Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Meran
Der historische Kern von Meran misst kaum zwanzig Gehminuten von Rand zu Rand – die Mühe liegt nicht in der Entfernung, sondern darin, an den Auslagen unter den Lauben vorbeizukommen.
Alles beginnt bei den Lauben. Graf Meinhard II. ließ die Arkadengasse gegen Ende des 13. Jahrhunderts anlegen, als Meran noch Hauptstadt der Grafschaft Tirol war, und sie zieht sich bis heute auf gut 400 Metern quer durch die Altstadt. Die Nordseite heißt Berglauben, weil sie zum Küchelberg zeigt, die Südseite Wasserlauben, weil dahinter die Passer fließt – hinter den Gewölben stecken schmale, tiefe Kaufmannshäuser mit Innenhöfen, in denen heute Weinbars und Werkstätten sitzen. Praktischer Nebeneffekt für Regentage: Unter den Gewölben bleibst du auf der ganzen Länge trocken, und im Hochsommer sind die Lauben der kühlste Ort der Stadt.
Vom östlichen Ende der Lauben führt eine kurze Gasse auf den Pfarrplatz mit der Pfarrkirche St. Nikolaus. Der Bau ist spätgotisch, der Glockenturm misst 83 Meter und ist von fast jedem Punkt der Innenstadt aus zu sehen; drinnen spannt sich ein spätgotisches Netzgewölbe über das dreischiffige Langhaus, an den Wänden haben sich gotische Fresken erhalten. Gleich daneben steht die achteckige St.-Barbara-Kapelle, ein kleiner gotischer Zentralbau, der ursprünglich als Friedhofskapelle diente und leicht übersehen wird. Der Platz selbst ist einer der wenigen Orte im Zentrum, an denen es auch nachmittags still bleibt, weil kein Durchgangsverkehr über ihn läuft.
Zwei Gassen weiter versteckt sich die Landesfürstliche Burg, und sie ist das Gegenteil einer Trutzburg: ein Stadtsitz der Tiroler Landesfürsten aus dem 15. Jahrhundert, klein, verwinkelt und praktisch vollständig eingerichtet. Getäfelte Stuben, Kachelöfen, eine Waffenkammer, eine Kapelle und historische Musikinstrumente stehen so eng beieinander, dass ein Rundgang keine Stunde dauert – die dichteste halbe Stunde Geschichte, die Meran zu bieten hat. Für Kinder ist es eine der wenigen Burgen, die nicht aus leeren Sälen besteht, sondern aus Möbeln, Truhen und Rüstungen zum Anschauen.
Vom mittelalterlichen Mauerring stehen noch drei Stadttore: das Passeirer Tor im Nordosten, das Vinschger Tor am nordwestlichen Ende des Rennwegs und das Bozner Tor im Süden der Altstadt am Sandplatz. Rund um das Passeirer Tor liegt der Steinach, der älteste Teil der Stadt, mit schiefen Häuserzeilen und ein paar Lokalen, in denen abends mehr Einheimische als Gäste sitzen. Über allem klebt der Pulverturm am Fels, ein Rest der Burg Ortenstein – von der kleinen Aussichtsterrasse dort oben siehst du die Altstadt, die Passer und die Apfelwiesen des Etschtals in einem Bild, und der Aufstieg über die Treppen dauert von der Gilfpromenade aus kaum zehn Minuten.












