Wer Brixen wirklich verstehen will, muss nach Stufels gehen. Das Viertel liegt am östlichen Stadtrand, direkt am Ufer des Eisacks, und gehört zu den ältesten besiedelten Bereichen der gesamten Stadt. Hier hat sich eine Dichte an historischer Substanz erhalten, die anderswo in Brixen längst dem modernen Stadtleben gewichen ist. Enge Gassen, alte Bürgerhäuser mit verwitterten Holzbalken, kleine Innenhöfe – Stufels erzählt seine Geschichte nicht durch Museumsvitrinen, sondern durch die Architektur selbst.
Der Charakter des Viertels ist dabei alles andere als museumshaft eingefroren. Stufels lebt. Einheimische kaufen hier ein, Kinder spielen auf den Plätzen, und in den kleinen Lokalen trifft man eher Brixner als Touristen. Genau das macht den Reiz aus: Wer die überlaufene Altstadt rund um den Dom und den Domplatz hinter sich lässt und die paar Gehminuten nach Stufels auf sich nimmt, erlebt einen anderen Rhythmus. Ruhiger, echter, bodenständiger.
Architektonisch ist Stufels ein Lehrstück in Südtiroler Stadtbaugeschichte. Die Bebauung folgt noch weitgehend der mittelalterlichen Parzellenstruktur, und immer wieder öffnen sich zwischen den Häusern schmale Durchgänge, die zu kleinen Plätzen oder direkt ans Eisackufer führen. Der Fluss selbst ist ein unterschätzter Begleiter des Viertels – das Rauschen des Wassers ist in vielen Straßen zu hören, und die Uferpromenade bietet Ausblicke auf die bewaldeten Hänge des Ploseberg.
Für Reisende, die Südtirol jenseits der Weinkeller und Apfelplantagen erleben wollen, ist Stufels eine lohnende Adresse. Das Viertel eignet sich besonders für Städtereisende mit einem Faible für Architektur und Alltagskultur, für Fotografen, die nach authentischen Motiven suchen, sowie für alle, die Brixen nicht nur als Durchgangsstation zur Plose nutzen, sondern die Stadt selbst erkunden möchten.

Hotel Grüner Baum
Traditionshotel im ältesten Brixner Viertel mit Gartenpool und Hallenbad – und nur zwei Gehminuten von den Lauben entfernt.