Wer Neapel nur von der Piazza del Gesù oder den engen Gassen der Spaccanapoli kennt, dem entgeht eine ganz andere Seite der Stadt: Vomero liegt auf einem der drei Hügel, die Neapel überragen, und bietet eine Atmosphäre, die sich grundlegend von der Unterstadt unterscheidet. Breite, baumgesäumte Promenaden, gepflegte Liberty-Villen und Cafés, in denen man sich Zeit lässt – hier oben ticken die Uhren ruhiger, auch wenn die neapolitanische Hektik nie ganz verschwindet.
Das Wahrzeichen des Viertels ist die Castel Sant'Elmo, eine sternförmige Festung aus dem 14. Jahrhundert, die das Panorama über den Golf von Neapel, den Vesuv und die vorgelagerten Inseln Ischia und Procida freigibt. Direkt daneben liegt die Certosa di San Martino, ein ehemaliges Kartäuserkloster, das heute eines der bedeutendsten Museen Süditaliens beherbergt – mit neapolitanischen Krippen, Gemälden des Seicento und einem Kreuzgang, der zu den schönsten der Region zählt.
Der Alltag in Vomero spielt sich vor allem entlang der Via Scarlatti und der Via Luca Giordano ab: Hier reihen sich Boutiquen, Buchhandlungen und Bars aneinander. Der Piazza Vanvitelli ist dabei das Wohnzimmer des Viertels – abends treffen sich hier Generationen, Kinder spielen auf dem Platz, während die Erwachsenen bei einem Aperitivo die letzten Sonnenstrahlen genießen.
Ein praktisches Detail: Die Funicolare di Chiaia und die Funicolare Centrale verbinden das Viertel schnell mit dem Zentrum. So lässt sich Vomero ideal als ruhige Übernachtungsbasis nutzen, von der aus man tagsüber die Unterstadt erkundet und abends in eine entspanntere Atmosphäre zurückkehrt.

Grand Hotel Parker's
1870 gegründetes 5-Sterne-Hotel am Corso Vittorio Emanuele zwischen Vomero und Chiaia, mit Dachterrasse und Golf-Blick bis zum Vesuv.