Stadt · Italien

Amalfi

Eine Freitreppe mit 62 Stufen, unten der Hafen mit den Booten nach Positano, dazwischen ein Ort von rund fünftausend Einwohnern, der einmal eine Seemacht war.

4 Stadtviertel6 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Amalfi-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Ideal sind Mai, Juni sowie September und Oktober: warmes Wetter, badetaugliches Meer und weniger Gedränge als im Hochsommer. Juli und August sind landschaftlich grandios, aber überlaufen und teuer. Im Frühling blühen die Zitronengärten, im Herbst ist das Meer noch warm und die Preise sinken spürbar.
Mobilität vor Ort
Amalfi ist autounfreundlich und am besten per Fähre oder SITA-Küstenbus erreichbar. Innerhalb des Orts geht es nur zu Fuß über Gassen und Treppen weiter.
Nahverkehr
SITA-Busse verbinden Amalfi mit Positano, Sorrent und Salerno entlang der Küstenstraße; im Sommer sind sie oft voll.
Vom Flughafen
Vom Flughafen Neapel gelangt man per Bahn nach Salerno oder Sorrent und von dort per Fähre oder Bus nach Amalfi – Fahrzeit insgesamt etwa zwei Stunden.
Über Amalfi

Reisen nach Amalfi

Amalfi klemmt sich in eine Schlucht zwischen Felswände, die fast senkrecht aus dem Tyrrhenischen Meer aufsteigen, und war vom 9. bis ins 11. Jahrhundert eine der vier Seerepubliken Italiens, mit Handelskontoren in Konstantinopel, Alexandria und Nordafrika. Normannische Eroberung, pisanische Plünderungen und ein schwerer Seesturm im Jahr 1343, der Hafen und Teile der Unterstadt ins Meer riss, beendeten diese Zeit. Geblieben ist ein dicht gebauter Ort mit klarer Ordnung: unten die Uferzeile mit dem Arsenale der alten Werft und dem dunklen Kiesbogen der Spiaggia Marina Grande, darüber die Piazza Duomo mit der Freitreppe zur Kathedrale Sant'Andrea und ihrem majolikagedeckten Glockenturm, dahinter eine einzige durchgehende Gasse, die als Via Lorenzo d'Amalfi und Via Pietro Capuano unter Bögen und Gewölben ins Tal hineinführt. Dort beginnt das Valle dei Mulini mit den Ruinen der Papiermühlen, dem Museo della Carta und dem Naturreservat Valle delle Ferriere; an den Hängen stapeln sich die Terrassen mit dem Sfusato Amalfitano, aus dem Limoncello und Delizia al limone entstehen. Vom Hafen legen Fähren nach Positano, Sorrent und Salerno ab, Boote fahren westwärts zur Grotta dello Smeraldo, und die SITA-Busse machen Amalfi zum Knotenpunkt der gesamten Costiera Amalfitana.

Amalfi – Karte
Reiseführer

Amalfi von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Der Bus hält an der Piazza Flavio Gioia direkt am Hafen, du steigst aus, und der erste Blick geht nicht aufs Meer, sondern steil nach oben – auf eine Häuserwand, die sich in eine Schlucht klemmt, mit Zitronenterrassen bis unter die Felskante. Amalfi ist kein Badeort mit Promenade und keine Städtereise mit Museumsmeile, sondern beides auf vierhundert Metern Uferzeile, dahinter ein Tal, in dem seit dem Mittelalter Papier geschöpft wird. Wer nur den Dom fotografiert und wieder auf die nächste Fähre steigt, hat den halben Ort verpasst.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amalfi

Der historische Kern passt in einen Rundgang von zwanzig Minuten – alles Weitere liegt am Wasser oder oben im Tal.

Alles beginnt an der Piazza Duomo, dem einzigen wirklich großen Platz des Ortes. Aus ihm steigt eine Freitreppe mit 62 Stufen auf, und oben steht die Kathedrale Sant'Andrea mit einer Fassade aus geometrischen Streifen in Grau und Weiß, Spitzbögen und einem Goldmosaik im Giebel – arabisch-normannisch im Motiv, in dieser Form allerdings ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts, nachdem die alte Front eingestürzt war. Links daneben steht der Glockenturm aus dem 12. und 13. Jahrhundert, dessen Türmchen mit gelb-grüner Majolika gedeckt sind. Unten auf dem Platz plätschert die Fontana di Sant'Andrea, an den Rändern stehen die Tische der Pasticceria Pansa, die dort seit 1830 Kaffee ausschenkt. Wer den Platz ohne Gedränge sehen will, kommt vor neun Uhr morgens – ab dem späten Vormittag laden Fähren und Busse ihre Tagesgäste zweihundert Meter weiter unten ab.

Im Dom lohnt weniger das barockisierte Hauptschiff als das, was links davon liegt. Der Chiostro del Paradiso wurde im 13. Jahrhundert als Begräbnisstätte der Amalfitaner Adelsfamilien angelegt: schlanke Doppelsäulen tragen ineinander verschränkte Spitzbögen um einen Hof mit Palmen, ein Grundriss, der eher an einen maurischen Innenhof erinnert als an italienische Klosterarchitektur. Von dort führt der Weg durch die Basilica del Crocifisso, den älteren Vorgängerbau, in dem heute das Diözesanmuseum untergebracht ist, und hinunter in die Krypta. Unter dem Altar liegen die Reliquien des Apostels Andreas, die 1208 aus Konstantinopel hierher gebracht wurden. Der Rundgang durch Kreuzgang, Museum, Krypta und Kirche ist kostenpflichtig, in einer knappen Stunde zu schaffen, und wie überall in italienischen Kirchen sollten Schultern und Knie bedeckt sein.

Unten am Wasser steht das Arsenale della Repubblica, die einzige erhaltene mittelalterliche Schiffswerft Süditaliens. Zwei Schiffe aus wuchtigen Spitzbogengewölben reichen bis fast an die Uferstraße heran; hier wurden die Galeeren gebaut, mit denen Amalfi Handel bis Konstantinopel und Nordafrika trieb, und heute steht darin ein Museum zur Seerepublik. Gleich daneben öffnet sich die Spiaggia Marina Grande, der Hausstrand direkt unter der Altstadt, ein Bogen aus dunklem Sand und Kies mit Strandbädern und einem frei zugänglichen Abschnitt. Am östlichen Ende der Uferzeile beginnt der Weg nach Atrani, das keine tausend Meter entfernt liegt und trotzdem eine eigene Gemeinde ist – der kürzeste Ortswechsel, den die Küste zu bieten hat.

Zwei Ziele liegen außerhalb des Zentrums und lohnen den Weg. Das Museo della Carta steckt rund zehn Gehminuten hinter dem Dom im Valle dei Mulini, in einer der ältesten Papiermühlen Europas; bei der Führung werden die wassergetriebenen Stampfwerke angeworfen, und am Ende siehst du, wie aus eingeweichten Lumpen ein Bogen der handgemachten carta bambagina entsteht. Die Grotta dello Smeraldo wiederum liegt einige Kilometer westlich bei Conca dei Marini. Durch eine Öffnung unterhalb der Wasserlinie fällt Licht in die Meereshöhle und färbt das Wasser smaragdgrün; im Inneren hängen Stalaktiten von der Decke, unter Wasser stehen Stalagmiten und eine versenkte Keramik-Krippe. Erreichbar ist sie per Boot ab dem Hafen von Amalfi oder über Treppe und Aufzug direkt von der Küstenstraße aus, bei starkem Seegang aber gar nicht.

Sehenswürdigkeiten in Amalfi

Geschichte & Museen

Das Erbe der Seerepublik und das Papier aus dem Valle dei Mulini

Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert war dieser Ort eine Seemacht, deren Kaufleute in Konstantinopel eigene Viertel bewohnten.

Valle dei Mulini
Valle dei Mulini

Amalfi war die erste der vier italienischen Seerepubliken, die zu Rang und Reichtum kam, lange vor Pisa und Genua, und für rund zweihundert Jahre der wichtigste Umschlagplatz zwischen dem lateinischen Westen und dem östlichen Mittelmeer. Amalfitanische Kaufleute unterhielten Niederlassungen in Konstantinopel, in Nordafrika und in den Häfen der Levante; im Jerusalem des 11. Jahrhunderts gründeten sie ein Hospital, aus dem später der Johanniterorden hervorging. Das Ende kam in Etappen: 1131 fiel die Stadt an die Normannen, wenige Jahre später plünderten die Pisaner den Hafen gleich zweimal, und 1343 riss ein schwerer Seesturm große Teile der Unterstadt ins Meer. Was du heute siehst, ist der Rest einer Stadt, die einmal deutlich größer und deutlich mächtiger war.

Der Ort erzählt das an drei Stellen. Im Arsenale della Repubblica an der Uferstraße geht es um Schiffbau, Handelswege und die Tavole Amalfitane, ein Seerecht, das im Mittelmeerraum über Jahrhunderte als Maßstab galt und dessen originaler Kodex erst im 20. Jahrhundert nach Amalfi zurückkehrte. Der Platz am Hafen trägt den Namen Flavio Gioias, dem die Überlieferung die Erfindung des Kompasses zuschreibt – eine Zuschreibung, die die Forschung längst als Legende einordnet, die aber gut erklärt, worauf dieser Ort seinen Stolz gründet. Und im Dom stehen mit den Reliquien des Apostels Andreas die Beutestücke des Vierten Kreuzzugs, die 1208 hierher gebracht wurden und die Amalfi bis heute zwei Feste im Jahr wert sind.

Der zweite Wirtschaftszweig lag im Tal. Über arabische Vermittlung kam die Papierherstellung aus Lumpen nach Amalfi, und im Valle dei Mulini nutzten die Werkstätten das Gefälle des Baches, um Stampfwerke anzutreiben. Über Jahrhunderte arbeiteten hier dutzende Mühlen, deren Ruinen heute unter Efeu und Farnen liegen. Das Ergebnis heißt carta bambagina, ein dickes, rau gebüttetes Papier, das noch immer von Hand geschöpft wird – die Cartiera Amatruda produziert es in Amalfi bis heute, und im Museo della Carta laufen die alten Maschinen zur Vorführung. Ein Bogen mit dem Wasserzeichen des Ortes ist das haltbarste Mitbringsel, das du hier bekommst.

Im Ortsbild steckt diese Geschichte in Details, die man leicht übersieht. Die gewölbten Durchgänge der Hauptgasse sind nichts anderes als überbaute mittelalterliche Substanz, weil in der Schlucht jeder Quadratmeter zweimal genutzt werden musste. Auf dem Grat zwischen Amalfi und Atrani steht die Ruine der Torre dello Ziro, ein Wachturm mit weitem Blick über beide Buchten, um den sich eine düstere Geschichte über Giovanna d'Aragona rankt. Und oberhalb, in Scala und Pontone, liegen die ältesten Siedlungen der Küste – Scala gilt als der älteste Ort der Costiera überhaupt und war im Mittelalter größer und kirchenreicher als heute – über hundert Kirchen sollen es gewesen sein.

Strände & Baden

Strände in Amalfi und die Buchten der Umgebung

Der Stadtstrand liegt direkt unter der Altstadt, die stilleren Buchten erreichst du nur über lange Treppen oder per Boot.

Marina Grande
Marina Grande

Der Hausstrand ist die Spiaggia Marina Grande, ein Bogen aus dunklem Sand und grobem Kies unmittelbar unter dem Ortskern, links begrenzt vom Hafen, rechts von den Felsen. Ein Teil der Fläche gehört Strandbädern, die Liegen und Schirme vermieten, dazwischen liegt ein frei zugänglicher Abschnitt, der im Hochsommer früh belegt ist. Badeschuhe sind hier kein Luxus, weil der Kies grob und der Einstieg steil ist. Der große Vorteil ist die Lage: Du kommst aus dem Wasser, gehst hundert Meter und sitzt in einem Restaurant an der Uferzeile. Der Nachteil ebenfalls – ruhig ist es an diesem Strand zwischen Juni und September zu keiner Tageszeit.

Wer mehr Platz will, geht nach Westen. Die Spiaggia del Duoglio liegt gut einen Kilometer außerhalb und ist über eine lange Treppe von der Küstenstraße hinunter zu erreichen, mehrere hundert Stufen, die du am Ende des Tages auch wieder hinaufmusst; alternativ fahren im Sommer kleine Wassertaxis vom Hafen dorthin. Der Kies ist dort sauberer, das Wasser tiefer und klarer, und es gibt einfache Strandbäder mit Bar. Noch ein Stück weiter, in Richtung Conca dei Marini, liegt die Bucht Santa Croce, die praktisch nur vom Wasser aus zugänglich ist – genau deshalb ist sie die ruhigste Badestelle im direkten Umkreis von Amalfi.

Nach Osten wird es sandiger. Atrani hat unterhalb seiner Piazza einen kleinen, überraschend familiären Strand, und die Nachbarorte Minori und Maiori bieten die längsten zusammenhängenden Strandabschnitte der ganzen Küste – Maiori hat dazu eine breite Strandpromenade und ist der richtige Tipp, wenn du mit Kindern reist und Sandburgen bauen willst. Beide erreichst du mit dem SITA-Bus in wenigen Minuten oder im Sommer per Fähre. Westlich wiederum liegt bei Furore der berühmte Fjord, eine schmale Felsspalte mit einem winzigen Kiesstrand unter der Brücke der Küstenstraße, eindrucksvoller zum Anschauen als zum Baden.

Ein paar realistische Erwartungen gehören dazu. Die Amalfiküste hat fast keine breiten Sandstrände, sondern Kiesbuchten am Fuß von Felswänden, und viele davon liegen ab dem späten Nachmittag im Schatten, weil die Berge im Rücken stehen. Freie Abschnitte sind schmal, Strandbäder kosten Eintritt, und im August ist beides voll. Dafür bleibt das Wasser bis in den Oktober hinein angenehm warm, und im Juni oder September hast du dieselben Buchten mit der Hälfte der Leute. Wer ausschließlich zum Baden anreist, ist an anderen Küsten Italiens besser aufgehoben; wer Baden als Teil eines Tages zwischen Wandern, Booten und Orten sieht, ist hier genau richtig.

Bootstouren & Grotte

Mit dem Boot an der Amalfiküste und zur Grotta dello Smeraldo

Vom Wasser aus ergibt die Küste zum ersten Mal Sinn – erst von dort siehst du, wie die Orte in den Felsen hängen.

Die Standardtour startet an der Marina Grande und fährt westwärts an den Klippen entlang: vorbei an Sarazenentürmen, die alle paar Kilometer auf einem Felsvorsprung stehen, an der schmalen Spalte des Fjords von Furore, an Praiano und den Grotten unterhalb der Küstenstraße bis vor Positano, dessen gestapelte Fassaden man vom Wasser aus vollständig sieht und von der Straße aus nie. Unterwegs wird ein- oder zweimal in einer Bucht gestoppt und gebadet. Ob die Grotta dello Smeraldo im Programm ist, hängt vom Anbieter ab – oft wird nur davor gehalten und die Grotte gegen Aufpreis mit dem Ruderboot angefahren.

Genauso reizvoll ist die Variante ohne Tourprogramm: Du nimmst schlicht die Linienfähre. Von Amalfi verkehren in der Saison Verbindungen nach Positano, Sorrent, Salerno, Minori und Maiori sowie nach Capri, und die Überfahrt nach Positano ist für den Preis eines Tickets eine der schönsten Küstenfahrten Italiens. Praktisch ist das obendrein, weil du dir die Kurvenfahrt im überfüllten Bus sparst. Fahrpläne ändern sich saisonal deutlich; im Winter ruht der Linienverkehr weitgehend, dann bleibt für alle Wege der SITA-Bus.

Wer die Küste auf eigene Faust abfahren will, mietet im Hafen ein Boot. Das klassische Gefährt ist der gozzo, ein offenes Holzboot mit Sonnensegel, entweder mit Skipper oder – bei kleineren Motorisierungen – ohne Bootsführerschein zu fahren. Damit kommst du in Buchten, an denen kein Ausflugsboot hält, etwa Santa Croce oder die Felsnischen unterhalb von Conca dei Marini. Ein halber Tag reicht für die Strecke Amalfi–Positano und zurück mit zwei Badestopps; für die Li Galli-Inseln vor Positano oder gar Capri solltest du einen ganzen Tag ansetzen und morgens starten, weil der Wind nachmittags meist auffrischt.

Zwei Dinge entscheiden über den Tag. Erstens das Wetter: Bei starkem Seegang fallen Bootstouren und Grottenbesuche ersatzlos aus, und das kann auch im Juni passieren. Buche deshalb lieber am Anfang deines Aufenthalts, damit du einen Ersatztag hast. Zweitens die Uhrzeit: Vormittags ist das Licht härter, dafür ist die See ruhiger und die Grotte weniger überlaufen; der späte Nachmittag bringt das bessere Licht auf die Felswände. Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und etwas zum Überziehen gehören ins Gepäck, denn auf offenem Wasser fühlt sich der Fahrtwind kühler an, als die Sonne vermuten lässt.

Aktivitäten & Touren in Amalfi

Wandern & Zitronengärten

Wandern über Amalfi zwischen Papiermühlen und Zitronengärten

Hinter der letzten Häuserzeile beginnt sofort das Gebirge, und die schönste Wanderung startet direkt an der Piazza Duomo.

Der Klassiker ab Amalfi führt durch das Valle dei Mulini hinauf ins Naturreservat Valle delle Ferriere. Du gehst an der Piazza Duomo los, folgst der Hauptgasse ins Tal, passierst das Papiermuseum und bist nach zwanzig Minuten zwischen überwucherten Mühlenruinen, Wasserläufen und kleinen Wasserfällen. Weiter oben wird es feucht und schattig, und genau das ist der Punkt: In dem engen, ganzjährig kühlen Tal haben sich Pflanzen aus der Zeit vor der letzten Eiszeit gehalten, darunter der seltene Riesenfarn Woodwardia radicans. Als Hin- und Rückweg brauchst du je nach Tempo drei bis vier Stunden; wer eine Runde daraus machen will, steigt über Pontone und die Treppen nach Amalfi zurück ab.

Kürzer und steiler ist der Weg nach Pogerola, einem Weiler hoch über dem Ort, den eine lange Treppenflucht mit Amalfi verbindet. Oben angekommen stehst du auf einer Terrasse mit Blick über die gesamte Bucht, es gibt ein paar Bars und deutlich mehr Alltag als unten. Ähnlich lohnend ist der Aufstieg zur Torre dello Ziro auf dem Grat zwischen Amalfi und Atrani – ein knapper, aber schweißtreibender Weg über Pontone zu einer Turmruine, von der du gleichzeitig auf beide Orte hinunterschaust. Beide Touren sind halbe Tage und funktionieren am besten am frühen Morgen, bevor die Sonne hoch über den schattenlosen Südhängen steht.

Der bekannteste Weg der Küste startet nicht in Amalfi, ist aber von hier gut erreichbar: der Sentiero degli Dei, der Götterpfad, verläuft in luftiger Höhe von Bomerano, einem Ortsteil von Agerola, nach Nocelle über Positano. Nach Bomerano kommst du mit dem SITA-Bus ab Amalfi, dann läufst du überwiegend abwärts mit permanentem Blick auf die Küste und die Li Galli-Inseln. Von Nocelle hinunter nach Positano führt eine sehr lange Treppe, danach nimmst du die Fähre zurück – so wird daraus ein runder Tag ohne Rückweg. Feste Schuhe sind Pflicht, Trittsicherheit ebenfalls, und im Hochsommer solltest du früh starten, weil der Pfad kaum Schatten bietet.

Die entspannteste Variante des Bergsteigens ist eine geführte Tour durch die Zitronengärten oberhalb des Ortes. Dort erfährst du, warum der Sfusato Amalfitano so groß und dickschalig wird, wie die Terrassen auf Kastanienholzgerüsten und Trockenmauern über Jahrhunderte angelegt wurden und warum jede Kiste bis heute über Treppen getragen werden muss. Am Ende steht meist eine Verkostung mit Limoncello, Marmelade und einem Stück Delizia al limone. Das dauert ein bis zwei Stunden, ist auch mit Kindern machbar und erklärt die Landschaft, durch die du danach wanderst, besser als jede Aussichtsplattform.

Ausflüge an der Küste

Ausflüge ab Amalfi nach Atrani, Ravello und Positano

Amalfi liegt in der Mitte der Costiera, und das macht den Ort zum bequemsten Ausgangspunkt für alles andere.

Grotta dello Smeraldo
Grotta dello Smeraldo

Der kürzeste Ausflug ist zugleich einer der besten. Atrani liegt keine tausend Meter östlich, hinter dem Felsvorsprung am Ende der Uferzeile, und ist über einen Fußweg entlang der Küstenstraße in einer Viertelstunde erreichbar. Der Ort gehört zu den flächenmäßig kleinsten Gemeinden Italiens und funktioniert wie ein Gegenentwurf zu Amalfi: eine Piazza direkt über dem Strand, ein paar Bars mit Plastikstühlen, Wäscheleinen zwischen den Häusern, kaum Souvenirläden. Wer abends dort isst statt an der Uferzeile von Amalfi, zahlt weniger und sitzt zwischen mehr Einheimischen.

Steil darüber liegt Ravello, rund 350 Höhenmeter über dem Meer und mit dem SITA-Bus in einer knappen halben Stunde zu erreichen. Zwei Gärten machen den Ort aus: die Villa Rufolo mit ihrem Belvedere über der Küste, deren Bühne im Sommer das Ravello Festival trägt, und die Villa Cimbrone mit der Terrazza dell'Infinito, einer von Büsten gesäumten Balustrade über dem Abgrund. Ravello ist kühler, ruhiger und deutlich klassischer als die Küstenorte; wer den Bus meiden will, steigt zu Fuß über Atrani und die Treppen von Scala auf, muss dafür aber gut zwei Stunden und einiges an Höhenmetern einplanen.

Nach Westen führt der Weg zu den Postkartenorten. Positano liegt rund sechzehn Kilometer entfernt und ist per Fähre angenehmer erreichbar als per Bus – ein Ort, der sich als Treppenstadt vom Kamm bis zum Strand hinunterzieht und in dem man vor allem läuft. Dazwischen liegen Praiano mit seinen Badeplattformen, der Fjord von Furore und Conca dei Marini mit der Grotta dello Smeraldo. Nach Osten wird es unaufgeregter: Minori mit einer römischen Villa mitten im Ort, Maiori mit dem längsten Strand der Küste und Cetara, ein Fischerdorf, in dem bis heute die Colatura di alici hergestellt wird, jene Sardellenessenz, die auf der römischen Fischsauce Garum aufbaut.

Für die größeren Ziele nimmst du Bus oder Fähre nach Salerno oder Sorrent und steigst dort um. Pompeji und Herculaneum liegen beide gut erreichbar am Vesuv, Paestum mit seinen griechischen Tempeln südlich von Salerno, und Capri fährt in der Saison direkt ab Amalfi an. Ein realistischer Rat: Plane pro Tag ein größeres Ziel und nicht zwei. Die Wege an dieser Küste sind kurz in Kilometern und lang in Minuten, und der Bus, der in Positano schon voll ankommt, nimmt dich unterwegs nicht mehr mit.

Reiseplanung & Route

Amalfi-Urlaub planen und die Küste in einer Woche sehen

Ein Standquartier statt drei, Fähre statt Auto und ein Ziel pro Tag – nach diesem Muster funktioniert die Costiera am besten.

Amalfi selbst ist an einem Tag gesehen: Dom mit Kreuzgang und Krypta, Arsenale, ein Stück Hauptgasse, das Papiermuseum im Tal und nachmittags der Stadtstrand. Genau deshalb kommen die meisten als Tagesgäste – und genau deshalb lohnt das Bleiben. Zwischen etwa 10 und 17 Uhr gehört der Ort den Ausflugsbooten und Bussen, davor und danach gehört er denen, die eine Nacht gebucht haben. Der frühe Morgen auf der leeren Piazza Duomo und der Abend, wenn die letzten Fähren weg sind und die Restaurants an der Uferzeile aufmachen, sind zwei völlig andere Städte.

Für drei Tage sieht der Plan so aus: Tag eins Amalfi selbst mit Dom, Arsenale und Valle dei Mulini, abends Atrani zu Fuß. Tag zwei Ravello mit den beiden Villengärten, nachmittags zurück und baden. Tag drei eine Bootstour westwärts mit Badestopps und Blick auf Positano, oder alternativ die Wanderung durch das Valle delle Ferriere. Wer nur zwei Tage hat, streicht die Wanderung; wer vier hat, hängt Positano per Fähre an. Mehr als ein Hauptziel pro Tag geht sich an dieser Küste selten aus, weil jede Verbindung von Wetter, Fahrplan und Verkehr abhängt.

Eine Woche gibt der Küste den Raum, den sie braucht. Bleib in Amalfi wohnen und fahre sternförmig: Positano und Sorrent per Fähre, Ravello und Scala per Bus oder zu Fuß, Minori, Maiori und Cetara nach Osten, dazu ein Tag Pompeji über Salerno und ein Tag Capri. Zwei Tage bleiben für den Sentiero degli Dei und für einen kompletten Strandtag ohne Programm. Der Vorteil des einen Quartiers liegt auf der Hand: Du packst einmal aus, und du musst nicht mit Koffern über Treppen, was an dieser Küste ein ernstzunehmendes Argument ist.

Wo du wohnst, ist trotzdem eine echte Entscheidung. Amalfi ist der Verkehrsknoten mit allen Fähr- und Buslinien, hat Läden, Apotheke und Restaurants in jeder Preisklasse und ist die praktischste Basis. Positano ist teurer und anstrengender zu Fuß, Ravello ruhiger und ohne Meerzugang, Maiori und Minori günstiger, flacher und mit mehr Strand, dafür weniger Kulisse. Wer im Juli oder August kommt, sollte Monate vorher buchen und einkalkulieren, dass Zimmer mit Meerblick hier das Doppelte bis Dreifache eines Zimmers zum Hang kosten.

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Übernachten

Hotels in Amalfi und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Zwischen Klosterhotel über dem Golf und Pension an den Badefelsen liegen in Amalfi ein paar hundert Meter und sehr viel Geld.

Die bekanntesten Häuser sind ehemalige Klöster und Familienbetriebe mit langer Geschichte. Das Anantara Convento di Amalfi Grand Hotel steckt in einem Kloster von 1212, das später den Kapuzinern gehörte, hoch über dem Ort, mit erhaltenem Kreuzgang, einem Säulengang über dem Golf und Aufzug hinunter ins Zentrum. Das Hotel Luna Convento am östlichen Ortsrand geht auf ein Franziskanerkloster von 1222 zurück und hat neben dem Kreuzgang einen Sarazenenturm am Meer und einen Salzwasserpool an den Felsen. Beide verkaufen weniger ein Zimmer als eine Kulisse – und beide liegen so, dass du für jeden Weg entweder Treppen oder einen Aufzug brauchst.

Westlich des Ortskerns, an der Küstenstraße, liegen die Panoramahäuser. Das Hotel Santa Caterina wird seit über hundert Jahren von der Familie Gambardella geführt, hat eigene Zitronengärten, einen Meerwasserpool und einen Lift durch den Fels zum Badeplateau. Das familiengeführte Hotel Miramalfi sitzt rund einen Kilometer außerhalb auf einem eigenen Kap, mit Meerblick aus allen Zimmern und Badeplattformen unterhalb. Der Preis dieser Lage ist die Abhängigkeit vom Bus oder Hotelshuttle für jeden Weg in den Ort – zu Fuß an der SS163 entlangzugehen ist wegen der schmalen Fahrbahn keine gute Idee.

In der Ortsmitte und am Ostende wird es bodenständiger. Das Hotel Marina Riviera liegt am Ende der Uferzeile in einer ehemaligen Sommerresidenz, mit Majolikaböden, Meerblickbalkonen und einem Dachpool. Das Hotel Floridiana steckt als Vier-Sterne-Stadthotel in einem historischen Palazzo mitten in den Gassen nahe der Piazza Duomo, mit Frühstück unter altem Gewölbe – die Wahl für alle, die abends ohne Fahrplan nach Hause kommen wollen. Und das Hotel Aurora ist eine familiengeführte Pension am ruhigeren Ostende direkt an den Badefelsen, die zeigt, dass Amalfi auch unterhalb der Luxusklasse funktioniert.

Drei Hinweise, die hier mehr Gewicht haben als anderswo. Erstens die Treppen: Viele Unterkünfte im Ort sind ausschließlich über Stufen erreichbar, teils dutzende, und niemand trägt deinen Koffer – frag vor der Buchung konkret nach, wie der Zugang aussieht. Zweitens das Parken: Hoteleigene Stellplätze sind selten und meist kostenpflichtig, die öffentlichen Plätze am Hafen und im Parkhaus im Fels sind begrenzt. Drittens die Saison: Viele Häuser schließen von etwa November bis März komplett, und in der Hochsaison sind die guten Zimmer mit Meerblick Monate im Voraus weg.

Hotels in Amalfi

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Restaurants in Amalfi und die Küche der Costiera

Fisch vom Golf, Pasta mit Zitrone und ein Dessert, das es an dieser Küste auf jeder Karte gibt.

Die Küche der Amalfiküste ist einfacher, als die Preise vermuten lassen, und sie dreht sich um drei Zutaten. Erstens Fisch aus dem Golf von Salerno, meist gegrillt, im Salzmantel gebacken oder als Zuppa di pesce mit Brot. Zweitens die Sfusato-Zitrone, die nicht nur im Limoncello landet, sondern auch in Pasta, in Salaten und über gegrilltem Fisch. Drittens die Sardelle, die im nahen Cetara zur Colatura di alici eingesalzen wird, einer bernsteinfarbenen Essenz, die auf Spaghetti ein paar Tropfen genügt. Die typische Pasta heißt Scialatielli, eine kurze, dicke Bandnudel, die erst im 20. Jahrhundert an dieser Küste erfunden wurde und heute überall auf der Karte steht.

Bei den Adressen gibt es zwei Ebenen. Da Gemma kocht seit 1872 wenige Schritte oberhalb der Piazza Duomo, mit Terrasse über der Hauptgasse und den Klassikern der Küstenküche – die traditionsreichste Küche im Ort und entsprechend gefragt. Ähnlich lange dabei ist Lo Smeraldino von 1949 am westlichen Ende des Hafens, mit Terrasse direkt über dem Wasser, mittags Fisch und abends auch Pizza. Das Ristorante Marina Grande liegt unmittelbar am Stadtstrand und arbeitet feiner, mit rohem Fisch, hausgemachter Pasta und Desserts rund um die Zitrone. Reservieren solltest du überall zwischen Juni und September, gern schon vor der Anreise.

Preiswerter und ruhiger wird es abseits der Uferzeile. Die Taverna Buonvicino sitzt am Largo Santa Maria Maggiore zwischen mittelalterlichen Mauern und arbeitet mit Produkten aus der Umgebung, die Trattoria Il Tarì an der Via Pietro Capuano ist die unaufgeregte Adresse für Scialatielli, Pizza und tagesfrischen Fisch zu ehrlichen Preisen. Wer den weiten Blick will, fährt hinaus zur Trattoria da Ciccio Cielo Mare Terra an der Küstenstraße westlich des Ortes, deren Panoramaterrasse über dem Golf hängt und deren Gemüse aus eigenen Gärten kommt. Für alle drei gilt: Ein Anruf am Vortag spart dir die Wartezeit.

Zum Süßen führt kein Weg an der Pasticceria Pansa vorbei, die seit 1830 an der Piazza Duomo steht und in fünfter Generation geführt wird. Bestell die Delizia al limone, eine Kuppel aus Biskuit mit Zitronencreme, dazu kandierte Zitronenschalen. Die zweite Spezialität der Gegend ist die Sfogliatella Santa Rosa, die auf ein Klosterrezept aus dem benachbarten Conca dei Marini zurückgeht. Zum Abschluss kommt fast überall Limoncello auf den Tisch, kalt aus der Tiefkühltruhe. Und ein praktischer Hinweis: Abends wird in Italien spät gegessen, vor 20 Uhr sitzt du in vielen Häusern allein, dafür ist es zwischen 13 und 15 Uhr am vollsten.

Restaurants in Amalfi

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Anreise & unterwegs

Anreise nach Amalfi mit Fähre, Bus und Auto

Die entspannteste Ankunft ist die vom Wasser aus, die anstrengendste die mit dem eigenen Auto.

Aus Deutschland fliegst du in der Regel nach Neapel-Capodichino; seit Sommer 2024 wird zusätzlich der Flughafen Salerno-Costa d'Amalfi im Linienverkehr bedient, bislang allerdings mit einem überschaubaren, überwiegend saisonalen Angebot – wenn eine passende Verbindung dabei ist, verkürzt das die Anfahrt spürbar. Ab Neapel gibt es zwei sinnvolle Wege. Entweder mit dem Zug nach Salerno und von dort im Sommer weiter per Fähre nach Amalfi – die schönste und meist auch berechenbarste Variante. Oder über Sorrent mit der Circumvesuviana und weiter mit dem SITA-Bus über die Küstenstraße, was landschaftlich spektakulär, an heißen Nachmittagen aber eine Geduldsprobe ist. Ein privater Transfer ab Flughafen ist teuer, spart bei später Ankunft mit Gepäck jedoch Nerven.

In der Saison ist die Fähre das beste Verkehrsmittel der Küste. Von Amalfi bestehen Verbindungen nach Salerno, Positano, Sorrent, Minori, Maiori und Capri; mehrere Reedereien teilen sich die Strecken, Tickets gibt es am Kiosk am Hafen oder online. Der Betrieb ist saisonal, ungefähr von Ostern bis in den Oktober, und bei starkem Seegang fallen einzelne Fahrten aus. Rechne damit, dass die letzten Abfahrten am frühen Abend liegen – wer abends noch in Positano essen will, kommt in der Regel nur mit dem Bus oder einem Wassertaxi zurück.

Der SITA-Sud-Bus ist das Rückgrat außerhalb der Fährsaison. Amalfi ist der zentrale Knoten mit Linien nach Sorrent, Salerno, Positano, Ravello, Scala, Agerola und in die Orte nach Osten; der Busbahnhof liegt an der Piazza Flavio Gioia direkt am Hafen. Tickets kaufst du vor dem Einsteigen im Tabacchi oder Kiosk und entwertest sie im Bus. Zwei Erfahrungswerte: In der Hochsaison sind die Busse ab Positano und Sorrent oft schon voll, und wer sitzen will, steigt in Amalfi an der Endhaltestelle ein. Und wer zu Reisekrankheit neigt, sitzt auf dieser Straße besser vorn.

Mit dem eigenen Auto an die Amalfiküste zu fahren, ist möglich, aber selten die beste Idee. Die SS163 ist eine schmale, kurvenreiche Straße aus dem 19. Jahrhundert, an der sich Busse und Lieferwagen ständig gegenseitig rangieren müssen; Parkplätze in Amalfi sind knapp und teuer, das Parkhaus im Fels am Ortsrand ist schnell voll. In den Sommermonaten gilt auf Abschnitten der Küstenstraße zeitweise eine Zufahrtsregelung nach geraden und ungeraden Kennzeichen – prüfe das vor der Fahrt, die Regelung wird jedes Jahr neu festgelegt. Praktikabel ist ein Mietwagen vor allem dann, wenn du außerhalb wohnst und einen Stellplatz sicher hast; im Ort selbst brauchst du kein Auto, sondern Schuhe.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Stadtviertel

Die Stadtviertel von Amalfi – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Amalfi und das Wetter im Jahreslauf

Zwischen April und Oktober liegt an dieser Küste ein halbes Jahr, in dem fast jede Woche funktioniert – nur der Hochsommer verlangt einen Plan.

Amalfi hat mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern, dazu die besondere Lage in einer nach Süden offenen Schlucht, die Wärme staut und Wind abhält. Die Wassertemperaturen hinken dem Wetter nach: Im Juni ist das Meer noch frisch, dafür lässt es sich im Oktober oft noch gut baden. Wichtiger als das Thermometer ist an dieser Küste der Kalender der Tagesgäste. Zwischen Juni und September teilen sich Ausflugsboote, Kreuzfahrttender und Busse denselben Hafenplatz, und im Winter ruhen Fährverkehr und ein großer Teil der Hotellerie.

Jan14°7°still, viele Hotels zu
Feb14°7°feucht, Zitronenernte
Mär16°8°erste warme Tage
Apr19°10°grün, Fähren starten
Mai23°14°warm, ideal zum Wandern
Jun27°18°Badebeginn, noch machbar
Jul30°21°heiß, Hochsaison
Aug30°21°voll und teuer
Sep27°18°warmes Meer, ruhiger
Okt22°15°mild, Saisonende
Nov18°11°Fest des Andreas, sonst leer
Dez15°8°ruhig, viele Häuser zu

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Amalfi sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, die Fähren fahren im vollen Umfang, die Wanderwege im Valle delle Ferriere und auf dem Götterpfad sind noch begehbar, ohne dass dir die Sonne den Tag kostet, und die Preise liegen unter denen der Hochsaison. Der September hat obendrein noch fast das warme Meer des Hochsommers. Juli und August sind heiß, teuer und an der Uferzeile ab dem Vormittag voll – wer dann kommt, plant Ausflüge früh am Morgen und den Nachmittag im Schatten. Von November bis März ist es ruhig und grün, aber viele Hotels und der Linienfährverkehr pausieren.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Amalfi

Wie viele Tage sollte man für Amalfi einplanen?
Für den Ort selbst reicht ein voller Tag mit Dom, Kreuzgang, Arsenale, Hauptgasse und Papiermuseum. Sinnvoll sind drei Tage, weil dann Ravello und eine Bootstour oder die Wanderung ins Valle delle Ferriere dazupassen. Wer die ganze Küste sehen will, bleibt eine Woche und fährt von Amalfi aus sternförmig los.
Lohnt es sich, in Amalfi zu übernachten, statt nur einen Tagesausflug zu machen?
Ja, und zwar aus einem einfachen Grund. Zwischen etwa 10 und 17 Uhr gehört der Ort den Ausflugsbooten und Bussen, davor und danach ist er fast leer. Die Piazza Duomo am frühen Morgen und die Uferzeile nach der letzten Fähre sind zwei völlig andere Orte als das Amalfi, das Tagesgäste kennenlernen.
Braucht man an der Amalfiküste ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Fähren und SITA-Busse verbinden alle Orte, und Amalfi ist der zentrale Knoten für beides. Die SS163 ist schmal und kurvenreich, Parkplätze sind knapp und teuer, und im Sommer gilt abschnittsweise eine Zufahrtsregelung nach Kennzeichen. Ein Mietwagen lohnt nur, wenn deine Unterkunft außerhalb liegt und einen Stellplatz hat.
Wie kommt man vom Flughafen Neapel nach Amalfi?
Am berechenbarsten mit dem Zug nach Salerno und von dort in der Saison per Fähre weiter nach Amalfi. Die zweite Variante führt über Sorrent mit der Circumvesuviana und weiter mit dem SITA-Bus über die Küstenstraße. Mit viel Gepäck oder später Ankunft ist ein privater Transfer teuer, aber deutlich entspannter.
Bis wann fahren die Fähren an der Amalfiküste?
Der Linienverkehr ist saisonal und läuft grob von Ostern bis in den Oktober, im Winter ruht er weitgehend. Die letzten Abfahrten des Tages liegen meist am frühen Abend, weshalb ein Abendessen in Positano ohne Rückweg per Bus oder Wassertaxi selten aufgeht. Bei starkem Seegang fallen einzelne Fahrten kurzfristig aus.
Wo badet man in Amalfi am besten?
Direkt unter der Altstadt an der Spiaggia Marina Grande, einem Bogen aus dunklem Sand und Kies mit Strandbädern und einem freien Abschnitt. Ruhiger ist die Spiaggia del Duoglio westlich des Ortes, erreichbar über mehrere hundert Stufen oder per Wassertaxi. Die Bucht Santa Croce weiter westlich ist praktisch nur vom Wasser aus zugänglich.
Was sollte man im Dom von Amalfi unbedingt ansehen?
Den Chiostro del Paradiso aus dem 13. Jahrhundert mit seinen verschränkten Spitzbögen um einen Palmenhof, die Basilica del Crocifisso mit dem Diözesanmuseum und die Krypta mit den Reliquien des Apostels Andreas. Der Rundgang ist kostenpflichtig und dauert knapp eine Stunde. Schultern und Knie sollten bedeckt sein.
Kann man von Amalfi nach Atrani laufen?
Ja, das ist der kürzeste und einer der lohnendsten Ausflüge. Am östlichen Ende der Uferzeile führt ein Fußweg entlang der Küstenstraße in rund einer Viertelstunde nach Atrani, eine eigenständige Gemeinde mit Piazza direkt über dem Strand. Dort isst man in der Regel günstiger und zwischen mehr Einheimischen als in Amalfi.
Wie kommt man von Amalfi nach Ravello?
Mit dem SITA-Bus ab der Piazza Flavio Gioia in einer knappen halben Stunde die Serpentinen hinauf. Wer laufen möchte, geht über Atrani und die Treppen von Scala hinauf und sollte gut zwei Stunden sowie rund 350 Höhenmeter einplanen. Oben warten die Villa Rufolo mit ihrem Belvedere und die Terrazza dell'Infinito der Villa Cimbrone.
Ist Amalfi mit Kindern oder eingeschränkter Mobilität machbar?
Die Uferzeile, die Piazza Duomo und die Hauptgasse sind flach und gut befahrbar, alles andere bedeutet Treppen. Viele Unterkünfte sind ausschließlich über Stufen erreichbar – frag vor der Buchung konkret nach dem Zugang. Für einen Strandurlaub mit kleinen Kindern sind die flacheren Nachbarorte Minori und Maiori die bequemere Wahl.
Was kostet Amalfi im Vergleich zum Rest Italiens?
Deutlich mehr. Übernachtung und Essen an der Uferzeile liegen im Sommer klar über dem italienischen Durchschnitt, Zimmer mit Meerblick kosten oft das Doppelte bis Dreifache eines Zimmers zum Hang. Sparen lässt sich über die Reisezeit und über die Wahl des Lokals: Ein paar Gassen bergauf oder in Atrani zahlst du spürbar weniger.
Was nimmt man aus Amalfi mit nach Hause?
Handgeschöpftes Papier aus dem Valle dei Mulini, das seit dem Mittelalter hier hergestellt wird und als carta bambagina im Museumsladen erhältlich ist. Dazu Limoncello aus dem Sfusato Amalfitano, kandierte Zitronenschalen aus der Pasticceria Pansa und Colatura di alici aus dem Nachbarort Cetara, die Sardellenessenz der Küste.
Wann finden die Feste zu Ehren des heiligen Andreas statt?
Amalfi begeht seinen Stadtpatron zweimal im Jahr, im Sommer und Ende November. Höhepunkt ist die Corsa dei portatori, bei der Träger die Statue des Apostels im Laufschritt die 62 Stufen der Freitreppe hinauftragen. Die genauen Termine und das Programm veröffentlicht die Gemeinde jedes Jahr neu, ein Blick auf den Kalender lohnt vor der Buchung.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Amalfi – Dom & Grotta dello Smeraldo von der Seerepublik bis zur Papiermühle

Beginne am Duomo di Amalfi und der Piazza Duomo, dann zieh weiter zum Arsenale und ins Tal der Mühlen. Für die Grotta dello Smeraldo lohnt eine frühe Bootsfahrt vor dem Andrang.

Übernachten

Hotels in Amalfi – über Marina Grande & Centro Storico mit Blick über die Costiera Amalfitana

Im Centro Storico wohnst du mitten im Geschehen, an der Marina Grande direkt am Wasser. Wer Ruhe sucht, wählt die höher gelegenen Weiler Vettica & Lone mit Blick übers Meer.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Amalfi – Zitronen, Meer & Piazza Duomo frischer Fisch und Limoncello rund um den Dom

Auf den Tisch kommen Scialatielli ai frutti di mare, frischer Fisch und die berühmten Sfusato-Zitronen. Gegessen wird rund um die Piazza Duomo und an der Marina Grande.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Amalfi – Küste & Valle dei Mulini Bootstouren entlang der Steilküste und Wanderwege

Ab der Marina Grande starten Bootstouren entlang der Costiera und zur Grotta dello Smeraldo. Wanderer steigen ins Valle dei Mulini oder auf den Sentiero degli Dei.

AmalfiEine Freitreppe mit 62 Stufen, unten der Hafen mit den Booten nach Positano, dazwischen ein Ort von rund fünftausend Einwohnern, der einmal eine Seemacht war.
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