Sorrent (italienisch Sorrento) liegt auf einer Hochebene aus Tuffstein, die steil zum Golf von Neapel abfällt. Von den Klippen blickt man über das Wasser direkt auf den Vesuv – eine Kulisse, die schon Goethe und Dichter der Romantik in ihren Bann zog. Anders als die schwer erreichbaren Orte der Amalfiküste ist Sorrent gut angebunden und damit ein praktischer wie atmosphärischer Ausgangspunkt für die ganze Region.
Das Herz der Stadt ist die Piazza Tasso, benannt nach dem hier geborenen Dichter Torquato Tasso. Von hier zweigt das Gassengewirr des historischen Zentrums ab, wo sich Geschäfte mit Limoncello, Zitronenkeramik und der traditionellen Intarsienarbeit (Tarsia lignea) aneinanderreihen. Die schmale Via San Cesareo ist die belebte Einkaufsader, während stille Höfe und der mittelalterliche Domkreuzgang Ruhe bieten.
Sorrent ist berühmt für seine Zitronen: Die großen, dickschaligen Früchte gedeihen in terrassierten Gärten und sind die Grundlage des Limoncello, der hier vielerorts noch in Familienbetrieben gebrannt wird. In der Küche tauchen sie überall auf – von der Pasta bis zur cremigen Zitronentorte.
Der kleine Hafen Marina Piccola dient als Fähranleger, von dem Boote nach Capri, Neapel, Positano und Amalfi ablegen. Die malerischere Marina Grande dagegen hat sich ihren Charakter als altes Fischerdorf bewahrt, mit bunten Booten und Fischrestaurants direkt am Wasser. Mit der Circumvesuviana-Bahn erreicht man von Sorrent aus bequem Pompeji und Neapel. So vereint die Stadt das Beste der Region: das maritime Flair der Küste, den direkten Zugang zu antiken Stätten und ein lebendiges Stadtleben, das auch außerhalb der Hochsaison pulsiert.