Wer durch das Centro Storico läuft, bewegt sich auf Pflastersteinen, die Cäsar, Michelangelo und Goethe kannten. Das historische Zentrum Roms ist kein musealer Ort, sondern ein Stadtgefüge, das atmet: Morgens hängen Römer ihre Wäsche zwischen Renaissancefassaden, mittags drängen sich Touristen um den Trevi-Brunnen, und abends gehören die engen Gassen rund um die Piazza Navona wieder den Einheimischen, die auf Klappstühlen vor Bars sitzen und diskutieren.
Der Bereich zwischen Pantheon, Campo de' Fiori und der Engelsburg ist geografisch überschaubar, historisch aber schwindelerregend dicht. Das Pantheon, vor fast 2.000 Jahren als Tempel aller Götter errichtet, steht heute ohne Eintritt offen – und wer früh morgens hineingeht, bevor die Reisegruppen kommen, erlebt das Licht durch die neun Meter große Öffnung im Kuppelgewölbe wie ein stilles Wunder. Wenige Gehminuten entfernt bespielt die Piazza Navona mit ihren drei Brunnen – allen voran Berninis Vierströmebrunnen – täglich eine Bühne für Straßenkünstler, Zeichner und Spaziergänger.
Das Viertel ist in Schichten aufgebaut. Unter der Kirche San Clemente liegen drei Zeitebenen übereinander: eine frühchristliche Basilika, ein Mithras-Tempel und antike Wohnhäuser. Wer das versteht, begreift das Centro Storico: Hier wurde nie abgerissen, nur überbaut. Der Campo de' Fiori – tagsüber Gemüse- und Blumenmarkt, nachts belebte Ausgehmeile – steht auf einem antiken Theater.
Für Reisende ist das Centro Storico der logischste Ausgangspunkt: Von hier aus sind der Vatikan, das Kolosseum und die Spanische Treppe jeweils in weniger als 30 Minuten zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Hotels und Pensionen reichen von schlichten Zimmern in alten Palazzi bis zu Luxushäusern mit Dachterrassen über den Dächern Roms. Wer hier übernachtet, wacht auf mit dem Klang von Kirchenglocken und dem Duft von frisch gemahlenem Kaffee aus der Bar an der Ecke.

Pantheon
Antiker Kuppelbau aus der Zeit Kaiser Hadrians mit der größten unbewehrten Betonkuppel der Welt und dem berühmten Oculus, seit dem 7. Jahrhundert Kirche.
Größte unbewehrte Betonkuppel der Welt