Die Chiesa di Santa Maria Assunta ist die Pfarrkirche Positanos, und ihre grün-gelb geflieste Kuppel ist das meistfotografierte Motiv des gesamten Ortes. Die Majolika-Kuppel, deren glasierte Keramikziegel im Sonnenlicht aufleuchten, krönt die Häuserwand des Dorfes und ist von fast jedem Aussichtspunkt – vom Strand, von den Hotelterrassen, vom Wasser aus – zu sehen. Sie ist gewissermaßen das Wahrzeichen, an dem man Positano sofort erkennt. Im Inneren wird über dem Hauptaltar die byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna verehrt, das spirituelle Herz der Kirche. Um sie rankt sich die Gründungslegende des Ortes: Das Bild soll von einem Schiff stammen, das vor der Küste in eine Flaute geriet. Eine Stimme rief „Posa, posa!“ – „Lege ab, lege ab!“ –, die Seeleute brachten das Bild an Land, und aus diesem Ruf, so die Überlieferung, leitet sich der Name Positano ab. Die Ikone verbindet damit den Glauben der Bewohner unmittelbar mit der Identität und dem Namen des Dorfes. Unter der Kirche verbirgt sich eine weitere historische Schicht: die Ausgrabung einer römischen Villa, die beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus verschüttet wurde – jener Katastrophe, die auch Pompeji und Herculaneum traf. Dass sich unter dem religiösen Zentrum Positanos die Reste eines antiken Luxusbaus erhalten haben, macht den Ort zu einem Schichtenarchiv der Geschichte, von der römischen Antike über die byzantinische Marienverehrung bis zur heutigen Pfarrkirche. Der Eintritt in die Kirche ist frei, was einen Besuch unkompliziert macht. Zu beachten ist allerdings, dass die Kirche um die Mittagszeit geschlossen sein kann – wie vielerorts in Italien gilt eine Mittagspause. Ein Besuch der Chiesa di Santa Maria Assunta lohnt sich gleich mehrfach: für die ikonische Kuppel von außen, die verehrte Schwarze Madonna im Inneren und die antike Villa darunter.
Die Majolika-Kuppel vom Strand oder einer Hotelterrasse aus fotografieren






























