Theke gehen. Am Waltherplatz steht der gotische Dom Maria Himmelfahrt, dessen Ziegeldach grün-gelb gemustert ist und dessen Sandsteinturm 65 Meter misst; keine zehn Gehminuten weiter liegt im Südtiroler Archäologiemuseum Ötzi in seiner Kühlzelle. Gesprochen wird beides – in der Stadt selbst ist Italienisch die Mehrheitssprache, im Umland Deutsch, die Speisekarten stehen ohnehin zweisprachig da. Drei Seilbahnen fahren aus dem Stadtgebiet auf die Hochplateaus Ritten, Jenesien und Kohlern; die Vorgängerin der heutigen Kohlerer Bahn, 1908 eröffnet, gilt als erste Personenseilbahn der Welt. Dazu Schloss Runkelstein mit dem größten weltlichen Freskenzyklus des Mittelalters, das Messner Mountain Museum in Schloss Sigmundskron, Lagrein aus Gries und St. Magdalener von den Porphyrhängen im Osten.

Bozen – Karte
Reiseführer

Bozen von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb neun stehen am Obstmarkt die Kisten mit Radicchio und Trauben nebeneinander, unter den Lauben schiebt sich das erste Espressogeschirr über die Theken, und am Nachbartisch wechselt ein Gespräch mitten im Satz von Deutsch auf Italienisch. Bozen ist keine Alpenstadt, die sich italienisch gibt, und keine italienische Stadt, die zufällig in den Bergen liegt – es ist der Ort, an dem beides gleichzeitig gilt. Auf 262 Metern im Talkessel, wo Talfer und Eisack zusammenkommen, wächst der Wein bis an die Häuser heran, und über den Dächern hängen die Kabinen von drei Seilbahnen, die dich in fünf bis zwölf Minuten aus dem Sommerdunst auf tausend Meter und mehr bringen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bozen

Der historische Kern misst kaum tausend Schritte in der Länge – alles Weitere liegt am Rand des Talkessels, zwölf Minuten mit der Seilbahn oder eine gute halbe Stunde zu Fuß an der Talfer entlang.

Der Waltherplatz gehört tagsüber den Caféterrassen, und in seiner Mitte steht seit 1889 das Denkmal für Walther von der Vogelweide aus weißem Laaser Marmor, das in der Zeit des Faschismus vom Platz geräumt wurde und erst Jahrzehnte später zurückkam. An der Südseite ragt der Dom Maria Himmelfahrt auf, ein gotischer Bau mit grün-gelb gemustertem Ziegeldach und einem 65 Meter hohen Sandsteinturm, dessen durchbrochene Spitze aussieht, als sei sie aus Draht gebogen. Nimm dir eine Minute für das Weintor, das alte Seitenportal, an dem früher der Weinmarkt abgehalten wurde: Im Stein sitzen Reben, Trauben und Szenen aus der Weinarbeit, an denen die meisten wortlos vorbeilaufen.

Zwei Schritte weiter beginnen die Bozner Lauben, die Handelsstraße, mit der die Stadt im späten 12. Jahrhundert überhaupt erst angelegt wurde. Gut dreihundert Meter überdachte Arkaden ziehen sich vom Musterplatz zum Obstmarkt, links und rechts stehen schmale, extrem tiefe Kaufmannshäuser – die Parzellen wurden nach Frontbreite vergeben, also baute man nach hinten. Wer einen der unscheinbaren Durchgänge nimmt, steht plötzlich in einem Innenhof mit Treppenturm und hölzernen Galerien, in dem vom Betrieb draußen nichts mehr ankommt. Am Ende der Arkaden öffnet sich der Obstmarkt: sechs Tage die Woche Stände mit Gemüse, Käse, Speck und Blumen, dazu der Neptunbrunnen aus dem 18. Jahrhundert, den in Bozen alle nur den Gabelwirt nennen.

Zwei Burgen gehören dazu, und beide liegen am Rand des Talkessels. Schloss Runkelstein wurde 1237 über der Talferschlucht errichtet und trägt den größten erhaltenen weltlichen Freskenzyklus des Mittelalters: Um 1400 ließen die Kaufmannsbrüder Vintler Turniere, Jagdszenen, Tänze und den Tristan-Roman an die Wände malen – keine Heiligenlegenden, sondern höfisches Leben, in Auftrag gegeben von Leuten, die selbst nicht adelig waren. Kaiser Franz Joseph schenkte die Anlage 1893 der Stadt. Du erreichst sie in gut einer halben Stunde zu Fuß an der Talfer entlang. Schloss Sigmundskron im Westen über dem Etschtal beherbergt seit 2006 das MMM Firmian, Reinhold Messners Museum über die Beziehung zwischen Mensch und Berg, und der Rundgang führt dabei über Wehrgänge und Treppen einer Anlage, die Herzog Sigmund der Münzreiche ab 1473 ausbauen ließ.

Bozens jüngere Schicht liegt westlich der Talfer und ist unbequem. Am Siegesplatz steht das Siegesdenkmal, 1926 bis 1928 nach Plänen von Marcello Piacentini als faschistischer Triumphbogen errichtet und über Jahrzehnte Streitobjekt zwischen den Sprachgruppen; seit 2014 ordnet eine Dokumentationsausstellung im Untergeschoss ein, wie und warum es entstand. Ein paar Hundert Meter weiter zieht sich am ehemaligen Parteihaus am Gerichtsplatz ein monumentales Relief von Hans Piffrader über die ganze Fassade – seit 2017 läuft ein Satz von Hannah Arendt in LED-Buchstaben quer darüber. Als Gegenprogramm steht direkt an der Talfer das Museion, ein gläserner Kubus für Gegenwartskunst, den zwei Fußgängerbrücken mit beiden Hälften der Stadt verbinden.

Sehenswürdigkeiten in Bozen

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Ötzi & Museen

Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen

Die Mumie liegt in einer Kühlzelle bei etwa minus sechs Grad, zu sehen durch ein Fenster von der Größe eines Bullauges.

Ötzi im Archäologiemuseum
Ötzi im Archäologiemuseum

Am 19. September 1991 stießen zwei Wanderer aus Nürnberg am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen auf einen Körper, der aus dem Eis ragte. Man hielt ihn zunächst für einen verunglückten Bergsteiger und barg ihn entsprechend grob; erst Tage später war klar, dass der Tote mehr als 5.000 Jahre alt ist. Weil die Fundstelle unmittelbar an der Staatsgrenze lag, wurde der Ort neu vermessen – gut neunzig Meter auf italienischer Seite, und damit gehört Ötzi Südtirol. Seit 1998 liegt er im eigens dafür eingerichteten Südtiroler Archäologiemuseum an der Museumstraße, in einer Zelle, in der Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Bedingungen im Gletscher nachbauen.

Fast noch aufschlussreicher als der Körper ist das, was mit ihm im Eis lag. Ausgestellt sind unter anderem sein Mantel aus Fell und ein Umhang aus geflochtenem Gras, die Bärenfellmütze, die Schuhe mit Innenfutter aus Gras, ein Beil mit nahezu reiner Kupferklinge, ein unfertiger Bogen, der Köcher, Birkenrindengefäße und die Ausrüstung zum Feuermachen. Dazu kommt die Kriminalgeschichte: 2001 entdeckte ein Radiologe auf den Aufnahmen eine Pfeilspitze in Ötzis linker Schulter – er wurde von hinten getroffen, verblutete innerlich und starb vermutlich rasch. Über sechzig Tätowierungen aus eingeriebener Kohle sitzen ausgerechnet an den Gelenken und Stellen, an denen sich Verschleiß nachweisen lässt.

Plane für den Besuch rund zwei Stunden ein. Die Ausstellung verteilt sich auf mehrere Stockwerke, die Räume sind eng, und an vollen Tagen wird der Rundgang zäh. Im Hochsommer, an Regentagen und in den Adventswochen ist das Museum der meistbesuchte Ort der Stadt – buche dein Zeitfenster vorab online, dann sparst du dir die Schlange an der Kasse, und geh gleich nach dem Öffnen oder am späten Nachmittag hinein. Am Ende des Rundgangs steht die lebensgroße Rekonstruktion der niederländischen Brüder Kennis, die aus Knochenbau, Schädelform und DNA-Daten ein Gesicht modelliert haben: kleiner, älter und zerfurchter, als die meisten erwarten.

Wenn Zeit für ein zweites Museum bleibt, liegen drei in Gehweite. Das Naturmuseum Südtirol in der Bindergasse erklärt in einem Gebäude, das Kaiser Maximilian I. als Stadtresidenz errichten ließ, wie aus einem tropischen Riff die Dolomiten wurden – die beste Vorbereitung auf jede Bergtour danach. Das Museion an der Talfer zeigt Gegenwartskunst und bespielt abends seine Glasfassade als Bildschirm. Und im Merkantilmuseum unter den Lauben steht der barocke Gerichtssaal der Bozner Kaufmannschaft, in dem die Streitfälle der Messestadt verhandelt wurden, komplett mit Wappen, Akten und Waagen. Im Westen der Stadt dokumentiert ein erhaltenes Semirurali-Haus, wie die Arbeitersiedlungen der 1930er-Jahre gebaut und bewohnt wurden.

Rundgang & Tagesplan

Bozen an einem Tag – ein Rundgang vom Waltherplatz zur Talfer

Vom Bahnhof bis zur Talferbrücke ist es kaum mehr als ein Kilometer, ein Tag reicht also fürs Zentrum, wenn du ihn nicht auf Wegen verbringst.

Starte am Waltherplatz, solange die Terrassen noch leer sind, und nimm zuerst den Dom mit dem Weintor an der Nordseite. Danach quer über den Platz und hinein in die Lauben: Lass dich einmal durch die ganze Arkadenstraße bis zum Obstmarkt treiben, und biege unterwegs zweimal ab – einmal in einen Innenhof, einmal in die Silbergasse zum Merkantilgebäude. Am Obstmarkt kaufst du Speck, Schüttelbrot oder eine Handvoll Kirschen für unterwegs. Von dort sind es fünf Minuten in die Museumstraße zum Archäologiemuseum, für das du das Zeitfenster idealerweise schon zu Hause gebucht hast, weil sich der Vormittag sonst um die Warteschlange herum organisiert.

Zum Mittagessen bleibst du im Viertel. Das Wirtshaus Vögele in der Goethestraße kocht im Haus des einstigen Gasthauses Roter Adler Südtiroler Klassiker, die Löwengrube am Zollstangenplatz ist seit 1543 als Gasthaus belegt und damit die älteste Adresse der Stadt, die FranziskanerStuben liegen genau dort, wo Streitergasse, Obstmarkt und Franziskanergasse aufeinandertreffen. Wer es schneller mag, isst im Stehen an einer Theke unter den Lauben und trinkt den Espresso hinterher an der Bar – in Bozen funktioniert beides nebeneinander, das lange Wirtshausessen und der italienische Mittagsimbiss im Vorbeigehen.

Der Nachmittag gehört der Höhe oder dem Wasser. Variante eins: hinüber zur Talstation der Rittner Seilbahn, in zwölf Minuten hinauf nach Oberbozen, dort mit der Schmalspurbahn nach Klobenstein, ein Blick auf die Erdpyramiden und zurück – dafür brauchst du gut vier Stunden und wirst mit deutlich kühlerer Luft belohnt. Variante zwei: an der Wassermauer die Talfer entlang nach Norden, unter Rebzeilen hindurch bis Schloss Runkelstein, die Fresken ansehen und auf demselben Weg zurück; das kostet etwa zweieinhalb Stunden. Beides zusammen an einem Tag geht sich nicht aus, also entscheide dich beim Frühstück.

Für den Abend zurück in die Altstadt. Zwischen sechs und acht füllen sich die Weinstuben unter den Lauben und die Tische an den kleinen Plätzen, bestellt wird ein Glas Lagrein oder St. Magdalener und dazu eine Kleinigkeit. Wer zwei Tage hat, hängt am nächsten Vormittag den jeweils anderen Nachmittag an und fährt danach nach Sigmundskron ins MMM Firmian. Drei Tage decken zusätzlich einen Ausflug auf die Seiser Alm, an den Karersee oder an die Südtiroler Weinstraße ab, ohne dass du dafür das Hotel wechseln musst – Bozen liegt so zentral, dass fast alles ein Tagesausflug bleibt.

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Seilbahnen & Hochplateaus

Mit den Seilbahnen von Bozen auf Ritten, Jenesien und Kohlern

Drei Seilbahnen starten im Stadtgebiet, und alle drei enden dort, wo im Sommer gut sechs Grad weniger herrschen als unten im Kessel.

Die bekannteste ist die Rittner Seilbahn. Sie überwindet in rund zwölf Minuten fast tausend Höhenmeter von Bozen nach Oberbozen auf etwa 1.200 Metern, und weil die Kabine dabei über die Rebhänge und die Dächer der Stadt zieht, ist schon die Fahrt das halbe Programm. Oben wartet die Rittner Schmalspurbahn, die seit 1907 über das Hochplateau nach Klobenstein zuckelt – ein Stück Bahngeschichte, das im Alltag als Nahverkehr weiterläuft. Von den Haltestellen gehst du in wenigen Minuten zu den Erdpyramiden, jenen Erosionstürmen aus Moränenlehm, auf denen ein Stein wie ein Hut sitzt und den Turm vor dem Regen schützt. Wer weiter hinaufwill, nimmt vom Ritten aus die Bahn Richtung Rittner Horn.

Die beiden anderen Bahnen kennen vor allem Einheimische. Die Seilbahn nach Jenesien ist das Tor zum Salten: Sie endet im Dorf, das Hochplateau mit seinen alten Lärchenwiesen liegt darüber, und dorthin geht es zu Fuß oder mit dem Bus weiter. Der Salten gilt als eine der größten Lärchenweiden Europas und wird im Herbst golden; von dort schaust du auf die Stadt hinunter und auf den Rosengarten hinüber. Und vom Fuß des Virgl schwebt die Kohlerer Bahn hinauf nach Kohlern – ihre Vorgängerin gilt als erste Personenseilbahn der Welt, 1908 von einem Bozner Gastwirt gebaut, damit die Gäste bequemer zu seinem Berggasthaus kamen. Oben führen ruhige Waldwege über den Rücken, und der Blick fällt senkrecht auf die Stadt.

Praktisch ist vor allem das Timing. Im Hochsommer ist der Talkessel am Nachmittag heiß, während auf den Plateaus Wind geht – dreh den Tagesablauf also um: vormittags Museum und Altstadt, ab Mittag hinauf. Die Bozner machen das seit Jahrhunderten so und nennen es Sommerfrische; die Kaufmannsfamilien der Stadt hatten am Ritten ihre Sommerhäuser, und einige dieser Ansitze stehen bis heute zwischen den Lärchen. Wenn deine Unterkunft den Südtirol Guest Pass ausgibt, fährst du mit Bahnen, Bussen und Seilbahnen der Region kostenlos; sonst lohnt sich je nach Programm eine Mobilcard oder die Kombikarte mit Museumseintritten.

Zu Fuß und mit Führung geht auch. Das Verkehrsamt bietet eine rund zweistündige Stadtführung durch die Altstadt an, die Waltherplatz, Obstmarkt und Lauben verbindet und die Geschichten zu den Fassaden liefert, an denen du sonst vorbeiläufst – Termine und Sprachen wechseln, frag im Infobüro am Waltherplatz nach. Für Schloss Runkelstein empfiehlt sich ebenfalls eine Führung, weil die Fresken ohne Erklärung ein Bilderrätsel bleiben. Und wer lieber selbst unterwegs ist, folgt einem der markierten Wege am Hangfuß: dem Oswaldweg über den Weinbergen im Osten oder der Guntschnapromenade über Gries, beide mit Blick über den ganzen Talkessel.

Aktivitäten & Touren in Bozen

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Bozen zwischen Altstadt und Gries

Bozen besteht aus fünf Vierteln, und die Talfer trennt sie in zwei Städte mit sehr verschiedener Geschichte.

Waltherplatz und Dom
Waltherplatz und Dom

Östlich der Talfer liegt der alte Kern mit Lauben, Waltherplatz, Dom und Museumstraße – hier spielt sich für Besucher fast alles ab, hier stehen die meisten Hotels und Restaurants. Nach Osten setzt sich das Viertel über den Bozner Boden bis nach Rentsch fort, wo die Wohnhäuser aufhören und die Rebzeilen anfangen: An diesen Porphyrhängen wächst der St. Magdalener, ein Vernatsch, der seinen Namen vom Weiler St. Magdalena am Hang trägt. Der Oswaldweg zieht sich dort auf halber Höhe entlang, mit Bänken, Buschenschänken und Blick zurück auf die Dächer. Zwanzig Minuten vom Dom entfernt bist du zwischen Weinbergen und hörst nur noch Traktoren.

Westlich über die Talferbrücke beginnt Gries, das bis 1925 eine eigene Gemeinde war und um 1900 als Winterkurort Gäste anzog, die dem Nebel nördlich der Alpen entkommen wollten. Geblieben sind Villen, breite Alleen und der weite Grieser Platz. Dort steht die alte Pfarrkirche mit einem Flügelaltar von Michael Pacher aus den 1470er-Jahren, die nur zu bestimmten Zeiten geöffnet ist; nebenan liegt das Kloster Muri-Gries, das Benediktiner aus dem Aargau ab 1845 übernahmen und in dessen Keller bis heute Lagrein reift. Der Stadtteil Quirein schließt nach Norden an, wohnlich, unaufgeregt und mit dem Zugang zur Guntschnapromenade.

Weiter westlich und südlich liegen Europa-Neustift und Don Bosco, die Viertel, die Bozen zur Stadt mit mehr als hunderttausend Einwohnern gemacht haben. Ab 1927 entstand hier nach Plänen von Marcello Piacentini eine komplett neue Stadt mit breiten Achsen, Verwaltungsbauten und dem Siegesdenkmal als Scharnier zur Altstadt; ab den 1930er-Jahren kamen die Semirurali dazu, kleine Häuser mit Garten für die Arbeiter der neuen Industriezone, von denen eines als Museum erhalten ist. Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn findest du hier wenige, dafür verstehst du nach einem Spaziergang, warum in Bozen anders über das 20. Jahrhundert gesprochen wird als anderswo in Südtirol.

Bleibt Oltrisarco-Aslago jenseits des Eisack, geklemmt zwischen Fluss und dem Steilhang von Virgl und Kohlern. Der Virgl ist Bozens Hausberg, über ihn führt ein alter Kreuzweg mit Kapellen den Hang hinauf, und am Fuß des Bergs beginnt der Aufstieg nach Kohlern. Das Viertel selbst ist Wohngebiet mit Blocks aus der Nachkriegszeit, oben am Hang gehen die Gärten in Rebterrassen über. Für Übernachtungen ist die Gegend eine ruhige, günstigere Alternative, für Besuche lohnt vor allem der Weg hinauf: Von den Wegen über dem Eisack siehst du den ganzen Talkessel mit seinen drei Talausgängen auf einmal.

Übernachten

Hotels in Bozen und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die meisten kommen als Zwischenstopp auf dem Weg in die Dolomiten – genau deshalb lohnt die zweite Nacht, denn abends leert sich die Altstadt spürbar.

Die traditionsreichste Adresse ist das Parkhotel Laurin, 1910 eröffnet, wenige Schritte vom Waltherplatz und mit einem eigenen alten Garten samt Pool mitten im Block. In der Bar zieht sich ein Freskenzyklus über die Wände, der die Sage von König Laurin und seinem Rosengarten erzählt – dieselbe Sage, die den Dolomitenstock über der Stadt benannt hat. Direkt am Waltherplatz liegt das Hotel Greif, ein Designhotel mit über fünfhundertjähriger Wirtshausgeschichte, in dem jedes Zimmer einzeln gestaltet wurde; zentraler kann man in Bozen nicht schlafen, und wer empfindlich ist, fragt nach einem Zimmer, das nicht zum Platz hinausgeht.

Etwas ruhiger und eine Spur exklusiver wohnst du im Castel Hörtenberg, einem Fünf-Sterne-Boutiquehotel in einem Renaissanceschloss aus dem 16. Jahrhundert am Rand der Altstadt, mit Spa und Infinity-Pool. Wer mehr Platz braucht oder länger bleibt, ist im Residence Palais Hörtenberg an der Museumstraße richtig – Apartments statt Hotelzimmer, direkt gegenüber dem Ötzi-Museum, was den Museumsbesuch zur Sache von fünf Minuten macht. Für Familien und Selbstversorger ist diese Kombination aus Apartment und Innenstadtlage in Bozen die praktischste Lösung, weil du dir das tägliche Restaurantprogramm sparen kannst.

Kommst du mit dem Zug, spricht viel für die Bahnhofsgegend. Das Falkensteiner Hotel Bozen WaltherPark liegt unmittelbar am Bahnhof in einem Bau von David Chipperfield, mit Spa und kurzem Weg in beide Richtungen: Waltherplatz in fünf Minuten, Gleis in zwei. Kommst du mit dem Auto, dreh die Rechnung um. Die Altstadt ist weitgehend Fußgängerzone, Hotels dort haben selten eigene Stellplätze, und du landest in einer der Innenstadtgaragen mit Tagestarif. Frag beim Buchen nach Kontingenten oder Rabatten fürs Parkhaus, und plane die Anfahrt so, dass du nicht versuchst, bis vor die Tür zu fahren.

Der Preis entscheidet sich in Bozen weniger über die Kategorie als über das Datum. An den Adventswochenenden mit Christkindlmarkt, in der Törggelezeit im Oktober und November sowie während der großen Messen im Süden der Stadt sind die zentralen Häuser früh ausgebucht und deutlich teurer. Unter der Woche im Frühjahr oder im Januar bekommst du dieselben Zimmer für einen Bruchteil. Und ein Detail, das viele übersehen: Viele Unterkünfte geben den Südtirol Guest Pass aus, mit dem der öffentliche Nahverkehr im ganzen Land inklusive ist – das macht die Seilbahnen und Ausflüge ins Umland zur Nebensache statt zum Kostenpunkt.

Hotels in Bozen

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Bozen zwischen Knödel und Pasta

In derselben Küche stehen Schlutzkrapfen und Tagliatelle auf einer Karte, und niemand in dieser Stadt findet das erklärungsbedürftig.

Für die Südtiroler Seite führt kein Weg an den alten Wirtshäusern vorbei. Das Wirtshaus Vögele in der Goethestraße kocht im Haus des früheren Gasthauses Roter Adler seit Generationen die Klassiker – Speckknödel in der Suppe, Gerstsuppe, Gulasch, Kaiserschmarrn – auf einem Niveau, das dem Haus einen Bib-Gourmand-Eintrag im Guide Michelin eingebracht hat. Die Löwengrube am Zollstangenplatz ist seit 1543 als Gasthaus dokumentiert und damit die älteste Adresse der Stadt; die Küche mischt Alpines und Italienisches, die Weinkarte ist entsprechend lang. Beide Häuser sind abends gut besucht, reservieren lohnt sich, gerade an Wochenenden und in der Törggelezeit.

Eine Stufe gehobener kocht das Restaurant Laurin im Parkhotel, im Jugendstilsaal oder bei warmem Wetter draußen im Garten unter alten Bäumen – Südtiroler Produkte, mediterran interpretiert, und im Sommer der angenehmste Platz der Innenstadt. Bodenständiger geht es in den FranziskanerStuben zu, dort wo Streitergasse, Obstmarkt und Franziskanergasse zusammentreffen, mit Bozner Küche und mediterranen Einsprengseln. Und die Paulaner Stuben in der Silbergasse, der Via Argentieri, sind der Beweis für den Doppelcharakter der Stadt: bayerisches Brauhaus mit Knödeln und Grillgerichten auf der einen Seite der Karte, Pasta und Pizza auf der anderen.

Was du probieren solltest, steht in beiden Sprachen auf der Karte. Schlutzkrapfen, halbmondförmige Teigtaschen mit Spinat und Topfen, mit brauner Butter und Parmesan. Knödel in allen Varianten, vom Speckknödel in der Rindsuppe bis zu den gerösteten Kaspressknödeln. Schüttelbrot, das hauchdünne, knochentrockene Fladenbrot, das zum Speck gehört. Und die Bozner Soße, eine dickliche Sauce aus hartgekochten Eiern, Öl, Senf und Brühe, die im Frühjahr zum Spargel und sonst zu gekochtem Fleisch serviert wird – eine echte Erfindung dieser Stadt, die du außerhalb Südtirols kaum findest. Zum Abschluss Strauben oder Apfelstrudel, und danach den Espresso im Stehen.

Der Wein ist in Bozen keine Beilage, sondern Ortsgeschichte. Aus den Schotterböden von Gries kommt der Lagrein, dunkel, dicht und mit deutlicher Säure, aus den Porphyrhängen im Osten der St. Magdalener, ein leichter Vernatsch, den man gekühlt trinkt und der in jeder Buschenschänke im Glas steht. Verkosten kannst du beides in den Weinstuben unter den Lauben oder in der Enoteca Gandolfi Zum Pfau in der Bindergasse, einem Familienbetrieb, der seit 1939 im Weinhandel ist. Und im Herbst kommt das Törggelen dazu: neuer Wein, geröstete Kastanien, Speck und Schlutzkrapfen in den Hofschänken an den Hängen rund um die Stadt und im Eisacktal, meist von Anfang Oktober bis in den Advent.

Restaurants in Bozen

Christkindlmarkt & Feste

Der Bozner Christkindlmarkt und die Feste im Jahreslauf

Ende November verschwindet der Waltherplatz unter Holzhütten, und für sechs Wochen ist Bozen ein anderes Reiseziel als im Rest des Jahres.

Bozner Lauben
Bozner Lauben

Der Bozner Christkindlmarkt findet seit 1990 statt und war der erste seiner Art in Italien; heute gehört er zusammen mit den Märkten in Meran, Brixen, Bruneck und Sterzing zu den Original Südtiroler Christkindlmärkten. Die Hütten stehen auf dem Waltherplatz und greifen in die angrenzenden Gassen aus, verkauft werden Handwerk aus Holz und Filz, Kerzen, Krippenfiguren, Glühwein und vor allem Essbares: Bozner Zelten, das dichte Früchtebrot mit Feigen, Rosinen und Nüssen, dazu Lebkuchen, Krapfen und Speck. Die Saison beginnt üblicherweise Ende November und läuft bis Anfang Januar, die genauen Termine gibt die Stadt jedes Jahr neu bekannt.

Wenn du hinwillst, plane um das Wochenende herum. An Adventssamstagen rollen Busse und Sonderzüge aus halb Norditalien und dem deutschsprachigen Raum an, und zwischen Bahnhof und Waltherplatz bewegt sich der Strom dann im Schritttempo. Unter der Woche, vor allem vormittags, ist der Markt ein anderer Ort: Man kommt an die Stände heran, die Standbetreiber haben Zeit zum Erklären, und in den Lauben kannst du parallel einkaufen, ohne dich durchzuschieben. Hotels im Zentrum sind an den Adventswochenenden früh ausgebucht und teurer – wer flexibel ist, reist Dienstag bis Donnerstag an.

Der Rest des Jahres hat eigene Fixpunkte. Im Sommer bringt das Bolzano Festival Bozen klassische Musik in die Stadt, darunter den international besetzten Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni, der seit Jahrzehnten in Bozen ausgetragen wird und junge Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt hierherholt. Das Südtirol Jazzfestival bespielt im Sommer nicht nur Säle, sondern auch Plätze, Weingüter und Berghütten, und im Herbst geht Transart mit zeitgenössischer Kunst, Musik und Performance an Orte, die sonst nicht öffentlich sind – Fabrikhallen, Tunnel, Baustellen. Alle drei sind erkennbar keine Trachtenveranstaltungen, sondern die urbane Seite der Stadt.

Und dann ist da noch der Herbst, Bozens ehrlichste Jahreszeit. Ab Oktober beginnt in den Hofschänken das Törggelen, in den Weinbergen wird gelesen, und die Kastanienhaine an den Hängen färben sich. Wer in dieser Zeit kommt, findet die Stadt in Betrieb, aber nicht überlaufen, und kann Weinlese, Almwanderung und Museumsbesuch in denselben Tag legen. Im Winter kommt hinzu, dass mehrere Skigebiete – am Ritten, in Carezza am Karersee oder in Obereggen im Eggental – von Bozen aus in unter einer Stunde erreichbar sind, was die Stadt zu einer der wenigen Alpenhauptstädte macht, in denen Städtereise und Skitag am selben Tag zusammengehen.

Ausflüge & Dolomiten

Ausflüge ab Bozen in die Dolomiten und an die Weinstraße

Von der Stadt bis zur ersten Dolomitenwand ist es weniger als eine Stunde, und die Straße dorthin führt an Weinbergen vorbei, nicht durch Tunnel.

Rittner Seilbahn
Rittner Seilbahn

Der klassische Ausflug ist die Seiser Alm, mit rund 52 Quadratkilometern die größte Hochalm der Alpen. Du fährst über das Eisacktal nach Seis am Schlern und von dort mit der Seilbahn hinauf; die Straße nach Compatsch ist tagsüber für den Durchgangsverkehr gesperrt, mit dem Auto kommst du also ohnehin nicht weiter. Oben liegt eine leicht gewellte Wiesenfläche auf rund 1.800 bis 2.000 Metern, über der der Schlern mit seinem gekappten Profil steht – Wege in alle Richtungen, viele davon flach genug für einen entspannten Nachmittag. Unterwegs lohnt ein Stopp in Kastelruth oder Völs am Schlern.

Nach Osten führt das Eggental zum Karersee, dessen Wasser bei Windstille den Latemar spiegelt und dabei zwischen Türkis und tiefem Grün wechselt. Der Zugang ist geregelt und der See selbst tabu – man umrundet ihn auf einem kurzen Weg, mehr braucht es auch nicht. Dahinter beginnt der Rosengarten, jener Stock, dessen Wände in der Abenddämmerung rosa aufleuchten; das Phänomen heißt auf Ladinisch Enrosadira, und die Sage schiebt es dem Zwergenkönig Laurin und seinem verwunschenen Rosengarten zu. Wer dieses Licht sehen will, muss abends bleiben – vom Karersee, von Obereggen oder von der Terrasse in Jenesien aus.

Nach Süden wird es flacher und wärmer. Die Südtiroler Weinstraße beginnt kurz hinter Bozen und zieht sich über Eppan, Kaltern, Tramin und Kurtatsch bis nach Salurn, vorbei an Rebzeilen, Kellereien und Ansitzen mit Zinnen und Erkern. Kaltern lohnt für den historischen Ortskern und den Kalterer See, der als einer der wärmsten Badeseen der Alpen gilt und im Sommer tatsächlich badbar ist; von Kaltern aus fährt außerdem die Mendelbahn, eine Standseilbahn von 1903, die zu den steilsten Europas zählt. In Tramin steht das Dorf, das der Rebsorte Gewürztraminer den Namen gab.

Und dann sind da die Nachbarstädte, alle mit dem Zug erreichbar. Meran liegt eine gute halbe Stunde nordwestlich, mit Kurpromenade, Therme und den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die sich als Terrassenanlage einen ganzen Hang hinaufziehen. Brixen im Norden ist die älteste Stadt des Landes mit Dom, Kreuzgang und Hofburg. Und Trient, keine Stunde südlich, zeigt dir, wie schnell Südtirol ins Trentino übergeht – Renaissancefassaden, italienischer Alltag ohne deutsche Beschriftung und das Castello del Buonconsiglio. Für alle drei brauchst du kein Auto, die Bahnlinien durch Eisack- und Etschtal sowie die Meraner Linie verbinden sie mit Bozen.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Bozen und unterwegs in der Stadt

Ab München sind es rund 300 Kilometer über den Brenner, und der Zug bringt dich fast genauso schnell hin – ohne Brennermaut und ohne Parkplatzsuche.

Mit dem Auto führt der Weg über die Brennerautobahn A22, mit Ausfahrten im Norden und im Süden der Stadt. Auf österreichischer Seite brauchst du eine Vignette plus die gesonderte Maut für die Brennerstrecke, auf italienischer Seite wird an der Mautstelle abgerechnet. Rechne ab München mit etwa dreieinhalb Stunden reiner Fahrzeit, ab Innsbruck mit gut anderthalb – an Ferienwochenenden im Sommer und rund um Feiertage kann der Brenner allerdings zäh werden, dann lohnt eine frühe Abfahrt. Wer aus Deutschland kommt und ohnehin weiter in die Dolomiten will, hat mit dem eigenen Wagen den flexibelsten Zuschnitt.

Ohne Auto geht es genauso gut. Bozen liegt an der Brennerbahn, Eurocity-Züge verbinden die Stadt direkt mit München und Innsbruck, nach Süden gibt es Anschlüsse über Verona nach Mailand und Venedig. Ab München bist du in gut vier Stunden da, ab Innsbruck in etwa zwei. Der Bahnhof liegt am südöstlichen Rand der Altstadt, vom Bahnsteig bis zum Waltherplatz läufst du fünf Minuten – bequemer kann eine Anreise kaum sein. Der kleine Flughafen im Süden der Stadt bedient nur wenige Ziele; die meisten fliegen nach Innsbruck, Verona oder München und steigen dort auf Bahn oder Transferbus um.

In der Stadt selbst brauchst du weder Auto noch Ticket. Der Kern ist Fußgängerzone, vom Bahnhof über den Waltherplatz und die Lauben bis zur Talferbrücke ist es ein durchgehender Spaziergang, und selbst zur Talstation der Rittner Seilbahn läufst du vom Waltherplatz in rund zehn Minuten. Für alles Weitere fahren Stadtbusse, und Bozen ist zudem eine der fahrradfreundlichsten Städte Italiens: Entlang von Talfer und Eisack ziehen sich durchgehende Radwege, die bis weit ins Umland führen, und Leihräder gibt es im Stadtgebiet an mehreren Stationen.

Zwei praktische Hinweise. Erstens: Fahr nicht in die Altstadt hinein. Die Zufahrt ist stark beschränkt, Hotels dort haben selten eigene Stellplätze, und du landest in einer der Innenstadtgaragen – steuere die von vornherein an, statt dem Navi durch die Gassen zu folgen. Zweitens: Wenn deine Unterkunft den Südtirol Guest Pass ausgibt, nutze ihn konsequent. Er gilt im gesamten öffentlichen Nahverkehr des Landes, also auch für die Seilbahnen, die Rittner Schmalspurbahn und die Regionalzüge nach Meran oder Brixen – ins Überetsch nach Eppan und Kaltern fährt kein Zug, dorthin nimmst du den Bus, der ebenfalls inbegriffen ist. Damit werden aus Tagesausflügen spontane Entscheidungen, für die du nichts mehr planen musst.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Bozen – und welches zu dir passt

Altstadt / ZentrumAltstadt / ZentrumZwischen Waltherplatz, Lauben und Obstmarkt liegt alles, wofür Besucher kommen: Dom, Archäologiemuseum, Merkantilmuseum und die Weinstuben in den Arkaden. Nach Osten setzt sich das Viertel über den Bozner Boden bis Rentsch fort, wo die St.-Magdalener-Reben direkt an die letzten Häuser stoßen.Ideal für: Erste Orientierung1–2 TageGries-QuireinGries-QuireinBis 1925 eine eigene Gemeinde und um 1900 ein Winterkurort mit Villen und Promenaden. Geblieben sind der weite Grieser Platz, der Pacher-Altar in der alten Pfarrkirche, das Kloster Muri-Gries mit seinem Weingut und die Guntschnapromenade, die über den Rebzeilen den Hang entlangzieht.Ideal für: Wein & ruhige Wege½ TagEuropa-NeustiftEuropa-NeustiftWestlich der Talfer entstand ab 1927 nach Plänen von Marcello Piacentini eine geplante neue Stadt mit breiten Achsen und Verwaltungsbauten. Das Siegesdenkmal mit seiner Dokumentationsausstellung im Untergeschoss macht das Viertel zum Ort, an dem sich Bozens 20. Jahrhundert am direktesten ablesen lässt.Ideal für: Zeitgeschichte1–2 StundenDon BoscoDon BoscoDas bevölkerungsstärkste Viertel im Westen der Stadt, gewachsen aus den Arbeitersiedlungen der 1930er-Jahre. Von den kleinen Semirurali-Häusern mit Garten ist eines als Museum erhalten und erzählt, wie und für wen dieser Teil Bozens gebaut wurde. Klassische Sehenswürdigkeiten gibt es hier kaum, dafür Alltag.Ideal für: Stadtgeschichte abseits der Altstadt1–2 StundenOltrisarco-AslagoOltrisarco-AslagoJenseits des Eisack geklemmt zwischen Fluss und dem Steilhang von Virgl und Kohlern. Über den Hausberg führt ein alter Kreuzweg mit Kapellen hinauf, am Fuß des Bergs beginnt der Aufstieg nach Kohlern, und von den Wegen über dem Fluss siehst du alle drei Talausgänge des Bozner Kessels auf einmal.Ideal für: Aussicht & ruhiges Wohnen½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Bozen und das Wetter im Jahreslauf

Der Talkessel staut die Wärme – im Juli ist Bozen einer der heißesten Orte der Alpen, im Winter bleibt der Schnee auf den Plateaus ringsum liegen.

Bozen liegt auf 262 Metern in einem nach Süden offenen Becken, und das macht das Klima eher oberitalienisch als alpin: milde, oft sonnige Winter mit Frost nur in den Nächten, ein früh einsetzender Frühling mit Apfelblüte im Etschtal ab April, heiße Sommer mit Spitzen über 35 Grad und ein langer, trockener Herbst, in dem Weinlese und Törggelen zusammenfallen. Wer im Hochsommer kommt, plant die Nachmittage auf den Plateaus ein, wo es gut sechs Grad kühler ist. Für Städtetage, Wanderungen und Weinberge sind Frühjahr und Herbst die verlässlichsten Zeiten.

Jan7°-3°kalt und klar, leere Museen
Feb10°-2°sonnig, erste warme Mittage
Mär16°2°die Terrassen öffnen
Apr19°6°Apfelblüte im Tal, ideal
Mai24°11°warm, alles grün, ideal
Jun28°15°heiß im Kessel, Berge frei
Jul30°17°Hitze, ab auf die Plateaus
Aug29°16°schwül, Ferienandrang
Sep24°12°Weinlese, stabiles Wetter
Okt18°7°Törggelen, goldenes Licht
Nov11°2°ruhig, Kastanien, letzte Törggelewochen
Dez7°-2°Christkindlmarkt am Waltherplatz

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Bozen sind April und Mai sowie September und Oktober. Im Frühjahr blüht das Etschtal, die Temperaturen liegen zwischen 19 und 24 Grad, und die Berge sind unten schon begehbar. Im Herbst kommen Weinlese, Törggelen und das klarste Licht des Jahres zusammen, bei 18 bis 24 Grad in der Stadt. Juli und August sind heiß und feucht – dann funktioniert Bozen nur mit Seilbahn und Nachmittagen auf 1.200 Metern. Der Dezember ist eine bewusste Entscheidung für den Christkindlmarkt, Januar und Februar sind die stillsten und günstigsten Monate.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bozen

Wie viele Tage sollte man für Bozen einplanen?
Ein voller Tag reicht für Altstadt, Lauben, Dom und das Ötzi-Museum. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann eine Seilbahnfahrt auf den Ritten und Schloss Runkelstein dazupassen. Mit drei Tagen hängst du einen Ausflug auf die Seiser Alm, an den Karersee oder an die Weinstraße an, ohne das Hotel wechseln zu müssen.
Muss man die Tickets fürs Ötzi-Museum vorab buchen?
Im Hochsommer, an Regentagen und in den Adventswochen unbedingt – dann ist das Südtiroler Archäologiemuseum der meistbesuchte Ort der Stadt und die Zeitfenster sind früh vergeben. Buche online und geh gleich nach der Öffnung oder am späten Nachmittag hinein. Für den Rundgang über die Stockwerke solltest du etwa zwei Stunden einplanen.
Welche Seilbahn ab Bozen lohnt sich am meisten?
Für den ersten Besuch die Rittner Seilbahn: rund zwölf Minuten Fahrt, fast tausend Höhenmeter, oben schließt die Schmalspurbahn von 1907 nach Klobenstein an, und zu den Erdpyramiden sind es von den Haltestellen nur wenige Minuten. Die Bahnen nach Jenesien und Kohlern sind ruhiger und lohnen, wenn du Wanderwege ohne Betrieb suchst.
In welchem Viertel wohnt man in Bozen am besten?
In der Altstadt zwischen Waltherplatz und Museumstraße, wenn du zu Fuß alles erreichen willst. Am Bahnhof, wenn du mit dem Zug anreist oder viele Tagesausflüge planst. In Gries, wenn du es grün und ruhig magst und einen kurzen Weg zu den Weinbergen suchst. Oltrisarco jenseits des Eisack ist die günstigere Wohngegend mit Blick auf den Talkessel.
Braucht man in Bozen ein Auto?
In der Stadt nicht – der Kern ist Fußgängerzone, und Seilbahnen, Bahnhof und Radwege decken den Rest ab. Für Ausflüge nach Meran, Brixen oder ins Eisacktal reicht die Bahn, nach Kaltern und ins übrige Überetsch fährt der Bus. Ein Auto lohnt erst, wenn du tief in die Dolomitentäler willst und dort mehrere Ausgangspunkte an einem Tag verbinden möchtest.
Wo parkt man in Bozen?
In einer der Innenstadtgaragen, die du direkt ansteuerst, statt in die Altstadt hineinzufahren – die Zufahrt dorthin ist stark beschränkt, und Hotels im Zentrum haben meist keine eigenen Stellplätze. Frag beim Buchen nach Kontingenten oder Rabatten fürs Parkhaus. Wer länger bleibt, stellt den Wagen ab und bewegt sich zu Fuß und mit dem Nahverkehr.
Was ist Törggelen und wann ist die Saison?
Törggelen ist die Südtiroler Herbsttradition, bei der man nach der Weinlese in einer Hofschänke einkehrt: neuer Wein, geröstete Kastanien, Speck, Schlutzkrapfen und Krapfen zum Schluss. Die Saison läuft üblicherweise von Anfang Oktober bis in den Advent hinein. Rund um Bozen findest du die Buschenschänken an den Hängen über der Stadt und im benachbarten Eisacktal.
Welcher Wein kommt aus Bozen?
Zwei Weine gehören Bozen: der Lagrein, eine autochthone Rebsorte von den Schotterböden in Gries, dunkel, dicht und mit kräftiger Säure, im Glas oft als Grieser Lagrein, und der St. Magdalener von den Porphyrhängen im Osten, ein leichter Vernatsch, den man leicht gekühlt trinkt und der seinen Namen vom Weiler St. Magdalena trägt. Beide bekommst du in den Weinstuben unter den Lauben, im Weinhandel der Altstadt und direkt bei den Kellereien.
Wann ist der Christkindlmarkt in Bozen?
Der Markt auf dem Waltherplatz beginnt üblicherweise Ende November und läuft bis Anfang Januar; die genauen Termine gibt die Stadt jedes Jahr neu bekannt. Er findet seit 1990 statt und war der erste dieser Art in Italien. Komm unter der Woche oder vormittags – an den Adventssamstagen ist der Weg vom Bahnhof zum Platz eine einzige Menschenschlange.
Wie kommt man von Bozen auf die Seiser Alm?
Über das Eisacktal nach Seis am Schlern und von dort mit der Seilbahn hinauf nach Compatsch – die Straße ist tagsüber für den Durchgangsverkehr gesperrt, mit dem Auto kommst du also ohnehin nicht bis oben. Mit Bahn und Bus ist die Alm ab Bozen ein bequemer Tagesausflug, und mit dem Südtirol Guest Pass sind die öffentlichen Verbindungen inklusive.
Wie heiß wird es in Bozen im Sommer?
Heißer, als die meisten von einer Alpenstadt erwarten. Im Juli liegen die Höchstwerte im Mittel bei rund 30 Grad, Spitzen über 35 Grad sind keine Seltenheit, weil der Talkessel die Wärme staut. Die Strategie der Einheimischen: vormittags Stadt, ab Mittag mit der Seilbahn auf die Plateaus, wo es gut sechs Grad kühler ist und abends Wind geht.
Was kann man in Bozen bei Regen machen?
Die Lauben sind auf ganzer Länge überdacht, das heißt Bummeln, Einkaufen und Kaffeetrinken funktionieren trocken. Dazu das Südtiroler Archäologiemuseum mit Ötzi, das Naturmuseum in der Bindergasse, das Museion an der Talfer und das Merkantilmuseum unter den Lauben. Schloss Runkelstein und das MMM Firmian in Sigmundskron sind ebenfalls überwiegend im Innenraum zu besichtigen.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Bozen – Dom, Lauben & Ötzi vom Waltherplatz bis ins Archäologiemuseum

Das Ötzi-Museum (Südtiroler Archäologiemuseum) ist der Pflichttermin – Tickets vorab buchen, der Andrang ist groß. Den Rest erkundet man zu Fuß ab dem Waltherplatz; für Schloss Runkelstein und Sigmundskron etwas Zeit einplanen.

Übernachten

Hotels in Bozen – nah an den Lauben zwischen Altstadt, Gries und den Weinhängen

In der Altstadt rund um die Lauben wohnt man mittendrin und läuft überall hin. Wer es ruhiger und grüner mag, sucht in Gries-Quirein mit seinen Weinhängen; Don Bosco und Europa-Neustift sind praktisch und preiswerter.

Alle · 5HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Bozen – Knödel trifft Pasta alpin-mediterrane Küche unter den Lauben

Bozen kocht zweisprachig: Knödel, Schlutzkrapfen und Speck treffen auf Pasta und Vernatsch. Am besten unter den Lauben einkehren oder auf dem Obstmarkt schlemmen, dazu ein Glas vom Hauswein der Gegend.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Bozen – Ritten & Schlösser mit der Seilbahn aufs Hochplateau und zurück

Ab Bozen geht es schnell nach oben: Die Rittner Seilbahn schwebt aufs sonnige Hochplateau, dazu locken Weinwanderungen am Kalterer See und geführte Touren durch die Laubengassen und Schlösser.

BozenAm Obstmarkt stapeln sich morgens Trauben neben Radicchio, und wer danach quer durch die Altstadt zur Talstation der Rittner Seilbahn läuft, hängt zwölf Minuten später über den Weinbergen, die Dolomiten vor der Nase.

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