Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Neapel
Zwischen dem Archäologischen Nationalmuseum im Norden und dem Castel dell'Ovo am Wasser liegen knapp drei Kilometer, und dazwischen steckt fast alles, wofür du gekommen bist.
Beginne im Museo Archeologico Nazionale di Napoli, auch wenn dir eher danach ist, sofort in die Gassen zu laufen. Was hier steht, ist die Inneneinrichtung von Pompeji und Herculaneum: Wandmalereien ganzer Zimmer, Bronzen aus der Villa dei Papiri, das Alexandermosaik aus dem Haus des Fauns und aus der Farnese-Sammlung der Farnese-Stier, aus einem einzigen antiken Marmorblock gehauen und so groß wie ein halbes Wohnzimmer. Wer die Ausgrabungen später besucht, steht dort in leeren Räumen – die Ausstattung liegt in Neapel. Zwei Stunden sind das Minimum; nimm den Aufzug zuerst ganz nach oben und arbeite dich von dort nach unten, dann läufst du gegen den Strom der Gruppen.
Fünf Gehminuten südlich beginnt eine der größten und dichtesten Altstädte Europas. In der Cappella Sansevero liegt Giuseppe Sanmartinos Cristo Velato von 1753, aus einem einzigen Marmorblock gearbeitet, mit einem Schleier, unter dem sich Nase, Rippen und Wundmale abzeichnen – die Kapelle ist winzig, die Tickets laufen über Zeitfenster, und fotografiert wird drinnen nicht. Ein paar Ecken weiter hängt im Pio Monte della Misericordia Caravaggios Sette opere di Misericordia noch immer über dem Altar, für den er es gemalt hat. Und im Duomo bewahrt die Cappella del Tesoro die Ampullen mit dem Blut des Stadtpatrons San Gennaro, dessen Verflüssigung dreimal im Jahr erwartet wird, am bekanntesten am 19. September.
Richtung Wasser wechselt der Maßstab. Die Piazza del Plebiscito ist einer der größten Plätze Italiens, auf der einen Seite der Palazzo Reale mit den Statuen der neapolitanischen Königsdynastien in der Fassade, gegenüber die Kirche San Francesco di Paola, deren Kuppel und Säulenhalbrund dem römischen Pantheon nachempfunden sind. Gleich dahinter liegen das Teatro San Carlo, 1737 eröffnet und damit eines der ältesten durchgehend bespielten Opernhäuser der Welt, und die Galleria Umberto I mit ihrer Glas-und-Stahl-Kuppel über kreuzförmigen Arkaden. Am Hafen steht das Castel Nuovo, dessen weißer Renaissance-Triumphbogen sich zwischen zwei wuchtige Rundtürme aus dunklem Tuff klemmt.
Bleiben die beiden Aussichtspunkte, die dir die Stadt erst erklären. Das Castel dell'Ovo sitzt auf der Felseninsel Megaride, dort, wo die Griechen zuerst siedelten; der Zugang über die Rampen ist frei, und von der obersten Terrasse siehst du in einem Schwenk Hafen, Lungomare, Vomero und Vesuv. Das zweite ist das Castel Sant'Elmo hoch oben auf dem Vomero, eine sternförmige Festung aus dem 16. Jahrhundert, deren Piazza d'Armi einen echten Rundumblick bietet – daneben liegt die Certosa di San Martino mit Kreuzgang, Barockkirche und Krippensammlung. Wer noch Malerei will, fährt hinauf nach Capodimonte, wo im Bourbonenpalast über dem größten Park der Stadt Tizian, Masaccio und ein weiterer Caravaggio hängen.














