Ab 118 n. Chr. ließ Kaiser Hadrian unterhalb des antiken Tibur eine Anlage errichten, die jeden Villenbegriff sprengt: ein Areal von rund 120 Hektar, eher Residenzstadt als Landhaus, mit Palästen, Bibliotheken, Bädern, Theatern und kunstvoll angelegten Wasserbecken. Der weitgereiste Kaiser, der das ganze Imperium kannte, ließ hier Architekturen nachbilden, die ihn auf seinen Reisen beeindruckt hatten – von griechischen Säulenhallen bis zu ägyptischen Motiven. Berühmtestes Wahrzeichen ist der Canopus, ein langes Wasserbecken, das von Kopien griechischer Karyatiden und Statuen gesäumt wird und am Ende in das Halbrund des Serapeums mündet, einer einst überwölbten Speisegrotte. Der Name spielt auf eine Stadt im Nildelta an – ein architektonisches Souvenir an Hadrians Ägyptenreise. Kaum weniger eindrucksvoll ist das Teatro Marittimo, eine kreisrunde Mini-Villa auf einer von einem Wassergraben umgebenen Insel, zu der ursprünglich nur Drehbrücken führten. Hier zog sich der Kaiser zum Studieren und Nachdenken zurück. Dazu kommen die Pecile, eine riesige Säulenhalle um ein Wasserbecken, die Großen und Kleinen Thermen, der Goldene Platz und das Hospitalia mit gut erhaltenen Mosaikböden. Vieles ist Ruine, doch die Dimensionen und die ausgeklügelte Wasser- und Wegeführung lassen die Pracht erahnen. Viele der hier gefundenen Skulpturen stehen heute in den Museen Roms. Das Gelände ist weitläufig und schattenarm. Wer alles sehen will, sollte mindestens zwei bis drei Stunden einplanen, im Sommer früh am Morgen kommen, Wasser mitnehmen und auf gutes Schuhwerk achten. Die Villa liegt rund sechs Kilometer unterhalb der Altstadt von Tivoli und lässt sich gut mit einem Besuch der Villa d'Este zu einem ganzen Welterbe-Tag verbinden.
Sie durchwandern ein riesiges Ruinenareal von rund 120 Hektar mit Palästen, Thermen und Wasserbecken. Höhepunkte sind der Canopus mit Karyatiden und Serapeum, das von einem Wassergraben umschlossene Teatro Marittimo sowie die weite Pecile-Säulenhalle. Vieles ist Ruine, doch die Dimensionen und die Wasserführung lassen die kaiserliche Pracht deutlich erahnen.
Kaiser Hadrian ließ die Anlage ab 118 n. Chr. errichten und über Jahre erweitern. Der weitgereiste Herrscher bildete hier Architekturen nach, die ihn im ganzen Imperium beeindruckt hatten, darunter ägyptische Motive am Canopus. Nach dem Niedergang Roms wurde die Villa als Steinbruch genutzt; ihre Skulpturen gelangten in Sammlungen und Museen. Seit 1999 zählt sie zum UNESCO-Welterbe.
