Stadt · Italien

Positano

Der Bus setzt dich oben an der Küstenstraße ab, und von dort führt jeder Weg nach unten – über Treppen, unter Bougainvillea hindurch, zwischen Hauswänden entlang, bis nach zehn Minuten der dunkle Kies der Spiaggia Grande vor dir liegt.

4 Stadtviertel6 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Positano-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai, Juni und September bieten warmes, badetaugliches Wetter ohne den Andrang des Hochsommers. Juli und August sind heiß und stark besucht, im Winter haben viele Hotels und Lokale geschlossen.
Über Positano

Reisen nach Positano

Positano ist eine Gemeinde mit knapp 4.000 Einwohnern in der Provinz Salerno, gebaut in eine Felsnische der Monti Lattari, die so steil ins Meer abfällt, dass der Ort seine Häuser übereinander stapeln musste statt nebeneinander. Seit 1997 gehört die gesamte Costiera Amalfitana als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe, und Positano liefert dazu das bekannteste Bild: Fassaden in Ocker, Rosa und Terracotta, dazwischen die grün-gelb geflieste Majolika-Kuppel der Pfarrkirche Santa Maria Assunta, unter der eine beim Vesuvausbruch von 79 n. Chr. verschüttete römische Küstenvilla freigelegt und als Museum zugänglich gemacht wurde. Autos kommen nur bis zur Einbahnschleife aus Viale Pasitea und Via Cristoforo Colombo, die von der Küstenstraße SS163 in den Ort hinunter- und wieder hinaufführt; alles dazwischen ist Treppe. Unten liegen zwei Strände – die Spiaggia Grande mit Fähranleger, Lidos und Strandlokalen, und die ruhigere Bucht von Fornillo, die du über den Küstenpfad Via Positanesi d'America am Sarazenenturm Torre Trasita vorbei erreichst. Gut 350 Meter höher, an derselben Felswand, liegt das Bergdorf Montepertuso mit seinem durchbohrten Felsen, noch einmal rund hundert Meter darüber Nocelle am Ende des Sentiero degli Dei, des Höhenwegs über der Küste. Vor der Küste liegen die drei Li-Galli-Inseln, in der Antike der sagenhafte Sitz der Sirenen. Von Frühjahr bis Herbst legen Fähren und Tragflügelboote nach Amalfi, Sorrent, Salerno und Capri an; im Winter schließt ein großer Teil der Hotels und Restaurants, und der Ort gehört wieder seinen Bewohnern.

Positano – Karte
Reiseführer

Positano von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr morgens gehört Positano den Lieferanten. Ein Mann trägt Kisten mit Zitronen die Treppe hinunter, vor der Kirche kehrt jemand die Stufen, und auf der Spiaggia Grande liegen die Sonnenschirme noch zusammengeklappt. Vier Stunden später haben die Boote aus Sorrent ihre Tagesgäste abgesetzt, die Gassen sind voll, und in den Boutiquen der Viale Pasitea hängen die Leinenkleider wieder draußen. Positano ist beides an einem Tag – und wer hier übernachtet statt vorbeizuschauen, bekommt die stille Hälfte gratis dazu.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Positano

Positano hat keine Museumsmeile – drei der vier Sehenswürdigkeiten liegen an der Treppe, die du ohnehin hinunterläufst, die vierte hoch darüber am Berg.

Der Mittelpunkt des Ortes ist die Pfarrkirche Santa Maria Assunta, und zwar in jeder Hinsicht. Ihre mit grün, gelb und blau glasierten Majolika-Ziegeln gedeckte Kuppel ist das meistfotografierte Motiv Positanos, und weil man sie von fast jedem Punkt des Hangs aus sieht, dient sie zugleich als Orientierungshilfe im Treppengewirr. Im Inneren hängt über dem Hauptaltar eine byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna, an der die Gründungslegende des Ortes hängt: Seeräuber, die das Bild verschleppten, sollen auf See eine Stimme gehört haben, die ihnen befahl, es abzusetzen – posa, posa –, worauf sie an dieser Bucht anlegten und der Ort seinen Namen bekam. Über dem Portal des 1707 errichteten Glockenturms nebenan sitzt ein mittelalterliches Relief mit einem Fabelwesen, einer Pistrice, das aus einem älteren Kirchenbau stammt. Der Eintritt kostet nichts; wie fast überall in Italien solltest du aber damit rechnen, dass die Kirche über die Mittagszeit schließt, und Schultern und Knie bedecken.

Unter der Kirche liegt die jüngste Sehenswürdigkeit des Ortes und zugleich seine älteste Schicht. Bei Arbeiten unter der Krypta stieß man auf die Reste einer römischen Küstenvilla, die beim Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. unter Asche und Schlamm verschwand – dasselbe Ereignis, das Pompeji und Herculaneum begrub. Freigelegt ist bisher vor allem ein Raum mit vollständig erhaltener Wandmalerei: Fabelwesen, Masken, Vögel und Girlanden auf tiefrotem und schwarzem Grund, die Farben so kräftig, als wären sie eben erst aufgetragen worden. Zugänglich ist das MAR Positano nur mit Ticket zu festen Einlasszeiten und in kleinen Gruppen, weil der Raum unter der Kirche eng und die Luftfeuchtigkeit heikel ist. In der Hauptsaison lohnt es sich, das Ticket im Voraus zu sichern statt auf gut Glück vor der Tür zu stehen.

Die dritte Sehenswürdigkeit ist ein Weg. Vom Bootsanleger an der Spiaggia Grande zieht sich die Via Positanesi d'America als schmaler, gepflasterter Pfad nach Westen um den Felssporn herum – benannt nach den Positanesen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und deren Überweisungen den Ort über eine lange Armutsphase brachten. Auf dem Sporn steht die Torre Trasita, einer jener Wachtürme, mit denen die Küste über Jahrhunderte gegen sarazenische Korsaren gesichert wurde – wann genau sie entstand, ist bis heute umstritten; in Privatbesitz ist sie längst und lässt sich nur von außen ansehen. Der Pfad läuft fast eben auf halber Höhe über dem Wasser, gibt den Blick auf den hellen Grund der Bucht frei und endet nach wenigen Minuten am Strand von Fornillo. Vom Boot abgesehen ist es die einzige Stelle auf Meereshöhe, an der du die ganze Ortssilhouette am Stück vor dir hast.

Die vierte liegt hoch über allem anderen und ist ein Loch. Il Buco di Montepertuso ist ein natürlicher Durchbruch in der Felswand über dem gleichnamigen Bergdorf, groß genug, dass der Himmel hindurchscheint; der Name bedeutet nichts anderes als durchbohrter Berg. Der Legende nach entstand er, als die Madonna und der Teufel darum stritten, wer die Wand durchstoßen könne – er scheiterte, sie schaffte es mühelos, und das Dorf stellt das im Sommer bei einem Fest mit Feuerwerk am Fels nach. Ein kurzer, steiler Pfad führt vom Dorfplatz hinauf. Und wenn du ohnehin oben bist: Die weitesten Blicke auf Positano hast du nicht vom Strand, sondern von der Serpentinenstraße nach Montepertuso und von den Terrassen entlang der Via Cristoforo Colombo, wo der komplette Hang mit Kirche, Häusern und Bucht in einem einzigen Bild liegt.

Sehenswürdigkeiten in Positano

Strände & Buchten

Die Strände von Positano zwischen Spiaggia Grande und Fornillo

Zwei Strände erreichst du zu Fuß, alle weiteren nur mit dem Boot oder über mehrere hundert Stufen.

Spiaggia Grande
Spiaggia Grande

Die Spiaggia Grande ist Hauptstrand und Bühne zugleich. Der Untergrund ist kein Sand im Nordsee-Sinn, sondern dunkler, grober Kies mit Sandanteil, angenehm zum Liegen und in der Mittagssonne so heiß, dass du barfuß über die letzten Meter zum Wasser hüpfst – Badeschuhe oder Flipflops sind hier keine Übervorsicht. Den größten Teil der Bucht teilen sich die Lidos mit ihren geordneten Schirmreihen, dazwischen und in Richtung des Bootsanlegers bleiben freie Abschnitte, auf denen du dein eigenes Handtuch ausbreiten kannst. Am oberen Rand läuft die Promenade mit Lokalen und Bars entlang, unter anderem Chez Black, das dort seit 1949 in erster Reihe steht. Am späten Nachmittag schiebt sich der Schatten des westlichen Felssporns über den Strand; wer die letzte Sonne mitnehmen will, wandert dann an das östliche Ende hinüber.

Der zweite Strand liegt hinter genau diesem Sporn. Über die Via Positanesi d'America gehst du vom Bootsanleger aus in wenigen Minuten nach Fornillo, und mit jedem Schritt wird es leiser. Die Bucht ist kleiner, der Kies gröber, das Wasser genauso klar, und es gibt ein paar Lidos, eine Handvoll Lokale direkt über dem Wasser und deutlich mehr Platz für Handtücher als drüben. Über dem Strand liegt Lo Guarracino unter einer Weinlaube am Pfad, mit Blick auf den Sarazenenturm und die Li-Galli-Inseln. Wer mit Kindern kommt oder einfach einen ganzen Badetag plant statt einer Stunde zwischen zwei Programmpunkten, ist in Fornillo besser aufgehoben – der einzige Nachteil ist der Rückweg, denn zum Ort geht es wieder bergauf.

Alles Weitere gehört dem Boot. Östlich des Ortes liegt die Bucht von Arienzo, zu der von der Küstenstraße eine lange Treppe hinunterführt – im Volksmund der Strand der 300 Stufen, und der Aufstieg am Abend ist der Preis für einen ruhigen Tag. Noch ein Stück weiter östlich liegt Laurito, das im Sommer per Shuttleboot ab der Spiaggia Grande bedient wird. Dazwischen reihen sich kleine Felsbuchten aneinander, die überhaupt keinen Landzugang haben. Am Bootsanleger und an der Promenade bieten mehrere Anbieter Wassertaxis und Halbtagestouren an; wer im Sommer eine bestimmte Bucht ansteuern will, fragt am Vortag nach Uhrzeit und Rückfahrt, statt sich am Nachmittag auf spontane Rückholung zu verlassen.

Zur Praxis. Eine Liege im Lido ist an der Amalfiküste eine der teureren Anschaffungen des Urlaubs, die Sätze unterscheiden sich je nach Betrieb und Saison erheblich und werden meist pro Tag oder Halbtag abgerechnet – frag vor dem Hinlegen, nicht danach. Die freien Abschnitte sind in der Hochsaison ab dem späten Vormittag belegt, wer sie will, ist vor zehn da. Das Wasser fällt schnell ab und ist glasklar, in der Nähe der Felsen solltest du auf Seeigel achten. Am wärmsten ist das Meer im August und September, im Mai verlangt es noch etwas Überwindung. Und wenn der Wind auffrischt, merkst du es zuerst am Anleger: Bei Seegang fallen Fähren und Bootstouren aus, der Strand selbst bleibt nutzbar.

Ortsteile & Lage

Positanos Ortsteile vom Strand bis in die Bergdörfer

Positano ist keine Stadt mit Vierteln, sondern ein Hang mit Höhenstufen – und die Höhe entscheidet über Preise, Ruhe und Anzahl der Stufen.

Sentiero degli Dei
Sentiero degli Dei

Ganz unten liegt der Centro Storico, das historische Herz zwischen Kirche und Strand. Hier stehen die Pfarrkirche mit ihrer Kuppel, das MAR unter der Krypta, die Boutiquen und Sandalenwerkstätten, die Lokale an der Promenade und die Hotels mit den kürzesten Wegen zum Wasser – vom Covo dei Saraceni direkt über dem Bootsanleger bis zum Hotel Palazzo Murat, das in einem Palazzo des 18. Jahrhunderts mit einem üppigen Innenhofgarten mitten im Ortskern sitzt. Der Preis dafür ist der Trubel: Zwischen elf und siebzehn Uhr schiebt sich hier der komplette Tagestourismus der Amalfiküste durch, und der Rückweg vom Strand zur Bushaltestelle Sponda ist eine lange Treppe bergauf. Dafür brauchst du abends für nichts ein Verkehrsmittel.

Westlich davon, hinter dem Felssporn mit der Torre Trasita, beginnt Fornillo. Der Ortsteil hat seinen eigenen, ruhigeren Strand, eine Handvoll Lokale über dem Wasser und den Charakter eines Fischerdorfs, das sich vom Hauptort abgewandt hat. Über der Bucht steigt der Hang zur Viale Pasitea hin an, und dort liegen mehrere der angenehmsten Häuser des Ortes: das seit den 1950er Jahren von der Familie Aonzo geführte Hotel Poseidon mit beheiztem Panoramapool und das Hotel Villa Franca am oberen Ende der Straße, dessen Rooftop-Pool bis zu den Li-Galli-Inseln blickt. Wer hier wohnt, hat zum Zentrum zehn bis fünfzehn Minuten zu laufen, meistens bergab hin und bergauf zurück – dafür abends Ruhe.

Gut 350 Meter über dem Meer liegt Montepertuso, und der Höhenunterschied ist auch ein kultureller. Statt Boutiquen gibt es einen Dorfplatz, statt Lidos Gemüsegärten und Zitronenterrassen, dazu in der Wand darüber das namensgebende Loch. Die Familienlokale hier oben – La Tagliata mit festem Menü ohne Karte und Antipasti aus dem eigenen Garten, Il Ritrovo am Dorfplatz mit Kochkursen – sind ein Grund, den Abend nach oben zu verlegen; beide holen Gäste per Shuttle aus Positano ab, was den Rückweg im Dunkeln erledigt. Auch übernachten lässt es sich hier deutlich günstiger als unten am Wasser, sofern du bereit bist, für jeden Strandtag den Ortsbus oder die Straße zu nehmen.

Noch ein Stück weiter östlich, an derselben Felswand, klebt Nocelle. Der Weiler war lange nur über Treppenwege zu erreichen und ist erst in den letzten Jahrzehnten an die Straße angeschlossen worden, was man ihm bis heute anmerkt: ein paar Häuser, eine Kirche, ein Aussichtspunkt, kein Verkehr. Bekannt ist Nocelle als Endpunkt des Sentiero degli Dei – wer den Höhenweg von Bomerano herkommt, landet genau hier, isst im Ristorante Santa Croce auf der freien Terrasse über der Küste und entscheidet dann, ob er die rund 1.500 Stufen nach Positano hinuntersteigt oder den Bus nimmt. Als Übernachtungsort ist Nocelle etwas für Wanderer und für alle, denen Aussicht mehr bedeutet als kurze Wege.

Reiseplanung & Route

Positano-Urlaub planen mit zwei Tagen zwischen Strand und Höhenweg

Der Ort selbst ist an einem Tag gesehen – die Frage ist, was du am zweiten machst, und die Antwort entscheidet über die ganze Reise.

Tag eins beginnt oben und läuft nach unten. Steh früh auf, solange die Treppen noch leer sind, und arbeite dich von der Viale Pasitea an den Boutiquen vorbei zur Pfarrkirche Santa Maria Assunta hinab; wenn du ein Ticket für das MAR unter der Kirche hast, passt es genau hier hinein. Danach die letzten Stufen zur Spiaggia Grande, ein erster Sprung ins Wasser und Mittagessen an der Promenade oder gleich an einem der Lidos. Für den Nachmittag nimmst du die Via Positanesi d'America hinüber nach Fornillo, wo es leiser ist, und bleibst dort bis der Schatten kommt. Zum Aperitif zurück in den Ort, zum Abendessen nach oben – ab etwa acht Uhr abends verschwinden die Tagesgäste, und der Ort wird das, wonach er auf Fotos aussieht.

Tag zwei gehört dem Berg. Der Sentiero degli Dei beginnt nicht in Positano, sondern in Bomerano, einem Ortsteil von Agerola hoch über der Küste, den du morgens mit dem Bus über Amalfi erreichst; von dort läuft der Höhenweg auf halber Höhe zwischen Fels und Meer rund acht Kilometer nach Nocelle, überwiegend leicht abwärts, mit Blicken über die ganze Küste bis Capri. In Nocelle isst du zu Mittag und hast dann die Wahl: die rund 1.500 Stufen hinunter nach Positano – landschaftlich großartig, für die Knie eine Ansage – oder den Ortsbus, der dich in einer Viertelstunde nach unten bringt. Wer die Wanderung in dieser Richtung geht, spart sich den Aufstieg; umgekehrt wird daraus ein deutlich härterer Tag.

Wenn Wandern nicht in Frage kommt, ersetzt du Tag zwei durch das Meer. Ab der Spiaggia Grande starten Bootstouren zu den drei Li-Galli-Inseln, dem sagenhaften Sitz der Sirenen, mit Badestopps in Buchten, an Grotten und unter Wachtürmen, die vom Land aus niemand zu sehen bekommt. Ein halber Tag reicht dafür, ein ganzer bringt dich bis zum Fjord von Furore oder vor die Grotten Richtung Amalfi. Die zweite Variante ist ein Tagesausflug nach Capri per Tragflügelboot, die dritte ein Kochkurs oben in Montepertuso, bei dem du Pasta, Gnocchi und Parmigiana selbst machst und das Ergebnis mit Blick über die Küste isst.

Ab drei Tagen wird Positano zum Standort statt zum Ziel. Ein Tag geht dann an die Nachbarorte: mit dem Bus oder der Fähre nach Amalfi, von dort mit dem Bus die Serpentinen hinauf nach Ravello mit seinen beiden Villengärten hoch über dem Golf von Salerno. Ein weiterer Tag reicht für Pompeji oder Herculaneum, erreichbar über Sorrent und die Circumvesuviana. Vier bis fünf Tage decken zusätzlich Capri und einen reinen Strandtag ab, ohne dass du in Hektik verfällst. Und ein Rat, der jede Planung schlägt: Übernachte im Ort statt in Sorrent, auch wenn es mehr kostet. Positano ohne Morgen und ohne Abend gesehen zu haben, ist der häufigste Fehler auf dieser Küste.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Übernachten

Hotels in Positano und die passende Lage am Hang

Die entscheidende Frage bei einem Hotel in Positano ist nicht die Sternezahl, sondern wie viele Stufen zwischen Zimmer, Strand und Bushaltestelle liegen.

Am oberen Ende der Skala stehen zwei Häuser mit eigener Geschichte. Le Sirenuse hinter der roten Fassade mitten im Ort wird seit 1951 von der Familie Sersale geführt, die ihr Sommerhaus damals in ein Hotel verwandelte; geblieben sind Vietri-Fliesen in jedem Zimmer, ein Pool im Zitronengarten und das Restaurant La Sponda, das abends von hunderten Kerzen erleuchtet wird. Rund zwei Kilometer östlich, außerhalb des Ortes, ist Il San Pietro di Positano regelrecht in die Felswand hineingebaut, mit einem Aufzug durch den Fels hinunter zum eigenen Badefelsen und dem Gourmetrestaurant Zass. Beide Häuser sind teuer, beide sind in der Saison früh ausgebucht, und beide funktionieren anders: das eine mitten im Ort, das andere bewusst abseits davon.

Darunter liegt die Ebene, auf der die meisten Reisen tatsächlich stattfinden. Das Hotel Palazzo Murat sitzt in einem Palazzo des 18. Jahrhunderts, der einst Joachim Murat als Sommerresidenz diente, mit einem grünen Innenhofgarten wenige Schritte von der Kirche. Das Covo dei Saraceni steht direkt über dem Bootsanleger, so dass du vom Pool aus den Fähren nach Capri und Amalfi beim Kommen und Gehen zusiehst. Das Hotel Marincanto staffelt seine Terrassen unterhalb der Via Cristoforo Colombo und hat einen eigenen Treppenweg zum Strand. Auf der Westseite über der Bucht von Fornillo liegen das familiengeführte Hotel Poseidon und, am oberen Ende der Viale Pasitea, das Hotel Villa Franca mit Rooftop-Pool und Blick bis zu den Li-Galli-Inseln.

Bevor du buchst, klär die Logistik. Zwischen der Bushaltestelle Sponda an der Küstenstraße und dem Strand liegen mehrere hundert Stufen, und dein Koffer nimmt diesen Weg nicht von allein. Die meisten Häuser organisieren einen Gepäckträger oder ein Elektrofahrzeug bis zum nächsten erreichbaren Punkt – frag beim Buchen danach und nenne deine Ankunftszeit, sonst stehst du mit Rollkoffer auf einer Treppe. Frag außerdem konkret nach der Zahl der Stufen zwischen Straße, Rezeption und Zimmer: In Positano bedeutet zentrale Lage nicht bequem, sondern lediglich kurz. Wer schlecht zu Fuß ist, sucht ein Haus möglichst nah an der Viale Pasitea mit Aufzug im Gebäude statt eines Zimmers mit vielen Terrassenebenen.

Die zweite Größe ist der Kalender. Positano ist ein Saisonort: Ein großer Teil der Hotels und Restaurants schließt über den Winter und öffnet erst im Frühjahr wieder, während in Juli und August Zimmerpreise und Auslastung ihren Höhepunkt erreichen. Wer im Mai, Juni oder September reist, bekommt dieselben Häuser zu spürbar besseren Konditionen und dazu erträglichere Temperaturen auf den Treppen. Ist dir Positano zu teuer, bleibt die Umgebung: Montepertuso und Nocelle oben am Berg sowie das Nachbardorf Praiano ein Stück östlich sind mit Bus und Straße angebunden und liegen preislich deutlich darunter – du tauschst kurze Wege gegen ein Verkehrsmittel pro Strandtag.

Hotels in Positano

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Partnerangebote in Kürze

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Partnerangebote in Kürze
Essen & Trinken

Essen und Trinken in Positano zwischen Strandlokal und Bergdorf

Die Küche der Amalfiküste kennt zwei Register – Fisch am Wasser und Garten am Berg –, und der Unterschied zeigt sich auch auf der Rechnung.

Was hier auf den Teller kommt, wächst großenteils an derselben Steilküste. Der Sfusato Amalfitano, die große, dickschalige Zitrone der Küste, steckt in allem: im Limoncello, in der Delizia al limone genannten Halbkugel aus Biskuit und Zitronencreme, in Salaten und im Fisch. Dazu Scialatielli, eine kurze, breite Frischpasta aus Kampanien, meist mit Meeresfrüchten; Fisch all'acqua pazza in einem Sud aus Tomaten, Knoblauch und Kräutern; Mozzarella di Bufala Campana aus der Ebene hinter dem Gebirge und Provolone del Monaco von den Monti Lattari. Aus Cetara am östlichen Ende der Küste kommt die Colatura di Alici, eine bernsteinfarbene Sardellenessenz, die man über Spaghetti gibt – eines der eigenwilligsten Produkte dieser Küche.

Unten am Wasser isst du für die Aussicht mit. Chez Black steht seit 1949 in erster Reihe an der Spiaggia Grande, mit Schiffskajüten-Interieur und einer Karte zwischen neapolitanischen Klassikern, Pizza und Fisch; es ist eine Institution und entsprechend voll. Lo Guarracino liegt am Küstenpfad nach Fornillo unter einer Weinlaube über dem Wasser, mit Holzofenpizza, Fang des Tages und Blick auf Sarazenenturm und Li Galli – der beste Kompromiss aus Lage und Preis im Ort. Und wer einmal groß essen gehen will, reserviert im La Sponda des Hotels Le Sirenuse, wo abends hunderte Kerzen den Raum tragen und die kampanische Küche vom Guide Michelin ausgezeichnet ist.

Die ehrlicheren Preise stehen weiter oben. An der Viale Pasitea kocht Da Vincenzo seit 1958 als Familientrattoria mit geradliniger Küstenküche und hausgemachten Desserts, mit nur wenigen Tischen an der Straße. Noch höher, in Montepertuso, arbeitet La Tagliata ganz ohne Speisekarte: Es kommt, was da ist – Antipasti aus dem eigenen Garten, hausgemachte Pasta, Gegrilltes vom Holzkohlefeuer, dazu die Terrassen über der Küste. Il Ritrovo am Dorfplatz kocht seit 1989 kampanisch aus eigenem Anbau und bietet zusätzlich Kochkurse an. Beide Lokale holen Gäste per Shuttle aus dem Ort ab, was den Weg im Dunkeln erledigt. In Nocelle wiederum ist das Ristorante Santa Croce am Ende des Sentiero degli Dei die verlässliche Adresse für alle, die gerade acht Kilometer gelaufen sind.

Ein paar Regeln erleichtern den Abend. Reserviere, und zwar möglichst vor der Anreise – Positano hat wenige Tische und in der Saison mehr Nachfrage, als der Ort verkraftet. Gegessen wird spät, vor halb neun sitzt kaum jemand am Tisch, und Küchen schließen entsprechend später als in Deutschland. Auf der Rechnung steht neben den Speisen ein Coperto als Gedeckpreis pro Person, das ist normal und kein Trinkgeld. Getrunken wird regional: die Weißweine der Costa d'Amalfi mit ihren Lagen um Furore, Ravello und Tramonti, dazu Fiano, Falanghina und Greco aus dem kampanischen Hinterland, zum Abschluss ein eisgekühlter Limoncello. Und wenn dir das Preisniveau unten zu hoch ist, nimm den Shuttle nach Montepertuso – derselbe Blick, andere Zahlen.

Restaurants in Positano

Alle 7 Restaurants
Anreise, Fähre & vor Ort

Anreise nach Positano mit Fähre, Bus und Auto

Positano hat keinen Bahnhof, keinen richtigen Hafen und praktisch keine Parkplätze – die Anreise ist deshalb der Teil, den man vorher durchdenkt.

Der Ausgangspunkt für fast alle ist Neapel. Der Flughafen liegt rund 60 Kilometer entfernt, von dort bringen dich Flughafenbusse direkt nach Sorrent, und ab Neapel Centrale fährt die Circumvesuviana als Regionalbahn ebenfalls nach Sorrent – eine einfache, oft volle Bahn, in der du dein Gepäck im Blick behalten solltest. Von Sorrent aus geht es weiter über die Küstenstraße SS163 oder per Schiff. Wer mit dem Zug aus Norden kommt, steigt in Neapel oder in Salerno aus; Salerno ist die bessere Wahl, wenn du von Osten her über Amalfi anreisen willst. Ein Transfer per Fahrdienst ist die bequemste und teuerste Variante und endet trotzdem oben an der Straße, nicht vor deiner Zimmertür.

Von Frühjahr bis Herbst ist das Boot die angenehmste Art anzukommen. Fähren und Tragflügelboote verbinden Positano in dieser Zeit mit Sorrent, Amalfi, Salerno, Capri und Neapel, und die Anfahrt entlang der Steilküste ist selbst schon die halbe Sehenswürdigkeit. Zwei Dinge musst du wissen: Positano hat keinen geschützten Hafen, sondern nur einen Anleger an der Spiaggia Grande – bei Wellengang oder starkem Wind fallen Verbindungen kurzfristig aus, und darauf hast du keinen Einfluss. Und vom Anleger führt kein Fahrzeug weiter; vom Boot bis in den Ort hinauf sind es Stufen, mit Koffer eine ernstzunehmende Übung. Im Winter ruht der Fährbetrieb weitgehend, dann bleibt nur die Straße.

Auf der Straße fahren die Überlandbusse der SITA Sud über die SS163 zwischen Sorrent und Amalfi und halten in Positano an zwei Punkten: Chiesa Nuova am westlichen Ortsrand und Sponda am östlichen, näher am Zentrum. Von Sponda geht es über eine lange Treppe hinunter zur Kirche und zum Strand, von Chiesa Nuova die Viale Pasitea entlang. Fahrkarten kaufst du vor dem Einsteigen an Kiosken, Tabaccherie oder Bars und entwertest sie im Bus. In der Hochsaison sind die Busse regelmäßig überfüllt und lassen an Zwischenhalten Fahrgäste stehen – plane Puffer ein, wenn du eine Fähre oder einen Flug erreichen musst. Innerhalb des Ortes fährt ein kleiner Ortsbus die Schleife zwischen Chiesa Nuova, Sponda und den Bergdörfern Montepertuso und Nocelle; das ist die einzige sinnvolle Art, den Höhenunterschied zu überwinden.

Bleibt das Auto, und dazu ein klares Wort: Für Positano selbst brauchst du keines, und es macht die Sache schwerer statt leichter. Der Ort funktioniert über eine Einbahnschleife – von der SS163 hinunter über die Viale Pasitea, unten herum und über die Via Cristoforo Colombo wieder hinauf –, an der es kaum öffentliche Stellplätze gibt. Bleiben private Garagen, deren Tagessätze zu den höchsten der Küste zählen. Dazu kommt, dass die Behörden in den Hochsommerwochen auf der Küstenstraße zeitweise ein Wechselkennzeichen-System für Nicht-Anwohner anwenden, das jährlich neu festgelegt wird; wer mit dem Auto anreist, prüft die aktuelle Regelung vorab. Sinnvoll ist ein Mietwagen erst, wenn du das Hinterland und die Halbinsel abseits der Küstenstraße erkunden willst – und dann besser ab einem Quartier mit eigenem Parkplatz.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Partnerangebote in Kürze
Wandern & Aktivitäten

Wandern auf dem Sentiero degli Dei und den Treppen über Positano

Der bekannteste Weg der Amalfiküste beginnt nicht in Positano, sondern endet dort – und zwar mit rund 1.500 Stufen.

Der Sentiero degli Dei, der Pfad der Götter, verläuft auf halber Höhe zwischen Fels und Meer von Bomerano, einem Ortsteil von Agerola auf gut 600 Metern, nach Nocelle hoch über Positano, rund acht Kilometer lang und mit reichlich Auf und Ab im Detail, in dieser Richtung aber überwiegend abwärts. Zur Anreise fährst du morgens die Küstenstraße entlang nach Amalfi und steigst dort in den Bus nach Agerola um, der die Serpentinen ins Bergland hinaufführt; ab dem Dorfplatz von Bomerano ist der Weg als CAI-Route markiert. Was ihn so bekannt gemacht hat, ist die Perspektive: Du läufst über Terrassen, Trockenmauern und aufgelassene Weiden, ständig mit der Küste unter dir, bis zur Punta Campanella und bei klarer Luft bis Capri. Für die reine Gehzeit rechnest du drei bis vier Stunden, mit Pausen und Fotostopps entsprechend mehr.

In Nocelle endet der Weg, und hier fällt die eigentliche Entscheidung. Von dort führt eine lange Treppe nach Positano hinunter, in der Regel mit rund 1.500 Stufen angegeben – landschaftlich der schönste Abschnitt, für Knie und Oberschenkel aber härter als die acht Kilometer davor, besonders wenn du am Vortag schon viel gelaufen bist. Die Alternative ist der Ortsbus, der von Nocelle über Montepertuso nach Positano hinunterfährt und die Höhenmeter in einer Viertelstunde erledigt. Umgekehrt zu wandern, also von Positano nach Bomerano hinauf, ist möglich, macht aus einer Genusswanderung aber einen Anstieg von mehreren hundert Höhenmetern in der Sonne – die meisten bereuen es.

Für die Ausrüstung gilt: feste Schuhe mit Profil statt Turnschuhe, weil der Untergrund über weite Strecken steiniger Karst ist, dazu mehr Wasser, als du denkst, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung. Schatten gibt es nur abschnittsweise, Einkehrmöglichkeiten unterwegs sind wenige. Ein paar Passagen führen ausgesetzt an der Wand entlang, ein Geländer gibt es dort nicht; technisch bleibt der Weg einfach, wer aber stark höhenempfindlich ist oder kleine Kinder dabeihat, sollte das vorher wissen. Die besten Monate sind April bis Juni und September bis Oktober; im Hochsommer startest du früh am Morgen und meidest die Mittagsstunden. Nach anhaltendem Regen kann der Weg rutschig und einzelne Abschnitte wegen Steinschlag gesperrt sein – erkundige dich vor Ort nach dem aktuellen Zustand.

Wer weniger will, findet in Positano kleinere Runden. Der Küstenpfad Via Positanesi d'America zur Bucht von Fornillo ist in einer Viertelstunde gemacht und fast eben. Die alten Treppenwege hinauf nach Montepertuso ersetzen einen Vormittag und belohnen mit Blicken, die kein Aussichtspunkt an der Straße bietet. Und wer das Meer der Höhe vorzieht, kombiniert eine Bootstour zu den Li-Galli-Inseln mit Badestopps an Buchten und Grotten, die nur vom Wasser aus zu erreichen sind. Als drittes Format gibt es Kochkurse oben in Montepertuso, bei denen frische Pasta, Gnocchi und Parmigiana entstehen und am Ende mit Meerblick gegessen werden – die beste Schlechtwetteroption des Ortes.

Aktivitäten & Touren in Positano

Ausflüge an der Amalfiküste

Ausflüge ab Positano nach Capri, Amalfi und Ravello

Positano liegt genau in der Mitte zwischen den Höhepunkten dieser Küste – und in der Saison bringt dich das Boot schneller hin als jede Straße.

Li Galli
Li Galli

Capri ist der naheliegendste Ausflug: In der Saison fahren Tragflügelboote direkt ab der Spiaggia Grande, und die Überfahrt dauert nur einen Bruchteil dessen, was der Landweg kosten würde. Auf der Insel bringt dich die Standseilbahn vom Hafen Marina Grande hinauf in die Piazzetta von Capri-Stadt, von dort erreichst du die Gärten des Augustus mit dem Blick auf die Faraglioni und – mit Sessellift ab Anacapri – den Monte Solaro als höchsten Punkt. Zur Blauen Grotte ein realistischer Hinweis: Die Einfahrt in kleinen Ruderbooten ist nur bei ruhiger See möglich, fällt oft aus und bedeutet an guten Tagen lange Wartezeit auf dem Wasser. Wer sie unbedingt sehen will, plant sie als Erstes am Vormittag ein und nicht als Höhepunkt am Nachmittag.

In die andere Richtung liegt Amalfi, rund 16 Straßenkilometer entfernt, per Bus oder in der Saison per Fähre erreichbar. Der namensgebende Ort der Küste war im Mittelalter eine der vier großen Seerepubliken Italiens und trägt davon den Dom Sant'Andrea mit seiner Freitreppe und dem arabisch-normannischen Kreuzgang. Von Amalfi aus fahren Busse die Serpentinen hinauf nach Ravello, das rund 350 Meter über dem Meer liegt und mit den Gärten der Villa Rufolo und der Villa Cimbrone die berühmtesten Terrassenblicke der Küste besitzt; im Sommer finden dort Konzerte unter freiem Himmel statt. Amalfi und Ravello zusammen füllen einen Tag gut aus, gehetzt wird es nur, wenn du den letzten Bus knapp kalkulierst.

Für die Antike fährst du landeinwärts. Pompeji ist über Sorrent und die Circumvesuviana in überschaubarer Zeit erreichbar und braucht mindestens einen halben Tag, besser mehr; Herculaneum ist kleiner, besser erhalten und in zwei bis drei Stunden zu schaffen. Beide Orte liegen im Schatten desselben Vulkans, der auch die römische Villa unter Positanos Pfarrkirche begrub, was den Besuch aus dieser Richtung besonders schlüssig macht. Wer mag, hängt den Aufstieg zum Vesuvkrater an – dafür brauchst du ein Zeitfenster-Ticket und festes Schuhwerk. Zur Mittagszeit im Hochsommer ist Pompeji ein schattenloses Feld aus heißem Stein; früh anreisen zahlt sich mehr aus als jede Führung.

Und schließlich die Küste selbst, gesehen vom Wasser. Bootstouren ab Positano laufen entlang der Steilküste zu den drei Li-Galli-Inseln, die einst dem Tänzer Léonide Massine und später Rudolf Nurejew gehörten und heute in Privatbesitz sind – an Land darfst du nicht, aber die Badestopps davor gehören zum Besten, was diese Küste zu bieten hat. Weiter östlich liegt der Fjord von Furore, eine schmale Felsspalte, über die eine Straßenbrücke spannt und in der ein winziger Kiesstrand liegt. Dazwischen reihen sich Grotten, Wachtürme und Buchten ohne Landzugang. Halbtagestouren mit Skipper starten am Bootsanleger, und wer zu sechst oder acht reist, fährt privat oft kaum teurer als in der Gruppe.

Mode, Sandalen & Keramik

Moda Positano und die Sandalen aus den Werkstätten im Ort

Die Leinenkleider in den Schaufenstern sind kein Souvenirprogramm, sondern das Erbe einer Zeit, in der Positano ein armes Fischerdorf mit prominenten Gästen war.

Santa Maria Assunta
Santa Maria Assunta

In den 1950er und 1960er Jahren entstand hier ein eigener Modebegriff. Positano war damals ein verarmter Ort, dessen Bevölkerung zu großen Teilen ausgewandert war, und wurde gerade von Künstlern, Emigranten und Reisenden entdeckt; John Steinbeck schrieb 1953 einen Essay über den Ort, der ihn in der englischsprachigen Welt bekannt machte. Was die Schneiderinnen für dieses neue Publikum nähten – weite, leichte Kleider aus Leinen und Baumwolle, gebatikt oder bestickt, mit Spitze besetzt, geschnitten für Hitze und Meersalz statt für den Salon – ging als Moda Positano in den Sprachgebrauch ein. Bis heute stapeln sich diese Stoffe in den Läden entlang der Viale Pasitea und in den Gassen hinunter zum Strand.

Das zweite Handwerk steht auf dem Boden. In mehreren Werkstätten im Ort werden Sandalen noch von Hand gefertigt, und zwar nach Maß: Du wählst Sohle und Riemen, stellst dich auf ein Stück Leder, der Handwerker zeichnet den Fuß nach, schneidet und nagelt – bei einfachen Modellen wartest du eine gute Stunde, bei aufwendigeren holst du sie am nächsten Tag ab. Die Preise liegen deutlich über einem Ladenkauf und deutlich unter dem, was Designermode kostet, und das Ergebnis passt, weil es für genau diesen Fuß gemacht wurde. Wer das mitnehmen will, plant den Besuch nicht auf den letzten Nachmittag vor der Abreise.

Dazu kommt, was die Küste ohnehin hervorbringt. Keramik aus Vietri sul Mare am östlichen Ende der Costiera, in kräftigem Gelb, Grün und Blau, findest du als Teller, Fliesen und Krüge in mehreren Läden; Ziegel derselben Machart decken die Kuppel der Pfarrkirche. Dazu Limoncello aus den Sfusato-Zitronen der Küste, Zitronenmarmelade, Kapern, getrocknete Kräuter und die Colatura di Alici aus Cetara am anderen Ende der Costiera. Bei Lebensmitteln lohnt der Blick auf die Herkunftsangabe: Was in den Andenkenläden am Strand steht, kommt nicht zwingend von dieser Küste, während kleinere Läden weiter oben eher regionale Erzeuger führen.

Praktisch heißt das: Positano ist kein Ort für Schnäppchen. Die Ladenmieten am Hang sind hoch, die Saison ist kurz, und beides steht auf den Preisschildern. Dafür bekommst du Dinge, die es in dieser Form woanders nicht gibt, und triffst in den kleineren Läden noch auf die Leute, die selbst nähen oder schneiden. Über den Winter schließt ein Teil der Geschäfte, im Frühjahr öffnen sie mit der Saison wieder. Und wenn du nur bummeln willst: Der schönste Zeitpunkt ist der frühe Abend, wenn die Tagesgäste weg sind, die Beleuchtung angeht und in den Gassen wieder Platz zum Stehenbleiben ist.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Positano – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Positano mit Wetter und Saison im Jahreslauf

Zwischen Ostern und Ende Oktober läuft in Positano die Saison, doch die angenehmsten Wochen liegen an ihren Rändern.

Positano hat mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern, und der Fels im Rücken speichert die Wärme zusätzlich. Die Höchstwerte liegen im Juli und August um 29 Grad, im Januar immerhin noch bei 13 Grad; Frost kommt an der Küste praktisch nicht vor. Der meiste Regen fällt zwischen Oktober und Januar, oft als kräftiger, kurzer Schauer. Wichtiger als das Thermometer sind zwei andere Größen: das Meer, das erst im Juni wirklich warm wird und die Wärme bis in den Oktober hält, und die Saison selbst – zwischen November und dem Frühjahr schließen viele Hotels und Restaurants, und der Fährbetrieb ruht weitgehend. Dazu kommt der Faktor Treppe: Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchte fühlt sich der Aufstieg vom Strand deutlich länger an als im Mai.

Jan13°6°still, vieles geschlossen
Feb13°6°Zitronenernte, kaum Betrieb
Mär15°8°erste Öffnungen, gute Wandertage
Apr18°10°Saisonstart, Fähren nehmen Fahrt auf
Mai22°14°warm, Treppen noch angenehm
Jun26°18°Badewetter vor dem Ansturm
Jul29°20°heiß, voll und teuer
Aug29°21°Ferragosto, Höhepunkt des Andrangs
Sep26°18°warmes Meer, spürbar ruhiger
Okt22°15°mild, Saisonende, erste Regentage
Nov17°11°nass, Hotels schließen
Dez14°8°ruhig, Ort im Winterbetrieb

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Positano sind Mai, Juni und September. Im Mai und Juni liegen die Höchstwerte bei 22 bis 26 Grad, der Ort ist geöffnet, aber noch nicht überlaufen, und die Treppen sind bei diesen Temperaturen kein Thema – nur das Wasser verlangt im Mai etwas Überwindung. Der September dreht das um: Das Meer ist nach dem Sommer am wärmsten, die Tagesgäste werden weniger, und Fähren wie Hotels laufen noch im vollen Programm. Juli und August sind heiß, voll und die teuerste Zeit des Jahres, dafür hat alles geöffnet. Zwischen November und März ist Positano ein Ziel für Wanderer und für alle, die den Ort ohne Betrieb sehen wollen – zum Baden und für Bootstouren taugt er dann nicht.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Positano

Wie viele Stufen sind es vom Bus zum Strand?
Von der Haltestelle Sponda an der Küstenstraße führen mehrere hundert Stufen hinunter zur Kirche und weiter zur Spiaggia Grande; für den Abstieg brauchst du gut zehn Minuten, für den Aufstieg im Sommer deutlich länger. Wer nicht laufen will oder mag, nimmt den kleinen Ortsbus, der die Schleife zwischen Chiesa Nuova, Sponda und den Bergdörfern fährt.
Wie kommt man mit Koffer nach Positano hinein?
Gar nicht bequem, deshalb klärst du das vor der Buchung. Vom Boot am Anleger und von den Bushaltestellen an der SS163 führen nur Treppen weiter, und Rollkoffer sind darauf keine Hilfe. Die meisten Hotels organisieren einen Gepäckträger oder ein Elektrofahrzeug bis zum nächsten erreichbaren Punkt – melde deine Ankunftszeit vorher an, dann steht jemand bereit.
Lohnt sich ein Mietwagen für Positano?
Für den Ort selbst nicht. Positano funktioniert über eine Einbahnschleife ohne nennenswerte öffentliche Stellplätze, private Garagen zählen zu den teuersten der Küste, und im Hochsommer gilt auf der SS163 zeitweise ein Wechselkennzeichen-System für Nicht-Anwohner. Ein Auto lohnt erst, wenn du das Hinterland erkunden willst – dann besser ab einem Quartier mit eigenem Parkplatz.
Welcher Strand in Positano ist der ruhigere?
Fornillo. Der zweite Strand liegt hinter dem Felssporn mit der Torre Trasita und ist über den Küstenpfad Via Positanesi d'America in wenigen Minuten vom Bootsanleger aus erreichbar. Der Kies ist gröber, die Lidos sind kleiner, das Wasser genauso klar, und es gibt mehr Platz für ein eigenes Handtuch als an der Spiaggia Grande.
Muss man am Strand von Positano bezahlen?
Nicht zwingend. Den größten Teil der Spiaggia Grande belegen Lidos, bei denen Liege und Schirm kosten – die Sätze gehören zu den höchsten der Küste und unterscheiden sich je nach Betrieb und Saison stark, frag also vor dem Hinlegen. Daneben gibt es freie Abschnitte, etwa in Richtung Bootsanleger, die in der Hochsaison allerdings schon am Vormittag belegt sind.
Wie kommt man von Positano nach Capri?
In der Saison direkt per Tragflügelboot ab der Spiaggia Grande, was der schnellste und angenehmste Weg ist. Fahrpläne wechseln mit der Saison, und bei Wellengang können Abfahrten kurzfristig ausfallen – nimm im Zweifel die frühe Verbindung. Außerhalb der Saison führt der Weg über Sorrent, von wo ganzjährig Schiffe nach Capri fahren.
In welcher Richtung geht man den Sentiero degli Dei?
Von Bomerano, einem Ortsteil von Agerola, nach Nocelle. In dieser Richtung läuft der rund acht Kilometer lange Höhenweg überwiegend abwärts, und du hast die Küste die ganze Zeit vor dir. Umgekehrt wird daraus ein mehrere hundert Höhenmeter langer Anstieg in der Sonne. Zum Start fährst du morgens mit dem Bus nach Amalfi und von dort weiter ins Bergland hinauf.
Muss man von Nocelle die 1.500 Stufen hinuntersteigen?
Nein. Die Treppe von Nocelle nach Positano ist der landschaftlich schönste Abschnitt, aber für Knie und Oberschenkel härter als die Wanderung davor. Der Ortsbus fährt von Nocelle über Montepertuso hinunter und erledigt die Höhenmeter in einer Viertelstunde. Wer beides will, steigt ab und fährt am nächsten Tag mit dem Bus wieder hoch.
Wo isst man in Positano günstiger?
Oben am Berg. In Montepertuso und Nocelle kochen Familienlokale aus eigenen Gärten und rufen spürbar moderatere Preise auf als die Terrassen am Wasser, bei mindestens genauso gutem Blick. Mehrere Häuser holen Gäste abends per Shuttle aus dem Ort ab und bringen sie zurück, so dass der Weg im Dunkeln kein Argument mehr ist.
Hat in Positano im Winter etwas geöffnet?
Nur ein Teil. Positano ist ein ausgesprochener Saisonort: Zwischen November und dem Frühjahr schließen viele Hotels und Restaurants, der Fährbetrieb ruht weitgehend, und Bootstouren finden nicht statt. Wer den Ort ohne Betrieb sehen und wandern will, reist trotzdem gern in dieser Zeit – zum Baden und für Ausflüge übers Wasser eignet sie sich nicht.
Ist Positano mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität machbar?
Nur mit Einschränkungen. Der Ortskern besteht fast vollständig aus Treppen, Kinderwagen sind dort kaum brauchbar – eine Trage ist die bessere Lösung. Wer schlecht zu Fuß ist, wählt ein Haus nah an der Viale Pasitea mit Aufzug im Gebäude, nutzt den Ortsbus für die Höhenmeter und verlegt Badetage nach Fornillo oder an einen per Boot erreichbaren Strand.
Wie voll ist Positano wirklich?
Zwischen etwa elf und siebzehn Uhr sehr voll, weil dann Busse, Fähren und Tagesausflüge zusammentreffen und sich alles durch dieselben Gassen schiebt. Früh am Morgen und ab dem frühen Abend leert sich der Ort dagegen erstaunlich schnell. Genau darin liegt das Argument fürs Übernachten – die stillen Stunden bekommt nur, wer nicht am selben Tag wieder abreist.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Positano – Santa Maria & Torre Die Kuppel von Santa Maria Assunta als Wahrzeichen

Positanos Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander, aber jede Treppe will erklommen werden. Beginne früh an der Spiaggia Grande und arbeite dich zur Chiesa di Santa Maria Assunta hoch, bevor die Tagesgäste eintreffen.

Übernachten

Hotels in Positano – mit Blick über die Spiaggia Grande Terrassen, die direkt über dem Meer zu schweben scheinen

Im Centro Storico wohnst du mittendrin, mit Meerblick und kurzem Weg zum Strand. Wer es ruhiger mag, sucht in Fornillo oder oben in Montepertuso – weniger Trubel, dafür mehr Treppen und Aussicht.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Positano – Fisch & Limonen am Steilhang Tische mit Aussicht von Fornillo bis zum Hafen

Die kampanische Küche dreht sich um Zitronen, frischen Fisch und handgemachte Pasta. Unten am Wasser isst man mit Meeresrauschen, in Montepertuso und Nocelle bodenständiger und ohne Aufpreis für die Lage.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Positano – vom Meer bis Nocelle Bootsfahrten unten, der Sentiero degli Dei oben

Vom Wasser aus zeigt sich Positano von seiner schönsten Seite – per Boot zu den Nachbarbuchten oder weiter nach Capri. An Land lockt der Sentiero degli Dei, der Pfad der Götter, hoch über der Küste.

PositanoDer Bus setzt dich oben an der Küstenstraße ab, und von dort führt jeder Weg nach unten – über Treppen, unter Bougainvillea hindurch, zwischen Hauswänden entlang, bis nach zehn Minuten der dunkle Kies der Spiaggia Grande vor dir liegt.
Reise buchen

Deine Positano-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Partnerangebote in Kürze

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen7 in Positano

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter.

Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen