Auf einem Felssporn über der Passstraße bei Pocol, südwestlich von Cortina, erhebt sich das Sacrario Militare: ein strenger, quadratischer Turm aus Dolomitstein, der die sterblichen Überreste tausender im Ersten Weltkrieg gefallener Soldaten birgt. Das Beinhaus wurde in den 1930er-Jahren errichtet, um die Toten der Dolomitenfront an einem würdigen Ort zusammenzuführen. Die Front verlief nur wenige Kilometer von hier entfernt – an den Hängen des Lagazuoi, am Col dei Bos, an der Tofana und an den Cinque Torri, wo sich italienische und österreichisch-ungarische Truppen über Jahre gegenüberlagen. Der Gebirgskrieg in dieser Höhe gehörte zu den härtesten Schauplätzen des gesamten Konflikts: Kälte, Lawinen und der ständige Beschuss forderten mehr Opfer als die Kämpfe selbst. Das Sacrario versammelt die Namen und Gebeine vieler dieser Gefallenen, italienische wie gegnerische. Der Bau wirkt bewusst nüchtern und massiv, ohne dekorativen Aufwand – ein Mahnmal, das seine Wirkung aus Lage und Schlichtheit zieht. Vom Vorplatz öffnet sich ein weiter Blick über den Talkessel von Cortina und auf die umliegenden Gipfel, deren Wände einst Frontlinien waren. Diese Verbindung von stillem Gedenken und großer Bergkulisse macht den Ort eindrücklich. Das Sacrario ist frei zugänglich und liegt direkt am Weg zum Falzarego-Pass, sodass sich ein Halt gut mit einer Fahrt zu den Cinque Torri oder zum Lagazuoi verbinden lässt. Wer die Kriegsgeschichte der Dolomiten verstehen will, findet hier den passenden Ausgangspunkt – einen Ort, der die scheinbar friedliche Bergwelt um Cortina in einen anderen Zusammenhang stellt.
Ein strenger, quadratischer Gedenkturm aus Dolomitstein auf einem Felssporn über der Passstraße bei Pocol. Im Inneren ruhen die Gebeine tausender Gefallener der Dolomitenfront des Ersten Weltkriegs. Vom frei zugänglichen Vorplatz öffnet sich ein weiter Blick über den Talkessel von Cortina und die umliegenden Gipfel, deren Wände einst Frontlinien waren.
Das Sacrario wurde in den 1930er-Jahren errichtet, um die Toten der Dolomitenfront des Ersten Weltkriegs an einem würdigen Ort zusammenzuführen. Die Front verlief nur wenige Kilometer entfernt am Lagazuoi, am Col dei Bos, an der Tofana und an den Cinque Torri. Der Gebirgskrieg in großer Höhe forderte durch Kälte, Lawinen und Beschuss zahllose Opfer. Im Beinhaus ruhen die Gebeine vieler dieser Gefallenen.
