Positano hängt wie ein Amphitheater aus ockerfarbenen, rosa und cremeweißen Häusern an den Steilhängen der Amalfiküste. Wer mit dem Boot ankommt, sieht den Ort so, wie ihn schon Generationen von Reisenden vor Augen hatten: eine Kaskade von Fassaden, die sich zum Wasser hinabstaffeln, gekrönt von der majolikagekachelten Kuppel der Kirche Santa Maria Assunta. John Steinbeck schrieb in den 1950er Jahren, Positano sei ein Traum, der erst wirklich werde, wenn man wieder fort sei – und tatsächlich brennt sich das Bild dieser Stadt am Berg dauerhaft ein.
Auto fährt hier kaum jemand. Das Leben spielt sich auf Treppen ab, Hunderte von Stufen verbinden die oberen Viertel mit dem Strand Spiaggia Grande, vorbei an Boutiquen mit handgenähter Resortmode, der berühmten „Moda Positano", und kleinen Werkstätten für Ledersandalen, die seit Jahrzehnten nach Maß gefertigt werden. Auf halbem Weg liegt der Fornillo-Strand, ruhiger und unter Einheimischen beliebt, erreichbar über einen schmalen Küstenpfad.
Die Kirche Santa Maria Assunta birgt eine byzantinische Schwarze Madonna, der Sage nach von Seeräubern hierhergebracht. Wer höher hinaus will, nimmt den Sentiero degli Dei, den „Pfad der Götter", der oberhalb des Ortes entlang der Bergkämme nach Nocelle führt und einen der schönsten Küstenblicke Italiens freigibt.
Abends, wenn die Tagesgäste abgereist sind, kommt Positano zur Ruhe. Aus den Trattorien duftet es nach Knoblauch, Zitrone und frischem Fisch – Spaghetti alle vongole, gegrillter Pesce, dazu der lokale Zitronenlikör Limoncello aus den Sfusato-Zitronen der Region. Es ist diese Mischung aus Postkartenschönheit und gelebtem Alltag, die Positano über die reine Kulisse hinaushebt.







