Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tivoli
Die großen Ziele liegen nicht beieinander – zwei oben im Ort, das dritte sechs Kilometer tiefer in der Ebene.
Die Villa d'Este beginnt unscheinbar. Der Eingang liegt an der Piazza Trento neben der Kirche Santa Maria Maggiore, dahinter ein ehemaliges Benediktinerkloster, das Kardinal Ippolito II. d'Este ab 1550 als Statthalter von Tivoli zum Palast umbauen ließ. Erst wenn du die Loggia auf der Talseite erreichst, öffnet sich der Blick: Unter dir fällt der Hang in Terrassen ab, durchzogen von Wasserachsen, Becken, Grotten und Brunnen, entworfen von Pirro Ligorio und seit 2001 UNESCO-Welterbe. Für den Garten brauchst du mindestens anderthalb Stunden, für die freskierten Räume im Palast noch einmal eine halbe.
Die Villa Adriana liegt nicht in der Stadt, sondern rund sechs Kilometer tiefer in der Ebene, und das ist der Punkt, an dem die meisten Tagespläne kippen. Kaiser Hadrian ließ hier ab 118 n. Chr. eine Residenz von etwa 120 Hektar anlegen – keine Villa im heutigen Sinn, sondern eine kleine Stadt aus Palästen, Thermen, Bibliotheken, Wasserbecken und Unterkünften für den Hofstaat, verbunden durch ein eigenes Netz unterirdischer Wege. Seit 1999 steht die Anlage auf der Welterbeliste. Drei Stunden sind hier kein großzügiger Ansatz, sondern das Minimum.
Der dritte große Ort ist eine Schlucht. Der Parco Villa Gregoriana zieht sich unterhalb der Altstadt in die Talsohle des Aniene hinab, mit Serpentinenwegen, feuchten Felswänden, den Grotten von Neptun und der Sirenen und der Großen Kaskade, die über hundert Meter tief in den Kessel fällt. Sie ist kein Naturwunder, sondern das Ergebnis einer Baustelle: Nach dem verheerenden Hochwasser von 1826 ließ Papst Gregor XVI. den Fluss durch zwei Stollen im Monte Catillo umleiten. Oben am Rand der Schlucht stehen der runde Vesta-Tempel und die Reste des rechteckigen Sibyllen-Tempels.
Dazu kommt, was fast alle auslassen. Am Südrand der Altstadt wacht die Rocca Pia mit ihren vier Rundtürmen, ab 1461 von Papst Pius II. errichtet und bis ins 20. Jahrhundert Gefängnis; unmittelbar daneben liegen die Reste des römischen Amphitheaters. Der Duomo San Lorenzo verwahrt zwei bedeutende mittelalterliche Holzbildwerke. Und unterhalb der Stadt, an der antiken Via Tiburtina, breitet sich das Santuario di Ercole Vincitore aus, ein gewaltiger Terrassenbau aus dem 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr., der später als Papierfabrik weitergenutzt wurde und heute wieder zugänglich ist.







































