Das Kolosseum ist das größte erhaltene Amphitheater der Antike und das Wahrzeichen Roms schlechthin. Unter den Kaisern Vespasian und Titus im 1. Jahrhundert erbaut, fasste es mehrere zehntausend Zuschauer für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Die mächtigen Arkadenringe aus Travertin überstanden Erdbeben, Plünderungen und zwei Jahrtausende Stadtgeschichte und stehen bis heute als Sinnbild der römischen Baukunst und Massenunterhaltung. Die Architektur folgt einem durchdachten System. Die Außenfassade gliedert sich in drei übereinanderliegende Arkadenreihen, jede mit einer anderen Säulenordnung, darüber eine geschlossene Attikazone. Im Inneren sorgten ein ausgeklügeltes System von Treppen und Eingängen, die sogenannten Vomitoria, dafür, dass sich die Ränge zügig füllen und leeren ließen, ein Prinzip, das moderne Stadien bis heute übernehmen. Unter dem Arenaboden lag das Hypogäum, ein mehrstöckiges Geflecht aus Gängen, Käfigen und Aufzügen, in dem Tiere und Kulissen für die Spiele bereitgehalten und über Mechanismen nach oben gebracht wurden. Dieser unterirdische Bereich ist nur im Rahmen besonderer Führungen zugänglich und vermittelt am eindrücklichsten, wie die Inszenierungen organisiert waren. Der Zugang läuft heute über Zeitfenster-Tickets, die in der Regel auch das Forum Romanum und den Palatin einschließen, sodass sich die drei Stätten an einem Tag verbinden lassen. Geführte Touren erschließen zusätzlich die Arena-Ebene und die unterirdischen Gänge des Hypogäums, die im Standardticket nicht enthalten sind. Wer den Andrang meiden will, kommt früh am Morgen oder am späten Nachmittag und bucht sein Ticket im Voraus, da das Kolosseum als meistbesuchtes Monument Italiens an vielen Tagen ausgelastet ist.
Vom oberen Rang die freigelegte Unterstruktur der Arena aufnehmen





























