
◆ INSEL · KAMPANIEN
Ischia ist die größte Insel im Golf von Neapel – und die, die sich Zeit lässt. Seit der Antike steigen hier heiße Quellen aus dem Vulkangestein, gefasst in Thermalgärten wie den Giardini Poseidon, in denen man zwischen Agaven und Pinien von Becken zu Becken wandert. Vor Ischia Ponte rückt das Castello Aragonese auf seinem Felskegel ins Bild, im grünen Westen wartet Forio mit der weißen Chiesa del Soccorso und den Gärten von La Mortella, und im autofreien Sant'Angelo enden die Gassen direkt an der Piazzetta am Hafen. Dazwischen: Weinterrassen am Monte Epomeo, Kaninchen aus dem Tontopf und der lange Sandbogen der Spiaggia dei Maronti – ein Inselrhythmus, der eher Kur als Eile kennt.

Ischia ist vulkanischen Ursprungs, und das prägt alles: Der grüne Tuffblock des Monte Epomeo wurde aus dem Meer gehoben, an seinen Flanken reifen Reben, und aus unzähligen Spalten steigt seit Jahrtausenden heißes Wasser. Schon die Griechen, die im 8. Jahrhundert v. Chr. bei Lacco Ameno die früheste Siedlung des westlichen Mittelmeers gründeten, kannten die Quellen; die Römer bauten Bäder daraus, und im 19. Jahrhundert kurte hier halb Europa – Giuseppe Garibaldi ließ in Casamicciola seine Kriegswunden behandeln.
Die Insel ist groß genug für sechs Gemeinden und sehr verschiedene Welten: Ischia Porto und Ponte mit Korso, Fähren und dem Castello Aragonese, auf dem im 16. Jahrhundert die Dichterin Vittoria Colonna lebte; das grüne Forio, in dessen Bars in den 1950ern W. H. Auden und halb Cinecittà saßen; das elegante Lacco Ameno, das der Verleger Angelo Rizzoli zum Badesalon der Filmwelt machte; und das autofreie Sant'Angelo im Süden, dessen Gassen an der Piazzetta am Hafen enden.
Der Tag auf Ischia folgt dem Wasser: morgens ins Thermalbecken oder auf den Epomeo, mittags Spaghetti mit Venusmuscheln über der Brandung, nachmittags an die Maronti oder in die Bucht von Sorgeto, wo heiße Quellen direkt im Meer sprudeln. Abends schmort das Kaninchen nach Ischia-Art im Tontopf, dazu ein Glas Biancolella – travelperfect empfiehlt, eine Übernachtung mehr einzuplanen, als der erste Plan vorsieht. Die Insel entschleunigt zuverlässig.
01 · Auf einen Blick
· Inselorte




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02 · Was tun
Thermen & Gärten
Die Giardini Poseidon in der Bucht von Citara sind der größte Thermalpark der Insel: gut 20 unterschiedlich temperierte Becken in terrassierten Gärten, dazu Meerzugang und eine Natursauna in der Felsgrotte. Wer es gestalteter mag, wechselt zum Negombo an der Bucht von San Montano. Und wer gar nichts zahlen will, steigt bei Panza zur Baia di Sorgeto hinab, wo die Quellen direkt im Meer sprudeln.
Festung & Borgo
Über den steinernen Damm aus dem 15. Jahrhundert geht es hinüber zum Castello Aragonese, das Kirchen, Klostergärten und Terrassen auf einem Lavafelsen stapelt – hier lebte die Renaissance-Dichterin Vittoria Colonna. Davor liegt der Borgo von Ischia Ponte mit der Cattedrale dell'Assunta, Handwerksläden und der Spiaggia dei Pescatori, an der die Boote noch zwischen den Badetüchern liegen.
Der grüne Westen
Forio war in den 1950ern Künstlerkolonie, und der Westen hat sich die Eigenwilligkeit bewahrt: die schneeweiße Chiesa del Soccorso auf ihrer Felsnase, die Gärten von La Mortella, die Susana Walton für den Komponisten William Walton anlegte, und dahinter Weinterrassen bis zum Epomeo. Den Abschluss macht der längste Sonnenuntergang der Insel – am besten mit einem Glas Biancolella.
Berg & Süden
Von Fontana führt der Klassiker unter Ischias Wanderungen in 60 bis 90 Minuten auf den Monte Epomeo, dessen Gipfel mit dem in den Fels geschlagenen Eremo di San Nicola den ganzen Golf überblickt. Danach hinunter in den Süden: das autofreie Sant'Angelo, ein Taxiboot zur Spiaggia dei Maronti und zum Ausklang die dampfenden Fumarolen im Sand.
03 · Wann
Ischia hat mildes Mittelmeerklima mit einem langen Sommer – und eine Besonderheit: Dank der Thermalquellen reicht die Saison weiter in Frühjahr und Herbst hinein als an den meisten Küsten Kampaniens. Die großen Thermalparks öffnen meist von April bis Ende Oktober, das Meer bleibt bis in den Oktober badewarm. Der August gehört den italienischen Ferien – voll, laut und teuer; wer kann, weicht in die Randmonate aus.
04 · Häufige Fragen
Mit dem Schiff ab Neapel: Tragflächenboote legen am Molo Beverello ab und brauchen rund 50–60 Minuten, Autofähren ab Porta di Massa etwa 90 Minuten. Auch von Pozzuoli fahren Fähren. Auf der Insel gibt es drei Häfen – Ischia Porto, Casamicciola und Forio. Vom Flughafen Neapel bringt dich ein Shuttle oder Taxi zum Hafen; ein eigenes Auto braucht man auf Ischia nicht.
Drei bis vier Tage reichen für Castello Aragonese, einen Thermalpark, Sant'Angelo und eine Wanderung auf den Epomeo. Wer Kur- und Strandleben ernst nimmt, bleibt eine Woche – die Insel ist deutlich größer als Capri und belohnt langsames Reisen mit jedem zusätzlichen Tag.
Ischia Porto und Ponte für kurze Wege, Restaurants und Abendleben; Forio für Sonnenuntergänge, Strände und Weinland; Lacco Ameno für elegante Ruhe mit Grandhotel-Tradition; Sant'Angelo für autofreie Romantik im Süden. Mit den Buslinien CS und CD ist man von überall aus flexibel.
Ja – sie sind das, was Ischia von allen Nachbarinseln unterscheidet. Die Giardini Poseidon in der Bucht von Citara sind mit gut 20 Becken der größte Park, das Negombo an der Bucht von San Montano gilt als der gestalterisch schönste. Plane jeweils einen ganzen Tag ein; geöffnet ist meist von April bis Ende Oktober.
Nein. Die Buslinien CS und CD umrunden die Insel in beide Richtungen und halten in allen Orten, dazu kommen Taxis und im Sommer Taxiboote. Die Straßen sind eng, Parkplätze rar, und in der Hochsaison gelten Einschränkungen für auswärtige Fahrzeuge – zu Fuß, per Bus und Boot ist man entspannter unterwegs.
Capri ist kleiner, mondäner und perfekt für ein bis zwei glamouröse Tage; Ischia ist grüner, vielfältiger und spürbar entspannter – mit Thermen, Weinbergen, langen Stränden und faireren Preisen. Wer auf Ischia wohnt, kann Capri gut als Tagesausflug per Boot anhängen.
05 · In der Nähe
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage auf Ischia.
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